Vivares, François, Zeichner und Kupferstecher, wurde 1700 zu St. Jean de Bruel, oder zu Lodeve bei Montpellier geboren, und musste gegen seinen Willen das Schneiderhandwerk erlernen. Al- lein er zeichnete lieber nach der Natur, und brachte es zuletzt so weit, dass er als Geselle zu Paris beim Kupferstecher J. B. Cha- telain um Aufnahme bat. Jetzt erhielt er regelmässigen Unterricht im Zeichnen, und fing auch zu stechen an, was ihm so gut ge- lang, dass er von nun beschloss, in seinem Fache zur Auszeich- nung zu gelangen. Er radirte in Paris mehrere Landschaften, und vollendete sie mit dem Stichel. Diese Blätter sind schön behan- delt, fanden aber durch wenig Beifall, so dass der Künstler Frank- reich verliess, um in England sein Glück zu suchen. In London wurde ihm bald Beifall zu Theil, und die Stiche nach Claude Lor- rain gründeten seinen entschiedenen Ruf. Keiner wusste die herr- lichen Landschaften jenes Meisters mit mehr Gefühl und Treue wiederzugeben, als Vivares. Er bediente sich dabei der Nadel und des Grabstichels, und wusste sie so malerischer Weise zu vereinigen, dass man seine landschaftlichen Blätter zu den Haupt- werken dieser Art zählen kann. Er gründete in London auch eine Schule in der Landschaftsstecherei, welche in den Blättern des Vivares die bestegepfletzten Vorbilder hatte. Beide Behandlungs- arten, Stich und Radirung, wurden gründlich gelehrt, mehrere seiner Schüler gogen aber später der Mode, welche statt der soliden Arbeit mit Stichel und Nadel der englischen Punktir- manier den Blick zuwendete. Vivares starb in London 1782. Die Blätter dieses Meisters sind bei aller Grösse zahlreich, so dass sie sich gegen 160 belaufen. In vorzüglichen alten Abdrücken haben sie keine Nummern, da diese Stiche später zu einer grossen Folge geordnet wurden. Im Jahre 1774 liess er ein Verzeichniss seiner Blätter drucken.
Das Bildniss des Künstlers, von ihm selbst nach Caldwal's Zeichnung radirt, 4. |
A Landscape of C. Lorrain, with the Flight into Egypt Landschaft mit der Flucht nach Ägypten, qu. fol.
Grosse Landschaft mit dem Opfer beim Tempel des Apollo auf Delos. Mit englischer und französischer Aufschrift, Tableau de Palais Pamphili a Rome. Nach C. Lorrain, aus Boydell's Sammlung 1764, qu. roy. fol. Bei Weigel 5 Thl. 8 gr.
Jupiter and Europa, SeAnsicht mit der Entführung der Europa, Nach C. Lorrain 1771. Aus Boydell's Erte, qu. roy. fol. *
A view near Naples. Ansicht der Umgegend von Neapel, nach C. Lorrain. F. Vivares sc. publ. 1700. Aus Boydell's Gallerie, qu. roy. fol.
) Im ersten Drucke vor der Schrift.
- The enchanted castle. Das Zauberschloss, nach C. Lorrain, Hauptblatt, von Woollett vollendet 1782, qu. roy. fol. Bei Weigel 5 Thl. 12 gr. *I
Im ersten Drucke vor der Schrift.
- The Morning. Grosse Landschaft mit Hirten und Vieh, vom der Maler, wie er den alten Tempel an der Tiber zwischen Ponte Mollo und Rom zeichnet. Nach C. Lorrain,
qu. roy. fol.
Die Mühle des C. Lorrain. Grosse Landschaft mit den Hirtentanz, im Grunde die Mühle. Nach C. Lorrain, Haupt blatt, qu. roy. fol. * I
Landschaft mit Kühen und Ziegen im Vorgrunde, dabei d. Hirt. und die Hirtin, Nach C. Lorrain, qu. fol.
Landschaft mit Narcissus, schönes Blatt nach C. Lorrain, qu. fol. |
A View of a Village in a wood near Antwerp. Nach Ho. bbema, bekannt unter dem Namen Hobbema's Village, *
qu. fol. Bei Weigel 6 Thl. |
The Cascade, Der Wasserfall nach C. Lorrain, gr. qu. fol
A Land Storm. Landschaft mit Reisenden während des Sturmes, nach C. Poussin 1754, gr. qu. fol. |
Jonah. Der Seesturm, mit dem Propheten Jonas, nach G Poussin 1758, gr. qu. fol. |
Im ersten Druck mit der Jahrzahl 1748, dann 1774
- Eine Folge von 6 Blättern mit Figuren und Thieren,
derselben, qu. fol. *
Moon-light, Die Landschaft mit Canal und dem auf. gehenden Monde, nach A. van der Neer. Hauptblatt, qu. fol. I ;
Der erste Drucke vor der Schrift, bloss mit der Nadel gerissen. Verschure pinx. Vivares fec. Bei Weigel 11 Thl. | II. Die vollendeten Abdrücke vor der Nummer, III. Mit Schrift und Nummer.
