VOMBE, Esaias van de

VOMBE, Esaias van de, Maler und Kupferstecher , wurde nach der gewöhnlichen Annahme um in Leyden geboren; allein er war vermutlich der Sohn des berühmten Schreibmeisters Jan van de Velde in Harlem, und musste früher das Licht der Welt er- blickt haben, da er schon 1614 ein Künstler von Ruf war. Als seinen Meister nennt man den Peter Dényn, welcher aber eher der Schüler unseres E. v. de Velde war, da er jünger ist. Es müsste denn seyn, dass ein älterer Künstler dieses Namens gelebt hat. Esaias van de Velde arbeitete lange Zeit in Harlem, später aber in Leyden, wo er noch 1630 tätig war, und 1648 gestorben seyn soll. Dieser Künstler malte Landschaften mit Ruinen, Hirten-scé- nen, Scharmützel und Schlachten, welche mit eben so viel Feuer als Verstand behandelt sind. Auch anderen Künstlern malte er Staffagen. Im Museum zu Amsterdam ist eine allegorische Dar-; stellung auf den Prinzen Moriz von Oranien. In der Galerie zu » Wien sieht man ein Reitergefecht von ihm. In der Galerie Or- leans waren zwei kleine Marinen von seiner Hand, welche die Schlacht von Lepanto vorstellen, und mit 41022 datirt sind. Ein Bild aus der Galerie in Salzdahlum ist durch die Radirung von J. v. d. Velde bekannt, die Landschaft mit Räubern, welche den Reisewagen anfallen. Dann findet man auch schöne Zeichnungen von ihm. Sie sind mit der Feder umrissen, und mit Tusch und Bister überarbeitet, auch mit Kreide ausgeführt und getuscht, oder in Farben laziert. Diese Blätter sind geistreich behandelt, theils sorgfältig vollendet. Auch Skizzen in Öltarben kommen vor. Auf einigen seiner Werke stehen die Buchstaben E, V. Das E gleicht zuweilen aber eher einem F. Wohl deswegen wird im Cata- loge der Sammlung des Baron Verstolk van Soelen (1847) ein Franc van de Velde genannt. Bei der Auktion wurde eine Zeich- nung mit 50 Gulden bezahlt. Wenn sie wirklich von einem Franz v. d. Velde herrührt, ist uns dieser unbekannt.

Die radirten und gestochenen Blätter nach und vor diesem Meister tragen einen eigenen, noch den älteren Landschaftlern ver-

Eine junge Frau zwischen zwei Männern bei Wein und Con- fituren, links Aussicht nach dem Garten. Passons les temps mes chères etc., E, v. d. V., inv., 1614. S. Poelenburch fec. Schönes und seltenes Blatt, kl. qu. fol.

Die 12 Monate, reiche Landschaften mit Figuren, gest. von W. Hollar, qu. 8.

Eine Folge von Ansichten mit Figuren, zart radirt, ohne Na- men, schmal kl. qu. fol.

Eine Folge von 12 kleinen holländischen Landschaften bei Sommer- und Winterzeit, Esaias van der Velde inv. J. C. Vis- scher exc., qu. 8.

Eigenhändige Radirungen;

Dieser Meister hat mehrere Blätter radirt und gestochen, die größtentheils selten vorkommen. Ein genaues Verzeichniß findet sich nicht vor, da Bartsch nur den Adrian v. d. Velde in seinen Peintre-graveur aufnahm.

  1. Scene aus dem niederländischen Befreiungskrieg. Rechts bei der Kirche werden gelandete Truppen in wilde Flucht ge- schlagen. Geistreich in J. v. d. Velde's Manier. radirt,

5 Z. 5 L., Br. 16 Z. 6 L.

  1. Der Wallfisch, welcher am 28. Dec. 1614 am Strande zu Noortwyck gefunden wurde, Esaijas vanden Velde inventor, J. C. Visscher excud. H. 6 Z., Br. 11 Z. 4 L. Die Zeich- nung besass Baron von Rumohr.

  2. Die Bauernfamilie. Gruppe von fünf Figuren um ein Fass bei Brod und Hering vor der Thüre der Hütte, im Grunde links die Kirche, Laet de Boeren hört Kermis houwen, Esaijas Vanden Velde invent. J. C. Visscher exc. Dieses radirte Blatt könnte auch von J. van de Velde seyn. H. 6 Z. 4 L., Br. 8 Z. 6 L.

  3. Baumreiche Landschaft, im Vorgrunde rechts ein alter Baum- stamm am Wasser, links an der Strasse ein Schäfer mit der Heerde, Esaias van der Velde fecit. J. P. Beerendrecht exc, Harlemens. Vorzügliches und zartes Blatt, 4.

  4. Ansicht des durch den Eisgang und die Fluth der Zuydersee den 10. Jänner 1624 bei Utrecht durchbrochenen Dammes und Teiches, Esaias van der Velde fecit. Nic. Visscher excud. Unten die Beschreibung in holländischer Sprache, Sehr sel- tenes Hauptblatt, gr. qu. fol.

I. Ohne Verse, der Name v. d. Velde's im Rande links, und der der Adresse von Broer Jansen.

II. Wie oben;

  1. Dorfansicht, rechts eine Kirche, Auf dem Wasser: E. Van der Velde 1614. C. J. Visscher exc., H. 4 Z. 11 L., Br. z .

  2. Landschaft mit einem Flusse und einer Brücke, im Vorgrunde ein runder Thurm, und Hirt und Hirtin bei den Kühen, kl. qu. 4o

  3. Landschaft mit Ruinen und Bauernhäusern. E. V. V., kl. qu. 4

  4. Landschaft mit Ruinen, rechts vorn zwei Jäger mit Hunden, kl. qu. 4.

  5. Landschaft mit Hütten und Schäfereien, kl. qu. 4.

  6. Landschaft, links auf dem Wege Reisende und eine Schaf- heerde. E. v. Velde fec. 4.

  7. Eine Folge von 13 nummerirten Blättern mit Landschaften. Es. van der Velde fec. J. P. Beerendrecht exc., 12.

  8. Eine Folge von 12 holländischen Ansichten mit Figuren. E. v. Velde fecit. J. P. Beerendrecht excudit, fl. 8. 4.

  9. Eine nummerirte Folge von 10 holländischen Dorfansichten mit Fig. XL Landschaften nach t'leven geteeckent. Mit dem Namen des Stechers und der Adresse von L. Schenk; schmal qu. 8. .

  10. Die vier Jahreszeiten. Landschaften mit Figuren, jede mit vier lat. Versen im Rande. G. Valck exc., qu. fol. ;

  11. Die Ansicht von Rom. C., J. Visscher exc. 1617, gr. qu. fol.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QbZVVTX7ctMC/