Vier weibliche Köpfe, in Pastell und schwarzer Kreide

Vier weibliche Köpfe, in Pastell und schwarzer Kreide, lebensgross.

Das Bildniss Leonardo's in Rothstein gezeichnet, s. oben im Abschnitte über die Bildnisse des Künstlers. S. 316.

Ueber die Zeichnungen oder Cartons zu den Köpfen der Apo- stel im Abendmahle s. oben S. 291. Man findet angegeben, dass sie früher in der Ambrosiana waren, was nicht richtig ist.

Ueber die Manuscripte und Zeichnungen in 13 Bänden, wel- che ehedem in der Ambrosiana waren, s. den Abschnitt über Leo- nardo's Zeichnungen und Manuscripte. Zwölf solcher Bände sind jetzt in Paris , der dreizehnte nur mehr an alter Stelle. Er ist un- ter dem Namen des Codex atlantico bekannt.

In der Gallerie Lita ist ein Bild der Madonna, welche dem Kinde die Brust reicht, halbe Figur. Dieses Bild gilt für Original.

In der Ambrosiana ist ein colorirter Carton dazu, wovon Gerli Tab. 33. den Entwurf gestochen hat.

Man findet in Mailand mehrere Wiederholungen. Im Pariser Museum wird ein Bild dem A. Solari zugeschrieben. Ein anderes war in der Gallerie Fesch zu Rom . Pollet hat 1838 das Lita'sche Bild für Baron Lotzbeck in Wien schön in Aquarell copirt.

Gest. von Jacopo Bernardi, gr. fol.

Ein anderes Bild der Gall. Lita stellt Johannes den Täufer dar, angeblich von Cesare da Sesto nach Leonardo's Carton gemalt.

In der Gallerie des Duca Melzi ist das Bildniss des Herzogs Massimiliano Sforza, welches Leonardo 1512 gemalt hat. Ferner eine Copie der heil. Familie, welche F. Forster 1835 gestochen hat, als das Original noch in den Händen des Kunsthändlers Woodburn war. Man schreibt die Copie dem Cesare da Sesto zu. Näheres über das Original s. die Kunstschätze in England. In dieser Gallerie sind auch die beiden Seitenbilder zur Madonna della rocca im Besitze des Grafen Suffolk in England, worüber wir bei der Beschreibung der Vierge aux rochers im Pariser Museum Näheres beibringen. Sodann wird ihm in dieser Gallerie ein Bild mit Unrecht beigelegt. Es stellt die Maria mit dem Kinde sitzend dar, und rechts den heiligen Priester, welcher zur Beschneidung sich nähert. Dane- ben steht der Stifter in einer weissen Mönchskutte, und da- neben sieht man St. Hieronymus mit einem heiligen Bischof. Auf die- sem Bilde steht ein Monogramm, welches aus den Zeichen X. L. besteht, mit der angehängten Schrift: anno 1491 Fr. Ja. Lapugnano P. P. humil. can. Die Lapugnani sind eine bekannte lombar- dische Familie. Das X. L. könnte nach Passavant (Kunstblatt 1838 S. 277) Christoforo Lombardino bedeuten, so dass das Bild einem Meister der altlombardischen Schule angehört.

In der Sammlung des Prinzen Belgiojoso ist ein Bild der Ma- donna mit dem Kinde, welches der Prinz nach della Valle's An- gabe aus der Kirche Madonna di Campagna bei Piacenza erstand. Nölzke (drei Reisen, S. 307) beschreibt es, und Schorn (zum Vasari S. 46) glaubt, es sei dasselbe, welches der Anonyme des Morelli p. 83 in der Casa Michiel Contarini zu Venedig sah. Schorn, sich auf Gallenberg S. 214 beziehend, sagt, es sei von J. Bernardi gestochen. In Frenzel's Catalog der Sternberg'schen Sammlung heisst es, dass Bernardi die Madonna der Gallerie Lita gestochen habe. Es wäre demnach von einem und demselben Bilde die Rede.

In der Sammlung des Malers Appiani war ein Bild der heil. Catharina, halbe Figur mit zwei Engelknaben zur Seite. Dieses

Gemälde kaufte: 1808 die Kaiserin Josephine für Malmaison. Es befindet sich nicht in der Gallerie des Louvre, und kam daher wahrscheinlich nach Russland. Nach Scanelli (Microcosmo C. 2, P. 141) war ein solches Bild in der Gallerie zu Modena. Schorn (zum Vasari S. 47) glaubt, es könnte das obige seyn. Doch auch in der Frauenholz'schen Sammlung zu Nürnberg ist eine Darstel- lung dieser Art. Ein drittes sieht man in der Gallerie zu Capenhagen,

Im Nachlasse des Kupferstechers Giuseppe Longhi ist ein klei- nes Madonnenbild mit gekreuzten Armen, Fragment aus einem Originalbilde von Leonardo.,

Gest. von J. Felsing unter Longhi's Leitung, kl. fol.

In der Sammlung des Sig. Giuseppe Vallardi sieht man ein Bild der Madonna, welche die auf dem Rasen mit dem Lämme spielenden Kinder betrachtet. Dieses Bild wurde als Original er- klärt, neuere Kenner glauben aber, es sei von B. Luini nach Leo- nardo's Carton gemalt,

Bei Duca Scotti ist ein schönes Bildniss, angeblich jenes des Kanzlers Girolamo Morone. Schorn hält es für Copie, und ver- muthet das Original im Hause San Vitale zu Parma,

In der Hauskapelle der Venini in der Strada Chiaravalle ist ein Bild der hl. Anna mit Maria im Schoosse, Wiederholung des Bildes im Louvre, angeblich von Luini in Leimfarben gemalt. Ehedem sah man dieses Werk in der Casa Mauri,

In der Gallerie des Grafen Trivulzi ist ein Christuskopf in Profil, abweichend von jenem auf dem Abendmahl in St. Maria delle Grazie, da er noch an die byzantinische Auffassung erinnert. Einige wollen das Bild nicht für ein Werk Leonardo's halten.

Gest. von M. Esquivel 13814. Kleines Oval, copirt von Fleisch- mann, Dann auch von R. Morghen gestochen: Tres sunt qui stimonium dant, gr. 4. Copirt von A. Conti, gr. 4.

Im Palaste der Pallavicini da St. Celso ist das Bildniss der Cäcilia Gallerani, einer der Freundinnen des Herzogs Lud. il Moro, 1407 gemalt. Dieses Bild muss von einem früheren unterschieden wer- den, wo Cäcilia als blühendes Mädchen mit der Guitarre erscheint. Ein solches Gemälde besassen im 18. Jahrhunderte die Marchese Be- nesano zu Mailand. Die Cäcilia der Pallavicini ist eine schöne Frau von 30 bis 40 Jahren, und hält mit der Hand das Gewand.