Morning. Felsenlandschaft mit Wasser und ziehenden Lat. jeuten im Vorgrunde. H. Swanevelt pinx., qu. roy. fol
The Morning, schöne Landschaft nach A. Cuyp, fec. vier ruhende Kühe, zwei Hirten und Reiter, und 21 Schiffe, qu. fol. * ,
The Evening. Landschaft mit Hirten und Vieh am U fer eines Flusses, nach A. Cuyp, das Gegenstück zu obis.
Blatt, *
Landschaft mit Sonnenuntergang, nach D. Serres, gr. qu. fol.
Landschaft mit der Entführung der Europa, nach J. Rey- nolds. 1760, gr. qu. fol.
Landschaft mit Venus von den Grazien bedient, nach B. Patel mit F. Bartolozzi gestochen, qu. roy. fol. I. Vor der Schrift, die Namen mit der Nadel gerissen. II. Mit der Schrift, und vor der Adresse von Colnaghi,
Großartige Landschaft mit Felsen und Gebäuden, dem Tempel der Sibylle bei Tivoli ähnlich. Engraved by Viva- res from a picture after Patel – the french Claude, 1751. Höchst geistreich behandelt, s. gr. qu. fol.;
The happy Peasant. Hirt und Hirtin mit dem Kinde bei der Herde, Nach C. Berghem 1750, qu. fol.
Landschaft mit der Berufung des Petrus zum Apostelamte,
nach Pietro da Cortona, qu. fol.
Große Landschaft mit dem Hauptmann von Capernaum im Vorgrunde, nach F. Millet's (Francis) Bild im Cabinet Richardson. Chatelin et Vivares sc. pub. 1749, s. gr. qu. fol.
The Flemish Topers. Landschaft mit trinkenden und rau- chenden Bauern, D. Teniers pinx., qu. fol.
The Dutch Fishermen. Canal mit Fischern in Kähnen, rechts Stadtmauer und Thürme. J. v. Goyen pinx., gr. qu. fol.
Landschaft mit Ruinen, badenden Nymphen und einem Faun, Ferg inv., qu. fol.
Landschaften mit ländlicher Unterhaltung, nach Ferg, qu. fol.
A View of Amazing Rock in Craven Yorkshire, with a rivulet flowing from the bottom called Malham Cove.' Merkwürdige Felsenlandschaft, F. Vivares del. et sc. 1743, s. gr. qu. fol.
A View of Craven York, a beautiful and romantic natural cascad in Bolton Park. Vivares del. et sc. 1743, s. gr. qu. fol.
Großartig componirte Landschaft im Geschmacke Poussin's. Links sind Gebäude auf Felsen, und bei Architekturfrag- menten sind drei Figuren. Engraved from a picture after Mr. Wooton by F. Vivares 1751, Capitalblatt, s. gr. qu. fol. Im ersten Drucke vor der Nr. 3,
The Rural Lovers. Landschaft mit einigen Hütten rechts, wo Schweine ruhen. Der Bauer steigt mit Äpfeln im Korbe über den Zaun, und bei ihm ist die Bäuerin. F. Vivares sc. et publ. 1765. Vorzügliches Blatt, nach Th. Gains- borough, gr. qu. fol.
Landschaft mit Hütten beim Gehölze, im Vorgrunde ein Weib mit dem Kinde, F. Vivares sc. et publ. 1760. Das Ge- genstück zu obigem Blatte.
Blätter nach G. P. Pannini, roy. fol. 44) Castel Gandolfo, F. Bolognese pinx. J. Boydell exce. Mit Chatelin gestochen, gr. qu. fol.
- The Moat-Island, Gartenansicht nach J. Sandby, gr. qu. fol.
Grossartige Landschaft mit weiter Ferne, Figuren und Vieh G. Lambert pinx. Vivares sc. Lond., gr. qu. fol.
Ancient Temple of Minerva Medicea at Rome. Th. Smirke pinx. F. Vivares fec. 1763, gr. qu. fol.
Villa of Caecilia Metella. Id. p. Id. sc. 1760, gr
qu. fol. 56) Landschaft mit einem Weibe zu Pferd, nach Zuccarelli
Der ländliche Ball, nach demselben, gr. qu. fol.
