Voerst oder Vorst, Robert van, Zeichner und Kupferstecher , geboren zu Arnhem 1600, machte seine Studien in Utrecht und begab sich 1626 nach London , wo er viele Blätter lieferle, und dann Hofkupferstecher wurde. Er arbeitete in der Wabe Gilles Sadeler, verlieh aber seinen Köpfen mehr Charakter, und deutete auf die Farbe vielleicht noch besser an. Walpole spricht auch von Malereien, welche er für Carl I. ausgeführt hatte. Sein letztes Blatt ist von 1635.
Die Blätter dieses Meisters sind schätzbar, und nicht häufig; Einige gehören in A. van Dyck's Portraitsammlung.
A 2) Carl I. von England und seine Gemahlin Anna Maria von Frankreich, nach A. van Dyck, Filius hic magni et Jacobi; haec filia magni Henrici etc., qu. fol.;
- Christian, Herzog zu Braunschweig , Verweser des Bisthums zu Halberstadt . Ant. van Dyck pinx.: Rob. van Voerst sc.: fol.
Im ersten Drucke vor aller Schrift, im zweiten mit der Schrift: Christiano D. G. Postulato Ep. Halberstad, etc.
Prinz Rupert von der Pfalz, nach P. Lely (?). In schwar- zer Manier, fol. 2]
Jakob Stewart, Herzog von Lenox, G. Geldorp pinx. R. v. Voerst sc., fol.;
Elisabeth, Königin von Böhmen . Aet. 35 Anno 1631. Lon- dini G. A. Hondhorst pinx. R. van Voerst sc., fol.;
Robertus Comes de Lindsey. M. Mirevelt pinx. R. v. Voerst sc., fol.;
Dr. Kenelmus Digby (Astronom ) Eques Auratus apud Caro- lum I. etc. A. van Dyck pinx. R. v. Voerst exc. c. priv. fol.; Die zweiten Abdrücke haben eine andere Adresse.
Celeberrimus vir Inigo Jones, Praef. Archit. M. B. Regis, A. v. Dyck pinx. R. van Voerst sc. M. van Enden exc. fol | Im frühen Drucke vor dem Namen des Stechers,
Ernestus Princ. et Com., Mansfeld etc. A. van Dyck pinx. — Robert v. Voerst sc., fol. Im ersten Drucke vor der Schrift.
Simon Vouet, Parisiens. Primus Gall. Regis pictor etc. A. v. Dyck pinx. R. v. Voerst sc. c. priv., fol. Im ersten Drucke ohne die Worte: Parisiensis pictor etc. Die späten haben die Adresse von M. van Enden.
Paul Soutius Chalcographus etc. A. v. Dyck pinx. R. van Vuurst sc. Schönes Schwarzkunstblatt, gr. fol.
Philippus Heribertus Comes de Pembroke et Monmouth. R. v. Dyck pinx. Robertus van Voerst sc., kl. fol.
M. Sylvius Otto. A. v. Dyck pinx. R. v. Voerst sc., kl. fol.
Verschiedene Thiere, nach R. Saveri und nach eigenen Zeich- nungen. Auf einigen Blättern steht: Angl. Regis sculpt. R. de Vorst incidit. Diese Blätter gehören in ein Zeichenbuch: »Lummen; picturae et delineationis« Amstelodami, Frid. de. Wit, fol.
In Frenzel's Catalog der Sammlung des Grafen Stern- berg werden 14 Blätter mit Thieren angegeben, welche auf der Rückseite ital., franz., deutschen und holländischen Text haben, was bei den obigen nicht der Fall ist, und fol.
Vöftel, Friedrich Wilhelm*) Glasmaler, geboren zu Dresden 1793, erwarb sich Anfangs durch Notenstechen und kleinere Ar- ... *) Dieser Künstler heisst eigentlich Viertel, nannte sich aber
- von 1829 an immer Vöftel. Sein Bruder August, geb. zu Leip- zig 1790, malte Anfangs auf Glas, und wurde dann Can- zellist. Ein Carl Viertel war um 1780 — 1812 in Copenha- gen thätig. Er malte Bildnisse. G. L. Lahde stach jenes des J. G. Marezoll.
