Vittinghoff, Carl Baron von

Vittinghoff, Carl Baron von, Maler und Radierer , geboren zu Pressburg 1772, widmete sich in Wien aus Neigung der Kunst, Er zeichnete und malte Landschaften mit Figuren und Thieren, und radirte solche Bilder geistreich in Kupfer. Brulliot sagt in einer Note zum Dictionnaire des monogrammes , dass Vittinghoff später unter dem Namen Fischbach bekannt wurde. Starb zu Wien . ; Das Werk dieses Meisters beläuft sich gegen 260 Blätter. Sie gehören grösstentheils zu den schönsten Arbeiten dieser Art.

  1. Folge von Thierfabeln in sehr reichen und witzigen Com- positionen mit schönen landschaftlichen Hintergründen. Folge von 32 merkwürdigen Blättern, zum Theil in F. Charak-

; ter, theils mit dem Monogramm C, V. f. versehen, gr. qu. 8.

  1. Eine Folge von 12 Blättern mit Landschaften und Viehstü- cken, Mit dem Monogramm C, V.f, 1808, eto. fol, und qu. fol.

  2. Folge von 27 Blättern mit Schweinen, Schafen, Ziegen, Hunden, Katzen, Eseln und Rindvieh, einzeln und in Grup- pen dargestellt. Den Titel bildet eine Landschaft mit Vieh- heerde, und auf dem Felsen steht: Der Natur gewidmet von Carl von Vittinghoff. etc. . Die anderen Blätter sind mit ;

. dem Monogramme oder dem Namen bezeichnet, qu. 12., qu. 8. und 4. ) , ‚Dieses Werk erschien in 2 Heften zu 40 und 8 Blät- tern , ursprünglich im Frauenholz'schen Verlag. , 4) Eine Folge von 6 Blättern mit Landschaften nach J. Duvivier, mit den Initialen C. v. V., qu. 8. . 5) Folge von 15 Blättern mit Tierstudien, mit dem Mono- gramme des Meisters, qu 16. und qu. 12. ‘ 6) Der letzte findet Romulus bei der Ziege. Seltenes Blatt, u. fol. 7) Eine auf den Vorderfüssen liegender Stier nach rechts. C. v.- V. Trefflich in Potter's Weise radirt, qu. 8. ® 8) Das Innere eines durch eine Laterne beleuchteten Stalles mit Schafen und einem Ochsen, Daneben liegt ein Bauer., Mit dem Monogramm, qu. 4, 9) Diana, ein Wasserhund, lithographirt, qu. 4. 10) Ein laufender Hühnerhund, lithographirt, qu. 4. Von diesen trefflichen Blättern gibt es weiss gehöhte und braun getuschte Exemplare, Vittoni, Bernardo, Architekt, baute um 1730 — 1770 in Turin mehrere Kirchen, und gab auch Zeichnungen zu Altären, Cajetan Blancus radirte nach ihm 1767 folgendes Blatt : Vue d'une de quatre angles de la maison des juifs, qu. fol. Vittoria, Alessandro , Bildhauer und Architekt, geboren, zu Trient 1525, machte seine Studien in Venedig, unter Leitung des Jacopo Sansovino, und erlangte schon in jungen Jahren solchen Ruf, dass er es wagte, sogar den Meister zu corrigiren, welchen er aber als Architekt nie erreichte. Dieses Benehmen beleidigte den Sanso- vino, und Vittoria verliess daher Venedig, um in Vicenza sein Heil zu suchen. Pietro Aretino versöhnte aber beide wieder, und somit kehrte Alessandro nach Venedig zurück, wo er jetzt eine lange Reihe von Jahren thätig war, und solchen Einfluss gewann, dass ihm fast alle Künstler den Hof machten, da ihm die Signoria die Arbeiten überliess, welche er nach Gunst vertheilte. Palma ‚ Jun. kam dabei am besten weg, nur Tintoretto und Paolo Vero- nese bekümmerten sich nicht um ihn, da ihr Ruf selbst neben dem Günstling Vittoria fest stand. Temanza erzählt vieles von diesem Kunsttreiben, welches sich in Rom unter Michel Angelo und Berni- ni in gleichem Maasse wiederholte. Sansovino und seine Aka- demie veralteten zuletzt, und Vittoria war der Held des Tages. Er besitzt indessen als Bildhauer grosse Verdienste, während seine Bauten eine Vernachlässigung der strengen Regeln der Kunst ver- rathen. Darunter nennen wir vor allen den prächtigen Palazzo Balbi am Canal grande. Ferner baute er das Oratorium von S. Girolamo mit dem schönen Portal, den schlechten Fenstern und den noch schlechteren Altären, wie Milizia sagt. Dieselbe Schön- heit und dieselben Fehler trägt auch seine Facade von Corpus Do- mini zur Schau; Nach seinem Plane ist auch die Capelle del Ro- sario in S. Giovanni e Paolo erbaut, in allen diesen Bauten sind aber die von Vittoria herrührenden Sculpturen das Schönste. Die Gebäude, welche er nach Sansovino's Plänen vollendete; kommen nicht auf seine Rechnung. Durch Vittoria wurde in Venedig die plastische Portraitbil- dung auf eine hohe Stufe gebracht. Es finden sich viele Büsten und Portraitmedaillons grosser Männer, theils in Marmor, theils

