Walch, Jakob

Walch, Jakob, Maler, wurde nach der gewöhnlichen Annahme , oder um 1470, zu Nürnberg geboren, und unter unbekannten Verhältnissen herangebildet. Heinecke (Idée générale p. 483) ver- breitete die oft wiederholte Ansicht, dass Walch der Lehrer des M. Wohlgemuth gewesen sei, ohne zu bedenken, dass nach dem obigen Lebensdatum der Schüler fast um 50 Jahre älter wäre. Auch den Hans von Culmbach soll Walch in den Anfangsgründen un- terrichtet haben, was wieder nicht seyn könnte, wenn der Meister um gestorben ist, d. h. zur Zeit der Geburt des Schülers. Einige wollten nach Doppelmayr zwar die Lebenszeit des J. Walch bis gegen 1520 ausdehnen, und weiter glauben machen, dass er lange in den Niederlanden gelebt habe. Diess heißt man Vermu- thung auf Vermuthung häufen, und beim gehörigen Lichte be- trachtet, wissen wir nur so viel mit Gewissheit, dass Walch, nach den Werken zu urtheilen, welche ihm zugeschrieben werden, ein sehr verdienstlicher, aber wenig bekannter Maler sei, dessen An- wesenheit in den Niederlanden nicht bewiesen werden kann. In den Bildnissen, welche sich von ihm finden, deutet nichts auf die Eyckische Schule, es gibt sich aber das gewissenhafte Streben kund, den Charakter und die Lebenswärme des Individuums zu erfassen, was ihm auch vollkommen gelungen ist. In der k. Pinakothek zu

München ist das Portrait des Käisers Maximilian I., halbe Figur

im Ornate mit Krone und Scepter, aus der Buisserotte'schen Samm-

lung, in Hinsicht des Charakters im Ausdruck einer der vortreff- lichsten alten Werke dieser Art. Durch das geöffnete Fenster sieht

man auf eine Felsengegend, und im Thale breitet sich am Flusse eine Stadt aus. An der steilen Anhöhe klettern Gemsen, und so- mit deutet wohl der Maler auf das bekannte Abentheuer des Kail- sers auf der Martinswand bei Zirl, und die Stadt im Thal ist Inns- bruck. Das Gemälde hat eine Höhe von 2 F. 6 Z. Kleiner ist Walch's Bild dieses Kaisers in der k. k. Gallerie zu Wien. Er ist

in jüngeren Jahren mit der Krone auf dem Haupte und in golde- ner Rüstung dargestellt. Durch das Fenster im Grunde sieht man ebenfalls in eine Landschaft, wo Gemsen auf Bergen erscheinen, und eine Reiherbeitze gehalten wird. Bezeichnet sind diese beiden Bilder nicht, die Tradition schreibt sie aber dem J. Walch zu, und andere fügen bei, dass der Künstler diesen Kaiser öfter gemalt habe. In Tirol findet man allerdings noch mehrere Bildnisse die- ses Kaisers, es ist aber nicht zu bestimmen, ob einige dem J. Walch aus Nürnberg angehören, oder ob sie Copien nach den Por- traiten in München und Wien seyen. Das Kaiserbild in München

kann nicht vor 1507 entstanden seyn, denn erst in diesem Jahre

erhielt der römische König Maximilian den Titel »erwählter römi- scher Kaiser,« und er wollte sich in Rom krönen lassen. Maxi- milian trägt aber in München die Kaiserkrone, welche erst 1507 sein Haupt zieren konnte. Der Künstler dürfte den Kaiser auf sei- nem Jagdschlosse bei Zirl, der Martinswand gegenüber, gemalt ha- ben. Dieses Schloss ist zwar verschwunden, man weiss aber, dass er sich öfters daselbst aufgehalten, und das Vergnügen der Jagd genossen habe. Der Blick durchs Fenster fiel auf die Martins- wand, und im Innthal abwärts zeigt sich Innsbruck. Die Land- schaft durch das Fenster des Bildes mit ihren Felsen und der Stadt ist wahrscheinlich von jenem Schlosse aufgefasst. Verlebte vielleicht Walch seine späteren Jahre in Innsbruck, da man nach 1500 in

Nürnberg nichts mehr von ihm weiss? Das Kaiserbild in München

liegt wahrscheinlich auch der Statue des Kaisers an dessen Denk- mal in der heil. Kreuzkirche in Innsbruck zu Grunde. Der Kai- ser traf schon zu seinen Lebzeiten Anstalt zur Anfertigung seines

Grabmales, denn in einer kaiserlichen Urkunde von 1508 wird des

Giessers Stephan Godel zu Mühlen bei Innsbruck erwähnt. Der

Kaiser starb 1510, und aus der Urkunde von 1520, deren wir im

Artikel des Giessers und Bildhauers Georg Sesselschreiber erwähnt

haben, geht hervor, dass schon mehreres vorher am Denkmale

gearbeitet wurde,

In der Gallerie zu München ist auch das Brustbild eines Herrn von Haller als Walch's Werk bezeichnet. Dieses Portrait finden wir noch bedeutender, als jenes des Kaisers, da es in der Car- nation weicher und markiger ist, als das Kaiserbild. In der v. Derschau'schen Sammlung wurde ihm das Bildniss eines Raths-

herrn Imhoff zugeschrieben.

C. v. Murr (Cabinet Praun, S. 58) legt dem J. Walch auch eine braun getuschte und mit Weiss gehöhte Zeichnung zu, weil sie mit dem Buchstaben W. und der Jahrzahl 1500 darüber be- zeichnet ist. Sie stellt den Hexensabath vor, in einer figurenrei- chen Composition. Diese Annahme ist gewagt, weil wir von Walch nur Bildnisse kennen, oder solche ihm zuschreiben müssen. Frü- her (Kugler's Museum 1830 S. 75) wollte man zwar in der k. Gal- lerie zu Berlin ein historisches Gemälde von Walch's Hand erkennen, es wird aber jetzt einem Maler aus Martin Schön's Schule zuge

Lithographien nach J. Walch,

Kaiser Maximilian I., das Bild in der k. Pinakothek zu Mün- chen. Leutner et Strixner lithogr. 1828. Boisserce'sches Gallerie- werk, gr. fol.;

Dasselbe Bildniss, für Emert's Almanach aus Tyrol lith., 8.

Männliche Büste mit einem Briefe in der Hand. N. Strixner lith., Gallerie Boisserde, gr. fol.

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