Wagner, Johann Georg

Wagner, Johann Georg, Landschaftsmaler , wurde zu Meis- sen geboren, und von seinem Vater Johann Jakob in den Anfangs- gründen unterrichtet, bis ihn sein mütterlicher Oheim, der berühmte Ch. W. E. Dietrich (Dietrich) in Dresden aufnahm. Dieser Meisters behandelte aber seine Schüler als Dienstboten, und somit beriefen ihn seine Eltern nach einigen Jahren zurück. Nach- dem Joseph Roos (Rosa) in Dresden zum Professor an der Akademie ernannt worden war, ging Wagner dahin, um unter diesem Mei- ster seine Studien fortzusetzen, allein Roos erklärte gleich bei der ersten Probe, er wisse dem Jüngling nichts mehr zu lehren, und es sei unnöthig, sich fremder Leitung hinzugeben. Roos bezahlte ihm seine Landschaften in Gouache höher, als andere, und bald gehörte es zum guten Ton, Zeichnungen von Wagner zu besitzen. Sie sind gewöhnlich mit Deckfarben ausgemalt, und mit Figuren und Vieh staffirt. Der Hauptwerth liegt aber in der landschaftli- chen Darstellung, da ihm die Figuren weniger gelangen. Ölbil- der kommen selten von ihm vor, und sie mögen an die Werke von Dietrich erinnern, welcher aber eine freiere Behandlung hatte, als Wagner, der als Jüngling starb. Klengel war ein enthusiasti- scher Verehrer unseres Künstlers, und pflegte ihn den Rafael der Landschaftsmalerei zu nennen, dessen zartes und jungfräuliches Gefühl durch den Pinsel auf die Landschaft übergegangen sei, wo- ran Dietrich Mangel hatte. Im Jahre 1765 wurde Wagner Pen- sionär der Akademie in Dresden, und in demselben Jahre auch Unterlehrer an dieser Anstalt. In dem folgenden Jahre sollte er auf landesherrliche Kosten eine Studienreise unternehmen, starb aber 1767 zu Meissen, kaum 23 Jahre alt. Sein früher Tod er- regte Betrübniss, da man die schönsten Hoffnungen auf ihn baute. Es ist aber das Andenken an den Künstler nicht erloschen. Er hat viele Zeichnungen hinterlassen, worunter die Gouachebilder ins Blaue übergegangen sind. Andere Blätter sind im Tusch und Bister behandelt. Eine felsige Landschaft mit Figuren, Felsen und Wasser ist nach Weigel (HKK. Nr. 442) mit 1771 bezeichnet, so dass das Todesjahr des Künstlers später fällt, als gewöhnlich an- genommen wird. Frenzel, Sternberg'scher Catalog II S. 328 lässt ihn irrig 1787 sterben.

Eine bedeutende Anzahl von Zeichnungen dieses Meisters ist gestochen, nur darf man ihm nicht die Blätter nach Zeichnungen der Maria Dorothea zuschreiben, was geschehen ist. Folgende Blätter geben eine Auswahl:

Folge von 2 Blättern, angeblich nach Wagner, nämlich: Der Rattengifthändler; der Marktschreier. J. G. Wagner, inv. C. H. Holzmann sc. In Crayon-Manier und roth gedruckt, fol.

Eine Folge von 20 Landschaftsstudien in Zeichnungsmanier, radirt und mit Holzplatten überdruckt. Diese Blätter finden sich im Camayeuwerk von C. F. Holzmann, unter dem Titel: Abdrücke in Helldunkel nach verschiedenen Meisterzeichnungen etc. Das ganze höchst seltene Werk enthält 116 Blätter. Jene nach Wagner sind in 8. und 4.

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