Professor Franchi zu Mailand besass zu Anfang unsers Jahr- hunderts ein Schulbild, wo die obige Cäcilia Gallerani zur heil. Cäcilia gestempelt ist,

Im Hause Piantanida war ein Bildniss, welches Franz I. von Frankreich, oder den Gaston de Foix vorstellen soll,

Ueber das Modell zur Reiterstatue des Herzogs Francesco Sforza s. oben S. 287. Der Schild mit dem Ungeheuer (Rotella di fico) , welchen der Herzog von Mailand besass, ist verschollen, S. oben S. 285. Gest. von dem Meister mit dem Namen Jesu. Modena,

Die heil. Familie des Hauses Sigismondo Bellucci ist jetzt in Brescia. Ueber ein Bild der heil. Catharina s. Mailand, Nachlass des Malers Appiani. München,

In der k. Pinakothek sind zwei Gemälde unter Leonardo's N. 1., wovon ihm aber keines angehören soll, wie wir in Schorn's

Lith. im k. Galleriewerke,

Im k. Zeichnungskabinet ist ein weiblicher Profilkopf mit he- rabhingendem Haar, anscheinlich Studium zur Mona Lisa in Pa- risten. von Piloty für das k. Handzeichnungswerk. Fechner hat die Mona Lisa im Kniestück lithographirt, gr. fol. In älteren

Schriften sind mehrere Bilder in den Gallerien zu München und

Schleissheim als Leonardo's Arbeit genannt, die aber jetzt nicht mehr aufgezählt werden, da sie unbeglaubiget sind.

In der herzoglich Leuchtenberg'schen Gallerie wird das Ge- mälde mit Maria im Schoosse der Anna aus St. Celso in Mailand noch immer dem Leonardo zugeschrieben. Es ist Wiederholung des Bildes im französischen Museum, anscheinlich von Salai, S. oben S. 307.

Gest. von Gius. Benaglia, fol. Gest. in Fumagalli's Scuola di L. da Vinci, k. fol. Radirt von J. Muxel im Leuchtenberg'schen

Galleriewerk. Lith. von Hanfstängel im früheren Galleriewerke.

Auch Bossi's Carton zum Abendmahl kam durch Ankauf in den Besitz des Herzogs Eugen, damals Vice-König von Italien.

S. oben S. 2906. Neapel.

In der k. Gallerie sieht man seit 1831 ein herrliches Bild aus der Gallerie Borghese in Rom. Es stellt die Madonna mit dem Kinde auf dem Schoosse dar, wie sie mit innigem Lächeln auf dasselbe herablickt. Vielleicht liegt die Rothsteinzeichnung in der Ambrosiana zu Grunde. Von zwei anderen Bildern der k. Samm- lung unter Leonardo's Namen stellt das eine den jugendlichen Jo- hannes, das andere eine heil. Familie mit einem Engel dar. Hirt (Museum von Kugler 1833, S. 130) schreibt das erste dem A. Bron- zino, das andere dem B. Gatti zu.

Von der Hagen (Briefe in die Heimath III. 181) sah in der Sammlung des Marchese Berio das treffliche Bild einer Herodias, wie ihr das abgehauene Haupt des Täufers in die Schüssel gelegt wird. Das schöne, von dem blutigen Haupte abgewendete Gesicht ist jenes der Königin Johanna in der Gallerie Duria zu Rom.

Nürnberg.

In der Frauenholz'schen Sammlung sah man ein schönes Bild der heil. Catharina von zwei Engeln umgeben, halbe Figuren. Dieses Bild galt als Original, scheint aber von Luini zu seyn, da die Hände dessen stumpfe Formen zeigen.

Gest. von J. G. v. Müller, 1818, fol.

Paris.

Das Museum des Louvre besitzt mehrere Bilder unter Leonar- do's Namen, die fast den kostbarsten Schatz der Sammlung aus- machen. Doch sind nicht alle von seiner Hand, die ihm zuge- schrieben werden. Waagen, K. u. R. II, 427, wies daher einige dem M. Oggione, Boltraffio und P. del Vaga zu.

Bildniss des Königs Carl VIII. von Frankreich, wenn nicht eher von Ludwig XII. Im Grunde ist Landschaft mit Schneeber-

Mona Lisa, Gattin des Francesco del Giocondo, das schon oben S. 308 erwähnte berühmte Bild, an welchem Leonardo vier Jahre gemalt hatte, ehedem die Zierde in Fontainebleau, jetzt im Museum des Louvre. Leider ist ein großer Theil des Zaubers, für welchen Vasari keine Worte finden kann, mit allen warmen Tönen des Fleisches verschwunden. Dies muss aber schon früh eingetreten seyn, da verschiedene alte Copien dieselbe Blässe zei- gen. Der Kopf macht jetzt fast den Eindruck eines grau in Grau ausgeführten Bildes. Dennoch ist es durch den Liebreiz, die Reiz heit der Zeichnung, und die zarte Modellirung in einem seltenen Grade anziehend. Die Fleischtheile haben sehr viele feine Risse, und die Landschaft im Hintergrunde ist kaum noch sichtbar. In Museo del Prado zu Madrid ist eine alte Copie, eine zweite ist im Besitze des Abraham Hume zu London, eine dritte bewahrt Lie- versberg in Cöln, und eine vierte soll in der Düsseldorfer Galerie gewesen seyn. Das Bild aus Houghton, jetzt im Petersburg, ist nackt. Im Handzeichnungskabinet zu München ist das Studium zur Mona Lisa, an dem

Das Original, wofür Franz I. 4000 Scudi bezahlte, ist durch mehrere Stiche bekannt.

Gest. von R. U. Massard (Mona Lisa del Giocondo). Mus. Napoleon, kl. fol., A. Fauchery (La Joconde) 1841, gr. fol., F. E. B. Eichens (La Joconde), gr. fol., Auch lith. Nachbildungen gibt es, |

Frauenbildniss mit einer Schnur von Diamanten an der Stirne, und im rothen Kleide mit Stirnband. Im Jahre 1642 wurde dieses wunderbare Bild als das Portrait einer Herzogin von Mantua in Fontainebleau aufgenommen, später wollte man die Geliebte Franz I. darin erkennen, und seit dieser Zeit ist das Bild unter dem Namen la belle Ferronniere bekannt. Jetzt vermuthet man darunter mit mehr Wahrscheinlichkeit die Lucretia Crivelli, die Geliebte des Herzogs Ludovico il Moro, welcher wir oben S. 288 erwähnt haben. Nach Waagen ist diess das schönste Bild, welches das Museum von Leonardo hat. Der Kopf ist seltener Weise in vollem Lichte genommen, die Lichter und Halbtöne sind daher von einem hellgelblichen, aber warmen Ton, und auch die Schatten minder dunkel und kalt. Die Auffassung des schönen Gesichtes ist höchst edel, die Zeichnung und Verkürzung aller Formen von wunderbarer Feinheit und bestimmt. Auch in der k. Ercmitage wird ein Bild der Belle Ferronniere genannt, welches aus Houghtonhall stammt. Das Bild in der k. Sammlung im Haag ist davon zu unterscheiden. |

Gest. von J. A. Allais, kl. fol.

Weibliches Bildniss im hellblauen Kleide mit hohem Spitzen- hut von rothem Sammt. Ein solches Bild wird im alten Verzeich nisse der Bilder des Louvre von Le Piciere dem Leonardo zugeschrie- ben, ist aber jetzt nicht mehr im Museum.

