Von den Nr. 1, 3

Von den Nr. 1, 3, 4, 5, 6, 8 gibt es gegenseitige Copien. Auf dem ersten Blatte steht rechts unten: P. V. Sommer. Auch Ch. Weigel hat diese Blätter von der Gegenseite copirt.

  1. Der Kuhhirt und der Stier, letzterer im Profil nach rechts. Der Hirt steht daneben mit einem kleinen Horn in der Lin- ken, und lehnt sich mit dem rechten Arm auf das Thier. Im landschaftlichen Grunde sind Kühe auf der Weide. Links oben: A. V. V. f. 1065. nach rechts: Just. Danckerts exc.

  2. Die auf dem Rasen liegende Kuh, von vorne gesehen. Im Grunde rechts sieht man eine Kuh im Profil nach links, und zwei Schafe. Hinter dieser Gruppe sind einige Bäume auf dem Hügel, rechts vorn ist eine großblättrige Pflanze, und links steht am Steine: Adrien van de Velde f.,

Die drei Stiere. Gegen links steht der eine im Profil nach links sehend, weiterhin liegt ein Stier vom Rücken betrach- tet, und rechts in einiger Entfernung ist der dritte. Zu seinen vorderen Füssen sieht man ein Schaf, und in der Ferne sind mehrere Kühe und Ochsen auf der Weide. Links

unten: A. V. Velde f.

  1. Die zwei Kühe und das Schaf. Die eine Milchkuh erscheint hier im Profil nach rechts, und die andere ruht links in der Ferne auf dem Rasen, der Leib etwas nach links ge- richtet, der Kopf en face. Daneben liegt das Schaf. Rechts nach unten: A. V. V. f.

  2. Die drei Kühe. Die eine geht nach rechts im Grunde, der Leib im Profil und der Kopf in 3/4 Ansicht. Die beiden an- deren Kühe sind im Grunde rechts am Fusse eines Baumes, jede im Profil nach links. Links oben: A. V. V. f.

  3. Der Ochs im Wasser, in 3/4 Ansicht nach vorn, und gegen links gehend. Links im Grunde steht ein Ochs und ein

11 — 16) Verschiedene Thiere, Folge von 6 Blättern, welche unter dem Namen der Meisterstücke v. d. Velde's bekannt sind. Sie sind sehr selten, und fast nicht zu finden ist Nr. 16. Die Platten der ersten fünf Blätter existiren noch, wahrscheinlich in England. Früher besass sie Pieri - Benard, der Verfasser des Catalogues des Cabinet Paignon - Dijonval 1810, etc. Die neuen Abbildungen sind gut, aber in den Schat- tenpartien zu schwarz, selbst jene auf chinesisches Papier, und auf starkes farbiges Papier.

In dem zu Hildburghausen erschienenen Universalkunst- buch sind schöne Copien von allen sechs Blättern. Das sechste (Nr. 16) ist auch von Benj. P. Gibbon copirt, für M. J. Sheepshank's Catalog, welcher aber nicht im Drucke erschien.

Die ersten fünf Blätter werthet Weigel auf 21 Thl.

  1. Die grasende Kuh und die zwei Schafe am Baume, die erste weidend im Profil nach rechts, eines der Schafe stehend. Dieses Meisterwerk der Radirkunst ist im ganz alten Drucke vielleicht eben so selten, als Nr. 16. Ein solcher war in der Sammlung des Baron von Rumohr. Da ist oben am Baume das Laubwerk rechts weniger aufgeätzt und in größerer Klarheit. Wir finden ausserdem keinen Druck dieser Art erwähnt.

  2. Der scheckige Stier auf der Weide, in * Ansicht nach links. Rechts neben ihm ruhen zwei Schafe, und ein drittes wen- det links stehend den Rücken. Links unten: A, V, V, * Bei Weigel in gutem Drucke auf Tonpapier 3 Thl.

  3. Die beiden Kühe unter dem Baume, die eine stehend im Profil nach links, die andere en face hinter ihr liegend. Der Grasplatz, wo die Thiere sich befinden, bildet das Ufer ei- nes Flusses, welchen man theilweise rechts sieht. Links un- ten: A, V, V.F. H. 4 Z. 7 L., Br. 5 Z., 9 L.

  4. Das säugende Lamm. Das Schaf ist fast vom Rücken zu sehen, etwas nach links gerichtet, wie es den Kopf nach dem Lamm vordreht; Im Grunde links ruht ein anderes

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XX. 3

Bei Aretin 11 Gulden. Bei Weigel ein Abdruck auf Ton- papier 3 Thl.

  1. Die zwei Schafe, Das eine liegt rechts vom Rücken gese- hen, und richtet den Kopf nach dem zweiten, welches sich ruht, mit dem Körper in 3 Ansicht. Im Grunde links steht ein Strauch. Links unten: A. V. V. F. 1670, rechts der Buch- stabe A. leicht geritzt. H. 2 Z. 6 L., Br. 3 Z. 6 L.

