Vliet, Willem van; Maler

Vliet, Willem van; Maler, geb. zu Delft 1584, machte sich durch

der Art des Gerhard Dow, welche sehr anziehend sind. In der Gallerie des k. Museums in Berlin sieht man eine bei Lampen- licht nähende Frau, ein Bild, welches sich durch feinen Lichtef- fekt auszeichnet, mit dem Namen Hendrick van der Vliet 1656. In der späteren Zeit verlegte er sich unter Mierevelt's Leitung auf die Portraitmalerei, bot aber keinen Ersatz für die früheren Arbeiten. R. A. Persyn stach nach ihm das Bildniss des Gottesgelehrten Su- bert Purmerent, und J. Suyderhoef die Portraite der Utrechter L cientiaten Johannes Beenius und Joh. Schude. In dem Werke de Ploos van Amstel ist ein Blatt in Farben, welches das Inner- einer Kirche vorstellt, s.

historische Darstellungen und durch Bildnisse bekannt. Man fin- det aber wenig Bilder von ihm. Das Bildniss Plato's ist durch den Stich bekannt. Bezeichnet: Platon. W. van Vliet inv. 1610. Der Künstler starb 1642.

et, Jan Geerghs (JOOS) van, Maler und Radierer von Delft, ist nach seinen Lebensverhältnissen unbekannt. Man lässt ihn um 1610 geboren werden; es könnte aber ebenso wohl gesetzt werden, dass er zu Anfang des 17. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickt habe. Die Jahrzahlen auf seinen Blättern beweisen nur, dass Vliet um 1631 — 1635 tätig war. Man zählt ihn zu den Schülern Rembrandt's, weil er in der Weise dieses Künst- lers gearbeitet hat. Seine Figuren sind aber teilweise noch un- edel und schlechter gezeichnet, als jene von Rembrandt. Denen, welche behaupten, Vliet habe in einigen Stücken sogar den Meister übertroffen, und dass der Charakter und Geist in sei- nen Köpfen unnachahmlich sei, loben sicher etwas ins Blaue hin- weg. Seine schönsten Blätter sind gerade die Copien nach Rembrandt. Er ätzte stark vor, und arbeitete dann die Platten mit dem Stichel sehr fleißig aus, um ihnen jene malerische Wirkung zu verliehen, welche man bei Rembrandt und Livens bewundert. Er erreichte sie indessen nicht oft. In seinen Blättern stören die strengen und monotonen Schatten den hellabstechenden Lichtmassen gegenüber. Sie sind aber sehr gesucht und stehen in hohen Preisen, besonders in ersten Abdrücken. Bartsch, Oeuvre de Rembrandt I, 61 ff., beschreibt 92 Blätter von Vliet, und Chev., de Cloon

kommt in seinem neuen Werke über Rembrandt (Catalogue raisonné de toutes les estampes qui forment l'oeuvre de Rembrandt) Paris 1824, 28.) ebenfalls über ihn zu sprechen.

  1. Loth und seine Töchter. Er liegt im Rausche auf dem Brun- nen. Unten im Rande: W. van Ruijven inventor 1634. Vliet fecit. Eines der schönsten Blätter des Meisters.

Gr. 40 Ztr. 4 L., Br. 8 Ztr. 4 L. P.

  1. Vor den Diagonalen Linien und vor den Halbschatten über der linken Brust am Rocke des Loth.

II. Die mehr weißen Lichter des ersten Druckes sind gut verarbeitet, und im Grunde bemerkt man Diagonallinien,

  1. Isaak und Esau, ersterer im Momente, wie er erfährt, sei- nen Segen dem Jakob statt dem Esau gegeben zu haben. Unten nach rechts: J. Lievens (Livens) jnv. J. G. V. Vliet fecit. H. 17 Z. 6 L., Br. 14 Z. 4 L.,

I. Vor der Adresse von C. de Jonghe.

III. Mit derselben.

Einsiedel 34 Thl. Weigel 43 Thl. Auktion in München 1841 im ersten Druck 25 fl.

  1. Susanna von den beiden Alten überrascht. J. Lievens (Li- vens) jnv. J. G. v. Vliet fec. Eines der Hauptblätter, H. 20 Z. 4 L., Br. 16 Z.

I. Vor der Adresse, II. Mit der Adresse von Hieronymus Sweerts. III. Mit der Adresse von Dankerts, Frauenholz 7 und 12 fl. Sternberg 2,5 Thl. Einsiedel (II.) 13 Thl.

