Wagner, Franz

Wagner, Franz, Maler, geb. zu Heidelberg 1812, machte seine Studien auf der Akademie in München , und kehrte 1835 in die Heimath zurück. Er malte Landschaften und Genrebilder.

rüber hat die Critik, die grosse Verbreitung des Stiches nach allen

Ländern, vorzüglich nach England , auf das ehrenvollste ent- schieden. | |

Nach Vollendung dieser Arbeit unternahm Wagner eine Reise nach Italien , um durch die Anschauung der grössten Meisterwerke die letzte Weihe des Künstlers zu erwerben. Bei dieser Gelegen- heit zeichnete er in Venedig ein Ecce Homo, welches dem A. Dü- rer zugeschrieben wird. Nach Nürnberg zurückgekehrt lieferte er rasch mehrere grosse Blätter, welche alle den gereiften Stecher und fühlenden Künstler beurkunden. Zuerst erschien für den Albrecht-Dürer-Verein Oppenheim's Noah in der Arche, ein Stich, der bald ein Liebling des Publikums wurde. Diesem folgte das Bildniss des Hieronymus Holzschuher nach A. Dürer's berühm- tem Bilde im Besitze der Familie Holzschuher zu Nürnberg. Die- ses Blatt ist dem Kronprinzen Maximilian, dem jetzigen König von Bayern dedicirt, und gehört zu den trefflichen Stichen dieser Art. Die vielseitige Gewandtheit seines Grabsticheis bewies Wag- ner in dem nächst folgenden Blatte, welches im vollsten Gegen- satze zu Dürer, ein Bild von Carlo Dolce, den heil. Sebastian in der Gallerie zu Pommersfelden gibt. Hier galt es, die Farbe und weiche Modellirung Dolce's zu erreichen, und beides ist auf tüch- tige Weise gelungen. Schon in Rom hatte Wagner Riede]'s Sa- kontala kennen gelernt, und von der Schönheit und zauberhaften Wirkung dieses reizenden Bildes angezogen, wagte er jetzt den Versuch, diese Farbendichtung mit dem einfachen Weiss und Schwarz seiner Kunst wieder zu geben. Die Critik hat entschie- den, dass er das Mögliche geleistet, und der König von Württem- berg ertheilte ihm für diese Arbeit die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. Holzschuher und Sakontala erschienen in der J. A. Stein'schen Kunsthandlung in Nürnberg, welche auch ein anderes Werk von Wagner, über die alten Sculpturen Nürnbergs in 30 Blättern mit Text herausgab. Dieses schöne Werk ist ein schätzbarer Beitrag zur deutschen Kunstgeschichte. Eine weitere Arbeit war für den Nürnberger Kunstverein bestimmt, das Kir- chenmädchen nach C. Hreul's naivem und ansprechendem Bilde. Diesem Blatte folgte die Darstellung des Hochaltares in Blaubeuern, nach der Zeichnung von Heideloff mit Walther vollendet. Hierauf unternahm er den Stahlstich des berühmten Bildes von Sandrart in der Gallerie zu Nürnberg, welches das im Jahre 1640 zur Feier des westphälischen Friedensschlusses in Nürnberg gehaltene Fest- mahl vorstellt. Diese mit grossem Fleisse vollendete Platte enthält mehr als 50 Porträts berühmter Personen, und Wagner hat sich daher durch die Vervielfältigung eines historischen Dokuments den Dank aller Freunde der vaterländischen Geschichte erworben. Dem Künstler wurde dafür auch mannigfache Auszeichnung zu Theil.

Im Jahre 1848 unternahm Wagner eine Reise nach Belgien, Holland und England. In Antwerpen erfreute er sich der Freund- schaft des berühmten Direktors Baron G. Wappers. Er zeichnete zwei Gemälde desselben: Christoph Columbus und die belgischen Frauen, welche den Ausgang des Gefechtes erwarten. Eine dritte Zeichnung entnahm er einem neu aufgefundenen Gemälde von Raphael in der Sammlung des Kaufmanns Wuyts. Es stellt die Ma- donna dar und wird gegenwärtig von Wagner gestochen. Einer besonders günstigen Aufnahme erfreute sich der Künstler auch in London und kehrte von dort mit bedeutenden Aufträgen zurück. Für The Art-Journal hat er bereits ein liebliches Bild gestochen, ein junges Mädchen mit Blumen. Im Jahre 1849 begann er den Stich der berühmten Kreuzabnehmung von Rubens in der Gal- lerie zu Antwerpen. Dieser Stich ist im grössten Maasstabe an- gelegt und wird mehrere Jahre zur Vollendung erfordern. Zu seinen neuesten Arbeiten gehört ein Blatt nach de Keyser, unter dem Namen der Albanerin bekannt. Mit dem Bildnisse des Dich- ters Wieland für die bei Breitkopf und Härtel zu Leipzig erschei- nende Portraitsammlung schliessen wir die Reihe der bisherigen Arbeiten dieses berühmten Meisters.

Nur bemerken wir noch, dass Wagner auch auf dem Felde der Dichtkunst sich mit Erfolg bewegt. Ausser kleinen Gedichten, theils lyrischen Inhalts, theils Reiseeindrücke schildernd, hat sein Drama »Albrecht Dürer« zur Feier der Enthüllung von Dürers Denkmal in Nürnberg aufgeführt, so wie später Adam Kraft und Peter Vischer stets günstige Aufnahme gefunden.

Sein Sohn Edmund hat oben eine Stelle gefunden.

Verzeichniss der Blätter dieses Meisters.

  1. Hieronymus Holzschuher, Aetatis suae 57, Brustbild nach Dürers Gemälde im Besitze des Senators v. Holzschuher in Nürnberg 1843. H. 15 Z., 3 L., Br. 11 Z., 3 L.

I. Vor der Schrift und der Dedication an den Kronprinzen von Bayern.

  1. Das Bildniss des Dichters Wieland für die bei Breitkopf Härtel in Leipzig erscheinende Portraitsammlung 1849.

  2. Noah und seine Familie in der Arche, wie er die Rückkehr der Taube erwartet. Nach M. Oppenheim's Bild in der Sammlung des Grossfürsten Alexander von Russland. Albrecht Dürer-Vereinsblatt 1841—42. H. 14 Z., Br. 15 Z., 8 L.

I. Probedrücke, welche nicht ganz vollendet sind. Vor aller Schrift, nur mit »Noah« bezeichnet. II. Vollendete Abdrücke mit der Schrift.

  1. Der Heiland vor dem Tische sitzend, einzelne Figur aus dem Abendmahl von Leonardo da Vinci, wie oben erwähnt, kl. fol.

  2. Das Abendmal des Herrn, nach L. da Vinci, ein meister- haftes, bereits in der Biographie erwähntes Blatt, in der Grösse des Stiches von R. Morghen, 1842. H. 25 Z., Br. 42 Z.

I. Aetzdrücke ohne Schrift. Sehr selten. II. Vollendete Abdrücke vor der Schrift. 24 Thl.

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