Vincent, François André, Historienmaler , geboren zu Paris 1752, war der Sohn des François Elias Vincent aus Genf , welcher keinen Künstler in ihm haben wollte, so dass der Maler Roslin den Knaben als Schüler erbitten musste. Vincent hatte eine ausgeprägte Anlage zur Malerei, und machte daher schnelle Fortschritte. Hierauf kam er unter J. M. Vien's Leitung, welcher darauf das Vergnügen hatte, seinen Zögling mit dem grossen Preise zu beehren. Er stellte den Germanicus dar, wie er seine Truppen anfeuert, eine verständige Composition in der Weise Vians, welcher bekanntlich als Regenerator der französischen Kunst galt. Vincent's Bild wurde von der Jury einstimmig anerkannt, es ist auch der Umstand bemerkenswerth, dass er als Protestant keinen Anstand fand, wie dies früher in Frankreich öfter der Fall war. Jetzt begab sich der Künstler als Pensionär der Akademie nach Rom , wo Natoire die französische Kunstanstalt leitete,
Die Werke dieses Künstlers zeichnen sich unter den Erzeug- nissen der älteren Schule aus. Er verwendete grosse Sorgfalt auf die Anordnung seiner Bilder, aber ohne dass sie der Lebendigkeit entbehren. Um den Figuren die gehörige Proportion in allen Thei- len zu geben, stellte er sie nackt dar, und bekleidete sie erst spä- ter. Daher erforderten seine Arbeiten Zeit, da er mehr für die Kunst als um das Geld arbeitete. Diess erkannte aber Napo- leon nicht. Er bestellte bei Vincent die Schlacht bei den Py- ramiden, der Künstler hatte aber erst das Gemälde in der An- lage der Figuren fertig, noch nicht an die Bekleidung derselben gedacht, als Bonaparte schon den Effect der vollendeten Schlacht sehen wollte. Er sah mit Befremden die nackten Helden, und übertrug die Darstellung einem anderen Künstler. Vincent schenkte das unvollendete Bild der Akademie, wo es aufgestellt wurde.
1 Mérimée, Pajou, Ansiau, Labadie und seine oben erwähnte Gat- tin Adelaide Labille, deren Talent er sorgfältig gepflegt hatte.
Vincent war Mitglied des k. Instituts, und Ritter der Ehren- legion. Früher Professor der Spezialschule wurde er 1809 durch kaiserliches Decret zum Professor an der polytechnischen Schule ernannt. Das Nouveau Dictionnaire des Beaux-Arts enthält meh- rere Artikel von ihm bearbeitet. Er starb zu Paris 1816. Sein von Jourdy lithographirtes Bildniss findet man in Chabert's Vie de Peintres, fol. Adelaide Vincent hat es gemalt. Im Pausanias fran- cais, Paris 1805, ist es gestochen.
In Landon's Annalen sind einige seiner Bilder im Umriss ge- stochen. M. Blot stach das schöne akademische Aufnahmsbild der Entführung der Orithyia durch Boreas, gr. fol. Auch J. Boul- lard hat es gestochen. Jourdy lithographirte die Zeichnung zum Bilde, welches Heinrich IV. vor dem in der Schlacht verwundeten Sully vorstellt. In der bei Didot jun. erschienenen Ausgabe der Werke J. J. Rousseau's, und in Prudhomme's französi- schen Uebersetzung von Lavater's Physiognomik sind ebenfalls Zeichnungen nach ihm gestochen. Vincent hat auch in Kupfer radirt.
- Bärtiger Alter, halbe Figur, 4.
- Gruppe von vier Figuren, aus dem Bilde des Heilandes Fischteiche im 'Spital zu Rouen, 4.
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