  1. Die Erweckung des Lazarus. Unten im kleinen Rande: J. G. van Vliet fecit. Eines der früheren Blätter des Meisters, unrichtig in der Zeichnung und ohne Geschmack, H. 14 L.

mit 3 L. Rand, Br. 11 Z.

5 — 10) Die Passion, Folge von 6 Blättern nach eigener Com- position. H. 8 Z., Br. 6 Z. 3 L.

  1. Das Abendmahl. Christus in Mitte des Tisches, wie er die linke Hand auf Johannes legt, und die andere ausstreckt,

  2. Die Gefangennehmung. In der Mitte unten: J. G. v. Vliet fecit.

  3. Christus dem Volke ausgestellt,

  4. Christus am Kreuze erhoben.

I. Rechts des Blattes ist der Grund weiss. II. Der Apo- stel zwischen der heil. Jungfrau und dem Kreuze fehlt, und der ganze Grund ist mit Strichen bedeckt,

  1. Christus ins Grab gelegt. An der Stufe der Treppe: J. G. (feststehend) fecit.

  2. Die Auferstehung. Am Rande des Grabes: J. G. Vliet fec.

  3. Christus und die Samariterin am Brunnen. Links an einer Stufe undeutlich: J. v. Schotten*), und darüber: J. G. v. Vliet. H. 9 Z. 10 L., 7 Z. 9 L.

I. Vor der Adresse. II. Mit derselben. Einsiedel 5 Thl. Aretin 10 fl. Weigel 6 Thl.

  1. Die Taufe des Eunuchen durch St. Philippus. Rt. v. Ryn inv. J. G. v. Vliet fec. 1631. Äußerst selten im schönen Druck. H. 21 Z. 9 L., Br. 18 Z.

Mariette 168 Fr. Frauenholz 18 fl. 5 kr.

  1. Der heil. Hieronymus in der Höhle vor einem grossen Buche knieend. Er ist vom Rücken zu sehen, blickt aber mit dem Kopf heraus. Rechts bemerkt man den halben Leib des Löwen, Unten steht: Rt. v. Ryn jnv. J. G. v. Vliet fec. 1631.

*) Ein Georg (Joris) van Schotten wird unter Rembrandt's Mei- stern genannt.

Nagler's Künstler-Lex. XX. Bd. 30

Vliet, Jan Georg (Joris) van.

Eines der schönsten Blätter des Meisters. H. 13 Z. ÖL, Mariette 160 Fr. Frauenholz 7 und 8 fl. Schneider 3g Th. Sternberg 13 Thl. Rumohr 8 Thl. a 44) St. Hieronymus am Fusse des Baumes sitzend, und im Buche lesend. Hinter ihm die Hütte und Geräthschaften, Links vorn in den Schraffirungen: J. G. v. Vliet fecit, Seltenes Blatt. 'H. 12 Z. 6 L., Br. 8 Z. 1 L.

  1. Vor der Adresse, Frauenholz 8 fl. Arndt 3 Thl.

III. Mit der Adresse von Covens und Mottier,

  1. Der Liederverkäufer im Dorfe. Er steht links bei geinen Weibe, und rechts vor ihm sieht man verschiedene Grup pen. Links unten im Schatten: J. G. Vliet fec. 16. M 32 Z. 8 L., Br. 8 Z. 1 L.

I. Vor der Adresse von J. C. Visscher, II. Mit dieser Adresse,

III. Mit C. Dankert's Adresse.

  1. Das Bordell, oder die Lüderlichen. Links hat ein Offizi ein Mädchen auf dem Schoosse, rechts am Kamin um ein- Mann eine andere Dirne. Links unten: J. G. van Vliet fecit. Peyenaar exc. Eines der Hauptblätter. H. 7 Z. 8L Br. 40 Z. 7 L.

II. Vor Peyenaar's Adresse. Aretin 54 fl. Arndt 6 Thl. III. Mit dieser, wie oben. Blücher 14 Thl.

II. Mit J. de Ram's Adresse. Sternberg 27 Thl.

  1. Das Bauernmahl, oder die Schinkenesser. Sechs Fi _sind um den Tisch versammelt, und im Grunde steht Leyermann. Rechts unten: J. G. van Vliet fecıt, Eines Hauptblätter des Meisters, und nach dessen Erfindung.

  2. Eine alte Frau im Pelzkleide mit dem Buche auf dem Sch Sie sitzt im Sessel nach links, 'mit der liohlenpfun£3 den Füssen., Rembrandt's Mutter genannt. Rechts 0

Rı. van Ryn jnuentor. J. G. van Vliet fecit. H. soZ.20

Br. 8 Z. 4 L.

