Voogd, Hendrik, Landschaftsmaler , geboren zu Amsterdam 1766 oder 1767, hatte schon in früher Jugend Neigung zur Kunst, und daher durfte er die Zeichen-Akademie besuchen. Die Fortschritte, welche der Knabe machte, bewogen den Maler J. Andriessen, ihn in Unterricht zu nehmen, und bald war Voogd der Lieblingsschü- ler desselben. Seine Vorliebe ging auf die Darstellung großartiger Naturerscheinungen, ohne dasjenige auszuschliessen, was die Natur Schönes bietet. Um reichere Umgebungen zu finden, reiste daher Voogd 1788 nach Italien. Das erste Bild, welches er in Rom ausführte, war eine Landschaft mit einem prachtvollen Ro- senstrauche, welchen er in der Gegend von Civita Castellana vor- fand. Im Jahre 1780 schickte er dieses Gemälde der Staatsschapy der Wetenschappen in Harlem ein, und diese verlieh ihm dafür die Pension, welche D. du Pree bis dahin genossen hatte. Von dieser Zeit an lag der Künstler unermüdet seiner Ausbildung ob, und nach wenigen Jahren nannte man ihn in Italien den hollän- dischen Claude Lorrain. Er blieb fortan in Rom , und malte eine grosse Anzahl von Bildern, welche zahlreiche Verehrer fanden. Die Umgebung von Rom, das romantische Tivoli u. s. w. war eine reiche Fundgrube für seine Kunst, Sonnen-Auf- und Untergang stellte er meisterhaft dar, und mit der landschaftlichen Scenerie stimmt auch die verständig gewählte Staffage . Diese ist nach der Weise früherer Zeit zuweilen dem heroischen Zeitalter entnommen, noch schöner sind aber seine Thiere gemalt, welche er meisterhaft nach dem Leben zeichnete. Ein Hauptwerk dieser Art ist die grosse Landschaft mit Büffeln im Pavillon bei Harlem. In vielen seiner Gemälde ist die Thierstaffage gerade die Hauptsache, wobei er die landschaftlichen Partien mit keckem und geistreichem Pinsel hin- malte. Ein sehr schönes Gemälde mit Figuren und Vieh, wozu er den Stoff in der Campagna fand, kam in den Besitz des General- Consul von Krause. Man rühmte es als ein Werk von übertra- schender Wahrheit der Darstellung. Doch muss man diesen Künst- ler nicht nach dem Massstabe der modernen Landschaftsmalerei beurtheilen. Er hatte die Fussstapfen der guten älteren holländi- schen Meister betreten, und fühlte sich in Rom nur von den Werken des Claude Lorrain und Poussin angezogen. Er hatte einige derselben gezeichnet, und in Oel copirt, wodurch seine holländische Manier eine glückliche Wendung bekam. J. Vol- lato hat nach seinen Zeichnungen die bekannten Blätter nach Claude Lorrain gestochen, und sie gehören schon desswegen zu den besten Arbeiten desselben, weil Voogd seine Zeichnungen
mit Gefühl hind Treue gab, während andere Zeichner, nach welchen Volpato arbeitete, willkürlich verfuhren. Voogd hat auch noch viele andere Zeichnungen hinterlassen, welche in ihrer Art vortrefflich sind. Er führte sie gewöhnlich mit schwarzer Kreide aus, und wenn er sich der Feder bediente, vollendete er in Bistre oder Tusch. Auch Aquarellen finden sich von ihm, in Galerien aber sind seine Werke in Deutschland selten. Gmelin stach nach seiner Zeichnung die Ansicht der Tiber für A. Caro's Pracht- ausgabe der Uebersetzung der Aeneis von Virgil.
Voogd stand von 1805 an mit Reinhard an der Spitze der Lei schafter in Rom, wo ihn aber das Vaterland nicht vergessen hat. Er war Correspondent der vierten Classe des k. niederländischen Instituts, Mitglied der Akademie zu Amsterdam, und Ritter des belgischen Löwenordens. Im Jahre 1830 starb er in Rom,
Eigenhändige Radirungen,
Das Werk dieses Meisters besteht in 6 schön radirten Blättern mit heroischen Landschaften und Studien nach der Natur, alle sind mit Figuren staffirt, und mit dem Namen bezeichnet: H. Voogd, 1797, 1798, 1799, 1800, 1801, kl. 4., kl. fol. und fol. Weigel werthet sie — a.
Grossartige Landschaft im Charakter Poussin's, rechts unter Bäumen tanzende Hirten. H. Voogd pinx. et fecit. 1799. kl. fol.
Grossartige Gebirgslandschaft, vorn rechts ein schlafender Hirt bei einigen Ziegen, H. Voogd fecit. qu. fol.
Italienische Gebirgslandschaft mit kleiner Brücke. H. Voogd fecit. Roma 1797, qu. 8.
Landschaft mit einer antiken Brücke oder Wasserleitung, hinter welcher sich ein grosser Baum erhebt, links unten H. Voogd fecit. Romae 1800. kl. 4.
Baumgruppen auf Felsen links. H. Voogd fecit. Rom.
Landschaft mit Bäumen und Figuren. H. Voogd fecit. 1801.
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