Vini, Bastiano dal. Maler von Verona , wird von Adriano Vale- rini (Bellezze di Verona. Verona 1586) unter die damals lebenden Künstler gezählt. Vini hielt sich aber in Pistoja auf, wo er Mit-
glied des Stadtrathes war, und, wie Lanzi bemerkt, Bilder in Öl und Fresco hinterlassen hatte. In der später zerstörten Kirche sah man ein reiches Bild, welches die Kreuzigung der 10.000 Martyrer vorstellte. Innocenzio Ansaldi (Descrizione delle Sculture, Pitture etc. della citta di Pescia, dal Can. L. Crespi. Bo- logna 1772, p. 21) sagt, dass sich in der Cathedrale zu Pescia ein Gemälde finde, welches die heil. Jungfrau mit mehreren Heiligen vorstelle, wie sie dem heil. Thomas das Cingulum reicht. Dieses Bild ist mit B. V. invenit bezeichnet, und dürfte nach Crespi von B. Vini herrühren. Allein dieser Schriftsteller behauptet, es sei nach entstanden, in dieser Zeit kann es aber Vini nicht ge- malt haben. Dann finden sich auch Kupferstiche, die mit B. V. bezeichnet sind, wie ein Blatt nach Rafael von 1533, welches Jo- seph vorstellt, wie ihn die Brüder verkaufen, und die Vermählung des Amor mit der Psyche nach demselben. Es ist aber ebenfalls nicht an diesen Vini zu denken. Man nennt den Stecher gewöhn- lich Maestro del Dado. Mit B. V. ist auch ein Blatt bezeichnet, welches die heil. Familie mit dem Erzengel vorstellt, wie dieser dem Kinde die Waagschale des jüngsten Gerichtes reicht. Dieses Bild wird auf dem Stiche dem Rafael zugeschrieben, es enthält aber die unter dem Namen La vierge aux balances bekannte Darstel- lung des Leonardo da Vinci im Louvre.
M Gelees, Reinier, Kupferstecher, geb. zu Amsterdam 1744, sollte sich als Knabe der Handlung widmen, und war auch einige Zeit in der Lehre, als seine Neigung eine andere Richtung bekam. Sein Schullehrer hatte ihm schon früher einigen Unterricht im Zeichnen gegeben, und daher versuchte er es eines Tages, ein Gemälde nachzuzeichnen, was ihm so wohl gelang, dass ihn zuletzt seine Eltern zum Künstler bestimmten. Jetzt nahm ihn Jan. Punt in die Lehre, welcher dem Zögling gute Kupferstiche vorlegte, die er mit solcher Genauigkeit mit der Feder nachzeichnete, dass man die Zeichnung für den Kupferstich halten konnte. Eben so auf- fallend waren auch seine Fortschritte in der Kupferstichkunst, so dass Vinkeles in wenigen Jahren mehr als Gehülfe, wie als Schü- ler Punt's zu betrachten war. Sie zeichneten und stachen gemein- schaftlich, und einige frühere Arbeiten unsers Künstlers gehen un- ter dem Namen des Meisters. Er übertraf ihn auch bald, beson- ders als Zeichner, da Vinkeles eifrig nach der Natur studirte. Die Akademie zu Amsterdam belobte mehrere seiner Ansichten der ge- nannten Stadt, besonders jene des dortigen Theaters. Im Jahre 1762 ernannte ihn diese Anstalt zu ihrem Sekretär. Als solcher fand Vinkeles hinlängliche Musse zur Kunstübung, und er machte sich bald rühmlich bekannt, da er auch in der historischen Com- position für einen Kupferstecher Ungewöhnliches leistete. Die er- sten Proben dieser Art sind in einem Werke von W. H. Sels, un- ter dem Titel: Salomon, Amsterdam 1765. Die 12 Zeichnungen stach aber Vinkeles erst von 1760—67, und dann wurden die Blätter dem Werke beigegeben. Sie fanden grossen Beifall, wel- cher jedoch den Künstler nur zu grösserem Fleiss anspornte, und in ihm den Wunsch rege machte, in Paris seine weitere Ausbildung ver- folgen zu können. Hier nahm ihn J. B. le Bas unter seine Schü- ler auf, und räumte ihm selbst in seinem Hause eine Wohnung ein. Vinkeles arbeitete da meistens mit der trockenen Nadel, in einer Manier, welche den Le Bas zum Erfinder hat, und von un- serm Künstler mit grossem Beifall geübt wurde. Ausserdem zeich- nete er mehrere Ansichten aus der Umgegend von Paris, so dass Vinkeles in beider Hinsicht grosse Fortschritte machte. Seine Ver- dienste entgingen auch dem russischen Gesandten nicht, durch dessen Vermittelung ihn die Kaiserin Catharina an die Akademie nach St. Petersburg berief; allein der Künstler liebte das Vater- land, und kehrte 1771 nach Amsterdam zurück. Hier fand die Mani- er von Le Bas grossen Anklang, und erweckte mehrere Nach- ahmer. Vinkeles fand zahlreiche Aufträge, sowohl in Zeichnungen als in Nadelarbeiten. Unter den Werken aus jener Zeit zählt man mehrere Titelblätter und Vignetten, die er nach eigenen Zeich- nungen in Kupfer stach. Die Blätter in der Toonelspree van N. S. Sinter en L. W. van Merken, Amsterdam 1774—1776, zeich- nen sich vor mehreren anderen aus. Auch mehrere Porträts fert-
tigte er in jener Zeit, und Zeichnungen nach dem berühmten Meister, deren Charakter er sehr gut zu erfassen wusste. Diese Zeichnungen sind theils getuscht, theils in Saftfarben ausgeführt. Auch Ansichten von Stadttheilen zeichnete er, so wie mehrere an- dere interessante Denkmäler.
