Vleughel, Nicolas, Maler, geb. zu Antwerpen 1660, war Schi- ler seines Vaters Philipp, und begab sich in jungen Jahren nach Rom , wo er zwölf Jahre verlebte, und nach der Angabe früherer Schriftsteller die Werke grosser Meister studirte, was andere da- hin berichten, dass er aus den Werken derselben Figuren ent- lehnte, um sie in seinen eigenen Compositionen zu benützen. Er hatte kein grosses Talent, gab sich aber Mühe, gefällige Bilder zu liefern, die immerhin ihre Liebhaber fanden. Die französi- schen Pensionäre in Rom wählten ihn oft zur Zielscheibe des Witzes, namentlich Bouchardon, welcher ihn nur den artigen Fächer- maler nannte. Indessen erwarb sich Vleughels nach seiner Rück- kehr in Paris grossen Beifall, und die grosse Anzahl von St- ichen nach seinen Werken beweisen, dass er so ziemlich zu den Modemalern gehörte. Er malte eine grosse Anzahl von biblischen und allegorischen Darstellungen, dann Bilder aus der alten Ge- schichte und Mythe. E. Jeaurat, N. Larmessin, L. Surugue, N. Tardieu, J. Chereau, C. Simonneau, Petit, M. Hortemels, H. Gravelot u. s. w. haben nach ihm gestochen. Die vier Elemente von L. Surugue 1721, und die vier Jahreszeiten von E. Jeaurat gestochen, sind wirklich schön componirt. Auch seine Composition des Schildes des Herkules in 4 Blättern mit 12 Abtheilungen von C. Cochin sind beachtenswerth. Die Darstellungen aus der Bib- el und der alten Geschichte, welche J. Chereau, E. Jeaurat, J. B. Jochou, J. N. Belmond und Surugue gestochen haben, gehören zu den Hauptwerken nach diesem Meister. Dann finden sich auch zwei Folgen mit italienischen Costümen, nach seinen Zeichnungen von Moitte und Jeaurat gestochen, fol. und 8.
Vleughels wurde 1725 Direktor der französischen Akademie in Rom, und starb daselbst 1737. A. Pesne hat das Bildniss die- ses Künstlers gemalt, und E. Jeaurat dasselbe 1716 gestochen gr. fol.
N. Vleughel radirte ein kleines Blatt, welches ein vom Rü- cken gesehenes Mädchen darstellt. Es erscheint in einem Rund, und war für Tobaksdosen bestimmt.
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