Johannes der Täufer mit dem Kreuze begeistert nach dem Him- mel deutend, halbe Figur von bewunderungswürdiger Abrundung der Theile auf schwarzem Grunde, Ludwig XIII. schenkte diess echte Bild dem Könige Carl I. von England, später wurde es aber

Maria mit dem Kinde auf dem Schoosse der heil. Anna bückt sich zu dem Jesuskinde herab, welches mit einem Lämme spielt, Dieses Bild besass der Cardinal Mazarin, und es galt immer für Original. Lanzi verbreitete aber die irrige Ansicht, dass der be- rühmte Carton der heil. Anna, welchen Leonardo für die Serviten- kirche in Florenz fertigte, jetzt in der Akademie zu London, dem Gemälde zu Grunde liege. Die Composition ist eine andere, wie wir schon oben S. 307 angegeben haben, wo auch von dem Car- ton im Besitze der Familie Plettenberg die Rede ist, welcher das Bild im Louvre enthält. Waagen erkennt in letzterem nicht die Hand des Leonardo. Das bekannte Lächeln desselben ist hier zu manierirt und übertrieben, als dass dieses unbeglaubigte Bild von Leonardo herrühren könnte. Es mag daher wie das Exemplar aus S. Celso in Mailand (Leuchtenberg'sche Gallerie in München), wie ein anderes im Hause Mauri der Strada Chiaravelle in Mailand, welches für Luini gilt, wie ein drittes in der Gallerie zu Florenz von einem der besten Schüler des Leonardo nach dessen Carton colorirt worden seyn. Es ist von sehr grosser Ausbildung, und der Lokalton des Französischen röthlich. Das blaue Gewand der Ma- donna ist so geschwunden, dass es sein Modell verloren hat. Das linke Bein des Kindes ist übermalt,

Im Helldunkel von einem alten Anonymus. H. 19 Z., Br. 15 %.19 L. Gest. von J. Cantini, fol. Gest. von J. N. Laugier, r. fol. I. La Vierge aux Rochers. Das von einem Engel unterstützte Christkind segnet den knienden Johannes, welchen ihm Maria vor- stellt. Im Grunde ist Landschaft und eine Höhle mit phantasti- schen Formen, und Durchsicht auf Wasser und Felsen. Dieses Bild gilt für Original, Waagen glaubt aber nicht, dass es von Leo- nardo selbst gemalt sei. Er findet im Gegensatze mit der so. eigen- thümlichen und poetischen Composition, welche durch ihre Freiheit für die spätere, vollendete Zeit des Meisters spricht, manche Theile, besonders die Köpfe des Engels und der Maria, auffallend schwach in der Zeichnung, unbeseelt im Ausdruck, das Gefält der Gewänder von blechernem und leblosem Ansehen, Die Lichter sind von einem gelblichen Metallglanz, und die Schatten sehr dunkel. Dass dieses Bild Copie sei, bestättigen auch andere Ken- ner, und sie erklären das Altargemälde aus der Capelle della Con- cezione in S. Francesco zu Mailand für das Original. Lomazzo, Idea della pittura p. 171 beschreibt dieses Bild, welches schon lange von alter Stelle verschwunden ist. Die mittlere Abtheilung enthält dieselbe Composition, wie das Gemälde im Louvre. Es ist im Besitze des Grafen Suffolk in England, und die beiden Seiten- flügel sind in der Sammlung des Duca Melzi zu Mailand. Das eine stellt den verkündenden Engel dar. Um 1832 war zu Lon- don eine Skizze zum Kopf der Maria im Handel. Er ist in Oel mit brauner und weisser Farbe gemalt. Der Herzog von Devon- shire zu Chatsworth besitzt eine ausserordentlich schöne Zeich- nung in schwarzer Kreide auf blaues Papier. In der Sammlung des Grafen Benzel-Sternau ist eine Wiederholung des Mittelbil- des. Der felsige Hintergrund ist ganz im Schatten gehalten, nicht so hell und anziehend, wie im Stiche von Desnoyers, auf welchem die phantastischen Felsenformen störend auf das Ganze wirken,

Desnoyers' hat das Pariser Bild für das Musée français gesto- chen. Bodmer hat es lithographirt, fol.

, entschieden zu seyn.

Gest. von einem unbekannten B. V., aber dem Rafael beige-

. Jetzt. H. 6 Z. 8 L., Br. 4 Z. 7 L. Gest. von F. Garnier, gr. fol.

Madonna mit dem säugenden Kinde, von Solario nach einem Carton Leonardo's gemalt. Dieses Bild ist im Museum, und galt früher für Rafael. In der Gallerie Litta zu Mailand ist ein ande-

res Exemplar,

Gest. von Vangélisti unter dem Titels Le premier devoir des mères. Raphael pinx, fol. .

Das auf einem Kissen sitzende Jesuskind von Maria unterstützt, wie es auf den Händen des kleinen Johannes das Kreuz von Rohr empfängt. Auch ein solches Bild wird im Louvre dem Leonardo zugeschrieben, Waagen erkennt aber darin eines der gelungensten

Werke des P. del Vaga, für welchen die Formen, die gefälligen

Charaktere, die glühende, in den Schatten etwas dunkle Färbung mehr passt.

Das in den Armen der Maria schlafende Jesuskind, während Engel zur Bereitung des Bettes mitwirken. Dieses Gemälde gilt im Cataloge des Museums als Bild aus Leonardo's Schule.

Christus mit der Weltkugel in der Linken, und mit der Rech- ten segnend. Diese Büste wird im alten Verzeichnisse der Werke des Museums dem Leonardo beigelegt, ist aber jetzt nicht auf- gestellt.

Radirt von W. Hollar 1650, fol.

Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes, im Grunde der Donator. Eine solche Darstellung gilt im alten Verzeichnisse der Gallerie des Louvre als Leonardo's Werk, ist aber im Mu- seum nicht mehr vorhanden. Vielleicht eine Nachahmung des Fresco in S. Onofrio zu Rom.

Die heil. Catharina mit Krone und Buch zwischen zwei En- geln. In der alten Gallerie des Louvre galt eine solche Darstel- lung für Original, ist aber nicht mehr aufgestellt.

Der sitzende Bacchus mit Trauben auf den Thyrsus gelehnt.

Im Grunde Landschaft. Dieses Bild ist im Musée francais unter

Leonardo's Namen verzeichnet, Waagen schliesst aber aus dem

rothen Localton, den harten Umrissen, den schroffen Uebergän-

gen in den Schatten, dass es von einem Schüler gemalt sei; die Landschaft etwa von Bernazzano.

In der k. Handzeichnungssammlung zu Paris findet man außer | der eigenhändigen Bildnißzeichnung Leonardo's eine Zeichnung zum Abendmahl im Kloster delle Grazie zu Mailand, welche er selbst zu oder nach jenem Gemälde gefertigt haben soll. Dann ist daselbst die Zeichnung (?) von Rubens nach dem Fragment des Cartons, welcher die berühmte Schlacht von Anghiari vor stellte. Edelink hat diese Zeichnung gestochen, unter dem Titel

