Waldmüller, der Matador der Genremaler in Wien , gehört der naturalistischen Richtung an, und hält mit aller Gewissenhaf- tigkeit an der Natur fest. Seine Figuren sind Portraits, und die Modelle überall her acquirirt. Alles ist in seinen Bildern bis auf das Getreueste der Wirklichkeit nachgebildet, wahr bis ins klein- ste Detail. Er malt jeden einzelnen Theil ganz fertig, erreicht aber bei diesem musivischen Vortrag eine seltene Haltung und Har- monie. Im Vortrag und in der Färbung ist er Meister. Al- lein sein Naturalismus hatte ihn in heisse Conflikte mit seinen akademischen Collegen gebracht, und zu Verketzerung geführt, Sie machten ihm oft den Vorwurf, er stecke seine gemalten Ge- müthszustände immer und immer wieder in österreichische Bauern- kleider, benütze stets dieselben Modelle; komme über den engen Kreis der Dorfkinder nicht hinaus, u. s. w. Seinen Gegnern wäre aber zu rathen, eben so schöne, freundliche, lebenswache Mo- delle aus ihren Bildern blicken zu lassen. Sie mögen vielseitig seyn, wenn ihnen Waldmüller zu einseitig ist. Er macht seine Studien auf dem Wege unverkümmerter und unverkünstelter Na- tur, und überlässt die vornehme Steifheit seinen Gegnern, welche damit wenige rühren, Dagegen geht das unter dem Namen des kindlichen Schmerzes bekannte Bild von Waldmüller mit ergrei- fender Wahrheit zu Gemüth. Der Künstler gibt eine einfache ländliche Scene, Der greise Pfarrer hat der hinscheidenden Mut- ter das Sakrament gereicht, und tritt aus der Thüre, wo die bei- den Töchter weinend knieen, und der alte Vater nach dem Him- mel blickt. Seine Mutter mit den Kindern ist eine warm empfun- dene Dorfdylle. Wie viel interessantere kleine Bilder gibt es in
Wien, als Waldmüller's Abendandacht im Bauernhause (1840)?
Wenige Künstler haben irgend einen Gedanken gemütvoller dar- gestellt, als dieser Künstler in seinem reconvalescenten Landmann.
Er begrüsst hoffnungsvoll die Frühlingssonne, und seine Familie teilt ihn mit innigster Freude, Waldmüller ist der gemüt- liche Dichter des österreichischen Landlebens. Im Jahre 1844 he- suchte er auch wieder Italien und Sicilien, um für diejenigen Bil- der zu sammeln, welchen das vaterländische Volksleben zu ein- seitig ist.
Waldmüller ist Custos der gräflich Lamberg'schen Akademie, k. k. akademischer Rath und Professor. Im Jahre 1816 gab er folgende kleine Schrift heraus: Das Bedürfniss eines zweckmäßi- geren Unterrichts in der Malerei und plastischen Kunst. 5. Die Akademiker und Consorten werden mit ihm wenig einverstanden seyn, da der Verfasser für den gesammten Kunstunterricht nur ein Jahr in Anspruch nimmt, und statt auf Beobachtung abstrakter Regeln vor Allem auf Beobachtung der Natur und des Lebens in seinen wechselnden Erscheinungen dringt. Wir haben schon oben bemerkt, dass der Naturalismus des Künstlers zur Verketzerung desselben geführt hat. Im Jahre 1847 erschien eine zweite Auflage dieser Schrift.
Das Bildniss des Kaisers Franz I. Gest. von Steinmüller, fol.
Das Ende der Schule, gest. von T. Benedetti, für den öster- reichischen Kunstverein 1847; roy. fol. .
Das Gemälde ist in der Gallerie des Consuls Wagener zu Berlin. A -
Die Rückkehr des jungen Landmannes von der Arbeit zu seiner Familie, gest. von F. Stöber. Den Mitgliedern des Kunstvereins zu Wien 1835, gr. fol.
Des Landmanns Ausgang, gest. von C. Rahl. Wiener Kunst- Vereinsblatt, gr. fol.
Die fromme alte Frau, von B. Hüfel in Holz geschnitten, fol.
Die Bauernfamilie vor der Thüre des Hauses sitzend. Gest. von C. Rahl 1833, qu. fol.
Das Kind, welches gehen lernt. Gest. von C. Rahl für den Wiener Kunstverein 1831, gr. fol.
Der Rabbiner, welcher ein Mädchen unterrichtet. Lith. von Göhhausen, fol.
Eigenhändige Lithographie. Die Wiedergenesung, für das Album der Künstler Wiens. Mit Tondruck, 1844, gr. fol.
Waldorp, A. .
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