Voit, Johann Michael

Voit, Johann Michael, Architekt , geb. zu Ansbach den 13. Dec. 1771, verschaffte sich eine allgemeine Bildung auf dem Gymnasium dieselbst, welches damals einen guten Ruf hatte, und noch die so- genannten Humaniora in sich begriff. Er war ein braver Schüler, und zeigte viel Talent zur Poesie . Rücksichtlich seiner Leistun- gen in dieser Beziehung wurde er vom Dichter Utz belobt, und zur Pflege dieses Talentes ermuntert. So lange er auch lebte, liebte er diese Kunst, die ihm die edelsten Freuden gewährte,

Als Bautechniker machte er seine ersten Studien bei seinem Vater, einem angesehenen Maurer-Meister zu Ansbach, der meh- rere Privatbauten in dem damals noch herrschenden Rokokostyle auf- führte. In Berlin lernte der junge Techniker edlere Formen ken- nen, bildete seinen Geschmack aus, und verschaffte sich eine grosse Fertigkeit in der Darstellung architektonischer Gegenstände. Diese Fertigkeit, so wie seine sonstigen gründlichen Kenntnisse empfah- len den jungen Mann, nachdem er in seine Vaterstadt zurückge- kehrt war, besonders, und er wurde in seinem 24. Jahre schon als Baukondukteur in Wassertrüdingen angestellt.

Als die ehemalige Markgrafschaft Ansbach und Bayreuth an Bayern überkam, wurde er als Bauinspektor in Ulm angestellt, und später nach Eichstädt und Augsburg versetzt. In diesen Stel- lungen, und an allen diesen Orten erwarb er sich das Vertrauen des Publikums, und führte mehrere Privatbauten aus. In seinem Dienstberufe baute er mehrere kleine Kirchen, Schul- und Pfarr- häuser, die alle eine edle Einfachheit und reine Formen an sich tragen. Insbesondere aber war er ein sehr thätiger bautechnischer Schriftsteller, wovon seine zahlreichen Werke Zeugniss gaben. Als thätiger Greis, der noch in seinen letzten Lebensstunden dich- tete, starb er den 30. Oktober 1846 zu Augsburg.

Sein Sohn August behauptet jetzt die erste Stelle bei der ober- sten Baubehörde in München.

Im Jahre 1841 wurde Voigt Professor der k. Akademie der Künste in München, da F. v. Gärtner einem höheren Rufte folgte. Bei Liebeszeiten des Letzteren war aber der Künstler Anfangs fast nur auf den Unterricht angewiesen, da Gärtner an der Spitze jener grossartigen Bauunternehmungen stand, welche König Ludwig

Im Jahre 1846 gab ihm der Kronprinz Maximilian den Auftrag, die Pläne zur Restauration des mittelalterlichen Schlosses in Hambach zu fertigen, welches unter dem Namen der Maxburg noch seiner Auferstehung entgegen sieht. In demselben Jahre richtete auch König Ludwig seine Aufmerksamkeit auf ihn, indem er ihm den Bau der neuen Pinakothek übertrug. Der König nahm den Plan mit grösstem Beifall auf, und am 12. Oktober 1846 wurde der Grundstein gelegt. Dieser Prachtbau ist in doppelter Hinsicht wich- tig, indem er als solcher eine der schönsten architektonischen Zierden Münchens; und durch den an der südlichen Fassade auf- gebrachten Bilderschmuck von Kaulbach ein großartiges Denkmal

es Königs Ludwig als des Beschützers der Künste ist. Die grö- ßten Meister unsers Jahrhunderts sind in zwölf Fuß hohen Por- traitfiguren handelnd eingeführt, und der Schutzherr selbst nimmt den mittleren Raum ein. In der Leipziger illustrirten Zeitung 1850 ist eine Abbildung und eine Beschreibung dieses Gebäudes, nach der Zeichnung von Seeberger. Die Publication seiner Werke wäre für die moderne Baukunst ein hoher Gewinn, da weilte Künstler wahre architektonische Schönheit und Zweckmässigkeit in dem Grade zu verbinden wissen, wie Voit.

A. Voit wurde 1847 an F. v. Gärtner's Stelle als Ober-Baurath ins k. Ministerium des Innern berufen, wo ihm als Vorstand der öbersten Baubehörde ein grosser Wirkungskreis angewiesen war.

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