in einer sächsischen Schützen-Compagnie nach Frankreich ging. Er kehrte aber nach dem Pariser Frieden wieder in die Heimat zurück, um an der Akademie zu Dresden seine unterbrochenen Studien fortzusetzen. Hier widmete er sich jetzt vorzugsweise den Landschaftsfache, half aber auch seinem Lehrer Mohn bei seinen Arbeiten in der Glasmalerei, welche jedoch damals nur auf Wappen, Transportschiffe u. dgl. beschränkt wurde. Im Jahre 1817 lud
ihn Gottlieb Mohn, der schon nach Wien ein, um ihm bei seinen Glasmalereien für die Fenster des k. Schlosses Laxenburg zu helfen. Diese Einladung war für Vörstel's Kunstrichtung entscheidend, denn er fand an der polytechnischen Schule Gelegenheit, sich jene chemischen Kenntnisse zu verschaffen, welche einen Künstler seines Faches den Schleier lüften konnten, hinter welchem noch so viele Geheimnisse verborgen waren. Zu den Erfolgen seiner Kunst gehören die Fenstergemälde auf dem Brand hofe, einem Landgute des Erzherzogs Johann von Oesterreich. Im Jahre 1821 kehrte er mit seinem Kunstgenossen Scheinert nicht Dresden zurück, wo er jetzt seine Versuche fortsetzte. Eines der früheren Gemälde, in welchem er auf weiße Glastafeln mit dem Pinsel in allen Farben malte, stellt die Himmelfahrt der Maria nach einem Stiche von Sadeler dar. In diesem Bilde legte er das Ergebnis seiner bisherigen Farbenbereitung dar. Er brachte ein neu entdecktes Orange im Gewande des Heilandes, so wie ein Blau im Gewande der Maria, und ein Violet in der Bekleidung des Gott Vaters an. Zunächst ist dann eine Gruppe auf einer einzelnen Glastafel zu nennen, welche die schöne Philippine Welser mit dem Erzherzog Ferdinand, und oben das Wappen von Tirol zeigt. Diese Gemälde erregten damals grosses Aufsehen, und man glaubte bereits die Geheimnisse der alten Meister wieder zu besitzen, wobei man aber erst nach Jahren gelangte. Im Jahre 1826 erhielt Vörstel mit Scheinert den Auftrag, in der Weinberg Villa des damaligen Kronprinzen von Sachsen ein Glasgemälde auszuführen, worin welchem die Resultate der Künstler in größerem Maßstabe Anwendung fanden. Vörstel stellte zwei Büstnisse österreichischer Fürsten, und Scheinert ähnliche Porträte aus dem sächsischen Hause dar. Von letzterem ist auch das Rund mit der Madonna. Vörstel malte die beiden Flussgötter der Donau und des Elbe.
Im Jahre 1828 erhielt er abermals einen Ruf nach Wien, um die Reihe der Glasgemälde in Laxenburg zu vollenden, da schon Mohn gestorben war. Von 1820 an übte er aber seine Kunst in München, wo Dr. Melchior Boisserge mehrere Bilder durch ihn ausführen ließ, besonders nach alten deutschen Gemälden seiner Sammlung. Alle diese Bilder sind auf einzelne Glastafeln ohne Bleiverbindung copirt, und liefern in ihrer Farbenpracht Beweise, wie glücklich die Forschungen des Künstlers waren. Darnach sind vier Fensterflügel mit acht Aposteln nach Meister Wilhelm von Köln, und mehrere einzelne Stücke, welche nur im Vergleich mit den herrlichen Malereien aus der k. Glasmalerei-Anstalt für den Dom in Regensburg und die neue Kirche in der Au in Frage. Nachtheil kämen. Vörstel war aber als Privatmann auf seine eigenen Kräfte angewiesen, und hat als solcher grosse Verdienste um die neuere Glasmalerei. Seine späteren Werke sind von vormals
zen, glücklich gelöst. Die Erfahrung in Bereitung der Schmelz- farben und des Flusses hatte ihm unabhängig von anderen eine eigene Bahn gebrochen, auf welcher aber der Künstler seine Ge- sundheit opferte. Er brachte desswegen den Winter von 1842 auf 1843 im südlichen Tirol zu, und im Herbst des letzteren Jahres wählte er des milderen Klima's wegen Stuttgart zum Aufenthalte, wo er den Auftrag erhielt, die grossen Fenster der Stiftskirche mit Gemälden zu zieren; allein Voet's Hoffnungen wurden 1844 durch den Tod vereitelt. In der Portraitsammlung des Hofmalers Vogel von Vogelstein zu Dresden ist sein Bildniss.
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