— Desbois 100 Fr. Sternberg 4 Thl. Weigel 4 Thl. 19) Büste eines Mannes , fast en face, mit ekräuselten

und beschattetem Gesicht, Links oben: Rt. jnventor,

J. G. v. Vliet fec. 1634. H.8 Z. 4 L., Br. 7 Z.

  1. Büste eines Orientalen mit Turban im Pelzkleide, auf sem Grunde. Rechts oben: Rt. inuentor, Hnks: J. G. Vliet fec. H. 8 Z. 5 L., Br. 7 Z.

  2. Büste eines lachenden Soldaten mit Hausse-col, auf weind

_ Grunde. Links oben: J. G. v. Vliet fec., rechts: Rt. R tor. H. 8 Z.4L., Br. 7 Z. m . 22) Halbe Figur eines Alten mit trauriger Miene und mit' " . schlungenen Fingern, auf weissem Grunde, Links oben=: 23) Büste eines Greises mit weissem Bart ım Mantel, auf "1 sem Grunde, Links oben: Rt. inventor, rechts: J. G. Vliet fec. 1634 H.7 Z. 10 L., Br. 6 Z. 8 L.

  1. Büste eines Orientalen mit‘ Pelzmütze, in einem verbräpk Gewande, auf leicht beschattetem Grunde. Links oben: R brandt van Ryn jn. J. G. van Vliet fecit 1533 H. 7 Z Br. 6 Z. 6 L..

  2. Büste eines Offiziers mit langen Haaren und zwei Federn auf der Mütze, Er trägt eine Ordenskette und einen Pelz, Oben nach links: R. v. Ryn in., in der Mitte 1634, rechts: J..G. v. Vliet fecit. H. 5 Z. 6 L., Br. 4 Z. 9 L. I. Ohne Schrift im Rande. Einsiedel 18 Thl. II. Mit Typen aufgedruckt: Georgius Ragozy, dei gratia Prin- ceps Transilvaniae — —. IV Amsterdam, Gedruckt by Hugo Allardt etc. Diese Abdrücke sind schwach.

27 — 31) Die fünf Sinne, Folge von 5 Blättern, H. 9 Z., Br. Es gibt gute verkleinerte Copien, ' '

  1. I. Der Geschmack, Zwei Bauern in der Schenke, der eine essend, der andere trinkend, Am Feuer die Kuchen- bäckerin,

  2. II. Das Gehör. Drei Musikanten und ein Zuhörer.

  3. III. Der Geruch. Ein Mann bläst dem Weibe Rauch ins Ge- sicht, während ein anderer dazu lacht. Links der Name.

  4. IV. Das Gefühl. Ein Bader verbindet dem Bauer das Bein, Links unten der Name., '

  5. V. Das Gesicht. Ein Greis mit Bart liest mit der Brille bei Lampenschein. Vor ihm rechts der Globus; welcher in der Copie links steht. Im Buche: J. van' Vliet fec., 1634.

32 — 40) Die Künste und Gewerbe, Folge von 18 Blättern mit Figuren, welche die Handwerke üben, theils mit J. G. fe., theils mit J. G. Vliet fec. bezeichnet. Einige Blätter haben kein Zeichen. 4. Der Bildhauer. 2. Der Schnitzer 1635. 3. Der Schlosser 1635. 4. Der Maurer. 5. Der Zimmermann. 6. Der Böttcher. 7. Der Besenbinder. 8. Der Klempner. 9. Der Schneider. 10. Der Schuster. 11. Der Segelmacher. 12. Der Hutmacher. 13. Der Glaser. 14. Der Tüchscheerer. 15. Der Drechsler. 16. Der Bäcker 1635.. 17. Der Korbmacher. 18. Der Weber.

Die Blätter dieser schönen Folge findet man selten comple- tten. Sie haben keine Nummern, und im zweiten Drücke t das letzte Blatt die Adresse von C. Dankerts, ;

Es gibt auch täuschende Copien.

  1. Der Mathematiker, rechts am Tische, links der Globus. Er schreibt in ein Buch, und an dem an den Globus gelehnten Buche sind die Buchstaben. J. G. fe. H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 9 L. Die späteren Abdrücke sind schwach,

  2. Die beiden Kartenspieler, der eine rechts, der andere ge- genüber. Im Grunde zwei Zuschauer. Rechts unten; J. G. v. Vliet fe. H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 9 L.