»Combat de quatre cavaliers auf fol. Auf der Bibliothek Ma- zan liegen 12 Bände mit Manuscripten und Handschriften von Leonardo, ehedem in der Ambrosiana zu Mailand. Auf diese Kunstschätze werden wir unten näher zu sprechen kommen. Dann besitzt der Maler Bergeret eine ausgeführte Zeichnung der Schlacht von Anghiari, welche unten gegen rechts den Namen des Künstlers trägt. Einige hielten diese aus Spanien kommende Zeichnung für Original, und von anderer Seite wurde die irrige Angabe verbreitet, es sei der berühmte Carton für den Rathssaal in Florenz. Es ist diess nur eine leicht ausgetuschte Federzeich- nung, nach der jetzigen Annahme nicht Original, sondern nur Arbeit eines jüngeren Meisters aus dem Anfang des 16. Jahrhun- derts, welcher den Carton im Medicei'schen Hause studirt und ge- zeichnet hatte. Vgl. Kunstblatt 1853, S. 83 - Bergeret hat diese Zeichnung (1838) auf Stein nachgebildet, und rothlich gedruckt gibt sie, wenn auch nur unvollkommene Anschauung eines grossen und viel besprochenen Kunstwerkes, Auf fol. » Der Kupferstecher J. M. Leroux erwarb ein Bild der Leda, wahrscheinlich das folgende, und machte es 1835 durch einen schö- nen Stahlstich in fol. bekannt. Leda steht nackt in einer Land- schaft, sanft lächelnd nach den hinter ihr mit ausgebreiteten Flü- geln stehenden Schwan gewendet. Sie hat so eben einen Kranz über seinen Hals gleiten lassen, und er erhebt den Kopf gegen ihre Lippen. Die Kinder kriechen aus den Eiern, In der Gallerie Sommariva war bis 1824 ebenfalls ein Bild der Leda, wahrscheinlich nach der Zeichnung im brittischen Museum von einem Schüler Leonardo's gemalt. S. die englischen Kunst- schätze. In der Gallerie Aguado war bis in die neueste Zeit eine alte Copie der Mona Lisa im Louvre. Sie galt früher in der Gallerie Sommariva für Original. Aguado erwarb sie 1835. Mr. Putois zu Paris besitzt ein schönes Bild, welches 1776 durch den Compositeur Piccini nach Frankreich kam. Dieser soll es von der Prinzessin Belmonte erhalten haben. Maria sitzt unter einem Throne und hält das Kind auf dem Kissen, welches die Mutter umhals't. Diese ist im Begriffe dem Knaben zwei Kirschen zu reichen. Durch das Fenster blickt man auf Landschaft. Im Cabinet des Arztes Ch. Patin zu Paris sah man im 17. Jahr- hunderte ein Bild der Madonna mit dem Kinde auf dem Schoosse, welches eine Lilie trägt. Leonardo soll dieses Bild für Franz II. gemalt haben, was unmöglich ist. Gest. von J. Juster für die Tabellae selectae Carolinae Patinae etc. Cologne (Padoue) 1690, fol. Mr. du Chamois besass um 1810 ein dem Leonardo zugeschrie- benes Gemälde, welches Joseph und Putiphar's Frau vorstellt. Ueber die Aechtheit verlautet nichts, In der Gallerie Orleans, welche 1706 zu London zerstreut wurde, waren drei Bilder unter Leonardo's Namen, darunter eine lebensgrosse halbe Figur, Columbine genannt. Es ist diess ein et- was phantastisch ausgestattetes Bild der Flora, eine junge, blonde und schöne Frau. Sie hält einen Jasminzweig in der Hand, und der Grund ist mit Blumen besäet. Dieses Bild besass früher Lord Melford, dann H. Udney, und aus der Sammlung des Königs von Hol- land im Haag kam es 1850 nach Russland. Dann waren zwei Frauen- bildnisse oder Idealköpfe in der Gallerie Orleans. Der eine hat die Haare eben zusammengeflochten, der andere ist phantastisch frisirt,

Parma,

In der Sammlung des Grafen Sanvitale ist das Bildniss des Kanzlers Girolamo Morone, welches bei Duca Scotti zu Mailand in schöner Copie vorkommt. Ausser Zweifel ist aber auch das Bild des Grafen nicht. Es soll aus der Gallerie in Modena in die Sammlung Carotti gekommen seyn, welche Sanvitale besitzt. '

Dann ist in diesem Hause auch eine heil. Familie mit St. Mi- chael, welcher dem Kinde die Waagschale des Weltgerichts reicht, bezeichnet: Leonardo Vinci fece 1402. Ein ähnliches Bild ist im Louvre unter dem Namen »Vierge aux balances« bekannt.

' St. Petersburg.

In der k. Eremitage sind acht Bäder unter Leonardo's„N:- men aufgezählt, von denen aber nicht die Hälfte ächt seyn dürfe

Heilige Familie in halben Figuren; Maria hält das Kind, wel- ches nach der Schale des Johannes reicht. Hinter ihr steht Joseph, und eine reich gekleidete weibliche Figur, angeblich die Gemal- lin des Herzogs Giulio de Medici. Auf Holz, in Raphael's Weise behandelt. Auf dem Buche, worauf das Kind 'steht, ist ein Mo- nogramm, welches aus dem Buchstaben D besteht, in welchen da V gezeichnet ist, abgebildet auf dem Titel des Werkes von Gil- lenberg. Etwa 5 F. hoch, und 4 F. breit. /

Man glaubt, dass diess jenes Bild sei, welches Leonardo f | Leo X. gemalt hat, wie oben S. 313 erwähnt. Im Jahre 1851 w | es noch im Hause Salvadori zu Mori bei Roveredo. Hand (Kun | und Alterthum in St. Petersburg, 1827) beschreibt es daher nicht | sondern nur die folgenden Bilder, |

Die heil. Familie, Kniestück in lebensgrossen Figuren, in der | Eremitage als Original erklärt. Im Schoosse der Maria ruht| das Kind, welches sich beim Emporrichten an den Busen der| Mutter festhält. Joseph tritt links, mit über einander geschlagen | Armen heran, und rechts neben Maria liest St. Catharina im Bu | che. Dieses Bild ist sehr fleissig vollendet, und von meisterhafter Rundung der Formen. Im Antlitz der Maria spricht sich das be | kannte Lächeln der Lieblingsphysiognomie Leonardo's in grosser Anmuth aus. ; |

Ein anderes, als ächt bezeichnetes Gemälde ist das Brustbil | einer andächtigen Jungfrau von bezaubernder Anmuth. Dieses Werk hat gelitten.

Ein weiteres Gemälde wird unter dem Namen der Belle Feroun- miere gezeigt, und kam aus Houghton nach Petersburg. Hier wal- tet ein Irrthum ob, indem das Bild mit jenem in der Gallerie des Louvre nicht übereinstimmt. Die dargestellte Person ähnelt der Mona Lisa in Paris, nur ist sie bis an den Unterleib nackt, und das violette Gewand legt sich über die Balustrade, welche auch auf dem Bilde der Mona Lisa in Paris sichtbar ist. Die halb nackte Gestalt der Eremitage ist eben von keinem hohen Reiz, da die Form zu fleischig ist. Der Kopf ist im Profil genommen und bildet ein schönes Oval, während das Pariser Bild eine rund liche Form hat, und der Kopf von vorn sich zeigt. Das Haar fällt in Locken herab, nur einige Flechten laufen aufwärts, und bilden über der Stirn einen Knoten. Bewunderungsfein sind die Hände, ausserdem aber ermangelt die Haltung.

