VOLIZ, Johann Friedrich, Maler und Radierer , wurde 1817 in Nördlingen geboren, und von seinem Vater Joh. Michael unterrichtet, bis er 1833 nach München sich begab, um auf der Akademie seine Studien fortzusetzen. Er zeichnete da im Winter 18–25 nach dem Modell, im Sommer aber trieb es ihn hinaus in die freie Natur, da er schon als Knabe zur Landschafts- und Thiermalerei Neigung gezeigt hatte, wozu ihn auch der berühmte Adam ermunterte. Voltz erfreute sich der Anweisung dieses Meisters, so dass er in seinem Fache bald zu einem glücklichen Resultat gelangte. Studienreisen im bayerischen Hochgebirge und in Italien erweckten in ihm eine besondere Vorliebe für Darstellungen aus dem Alpenleben, und die frische Auffassung dieser Natur hat ihm meistens gefehlt. Im Jahre 1843 machte er in Gesellschaft Hermann's eine Reise nach Südtirol und Ober-Italien, und 1845 suchte er Belgien und Holland , um die Werke der berühmtesten Meister seines Faches kennen zu lernen. Voltz war aber schon selbst ein Meister vorzüglichen Ranges, und daher fand er in den Niederlanden die freundlichste Aufnahme. Er stellt Pferde und Schafe mit ausgezeichneter Wahrheit dar, und bestrebt sich dann auch die besondere Gabe, seine Bilder zu idyllischen Szenen zu gestalten. Er geht gerne auf die Hochalpen, um das gesellige Leben der Sennern mit ihren Heerden zu schildern. In die den Niederungen entnommenen Landschaften sind mit ihren Ren und Thieren geziert, welche mit der Scenerie wie immer das frischeste Leben athmen. Besonders ausgezeichnet sind auch Darstellungen des Stalllebens, wo in geschlossenen Räumen die Thiere den Hauptgegenstand bilden. Mehrere Pferdestücke als Portraits zu betrachten, sei es nun, dass die Pferde auf Weide, im Gestütt oder im Stall erscheinen. Dann findet man auch kleinere Gemälde mit Bären, Kamelen, Affen, Ziegen etc., so dass Voltz überhaupt einen grossen Kreis der thierischen Welt umfasst. Eines von seinen grösseren und schönsten Werken besitzt der König von Würtemberg. Es stellt eine Viehherde unter den Eichen beim Gewitter dar. Der Sonntagsmorgen auf der Alm ist ebenfalls ein meisterhaftes grösseres Bild, fand in der Galerie Stuttgart eine Stelle. Auch die Fürstin von Salm besitzt ein grosses Bild, welches den Sonntagsvergnügungen auf der Alm gewidmet ist und ausgezeichnet schönes Vieh darstellt. H. v. Arthaber in Wien erwarb ein grosses Bild mit weidendem Vieh bei glühender Beleuchtung. Die heimkehrende Herde beim Gewitter, und Gemälde mit Kühen und Ziegen unter Tannen auf der Alm, grössere Werke, kamen nach Prag. Der Kunstverein in München erwarb ein ziemlich grosses und treffliches Bild, welches eine Herde am Mittag an der Benediktenwand zeigt. Sein Abzug von der Alm, der Abend mit grossen Weiden und Vieh, die Heuerszene
die Kartoffelerndte und mehrere andere treffliche Bilder könnten
hier noch erwähnt werden, wenn der Raum es gestattete. Es sind
schon seine größeren Werke ziemlich zahlreich, und dazu kom-
men noch viele kleinere Bilder mit Figuren und Thieren, Eigenhändige Radirungen.
Wir verdanken diesem Künstler eine Anzahl von Radirungen, welche zu den schönsten Erzeugnissen dieser Art gehören. Sechs Blätter erschienen 1845 in einem Hefte in Commission von E. Rol- ler zu München, die anderen Radirungen machen Bestandtheile der Hefte des Münchner Radir-Vereins aus,
4—9) Radirungen von Fried. Voltz, Heft von 6 Blättern, München 1845. Auf drei Blättern sind je zwei Platten ab-
gedruckt.
- Der sich am Zaune reibende grosse Stier. Links hin Vieh auf der Weide. F. Voltz fec. 1843, kl. qu. fol.
— 2) Eine liegende und eine stehende Kuh, erstere links vom Rücken gesehen. Gegen die rechte Ecke zu der Buchstabe V., welcher in frühen Abdrücken fehlt, kl. qu. 4,
Landschaft mit zwei Kühen unter Bäumen. Die eine en face, die andere im Profil nach rechts, wo man fünf Schafe sieht. Rechts unten: F. Voltz 1843, kl. hoch fol.
Liegende Kuh mit der Glocke im Wiederkauen, der Kopf en face, etwas nach rechts. Rechts im Gras V., qu. 12.
Liegende Kuh am Zaune, im Profil nach rechts. In der Mitte unten: Verlag von E. Roller in München, links; F. Voltz, qu. 12.
Das Saumpferd mit zwei Kübeln über dem Sattel, im Profil nach rechts, wo man nach unten die Buchstaben F. V. sieht, 12.
Der gesattelte Esel nach links. Nach unten rechts: F. Voltz, Etwas grösser als das obige Blatt.
Der Bock und die Ziege, die letztere rechts stehend, der Bock links zu ihren Füssen liegend. Links unten: F. Voltz., in der Mitte: Verlag von E. Roller in München, kl. 4,
Die drei liegenden Ziegen, die eine im Profil nach rechts, jene links vom Rücken gesehen. Rechts unten: F. Voltz 43.,
Die Ziegen auf der Alp. Drei liegen am Felsenabhange, eine viertelliegt auf dem Hügel, und daneben steht der Bock von vorn gesehen mit erhobenem Kopf. Rechts unten im
Rande: Friedr. Voltz 1843., hoch 4. Im ersten Heft des Münchner Radirvereins,
Der am Baume sich reibende Stier. Der grosse Baum er- hebt sich rechts, breitet aber einige Aeste nach links aus, da er vom Rande abgeschnitten ist. Rechts unten im Rande: Voltz 11, 4. Im zweiten Hefte des Radir-Vereins,
Die Kühe im Stalle. Die eine liegt, die andere beleckt ste- hend das Kalb. Auf dem Boden fressen Kaninchen, Links unten im Rande: Fr. Voltz 1846, 4. Im vierten Hefte des Radir-Vereins,
Die Gruppe von Kühen auf der Alp. F. Voltz, qu. 4.
Eine Folge von 12 Blättern mit Handwerken u. dgl., nach Zeichnungen seines Vaters, und unter dessen Augen radir-
titz, Ludwig (justav), Maler, geb. zu Augsburg 1825, der Bru- der des obigen Künstlers, genoss als Knabe den Unterricht sei-
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