  3. Der lustige Liebhaber. Er hat die Pfeife auf den Boden geworfen, und greift sitzend dem Mädchen an das Kinn, links ist der gedeckte Tisch, und an der Mauer im Grunde hängt ein Gemälde Ohne Namen. H. 6 Z. 2 L., Br. 5 Z.

  4. Der Zahnarzt. Er blickt dem Bauer in den Mund, wäh- rend ein Weib dessen Tasche plündert. Unten nach rechts; J. G. van Vliet fecit, H. 5 Z. 7 L., Br. 5 Z.

  5. Die beiden Trictracspieler. Rechts sitzt eine Frau, und hinter ihr steht der Mann. Im Grunde steht eine Bettlade mit Vorhängen. Ohne Namen. H. 5 Z. 7 Z., Br. 4 Z. 11 Z.

  6. Die Familie. Links sitzt die Frau mit dem Kinde, und vor ihr ein bärtiger Mann mit dem Korbe. Rechts an der Treppe: J. G. fe, H.5 Z., 8 L., Br. 5 Z. 1 L.

  7. Das Bildniss der Amalie von Solms, Prinzessin von Ora- nien. S. den Anhang.

  8. Büste eines Alten mit kahlem Kopfe in Ansicht, mit vor schmerzz geöffnetem Munde. Ohne Namen. H.2 Z. 6L. 14,7 L.

69 — 72) Folge von 14 Blättern mit einzelnen Figuren, ohne Namen. Nur auf dem Titelblatt kommt Vliet's Name vor, Ein Mann mit rundem Hut und ein Bauer mit der Scheere halten einen Schild mit der Schrift: J. G. V. Vliet fecit 1635. Unten: J. Dankerts exc. (wahrscheinlich im späteren Drucke). H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 0 — 6 L.

73—82) Eine Folge von 10 geistreich radirten Blättern mit Bett- plätzen und Bettlerinnen. Auf dem Titelblatte sieht man zwei Lahme, welchen ein Mann Almosen reicht. Auf dem an der Mauer hängenden Tuche steht: By t'Ligeune bestaet ons Leeue. Unten: J. G. van Vliet fec. 1632. H. 3 Z. 5—6 L. Br. 2 Z. 5 — 6 L.

In den ersten (seltenen) Abdrücken haben die Blätter keine Nummern. Die Copien sind von der Gegenseite.

85 — 192) Folge von 10 Blättern mit einzelnen Figuren. Auf dem Titel sieht man einen Mann und ein Weib, welche den Schild halten, auf welchem in drei Zeilen steht: J. G. van Vliet fecit 1632. H. 2 Z. 4—6 L., Br. 1 Z. 10 L.

Die späteren Abdrücke haben auf dem ersten Blatte die Adresse von J. de Ram.

Anhang von Bildnissen.

Das erste der folgenden Bildnisse erwähnt, Bartsch Nr. 5, das zweite aber nennt zuerst R. Weigel, Kunstkatalog Nr. 13007. Sie bilden Gegenstücke. Ein drittes Bildniss kommt oben Nr. vor, jenes des Fürsten Georg Ragoczy von Siebenbürgen.

  1. Amalie von Solms, Prinzessin von Oranien, stehend in hal- ber Figur. Im Rande: Amelia van Solms by der Gratien Gods Princesse van Orangien Graefinne van Nassou. 1634 J. G. van Vliet fecit 1634. H. 7 Z. 6 L., Br. 5 Z. 0 L.

  2. Frederik Hendrick, Prinz von Oranien, Graf von Nassau, Chef der Geusen etc. Kniestück mit dem Commandostabe J. G. van Vliet fecit 1634. Das Gegenstück zu obigem Blatte.

  3. Der Triumph des Prinzen von Oranien. Er sitzt auf einem von sechs Pferden gezogenen Wagen, und unter den Füßen der Pferde liegt der Neid, der Betrug, die Tyrannen etc. Voraus gehen die allegorischen Gestalten der Klugheit und Mässigung. Eine solche Darstellung kennt Bartsch nicht, sie wird aber im Cabinet Paignon Dijonval dem Vliet beigelegt. H. 3 F., Br. 4 F. 10 Z.

  4. Eine alte Frau in halber Figur nach links, mit dem Kopf in Ansicht, um welchen ein Tuch geschlungen ist. Ihr Halstuch bedeckt die Schulter. Ohne Namen, aber dem J. G. van Vliet beigelegt. Wird im Catalog Royal erwähnt.

  5. vor. H. 208 mm., Br. 163 mm...

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