Vivarini, Antonio und Giovanni

Vivarini, Antonio und Giovanni,

Jungfrau durch die Dreieinigkeit dar. Unten sieht man die un schuldigen Kinder, und die Evangelisten mit den Kirchenlehrern mit erhöhten aufgetragenen und vergoldeten Heiligenscheinen. Be zeichnet: Joannes et Antonius Muriano fecerunt. MCCCCX Gest. von A. Viviani für Zanotto's Pinacoteca. Ein anderes Altar bild der akademischen Gallerie war ehedem in der Capelle de Madonna in S. Pantaleone, und gehört zu den vollendetsten un schönsten Werken der alten venetianischen Schule. Maria sitzt auf einem von Säulen getragenen Thron, und Gott Vater und Sohn setzen ihr die Krone auf. Rechts und links gruppiren sich 4 Thronen viele Heilige. Unten in der Mitte steht auf einem Bande: Joannes et Antonius de Murianio F, MCCCCXL. Ein drittes wohl erhaltenes Altarbild der genannten Gallerie stammt aus der Schule della Carita zu Venedig , Maria sitzt mit dem Kinde maj statisch unter einem von Engeln getragenen Baldachin, umgeben von vier Kirchenvätern. Die Figuren sind überlebensgroß, in doch durchaus nicht im barbarischen Geschmack dargestellt, wie Z notto glaubt. Der größte Teil scheint von Johannes Alamanus herzurühren, welcher hier seine deutsche Abkunft zu verraten scheint, da das Bild im Allgemeinen der alt-cölnischen Schule nächsten steht. Es hat die Inschrift: 1446 Johannes Alamanus Antonius de Muriano P, Gestochen von G. Zuliani für Zan otto's Pinacotheca *). ; Mehrere Bilder von Ant. und Giov. da Murano waren in der Kirche S. Zaccaria zu Venedig, es gingen aber einige durch Brand zu Grunde. Noch stehen zwei Altäre von 1445, aber nur der eine ist im guten Stande. Das Werk besteht aus sechs Bilderplatten Goldgrund. In der Mitte sieht man die heil. Sabina, und zu beiden Seiten St. Hieronymus und einen jungen Märtyrer. Die Inschrift besagt: Johannes et Antonius de Muriano pinxerunt — 1451 octobre hoc ops. f. fieri doina margarita moialis illius ecclesie S. Zaccarie. In St. Fosca zu Venedig ist nach Moschini ebenda eine Madonna auf dem Throne unter einem von Engeln getrag nen Baldachin, bezeichnet: Joannes Alemanus et Antonio de Mı riano p. Ferner gibt dieser Schriftsteller in S. Pantaleone an einen Altar an, welcher die Krönung Mariä darstellt, mit Gold sehr verziert, und mit Liebe ausgeführt. Die Inschrift lautet: Jo annes et Antonio de Murano pinxerunt 1444. Wenn dies sich so verhält, so ist das oben genannte Bild in der akademischen Gallerie davon verschieden. G. Sosso hat es für die Venezia pittrice es stochen. Auch in S. Barnaba, in St. Cosma, e Damiano della Or decca, in St. Marta, in S. Gregorio und in dem großen Vorhalle della Corona (ehedem in der Schule de' Calzolai) zu Vened dig sind Bilder von diesen Künstlern. Jene aus der alten Schule de' Calzolai sollen von Johann dem Deutschen seyn. Sansonetto und Ridolfi fanden auch in S. Gio. in Bragola, und in S. Giorgio Alga Werke von diesen Meistern vor, welche aber nicht mehr vorhanden sind. / / In S. Antonio zu Pesaro sah man von Ant. da Murano ein Bild des Abtes St. Anton, wie ihm drei junge Martyrer eine Krone flechten. Umher waren noch kleinere Bilder, alle von so lebhafter Farben und so schönen Formen, als man von den Vivarini sehen kann. So sagt Lanzi; später gingen diese Bilder zu Grunde. Auch in Padua malte Antonio Anfangs in Gemeinschaft mit Johannis.

*) Ridolfi, Boschini und Zanetti. schreiben dieses Bild aus dem Jac. del Fiore zu.

Für S. Antonio Grande zu Padua malten diese Künstler 1451 eine Madonna mit dem Kinde und mit mehreren Heiligen in Abtheilungen. Dieses Gemälde soll nach Lanzi wie folgt bezeichnet seyn: Antonius et Bartholomeus Fratres de Murano pinxerunt MCCCCLI. In dieser Inschrift möchten wir das Wort Fratres bezweifeln, da es nach Lanzi auch auf dem Gemälde in Bologna stehen soll, was aber nicht der Fall ist.

In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist seit 1845 eine Anbetung der Könige von Antonio und Bartolomeo Vivarini. Früher war das Bild in der Sammlung des Capitano Craglietto zu Venedig. Maria sitzt unter einer Lünette mit dem Kinde auf dem Schoosse, welchem der älteste knieende König den Fuss küsst. Zu beiden Seiten steht ein sehr zahlreiches Gefolge. Links auf der zwischen Bergen durchwindenden Straße kommt der Zug heran. In der Luft erscheint Gott Vater mit posaunenden Engeln. H. 3 F., 7 Z., Br. 5 F. 8½ Z. Dieses Bild gehört durch Reichthum und Originalität der Composition, Lebendigkeit und Natürlichkeit der Köpfe, Klarheit der Farbe, und Fleiß der Durchführung zu den ausgezeichnetsten Werken dieser Meister. Einzelne Theile sind ausgeladen, besonders Ornamente als Relief. Dieser Gebrauch nimmt mit den Vivarini seinen Anfang, und wird von Carlo Crevelli noch mehr ausgebildet. Im k. Museum zu Berlin werden dem Antonio Vivarini und Gio. Alamanno auch fünf Tafeln mit Figuren von Engeln und Heiligen auf Goldgrund in Tempera zugeschrieben. Sie sind nach der Angabe in Waagen's Catalog Nr. 110 bis 115 um 1440 gefertigt, tragen aber den Namen des Malers nicht. Kugler, Beschreibung des Museums, S. 25. findet diese Annahme nicht wohl haltbar, ob die genannten Künstler zwar den Styl der Giottisten in der Zeichnung befolgen, aber sich doch bereits durch eine wunderwürdige Weichheit und Wärme der Carnation unterscheiden. Mit grösserem Rechte möchte ihnen Kugler eine Folge von zehn etwas grösseren Heiligenfiguren zuschreiben (Nr. 128), wenn nicht trotz der Weichheit und Wärme der Car-

*) Dieser C. da Ferrara hat die Relief-Ornamente gefertiget.

In Zanotto's Pinacotheca Veneta findet man das von Viviani gestochene Bildniß des Antonio da Murano.

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