Vroom, Hendrik Cornelisz, Maler, geboren zu Harlem 1560, war der Sohn des Bildschnitzers Cornelis Hendriksen Vroom, des- sen Vater Hendrik dieselbe Kunst übte. Ersterer fertigte aber auch verschiedene Geschirre nach Art der italienischen Majolika-Gefäße, und Platten, welche bemalt wurden, und in den Handel kamen. Der Vater unseres Künstlers hatte einen Bruder, Namens Frederik, welchen C. van Mander als Bildhauer rühmt. Dieser Meister war.
erlernt hatte, anderwärts sein Brod zu verdienen. Von Rotterdam aus begab er sich zur See nach Spanien , und musste in Sevilla bei einem jener gewöhnlichen niederländischen Maler, welche die
Spanier Pintamones ( Affenmaler) nannten, Zuflucht suchen, bis
ihn ein italienischer Töpfer in Dienste nahm, für welchen er wie- der Majolica-Gefässe bemalte. Nach einiger Zeit schifftete er sich wieder nach Livorno ein, entging aber mit Noth den türkischen Kreuzern. Jetzt richtete er seinen Weg nach Florenz und Rom , wo er, mit P. Brill befreundet, zwei Jahre für den Cardinal de Medici beschäftiget war. Er nahm öfters Kupferstiche zum Vor- bilde, malte aber auch Portraite, historische Darstellungen und Landschaften nach eigener Zeichnung, da ihm Brill Unterricht ertheilt hatte. Hierauf ging der Künstler nach Venedig , wo er wieder Majolica malte. Nach Verlauf eines Jahres begab er sich nach Mailand , Genua , Abruzziolo (nach v. Mander Abruzzo), Turin und Lyon . Hier malte er im Schlosse des Herrn Battoin die Tha- ten der Vorfahren und des Herrn des Hauses im Kriege der Pi- saner in Wasserfarben auf Leinwand. Er hatte da Schlachten zu Land und zur See darzustellen, und fand um so grössere Befrie- digung, als er von jeher mit Vorliebe Schiffe und Seebilder malte. Nach sechs Monaten war die Arbeit vollendet, und Vroom begab sich nach Paris, wo er keine Arbeit fand. In Rouen wurde er von einer tödtlichen Krankheit befallen, von welcher ihn nach v. Man- der ein altes Weib heilte. Jetzt ging er nach Holland zurück, und malte in Harlem einige Bilder nach Kupferstichen. Nach einiger Zeit besuchte er in Danzig seinen Oheim, welcher ihm Unterricht in der Perspektive gab. Hier malte er im Auftrage der Jesuiten auch ein Altarbild, dessen Inhalt v. Mander nicht bestimmte. Nach der Rückkehr nach Harlem unternahm er eine zweite Reise nach Spanien, wo er Andachtsbilder an Mann bringen wollte, wahr- scheinlich nach Kupferstichen von ihm selbst gemalt. Auf dieser Reise litt das Schiff Sturm, und der Künstler konnte sich nur auf einem Boot reiten, während das Schiff mit der Ladung an die por- tugiesische Küste verschlagen wurde. Das Glück führte auch das verschlagene Boot dahin, und Vroom fand in einem Mönchsklo- ster seine Bilder wieder. Mit Reisegeld versehen ging er jetzt nach Lissabon, und dann zu Schiff nach St. Ubes (St. Yves), wo er sein Unglück zur See, und die glückliche Rettung in einem Ge- mälde darstellte, welches ein vornehmer Herr von Lissabon um eine hohe Summe kaufte. Diess bewog den Künstler noch mehrere andere Seebilder zu malen, und zuletzt beschäftigte er sich zu Har- lem ausschliesslich mit der Marine-Malerei, womit er seinen Ruf gründete, da zu jener Zeit kein anderer Meister die Schiffe besser darstellen konnte, als Vroom. Desswegen empfahl ihn Carl van Mander auch dem Admiral Charles Howard, Grafen von Notting- ham, welches das Unglück der sogenannten unüberwindlichen spa- nischen Armada (1588) durch Franz Spiering auf einer Tapete dar- stellen liess. C. v. Mander sollte ihm die Cartons fertigen, da er aber in Darstellung von Schiffen und Schlachten nicht erfah-
H. C. Vroom starb zu Harlem 1640.
Henricus Vroom Harlemensis pictor. H. Hondius exc. Copie nach H. Cock, in H. Hondii pictorum celeb. Germaniae inferioris effigies, fol. In späterer Ausgabe unter dem Titel: Theatrum ho- noris etc. Amst. 1612 Jansonium.
Das Bildniss des Künstlers in C. v. Mander's Werk von 1618 mit der Lobschrift:
Vromius hic multum terris jactatus et alto etc. In der Aus- gabe von J. de Jongh 1764 kommt es Blatt L. L. Nr. 2 vor.
Ectypoma classis bis mille octingentarum navium, Duetoore I, Principe Manritio Nassovio in Flandriam expulsae 22. Junii 1658. Vroom inv. Cornelis Claeszoon exc. Sehr breiter Fries in zwei Blättern. N.
Die bewegte See mit felsigem Ufer und einem Kriegsschiff, vorn ein Wallfisch. Henr. Vroom inv. Meynert Janssen sc. Ge- druckt t'Amsterdam by Kornelis Janssen Anno 1612, qu. fol.
Dieselbe Darstellung in früherem Drucke: Cornelius Nicolai exc.
Eine Marine, mit der Unterschrift: Quisquis pontificas trabi- bus undas etc. Cornelius Nicolai exc., kl. qu. fol.
Eine Marine mit Phaetons Fall auf dem Sonnenwagen, kl. qu. fol.
Eine Marine mit zwei Schiffen, die sich mit einem Canonen- schuss begrüssen, kl. qu. fol.
Ein Seestück mit einem grossen Schiff, auf welchem Matro- sen auf Strickleitern klettern, kl. qu. fol.
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