Bei Aretin 41 Gulden. Bei Weigel ein Abdruck auf Ton- papier 5 Thl.

  1. Die Ziege, im Profil nach rechts vor einer grossblättrigen Pflanze ruhend, welche links sich erhebt. Rechts gegen den Grund zu steht ein Lamm, welches sich in den Rücken beisst. Links unten: A. V. V. Dieses Blatt ist das seltenste der im Ganzen sehr seltenen Folge. H. 2 Z. 6 L., Br. 3 Z. 7 L.

  2. Der Hirt und die Hirtin mit der Heerde, Der erstere schläft links vorn auf dem Boden, und in einiger Entfernung sitzt die Hirtin auf dem umgestürzten Korb, wie sie den Hund füttert. Hinter ihr erhebt sich ein dürre Baum. Gegen rechts sieht man die aus einer Kuh, drei Schafen und zwei Ziegen bestehende Heerde. Links oben: Adriaen Van de Velde fec. 1653. H. 7 Z. 5 L., Br. 9 Z. 11 L.

Von diesem sehr seltenen Blatte gibt R. Weigel folgende Abdrücke an:

I. In einem leichten Silberton, rechts ein leerer runder Fleck, wo das Scheidewasser nicht angegriffen hat. Bei Weigel im ersten Druck mit der weissen Stelle und vor Houwens Adresse 20 Thl.;

II. Die genannte leere Stelle mit Strichen bedeckt, und auch an anderen Partien übergangen.

III. Im Rande links unten: A van de Velde Pinx., rechts: Excudit Fridericus de Wit. (Frenzel beschreibt im Sternbergischen Cataloge III. Nr. 3844 einen Abdruck, wo der oben- genannte leere Fleck rechts an den Kräutern beim hinteren Fusse der Kuh noch zu sehen ist.) Mit zugelegter Stelle bei Weigel 2 Thl. 8 gr.

IV. Die Adresse von F. de Wit ausgekratzt, und statt dieser in der Mitte nach links: Isaac Houwens Excudit. Rechts die Nr. 3. Diese Abdrücke kommen öfter vor, sie sind aber trocken und kalt. (Auf Auktionen 6 — 7 Gulden.)

Die Platte existirt noch. Die modernen Abdrücke haben rechts im Rande die Nr. 3 nicht, und auch keine andere Schrift.

Die etwas kleinere Copie dieses Blattes kann nicht täu- schen. Sie ist wahrscheinlich von Schweyer in Frankfurt. Der Name und die Jahrzahl links oben am Himmel ist viel besser nachgeahmt, als das Übrige, worin der Geist und die Feinheit eines Van de Velde nicht zu erkennen sind. Im Rande steht kein Name.

  1. Das Thor des Marktflecks. Diesseits desselben geht ein Bauer neben seinem beladenen Esel her, und das Weib rei- tet auf einem solchen. Hintendrein kommt ein Knabe. Links des Blattes sitzen vier Bauern am Tische vor der Schenke,

und scheinen die Ankommenden zu grüssen. Links oben: A. V. Velde f. 1653. H. u. Br. 4 Z. 6 L.

  1. Die Ruhe der Jäger, das Gegenstück zu obigem Blatte, und von gleicher Grösse, Links neben der Colonnade mit dem verfallenen Architrav ist ein Jäger zu Pferd, welchem der neben einer Säule stehende Wirth etwas reicht. Ein neben seinem Pferde stehender Jäger mit der Flinte auf der Achsel trinkt, und der Junge hat vier Hunde an der Leine. Im Hohlwege gegen den Grund zu sind andere Figuren. Links oben: A. V. Velde f. 1653. H. und Br. 4 Z. 6 — 7 L.

  2. Der Bauer und die Bäuerin, Links lehnt sich der Bauer auf den Stock, nach dem Weibe gerichtet, welches mit dem Korbe am linken Arm vorbeigeht. Sie ist von einem Hunde begleitet. Im Grunde links steht neben einem grossen dür- ren Baum eine Hütte, und in der Mitte, in der Richtung der beiden Figuren, sieht man zwei Schafe. Dieses Blatt ist ohne Namen und Datum, und äussert selten. H. 4 Z. 7 L., Br. 4 Z. 5 L.

Bartsch hat es sehr genau copirt, in den gewöhnlichen Abdrücken steht aber rechts oben dessen Name. Sehr selten findet man Abdrücke auf altes Papier, welche für Original

angenommen werden könnten, da der Name des Copisten fehlt. Sie Copie ist nur etwas über 4 Z. 6 L. hoch,

  1. Der Bauer zu Pferd im Mantel mit grossem Hute, gefolgt von einem anderen Bauer, der zu Fuss seinen Stock auf der Achsel trägt. In einiger Entfernung hinter ihm sieht man einen Eseltreiber, einen Ochsen mit Zaum, und einen Mann mit dem Stocke in beiden Händen. Im Grunde rechts treibt der Hirt die Heerde vor der unter Bäumen stehenden Hütte vorbei. Rechts oben: A. V. Velde f. 1653. Diess ist das seltenste von allen Blättern dieses Meisters. H. 6 Z. 4 L., Br. 7 Z. 4 L.