Landschaft mit Fischen und Wasserfall, nach Zuccarelli's Bild bei Fred. Frankland in London, gr. qu. fol. 57) Die ländliche Hochzeit, nach Zuccarelli, gr. qu. fol.
The Hop Pickers. Die Hopfensammler, G. Smith pinx. gr. qu. fol. 60) Le passage du ruisseau, nach F. Boucher, qu. fol.
Les pecheurs, nach demselben, qu. fol.
Der Morgen und der Abend, nach zwei Hauptbildern von J. H. Vernet, gr. qu. fol.
The east and west Prospect of the Giants causeway in the Country of Antrim in the Kingdom of Ireland. Ansichten der großen Steinbrüche in Irland, 2 seltene Blätter. S. Drury pinx., qu., imp. fol.
View of Stour Head in Wiltshire, nach Bampfylde, zwei
Ansichten. 65) View of Richmond Hill, nach Jolly, zwei Ansichten, gr.
qu. fol. 66) Chintock Bath. Ansicht in Peak, nach Th. Smith zu einer
Folge von 8 Blättern, gr. qu. fol. 67) A View of Chatsworth. Landhaus des Herzogs von Devonr
shire. Nach Th. Smith, gr. qu. fol.
- A View of Haddon. Besitzung des Herzogs von Rutland.
Nach Th. Smith, gr. fol. 69) Folge von vier Blättern aus Boydell's Verlag, nach Th. Smith, 1. New Water Works at Belton. 2. View in Hagley
Park. 3. View in Newstead Park. 4. View in Eaton Park, gr. fol.
- Folge von 4 Blättern mit Ansichten von Abteyen und Schlöss- vern nach Th. Smith, aus Boydel's Verlag. 1. Kirkstall Abbey. 2. Fountain's Abbey., 3. Kenilworth Castle. 4. Ty- nemouth Castle, gr. fol.
- Folge von 4 Blättern nach Th. Smith, aus Boydell's Verlag.,
- View of River Trent. 2. View of Anchor Church. 3. View of Happing Mill Ware. 4. View of Lyme Park; gr. fol.
- Folge von 6 seltenen Blättern mit Ansichten von Säulengän- gen und Gartenpalästen. Nach A. Visentini. Vivares sc. App. Wagner Venetia, fol. und qu. fol.
- Views in te Island of Jamaica, Folge von 6 Blättern. von Vivares, D. Lerpinier und F. Mason nach A. Robertson. Geschl. stechen, qu. roy. fol.
- The Convent of St. Clare see de Montford. 4 Blätter, wel- che auch in Transparentfarben vorkommen, s. gr. fol.
- Folge von 6 Landschaften nach eigener Zeichnung, qu. fol.
- Eine ähnliche Folge, qu. fol.
- A Book of Cattle, Engrav. by Vivares from original of Berg- hem. Folge von 5 nummerirten Blättern, Copien nach Berg- hem's Radirungen. B. 13 – 16.
- A Book of Ruins in Rome designed on the spot by Piranesi. Folge von 6 seltenen Blättern, qu. fol.
- Folge von 6 kleinen Landschaften nach Waterloo, qu. 8.
- Folge von 6 Landschaften nach Le Prince, qu. 4.
- Die Ruinen, vier Landschaften nach M. Ricci, qu. fol.
- Folge von vier Blättern nach Zuccarelli. 1. Passant le Gîte.
- Les plaisirs champêtres, 3. Le berger joyeux. 4. Le ber- ger soigneux, qu. fol.
- Folge von 6 Blättern mit gruppirten Blumen und Früchten, Fig. riset del. Sehr selten, gr. 8.
- Eine Folge von nummerirten Blättern mit Bettlern, nach Rembrandt von der Gegenseite copirt, mit dem Monogramm von Vivares, B. 120, 163, 164, 173, 100, kl. 8. Diese Blätter findet man in folgendem Werke: A Collection of original Etchings — London printed by J. Kay 1826, fol. Sie haben die Nummern XV – XX.
- Das Pferd an der Krippe, Copie nach Stoop's bekanntem Blatte, qu. fol.
- Die Katze vor dem Kellerfenster, Copie nach dem berühm- ten Blatte von C. Visscher, qu. 4. Vivares, Thomas, Zeichner und Kupferstecher, der Sohn des obi- gen Meisters, wurde um 1735 in London geboren. Er ist weni- ger bekannt, als der Vater, und besitzt auch geringere Verdienste. Einer ist Vivares, welcher für W. B. Ottley's Inquiry etc. London 1816, II. 404 ein Blatt von Mantegna copirt hat, könnte Thomas' Sohn seyn. Es stellt einen Jüngling dar, welcher an den um die Füsse geschlungenen Riemen eine Hufe schleppt, gr. 4. Dann ist er wohl auch jener Vivares, der 1803 nach Miss Metz ein Blatt gestochen hat, welches die Puppe und der Degen betitelt ist.