Körpers der Freiheit, Das Colorit hat sein frisches Leben verlo- ren, überall sind Spuren öfterer Uebermalung sichtbar, Gest. von J. B. Michel für Boydell's Verlag, unter dem Titel: Joconda Mistress to Francis I., kl. fol. Ein kleines Bild der Maria, welche eben das Kind gesäugt hat, angeblich von Leonardo gemalt, ist wahrscheinlich nur aus seiner Schule. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, ebenfalls klein und Schulbild. Das Kniestück einer heil. Familie, und das Portrait eines Mäd- chens tragen mit Unrecht den Namen Leonardo's. In Labensky's Gallerie de l'Eremitage sind die genannten Bil- der gestochen, bis auf das erste. Dann soll auch das Bild des Engels, welches wir S. 284 er- wähnt haben, nach Russland gekommen seyn. Auch das Bild des Heilandes mit der Weltkugel aus der Sammlung Cœsfelt zu Lon- don ging 1837 dahin ab. Es ist von B. Luini gemalt, Im Jahre 1850 kaufte der Kaiser das berühmte Bild der Co- lumbine aus der Sammlung des Königs von Holland um 40,000 fl. Vgl. die Schätze im Haag. In Moskau befindet sich nach Handl. c. I. 28 ein Familienstück, wel- ches in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der russische Re- sident auf Malta besass. Es stellt einen bejahrten Mann und eine alte Frau mit vier Kindern dar. Dieses Bild soll von aus- nehmender Schönheit seyn. Pommersfelden. In der gräflich Schönborn'schen Gallerie ist das Bild einer schönen Frau oder Madonna, welche sich mit dem linken Arm auf ein Podest stützt, und das auf einem saftgrünen Kissen sitzende Kind hält. Früher ging dieses berühmte Bild unter dem Namen Raphael, jetzt wird es L. da Vinci genannt. Die erste Benennung war augenscheinlich ganz irrig, die zweite kommt nach Waagen (Kunstwerke in Deutschland I. 121) insofern der Wahrheit un- gleich näher, als in den Charakteren und der Farbengebung der Einfluss des Leonardo unverkennbar ist, und Färbung und Mal- art sicher nach der Lombardei weisen. Es dem Leonardo selbst beizumessen erlaubt aber nach Waagen weder die portraitartige und keineswegs in den Formen, z. B. der kurzen Nase, schöne Bildung der Maria, noch die mehr weiche und zarte, als energi- sche und tiefe Gefühlsweise, noch endlich die in einigen Theilen, z. B. dem Haar, etwas kleinliche Behandlung. Dagegen findet Waagen Uebereinstimmung mit der schönen das Kind säugenden Maria im Louvre, welche als Werk des Andrea Solario genannt wird. Vergl. Waagen, Kunstwerke in Paris III. 455. Auch in Pommersfelden findet sich jener liebliche Ausdruck in den Köpfen, die feinen, völlig, trefflich modellirten Formen des mei- sterlich verkürzten Kindes, mit der Angabe der vielen Flächen im Contour, mit den rötlichen Zehen und Ellbogen. Auch hier erkennt man in dem nur noch helleren Fleischton, mit den zart- bläulichen Halbtinten, den schwärzlichen, aber doch klaren Schat- ten, dem schönen Blau des gut eröffneten Mantels, dem in den Lichtern weißröthlichen, in den Schatten orangenen Schillerstoff des Untergrundes, endlich in dem höchst verschmolzenen Vortra- gem mit sehr klaren und auf das feinste zerriebenen Farben den Schü- ler des Gaudenzio Ferrari. Nur der röthliche, zum Theil sehr dunkle Hintergrund, besonders eine Säule ist breiter und theil- weise mit Benützung des Grundes in den lasirten Lichtern behan- delt. Von sonderbarer Schönheit in Form und Ton ist die herab-

Potsdam,

In der k. Gallerie ist ein Bild des Vertumnus, welcher unter der Gestalt einer alten Frau die Pomona zu verführen sucht. Die- ses Bild, welches wir irgendwo als ein unendlich herrliches Werk bezeichnet fanden, kam unter Napoleon nach Paris, wo es einen scharfen Firnisüberzug erhielt.

Auch in der Gallerie zu Söder war ein solches Bild.

Rom. Im Refektorium von S. Onofrio ist eine Madonna mit dem

Kinde und dem Donator des Bildes in halber Figur. Sie sitzt auf einem Altar und hält eine Nelke, welche das Kind auf ihrem Schoosse mit der Linken fasst, während es drei Finger der Recb- ten empor hält, nach dem Donator geneigt. Dieses Bild ist in

Fresco gemalt und jetzt unter Glas, nach d'Agincourt eines der Werke, welches Leonardo für Balthasar Turini ausführte, wie wir oben S. 312 angegeben haben. Dieses von Palmaroli restau- rierte Bild gehört zu den Merkwürdigkeiten der Stadt.

Im Umriss bei d'Agincourt, Peinture, p. 174.

Ferner gest. von G. Marri und von Longhi vollendet. La Ma- donna del Divoto 1828, gr. fol.

Die Gallerie des Cardinal Fesch (Palazzo Falconieri), welche 1844 den Weg der Auktion ging, bewahrte einige Bilder unter Leonardo's Namen.

Copie der heil. Familie, welche wir unter den Schätzen der

Kunsthändler Woodburn in England erwähnt haben. Die Com- position ist durch F. Forster's Stich (Vierge au basrelief) bekannt. Das Gemälde der Sammlung des Cardinals hat nachgedunkelt.

Ölcopy eines Cartons in der Ambrosiana zu Mailand, wo

Maria dem Kinde die Brust reicht. Gerli hat den Carton gesto- chen. Im Louvre ist eine Copie von Solari.

Der heil. Hieronymus in der Felshöhle sitzend, untermaltes Bildchen, wahrscheinlich jenes, welches Angelica Kaufmann besass. Der Kopf des Heiligen ist bewunderungswürdig modellirt. Ein Hochrelief, zwei Palm hoch in gebrannter Erde, besass im vorigen Jahrhunderte der Maler Ignaz Hugford. Pontormo und Rousso ler- tigten darnach Zeichnungen und Gemälde. Gerli hat den Entwurf zu einem die Stirne sich schlagenden Hieronymus gestochen.

Eine nackte Magdalena, halbe Figur, wahrscheinlich aus Leo-

nardo's Schule.

Copie der Mona Lisa, welche unbekleidet ist, und wohl nach dem Bilde aus Houghton in der Eremitage zu St. Petersburg fertiget wurde.

Ein ähnliches Bild besass Dr. Ch. Patin in Paris, Gest. von J. Juster,

Lanzi nennt aus dieser Sammlung noch einen unvollendeten Frauenkopf, vielleicht der Freundin des Cardinals Alessandro Alb- ani, einer Donna Lepri. Die Marchesa Vittoria Lepri besass um 1804 eine Madonna, angeblich aus dem Hause Albani,

In der Gallerie Sciarra Colonna ist ein berühmtes Bild, wel- ches die Bescheidenheit und Demüthigkeit vorstellt, halbe weibliche Figuren, die eine in grauer Hauskleidung züchtig verhüllt, die andere mit Blumen und Schleier in den Händen wohlgefällig aus dem Gemälde herausblickend. Beide legen freundlich die linken Arme übereinander, das Aschenbrödel aber hebt mahnend die rechte mit dem Zeigefinger empor.

In der Gallerie Barberini und bei Lucian Bonaparte sind Wie- derholungen. Passavant, Kunstblatt 1853, S. 205, erklärt sie als Bilder von Luini.

Gest. von F. Scotto, qu. fol. A, Campanella, gr. fol.

In der Gallerie Barberini ist eine Wiederholung des Bildes der Bescheidenheit und Eitelkeit im Palaste Sciarra Colonna, wel- ches wir oben beschrieben haben. Lanzi sagt, dieses Gemälde sei so vortrefflich colorirt, dass noch kein Colorist dessen Farbe erreichen konnte. Auch Ramdohr II. 310. nennt es eines der schönsten Werke des Meisters, nur kann er die zu Grunde lie- gende Idee nicht recht begreifen. Die Zeichnung ist äusserst be- stimmt bis zur Härte. Das Gewand und die Haare sind mit gröss- ter Sorgfalt behandelt. Die älteren Schriftsteller scheinen dieses Bild für Original zu nehmen, S. auch oben die Schätze der Gal- lerie Sciarra Colonna.

Gest. von Gio. Volpato 1770, qu. fol.

Richardson sah in dieser Gallerie auch ein Bild, welches Christus bei Maria und Martha vorstellt, im besten Geschmacke des Meisters gemalt. In Sanseuso ist eine ähnliche Darstellung. Amoretti weiss auch von einer Heroïas, wie sie uns in der Gallerie zu Wien begegnet.