Bartsch hat es genau copirt, und rechts oben seinen Na- men auf die Platte gesetzt. Sehr selten sind die Abdrücke auf altes Papier ohne Namen des Copisten. Diese können für Original genommen werden, Bartsch sagt in der Note zum Peintre-graveur, dass man diese Copie leicht kenne, weil der Name darauf stehe, bemerkt aber nicht, dass Ab- drücke ohne diesen vorkommen. In der Sammlung des Gra- fen Sternberg - Manderscheid waren von diesem und dem obigen Blatte solche Abdrücke. In der Höhe ist diese Co- pie um 4 L. kleiner.

  1. Die Landschaft mit Bauern und Reisenden, Rechts in der Landschaft stehen zwei Bauern, und weiter hin sieht man ein Wirthshaus und eine Hütte, wo die Reisenden ihre Wä- gen haben. Links am Wasser steht eine Hütte auf Pfählen, und am Horizont zeigt sich der Thurm der Dorfkirche. Links oben am Himmel fliegen Vögel, und rechts, fast über dem Wirthshaus steht: A. V. Velde f. H. 1 Z. 10 L., Br. 2 Z. 3 L. Dieses Blatt ist wenig vollendet. Man kennt nur zwei Exemplare. Das eine ist in der Sammlung des Königs von Holland, das andere war im Rigal'schen Cabinet, und kam aus Sheepshanks Sammlung ins brittische Museum. In der Rigal'schen Auktion ging es um 405 Fr. weg. Benj. Gibbon hat eine Copie geliefert. Sie war für den Catalog von M. J. Sheepshanks bestimmt, der aber nicht im Druck erschien.

; 24) Die zwei Jäger und der Reiter. Letzterer macht den neben ihm stehenden Jäger mit der Linken auf ein Rendez - vous aufmerksam. Hinter ihm erhebt sich ein grosser Baum, und gegenüber sitzt der zweite Jäger mit fünf Hunden, Links oben am Himmel: A. V. Velde f. 1653 (verkehrt). H. 2 Z. 4 L., Br. 3 Z. 2 L. ; Man findet von den genannten drei Blättern nur zwei bis drei Exemplare, die aus den Sammlungen Ploos van Am- stel, Leyden van Vlaardingen, Rigal, Josi und Fries (Wien), in die k. Museen zu Amsterdam und London, und in jenes des Erzherzogs Carl zu Wien übergingen. Das Exemplar des brittischen Cabinets von Nr. 24 stammt aus Sheepshanks Sammlung; M. Benj. Gibbon hat es copiert, für den Catalog des M. Sheepshanks, welcher aber nicht erschien. In Wal- ker's Painters Etchings kommt eine weniger genaue Copie vor. Das Exemplar des Cabinet Rigal wurde mit 050 Fr. bezahlt. Auch jenes mit der Spinnerin kam so hoch zu stehen.,

  1. Die legendäre Kuh. Sie liegt in Mitte des Blattes im Profil,

; aber mit dem Kopfe von vorn. Im Grunde der ebenen Land-

schaft sieht man rechts ebenfalls eine liegende Kuh, dann

ein stehendes Pferd mit einem Jungen, Gegen rechts vorn

sind die Buchstaben ED, verschlungen, anscheinend mit Typen aufgedruckt. H. 4 Z. 3 L., Br. 5 Z. 5 L.

Man kennt nur Ein Exemplar, welches aus den Samm- lungen des M. Durand und des Grafen Fries in das Cabinet _ des Erzherzogs Carl von Oesterreich überging.

  1. Ein liegendes Schaf, bezeichnet: A. v. V. (?), qu. 12.

Ein solches Blatt war in der Sammlung des M. Sheep- shanks zu London, und ist jetzt wahrscheinlich im britti- schen Museum. B. P. Gibbon hat es trefflich copiert.

R. Weigel möchte diese Radirung eher dem J. van der Meer de Jonge zu schreiben.

Als ein unbekanntes und von Bartsch nicht beschriebenes Blatt gibt man auch folgendes:

Landschaft mit einem Weibe, welches den Korb auf dem Kopfe trägt, und einem ruhenden Manne, wie er mit ei- nem anderen, vor dem Weibe gehenden Manne spricht, Links im Grunde sieht man einen Marktflecken, und unten zeigt sich ein Monogramm, welches mit jenem des A. van de Velde Aehnlichkeit hat, aber F. v. F. gelesen werden muss. Rechts steht 3651. Dieses Blatt gehört zu einer Folge von Landschaften von F. P. de Ferg (Capricci etc.) H. 32 Z.

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