Vinkeles lebte bis zur französischen Invasion in angenehmen Verhältnissen, da er nicht nur als Künstler geachtet war, sondern auch Freunde aus allen Ständen zählte. Die Unfälle der letzten Jahre führten aber Arbeitslosigkeit herbei, was dem Künstler schmerzlich war, weil er nur für die Kunst lebte. Doch beliefe sich die Blätter, welche er selbst stach und unter seiner Aufsicht gestochen wurden, auf 2500 Stücke. Zu 1500 fertigte er auch Zeichnungen. Zwei seiner Söhne, Abraham und Johannes, waren ihm bei seinen Arbeiten behülflich. Auch J. E. Marcus und Ab raham Hulk waren Schüler, und längere Zeit Gehülfen von Vi nikeles. Der Meister starb zu Amsterdam 1841. R. van Eynd Geschiedenis etc. II. 316, gibt ausführlichere Nachrichten über ei- nen Künstler, und fügt auch dessen Bildniss bei. Es findet sich auch ein eigenhändiges Bildniss des Meisters, s.
Wilhelmina Princes van Orange, fol.
Willem de V. Prins of Orange en Nassau etc.; ganze Figur zu Pferd, in der Ferne Cavallerie. Nach J. P. C. Ha. Zeichnung 1779, gr. fol,.
Derselbe, für dessen Biographie von C. van der Amsterdam 1206, 8.
Dr. Med. Peter Camper. R. Vinkeles ad viv. del. et sc. Halbe Figur in Medaillon, kl. fol. |
Dr. Peter Camper, schönes Bildniss in dem Werke: Cours prononcees par feu Mr. P. Camper en l'Academie dessin U'Amsterdam etc. sur les diverses passions, par A. Camper. Trad. du Hollandois par Quatremere Dijon. Utrecht 1792, 4. Dieses Werk enthält auch noch 10 ande- re Blätter von Vinkeles.
Pascal Paoli, Büste. R. Vinkeles del. et sc. Amst., 4.
Wolter Jan Gerrit Baron Bentink, General. Halbe Figur. P. Oets pinx, 1781, fol. Auf dem ersten Abdrucke steht: Bronzdruck.
De Ridder van Kinsbergen, Kapitein der See., An der Schiffer mit dem Seerrohr. H. Pothoven del. 1781, fol. Im frühesten Druck mit der Schrift: „Bronzdruck."
Hendrick van Eyl Sluter, an einer Pyramide mit drei Inschriften. R. Vinkeles fecit, gr. 8.
Jan Arnold Zoutman, Vice- Admiral. R. Vinkeles fecit.
Carel Baron van Boetzelaer 1793, fol. 8.
Sara Maria van der Wilp, berühmte Sängerin, halbe Figur. Bruyninx pinx. 1772, 8.
J. F. Fleischmann, berühmter Schriftschneider der Ens- cheld'schen Druckererei, nach Sara Troost, fol.
Jakob Gerhard Stahling, Theolog, nach Sara Troost, 8.
Ploos van Amstel, nach G. van der Myn, fol.
Isaak van Goudoever, fol.
Jakobus Willemsen, fol.
Jan Dirk Deiman, fol.
H. Braamcamp, für die Beschreibung seines Cabinets, welcher auch Vignetten von R. Vinkeles vorkommen, s.
Artus van der Neer, nach B. van der Helst, für Terelin- g's Batavisches Galleriewerk, fol.
Abraham, nach G. van Eeckhout, qu. fol.
Hagar und Ruth, nach demselben, qu. fol.
Die 12 biblischen Blätter zu dem Gedichte von W. H. Sels. Salomon, Amsterd. 1765, 8. Sie sind nicht allen Exemplaren beigefügt.
Maria Magdalena, nach Tizian, für Teerlink's batavisches Galleriewerk, fol.
Der Empfang des Prinzen und der Prinzessin von Oranien zu Amsterdam 1768, mit S. Fokke gestochen, qu. fol.
Die Mutter bei dem Kinde an der Wiege, gestochen nach J. Buys zu Le Brun's Galleriewerk, roy. 4.
Die Zeichnungsakademie in Amsterdam, oder die Zeichner nach dem Modelle bei Lampenschein, Radirt und gestochen 1708, qu. fol.
Im ersten Drucke ist dieses Blatt ohne Schritt,
Das Innere des prächtigen Hörsaales der Künstlergesellschaft Felix Meritis in Amsterdam, nach der Zeichnung von P. Barbiers und J. Kniper, mit N. van J. Neer jun. gesto- chen 1704. H. 174 Z., Br. 211 Z.
Die Vignetten in der Toonelpoezy van N. S. Winter en L. W. van Merken. Amsterd. 1774, 8.
Der Schuhflicker, nach Brouwer, für Teerlink's Gallerie- werk, fol.
Das säugende Schaaf, treffliche Copie nach A. van de Vel- de's berühmtem Blatte. Mit dem Zeichen und 1762, qu. 8.
Das Pferderennen, nach Wouwermans, für Teerlink's Gal- leriewerk, qu. fol.
Der Brand des Theaters in Amsterdam 1775, fol.
Verschiedene Ansichten aus Paris, qu. fol.
Vier Prospekte aus der Umgebung von Zutphen, nach J. A. Kuldenbach, für J. F. Marnix's Catechismus der Natur, Amst. 1778, 4.
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