Die Gallerie des Fürsten Lucian Bonapart bewahrte ein Bild- niss des Königs Franz I. von Frankreich, eines der vollendetsten Bilder, welche man von Leonardo kennt. Allein die breiten Züge des seltsam hässlichen Gesichtes mit den kleinen blitzenden Au- gen hat selbst Leonardo nicht adeln können. Wir lesen auch, dass im Louvre ein Bildniss dieses Königs sei. Diess stellt eine andere Person vor. Dann wird ihm das Kniestück einer Frau mit dem Becher zugeschrieben, und als eines der Hauptwerke erklärt man das Gemälde mit den halben Figuren der Eitelkeit und Be- scheidenheit, welche auch in der Gallerie Sciarra Colonna und in der Gallerie Barberini vorkommen. Jenes der Gallerie Sciarra ha- ben wir oben näher beschrieben.

Die Krone der Gallerie Doria (ehedem Pamphili) ist das Bild- niss der Königin Johanna von Arragonien, lebensgrosse halbe Fi- gur in rothem Sammtkleide und reich geschmückt. Sie erscheint in einem Garten mit Gebäuden, und die Vase in der Hand soll sie als Magdalena kennzeichnen. Diess ist das bekannte Ideal des

Es gibt von diesem Bildnisse mehrere Copien. Hirt (Böttiger's Notizenblatt 1826, Nr. 8) hält selbst das bekannte Bild dieses Na- mens in Paris, welches dort für Rafael gilt, für eine Copie nach Leonardo, welcher das Originalgemälde noch vor dem Wendepunkt seines Strebens gefertigt haben soll.

In der Galerie Borghese ist ein Bild der Leda, welches als bewunderungswürdig erklärt wird. Die nackte Schöne von mitt- lerer Größe steht in einer paradiesischen Landschaft, und der Schwan schmiegt hinterwärts seine langen Flügel um den reizend en Leib. Ihr Antlitz ist jenes der Königin Johanna in der Gala- rie Doria. Neuere Schriftsteller glauben, diesem Bilde liege eine Zeichnung im brittischen Museum zu Grunde. Im Haag und in Paris sind ebenfalls Bilder der Leda.

Das Bild der Madonna, welche lächelnd auf das auf dem Schoosse liegende Kind herabblickt, ehedem in dieser Galerie sichtbar, ist jetzt im Museum des Königs von Neapel. In der Ga- lerie Borghese vermutet man das Madonnenbild, welches Papst Clemens VII. erhalten haben soll. S. oben S. 285.

Die Galerie Aldobrandini hat ihre Schätze verloren. Da war das berühmte Bild des jungen Heilandes unter den Schriftgelehrten, welches jetzt in der National-Galerie zu London ist. Die Aldobran- dini besassen auch das schöne Bild der Magdalena mit dem Salb- gefässe, eine reich geputzte Dame, welche, Königin Johanna, genannt, in der Galleria Doria im Garten vorkommt, wie oben merkt. Leonardo soll dieses Bild in seiner Jugend gemalt haben, so dass er seinen bekannten weiblichen Originaltypus schon früh ausgeprägt hätte. A. Ricciani hat es gestochen, fol. Ein ganz ähnliches, angeblich dasselbe, besitzt Hofrath Adamowitsch in Wien. Dieses Gemälde soll aber von Luini gemalt seyn, vielleicht nach Leonardo's Carton. Die Haltung ist sehr grandios und Leonardisch.

In der Galerie Torlonia sieht man eine Copie der Mona Lisa im Louvre. Auch ein Bild der sogenannten Geliebten Französisch ist in dieser Sammlung.

Roveredo.

Die heil. Familie aus dem Hause Mori ist jetzt in St. Peters- burg. Unter den Schätzen der k. Eremitage haben wir dieses Bild beschrieben.

Sanssouci. In der k. Galerie ist ein Gemälde mit Christus bei Maria und Martha, halbe Figuren. Unter Leonardo's Namen von J. G. Bartsch gestochen 1760, fol., dann auch von Kilian, fol.

Ein zweites Bild ist jenes der Maria mit dem Kinde, welch einen Apfel hält, gest. von J. G. Bartsch, 12. Auch ein Gemälde mit Vertumnus und Pomona geht unter Leonardo's Namen, wie dahin gestellt seyn lassen.

Vaprio.

In dem von Leonardo erbauten Hause des Grafen Gio. Melzi ist ein colossales Brustbild der Madonna mit dem Kinde in Fresco, welches wir oben S. 306 erwähnt haben. Es war 1706 noch ziem- lich wohl erhalten.

1 Vetnedig. 1 In der akademischen Zeichnungssammlung ist das Bildniss des Künstlers in Rothstein, ein herrlicher Kopf, von Leonardo selbst gezeichnet. Gest. für G. Bossi's Werk über das Abendmahl. 1 Auch mehrere flüchtige Entwürfe zum Abendmahl sind daselbst, Die Zeichnungen zu den grossen Apostelköpfen, ehedem im Palaste Sangrado, waren bis 1850 im Haag. Wien, In der Gallerie des Belvedere wird dem Künstler das Gemälde zuschrieben, welches die Herodias vorstellt, wie sie lächelnd dem Scharfrichter befiehlt, das Haupt des Johannes in eine Schale zu legen, welche auf dem Tische steht. Ganze Figuren in Lebens- bildniss. Man glaubt, dieses ausgezeichnet schöne Bild stamme aus der Gallerie Mazarin, es wird aber im Inventar nicht erwähnt, Gest. von A. J. Prenner in schwarzer Manier, kl. qu. fol. Gest. von J. Eissner, Gall. des Belvedere, kl. fol. Lith. von Zwin- ger, qu. fol. 1 Ein zweites Bild des Belvedere, auf welchem Herodias neben dem Scharfrichter das Haupt des Johannes auf einer Schüssel trägt, wird als Werk aus Leonardo's Schule erklärt, Brustbilder unter Lebensgrösse, ehedem in der Gallerie zu Brüssel, Gest. von J. Troyen, fol. Ein anderes Schulbild dieser Sammlung stellt den Heiland mit der Dornenkrone und einem Stricke um den Hals das Kreuz tra- gend dar. Beinahe lebensgrosses Brustbild, Berühmter als dieses Bild ist jenes in der Gallerie Lichtenstein. Gest. von Prenner, dann auch in S. von Perger's Galleriewerk des Belvedere. In der Gallerie des Fürsten Esterhazy ist ein ausgezeichnet schönes Gemälde, welches die heil. Jungfrau zwischen St. Barbara und St. Catharina vorstellt, alle drei stehend, während das Chri- stuskind auf den Tisch geneigt im Buche blättert. Dieses Bild wird immer für Original, Passavant (Kunstblatt 1838, S. 290) er- klärt es aber für Luini's Werk. Gest. von J. Steinmüller 1827, gr. fol. Baron Rumohr erkannte in dieser Gallerie auch ein kleines Madonnenbild als Leonardo (Schorn zum Vasari 4, 14). Dann ist auch ein Bildniss des Künstlers daselbst, ein geistreicher Kopf mit braunem Bart und schwarzem Haar. Er trägt ein dunkel violettfarbiges Kleid. Dieses Portrait soll des Meisters würdig seyn. In der Gallerie des Fürsten Lichtenstein ist ein viel gerühm- ter Kreuz tragender Christus, wie im Belvedere nur Brustbild. Neuere Kenner, wie Passavant (Kunstblatt 1832, Nr. 66), erken- nen darin nur ein Schulbild, welches aber vorzüglicher ist, als je- nes der k. k. Gallerie. 1 Gest. von J. G. Janota, gr. fol. Punktirt von F. Fleischmann, nach A. Reindel's Zeichnung, fol. Auch in der Gallerie des Grafen von Thurn ist ein kreuztra- gender Christus, dann eine Madonna mit dem Kinde und Johan- nes, Die Originalität wird bestritten. Der Hofrath Adamowitsch besitzt eine Magdalena mit der Sal- benbüchse, halbe Figur. Sie soll aus der Gallerie Aldobrandini stammen. Gest. von A. Ricciani, fol.

