Vinazer, der Name einer Bildschnitzer-Familie aus Gröden in Tyrol

Vinazer, der Name einer Bildschnitzer-Familie aus Gröden in Tyrol, welche in Wahrheit mehrere Künstler zählte.

Martin und Dominicus waren die ersten Figurenschnitzer daselbst, nachdem Johann de Metz von St. Ulrich durch Schnitzung von Rahmen den Grund zum gegenwärtigen Erwerbszweig der Grödener gelegt hatte. Die Brüder

Joseph Vinazer liess sich in Spanien nieder, und galt da für einen der ersten Bildhauer in Holz und Marmor. Man erklärte seine in Kirchen, Gärten und Palästen vorhandenen Statuen als Meisterstücke. Er starb in Spanien .

Christian Vinazer aus Gröden verlegte sich Anfangs eben- falls auf die Schnitzkunst , fand aber dann in Wien höhere Ausbildung. Er wurde 1777 k. k. Medailleur, und Mitglied der Akademie. Wir haben schöne Schaumünzen von ihm, darunter eine solche mit dem Bildnisse der Kaiserin Maria Theresia zum Andenken ihres Todes gefertigt. Der Revers ist von J. N. Wirt. Er fertigte auch Medaillen mit den Bild- nissen des Kaisers Josephs II, (gest. von Mannsfeld), des Erzherzogs Maximilian (gest. von Q. Mark), der Grafen von Kaunitz und Kolowrat (gest. von Mannsfeld), des Für- sten von Kaunitz 1781, des Freiherrn Gedeon von Laudon, (gest. von Adam), des Grafen von Haddik (gest. von Adam), des Chirurgen Brambilla (gest. von Alberti), und des Grafen Carl von Pelegrini (gest. von Q. Mark 1782). Dieser geschickte Künstler starb zu Wien 1782.

Joseph Vinazer, der Bruder des Obigen, kam als Bildschni- tzer nach Wien, und besuchte da die Akademie, an welcher er Christian's Fussstapfen folgte. Ein Basrelief von Silber, welches Odysseus und Penelope vorstellt, wurde 1781 mit dem ersten Preise beehrt. Seinen Ruf gründete eine Me- daille auf die Anwesenheit des Papstes Pius VI. in Wien. Das Bildniss des Kirchenfürsten wurde als das ähnlichste von allen erklärt. Joseph wurde 1781 Mitglied der Akade- mie in Wien und dann erster k. k. Münzgraveur in Schem- nitz, wo er noch um 1812 lebte.

Seine Schwester Margaretha fertigte zu St. Ulrich in Gröden schöne Figuren in Alabaster. Der grösste Theil der Nachrichten über die Vinazer ist dem Sammler von Tirol 1807 entnommen.

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