Vincidor, Tommaso. Maler von Bologna , wird unter die Schü- ler Raffael's gezählt, ist aber nach seinen Lebensverhältnissen un- bekannt. Er soll in Cremona gearbeitet haben, kam aber auch nach Antwerpen , wo er 1520 mit Albrecht Dürer in Berührung kam. Er malte das Bildniss des deutschen Meisters, und wie aus dem Tage- buch desselben hervorgeht, arbeiteten sie auch gemeinschaftlich. Dürer zählte ihn zu seinen Freunden, und nennt ihn Thomas Po- lonius und Polonius. Das von ihm gemalte Bildniss Dürer's ist durch zwei Stiche bekannt, einmal durch jenen von And. Stock (1629), mit der Inschrift: Effigies Alberti Dureri Norici, Pictoris et Sculptoris, hactenus excellentissimi, delineata ad imaginem quam Tommaso Vincidor de Bologna ad vivum depinxit Antverpiae 1520, 4. Dieses schöne Bildniss aus F. de Wit 's Verlag wurde von E. de Bontonoi für J. Bullart's Academie des sciences. Bru- xelles 1682, II. 283, copirt. Der Meister erscheint im Pelzrocke mit einem Hut auf dem Kopfe, unter welchem die langen Haare herabfallen. Brustbild in Oval. Die Zeichnung dazu besass J. Hel-
ler in Bamberg , das Gemälde ist verschollen; Vincidor begab sich
von Holland wieder nach Italien , und nahm Dürers Bildnisse, so wie die Stiche desselben mit sich. Früher hielt man den Thomas Polonius für einen unbekannten Meister, jetzt aber zweifelt man an dessen Identität mit Th. Vincidor nicht mehr, C. Cort stach nach ihn ein großes rundes Plafondstück, welches die Götter im Olymp vorstellt, mit der Umschrift: Panditur interea domus omnipotentis Olympi conciliumque vocat divum pater atque hominum rex. To- maso Vincidor de Bolonia inv. Corn. Courts fecit. Ein deutscher Meister hat dieses Blatt copirt, und statt des Jupiter in der Mitte ein geflügeltes Pferd mit dem Drachen zu den Füßen angebracht. Auch andere Inschriften stehen auf dem Blatte. ;
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