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XX. 22

Graf Kaunitz besass ein Bild der Leda, welches dann in die Sammlung des Grafen Firmian zu Leopoldskron überging.

Gest. von Gerli tav. VIII,

In der Minoritenkirche ist Raffaeli's Mosaikcopie des Abend- mahles. S, oben S, 200.

Leonardo's Handschriften, dessen Trattato della pittura, und die Zeichnungswerke,

Dieser merkwürdige Künstler hinterliess auch mehrere Hand- schriften, welche gewöhnlich von der Rechten zur Linken geschrie- ben, und mit Zeichnungen versehen sind, so dass der Gedanke mit der Illustration Hand in Hand geht. Leonardo zeigt sich in die- sen Werken als ein tiefsinniger Physiker und Mathematiker, der seine Theorie stets auf Erfahrung baut, mit der durchdringend- sten Einsicht eine höchst fruchtbare Erfindungsgabe verbindet, und vielen später berühmt gewordenen Physikern und Mathematikern in wichtigen Erfindungen und Entdeckungen vorangeht. Der be- rühmte Physiker J. B. Venturi, welcher in Paris einen Auszug des wissenschaftlich Merkwürdigen aus seinen Handschriften ge- macht hat (Essai sur les ouvrages physico-mathematiques de L. da Vinci etc. Paris 1797, 4.) sagt, man sehe daraus, dass die Malerei nur ein Theil der Beschäftigungen dieses außerordentlichen Gei- stes gewesen sei. Die Spekulationen, die er in seinen Handschrif- ten niedergelegt, beziehen sich hauptsächlich auf Geometrie; ein geometrischer Geist hat ihn in allen seinen Studien geleitet, wo er überall die Beobachtung der Naturerscheinung dem Lehrsatze vor- anstellte. Er spricht sich über den Gang seiner Forschungen selbst aus, wie er nämlich bei Behandlung eines Gegenstandes zuerst einige Versuche vorausschicke, da es sein Grundsatz sei, früher die Erfahrung zu Rathe zu ziehen, um dann zeigen zu können, warum die Körper gezwungen sind, nach diesem oder jenem Ge- setze auf einander zu wirken. Diess sagt er, sei die Art und Weise, welche man bei Untersuchung von Naturerscheinungen zu beobachten habe; er könne aber nicht wie die Natur mit dem Grunde beginnen, und mit der Erfahrung enden, sondern finde es angemessener, den entgegen gesetzten Weg einzuschlagen, mit der Erfahrung zu beginnen, und mittelst dieser die Ursachen davon zu ergründen. In der Mechanik kannte er unter anderen die Ge- setze der auf einen Hebelarm schief wirkenden Kräfte, den gegen- seitigen Widerstand der Hebelarme, die Gesetze der Reibung, wel- che in der Folge von Amontons entwickelt worden sind, den Ein- fluss des Schwerpunktes auf die ruhenden und bewegten Körper, die Anwendung des Princips des Stosses auf verschiedene Fälle, welche die höhere Analyse in unsern Tagen allgemein verbreitet hat. In der Optik beschrieb er vor Porta die sogenannte Camera optica, erklärte früher als Maurolico die Gestalt des Sonnenbildes in einer eckigen Öffnung, lehrte die Luftperspektive, das Wesen der farbigen Schatten, die Bewegungen der Iris, die Wirkungen, welche die Dauer des Eindruckes im Auge hervorbringt, und viele andere Erscheinungen im Auge, die man umsonst im Vitellione Su- chen dürfte. Leonardo da Vinci hatte nicht allein das schön be- merkt, was Castelli ein Jahrhundert nach ihm über die Bewegung des Wassers geschrieben hat, sondern er hat letzteren in diesem Theile bei weitem übertroffen, ungeachtet Castelli von ganz Ita- lien als Gründer der Hydraulik angesehen wird. Wenn nun Ven- turi diese Uebersicht mit dem Urtheile schliesst, man könne den Leonardo an die Spitze derjenigen Gelehrten der neueren Zeit stel- len, welche sich mit den physisch - mathematischen Wissenschaften

Ein grosser handschriftlicher und artistischer Schatz von Leo- nardo war bis 1796 in der Ambrosiana zu Mailand. Man bewahrte da 16 Bände mit Handschriften und Zeichnungen, 2 in fol., 3 in Quart, 3 in Oktav, 5 in Duodez und 5 in noch kleinerem For- mat, wahrscheinlich Studienbücher, deren der Künstler an seinen Gürtel gehängt immer bei sich trug, um Skizzen und Notizen zu machen. Nach einem dem jüngeren Mariette zugeschriebenen

Briefe (Lettere pittoriche II. 168 — 202) stammen 13 dieser Bände

aus dem Hause Melzi in Vaprio, da Francesco Melzi, der Schüler und Freund des Künstlers, sie geerbt hatte. Nach Francesco's

Tod wurden sie nicht mehr beachtet, so dass ein gewisser Lelio Gavardi von Assola es wagte, sich der Bände zu bemächtigen, um sie an den Grossherzog Francesco de Medici zu verkaufen. Der bekam Ambrogio. Tod des Fürsten brachte ihn aber zu einer anderen Gesinnung, und er liess den Raub durch den mailändischen Edelmann Maz- zenta der Familie Melzi wieder zu stellen. Allein diese nahm nur 7 Bände zurück, und überliess 6 dem Mazzenta, welcher einen davon dem Herzog von Savoyen schenkte. Einen zweiten Band

l'sigini, welcher nachher in den Besitz des eng- lischen Consuls J. Smith in Venedig überging, Den dritten schenkte der Cardinal Frederico Borromeo der Ambrosiana, und die übrigen drei Bände aus Mazzenta's Nachlass wurden Eigenthum des Bild- hauers Pompeo Leoni, von welchen sich ein starker Band im brit tischen Museum befindet. Zwölf Bände, welche in der Ambro- siana vorhanden waren, hatte der Graf Galeazzo Arconati gesam- melt, und 1657 der genannten Bibliothek geschenkt, wo der drei- zehnte als Geschenk des Cardinals Borromeo bereits vorhanden war. Im Jahre 1706 wurden sie als Kriegsbeute nach Paris ge- bracht, wo Cavy. Venturi seinen oben genannten Auszug machte. Nach dem Sturz Napoleon's wurden die eroberten Kunstschätze im Allgemeinen zurückgegeben, die Ambrosiana erhielt aber nur

mehr einen Band, den berühmten Codex atlantico zurück, die übrigen 12 Bände blieben in der Bibliotheque Mazarin im Ge-

bäude des französischen Instituts zu Paris. Diese Bände enthalten Viele handschriftliche Abhandlungen und eine Menge von Zeich- nungen, darunter einen Band mit Köpfen und Karikaturen, ge- gen 200 an der Zahl. Der Codex atlantico handelt hauptsächlich über Mechanik, und ist mit erläuternden Zeichnungen versehen,