- Ländliche Gebäude mit einem hohen Baum in der Mitte. Vivares F. Seltenes Blatt, vielleicht von F. Vivares sen., qu. 8.
- Die Ansicht des Klosters und der Brücke von Andely, nach A. Zingg, qu. fol.
- Der Hof bei Vernon, nach Zingg, qu. fol.
x
Vivarini, Andrea.
Vue d'un Village pres de Mantere. Nach Zingg, qu. fol.
Landschaft nach F. Zuccarelli. Chez Meline, Knatchbull, Th. Vivares sc., gr. qu. fol.
Die Ansicht von Paris vom Pont-neuf aus, nach P. Royer, qu. fol.
Folge von 6 Landschaften und Ansichten, um London, nach eigener Zeichnung. Seltene Blätter, qu. 4.
Architektonische Blätter in The Works in Architecture d. R. and J. Adam., London 1773, gr. fol.
Auf einer Insel Venedigs ist der älteste dieses Namens, und kann lange als der Gründer der Schule von Murano betrachtet werden,
bis nicht neue urkundliche Beweise einem anderen Meister diese venetianische Kunst zum Ruhme führen. Sie verliehen den Figur Ehre vindiciren. Er ist der Lehrer, und wahrscheinlich Vater des älteren Luigi Vivarini da Murano. An Luigi schliessen sich Giovanni und Antonio da Murano, neben einem Johannes Alamanni, welcher mit Antonio arbeitete, Bartolomeo Vivarini, der jüngste Bruder des Giovanni überlebte sie, und der letzte dieser berühmten Familie ist Luigi Vivarini jun. Die älteren Meister derselben emanzipirten die Malerei von dem griechischen Einflusse, und brachen eine neue Bahn, auf welcher Bartolomäus und Luigi jun. die Tiefe des Ausdruckes und Wahrheit in der Gewandung, erforschten die Gesetze der Perspektive, und wurden somit, sowie in glänzender Färbung, die Vorläufer der großen venetianischen Meister des 16. Jahrhunderts.
Die Lebensverhältnisse des Andrea da Murano sind unbekannt, und man findet auch kein beglaubigtes Werk von ihm. Der Engländer Parker (History of printing. London 1733. S. 391) wollte mit ihm die Geschichte der Kupferstecherkunst beginnen, und verweist auf ein Blatte, welches mit den gothischen Buchstaben AM 1412 bezeichnet seyn soll. Auch Papillon (Traite etc. I. p. 3) schreibt ihm nach, und Heinecke (Nachrichten von Künstlern II. 165) kommt auf dieselbe Geschichte zurück, ohne den Beweis liefern zu können, da Niemand ein solches Blatt beschreibt. Das Ganze beruht vielleicht nur auf einer Sage, welche in Italien die Erfindung der Kupferstecherkunst noch über Finiguera hinaufsetzen will. Andere nennen den angeblichen Stecher A. M. von 1412 Antonio da Murano, ohne zu bedenken, dass dieser erst um 1430 auftritt. Eher würde die Angabe auf Aloisius (Luigi) da Murano passen, welcher 1414 bereits thätig war; allein es gehört wahrscheinlich die ganze Erzählung in das Reich der Fabel. Die neuere Ansicht repräsentirt Brulliot, schenkt ihr aber keinen Glauben. Er gibt im Dictionnaire des monogrammes II. 107 a. die Buchstaben A. M., mit der Bemerkung, dass sie sich auf Einschnitte der Holzschnitte von Jakob Cornelisz von Oostsanen, den einige irrig Walther van Assen nennen, finden. Näher kommt er l. c. 280 zurück, wo er von Formschnitten aus der Druckerei des Dodo Petri in Amsterdam spricht. Er gibt das Wappen von Amsterdam in Abbildung, und hält somit, ohne darauf aufmerksam zu machen, den Schlüssel zum Räthsel. Die Buchstaben AM bedeuten Amsterdam, und nicht A. da Murano, welcher viel älter ist, als Dodo Petri. Auch mit dem genannten Jacob Cornelisz von Oostsanen hat es keine Richtigkeit. Die Holzschnitteinfassung aus Petri's Verlag gehören zu einer Passion, welche Bartsch VII. S. 44, und Brulliot I, S. 19 erwähnen. Die Zeichen, welche auf
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