In Venedig sind ausser den Büsten und Medaillons auch noch viele gerühmte Arbeiten in Stein und Stucco. Neben der Haupt- thüre der Bibliothek von S. Marco sind zwei 10 Palm hohe weibe liche Figuren sehr schön und anmuthig. Auch die Verzierungen bei den Treppen der Bibliothek sind von ihm mit Geschmack aus- geführt. Für die Schule S. Gio. Evangelista fertigte er höchst an- muthige runde Figuren in Silber, und eine zwei Fuss hohe sil- berne Statue des heil. Theodor. In der Capelle der Grimani in S. Sebastiano sieht man 3 F. hohe Figuren in Marmor, und in S. Salvadore eine Pieta nebst zwei Figuren in Stein. An der Kan- zel in S. Marco ist ein schönes Bild des Merkur von ihm. Drei Lebensgrosse Figuren der heil. Sebastian, Anton und Rochus in Stein sind eine Zierde der Kirche S. Francesco della Vigna. Auf dem Hauptaltare der Kirche de' Crocichieri sind sechs 2 F. hohe Statuen in Stucco, und in der Minoritenkirche wird eine Mar- mordafel bewundert, welche in Hochrelief die Himmelfahrt der Maria vorstellt, grossartige Gestalten in Lebensgrösse. Im Giebel- felde der Capelle sind zwei anmuthige Figuren von 8 F. Höhe. Ueber der von Jagopo Sansovino erbauten Treppe des S. Markus- Palastes sind treffliche Zierrathen in Stucco von ihm, welche durch die in den Zwischenräumen von B. Franco gehaltenen kleinen Gro- tesken einen besonderen Reiz gewinnen. Ein bewundertes Werk ist auch das überschwere Schatzkästchen in der Capelle der Ma- donna del Rosario,

Im Santo zu Padua ist das Grabmal des Alessandro Contarini sein Werk, wozu San Michele die architektonische Zeichnung lieferte. An diesem Denkmale sieht man die Statuen der Fama und der Thetis mit zwei Gefangenen. Im Dome zu Treu in Dalmatien sind vier 5 F. hohe Apostelgestalten von ihm, und auf dem Glockenthurme des Domes in Verona ist die 10 F. hohe Engelstatue von ihm gefertiget. Ausgezeichnet schön sind die Ornamente in der Villa Bar- baro bei Asolo, jetzt Villa Maser genannt, und Eigenthum des Grafen Manin. Diese Villa wird von jedem Fremden besichtigt, so- wohl des Baues, als der Gemälde von P. Veronese wegen.

Vittoria starb zu Venedig 1608, und wurde in S. Zaccharia begraben. Hier ist auch sein von ihm selbst gefertigtes Grabmal. Er unternahm es 1605, wie die Inschrift besagt. Temanza beschrieb das Leben dieses Künstlers. Abate Moschin gab es 1827 mit An- merkungen neu heraus.

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