Zu Holkham in England, jenem fürstlichen Landsitze des Gra- fen Leicester, welchen Hr. Coke erbte, ist eine Originalhandschrift mit verkehrten Zeichen in kl. fol., unter dem Titel:. Libro origi- nale della natura, peso e moto delle Acque da Lionardo da Vinci, im tempo di Ludovico il Moro, nel condare che fece le acque del Naviglio della Martesana dell' Adda a Milano, mit erläuternden

Dann erwähnt Amoretti noch einer Handschrift, oder Abschrift einer solchen von Leonardo, welche in der Academia Etrusca haben soll. Sie hat den Titel: Opinione di L. da Vinci sul modo di dipingere Prospective, Ombre, Lontananze, Altezze, Bassezze, da vicino e de lontano etc. Diess ist wahrscheinlich der Trattato della Prospettiva, und der erste Theil der von Amoretti erwähnten Handschrift unter dem Titel: Discorso sopra il disegno di L. da Vinci, Parte seconda. Leonardo weist darin in mehreren Paragraphen auf einen Trattato della Prospettiva hin, und die Opinione etc. haben die Perspektive zum Grunde. Eine einzelneHandschrift ist die auf der Ambrosiana liegende Handschrift De linee et umbra. Diesen Traktat schrieb der Künstler 1400.

Leonardo's berühmter Traktat über die Malerei blieb ebenfalls mehr als 150 Jahre in Handschrift, und zirkulirte in mehreren Abschriften, bis er endlich 1651 gedruckt wurde. Zu Vasari's Zeit besaß ein mailändischer Maler das Manuscript, und er wollte in Rom drucken lassen, was aber unterblieb. Endlich fand Dufresne in Paris zwei Handschriften vor, wovon die eine Chantelou in Rom von Cav. del Pozzo erhielt. N. Poussin fertigte dazu Figuren im Umriss gezeichnet, und Charles Errard schattirte, mit dem Stiche; war aber Poussin so unzufrieden, daß er die Umrisse nicht mehr kennen wollte. Die zweite Handschrift, welche Dufresne benutzte, gehörte einem H. Thevenot, beide sind unvollständig, und daher alle Ausgaben mit dem Pariser von 1651. Erst 1817 erschien eine vollständige Ausgabe durch Manzi und G. Rossi, da sich in der vatikanischen Bibliothek eine bis dahin unbekannte Handschrift aufgefunden hatte. Die erste Ausgabe hat folgenden Titel: Trattato della Pittura di L. da Vinci, al quale sono giunti i tre libri della Pittura, ed il trattato dello Statua di L. B. Alberti, data in luce con la vita del l'istesso autore, scritta da Rafaello Trichet du Fresne. Mit Kupfern und Dedication an die Königin Christina von Schweden. Parigi 1651, fol. Demselben Jahre erschien auch eine Ausgabe mit französischem Texte: Traité de la peinture de L. da Vinci. Donne au Public, trad. d'Italien en Français par R. F. S. D. C. (Rol. Freard et de Chambray, Chantelou's Bruder). Mit Kupfern von R. Locht nach Poussin's Zeichnungen. Paris, Langlois 1651, fol. Weitere Ausgaben dieses Werkes sind: Traité de la peinture de L. da Vinci revu et corrigé, Traduction de M. de Chambray, revue par Trichet du Fresne. Paris 1716, 8. Diese geschätzte Ausgabe enthält Leonardo's Bildniß nach Poussin, und Umrisse nach den Zeichnungen des letzteren. Im Jahre 1724 erschien eine neue Auflage, und 1740 die letzte mit diesem Texte 8.

Trattato della pittura. Abdruck der Pariser Ausgabe.

*) Einige legen die Blätter dem H. van Swanevelt bei, als Anhang zum Werke dieses Meisters.

I. da Vinci's praktisches Werk von der Malerei, Aus dem Ital. von J. G. Bohm. Neue mit dem Leben des Verfassers ver- mehrte Ausgabe. Mit 209 KK. Nürnberg 1780, 8. Frühere deut- sche Ausgaben erschienen zu Nürnberg 1724, 4., und zu Leipzig 1751 8.

Trattato della Pittura di L. da Vinci, ridotto alla sua vera lezione sopra una copia a penna di mano di Stefano della Bella, con le figure disegnati dal medesimo, corredato delle memorie per la vita dell'autore e del copiatore. Con stampe Firenze 1762, 4. Diese Ausgabe besorgte F. Fontani, und benützte ausser der Edi- tio princeps eine Handschrift der Bibliotheca Riccardiana in Florenz,

A Treatise on Painting by L. da Vinci. Faithfully translated from the Original Italian — by J. F. Rigaud, Illust. with 23 cop. pl. and other figures. To which is prefixed a new life of the au- thor drawn up from authentic materials by J. S. Hawkings. Lon-

don 1802, 8.

Trattato della pittura di L. da Vinci. Mit Bildniss und KK. Milano, della societäa tipografica de' classici italiani. Anno 1814, gr. 8. Diese Ausgabe besorgte C. Amoretti, und fügte die Me- morie storiche su la vita, gli studi e le opere di L. da Vinci bei.

Trattato della pittura di L. da Vinci, tratto da un codice della

— Bibliotheca Vaticana e dedicato alla Maesta di Luigi XVIII. Re di Francia. 2 Voll. mit KK. und Leonardo's Bildniss. Roma 18917, 4. Diese Prachtausgabe besorgte G. Manzi nach einem neu

fundenen, vollständigeren Codex' in der Vaticana, und G. ossi fügte Anmerkungen hinzu. , Traite de la peinture de L. da Vinci. Abdruck der Pariser Ausgabe, von Gault-de-St. Germain. Paris 1803. Geneve 1820, 8. da Vinci Verhändeling over de Schilderkunst, benevens het

leven van de Schryver door J. Vos. Met pl. Amsterdam 1827, 8.

A Treatise on Painting by L. da Vinci, faithfully translated from the original italian, and digested under proper hands by J, F. Rigaud. Illust. by 23 cop. pl. with a crit, account of his works, by J. W. Brown. London 1838, 8.

Ausserdem ist von Leonardo nur das Fragment einer Abhand- lung über die Anatomie und den Bau des menschlichen Körpers gedruckt. Dieses Werk gab der Kunsthändler E. Cooper in Lon- don zu Anfang des 18. Jahrhunderts unter folgendem Titel heraus: General - Instruction for drawing and designing human figures re- duced to geometrical rules from the Original- drawings of L. da Vinci. Fragment d'un traite sur le mouvemens du corps humain de la maniere de dessiner les figures suivant les regles gCometri- ques etc. Es enthält nach Mariette ( Lettere pittoriche II. 199.) neun Blätter. Einige enthalten Demonstrationen und Figuren mit italienischer Erklärung von Leonardo und beigefügter englischer Übersetzung, andere stellen männliche und weibliche Figuren in blossen Umrissen dar. In neuester Zeit kam noch eine andere Abhandlung hinzu, unter dem Titel: Tabula anatomica L. da Vinci, summi quondam pictoris e Bibl. Aug. Mag. Brit. Reg. de- monstrans, venerem obversam et legibus naturae hominibus solam convenire ostendens. Mit einer Tafel. Lunaeburgi 1830, gr. 4. Früher machte J. Chamberlaine zwei Tafeln mit vieler Schrift aus dem brittischen Handzeichnungs - Cabinet bekannt. Hier ist ein Schatz von 235 anatomischen Zeichnungen auf blauem und ge-

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