Victoria, Vicente

Victoria, Vicente, Maler, geb. zu Valencia 1658, studirte in sei- ner Jugend Mathematik, Philosophie und Theologie, hatte aber auch eine solche Liebe zur Kunst, dass er nach Rom sich begab, um unter Carlo Maratti der Malerei sich zu widmen. Er zeich- nete hier nach der Antike, copirte Rafael und andere grosse Mes- ter, und pflegte auch das eifrigste Studium der Natur. Anatomie und Perspektive betrieb er ebenfalls mit Vorliebe, und im Besitze aller Mittel, welche damals einen Maler gross machten, gelangte er bald zum Ruhme. Seine wissenschaftlichen und archäologischen Studien brachten ihn mit allen römischen Gelehrten und Alter- thumsforschern in Verbindung, und die Bilder, welche er für St. Maria in Araceli, und für die Nonnen della Concezione ausge- führt hatte, verbreiteten seinen Künstlerruf weit hin. Der Herzog Cosmus III. von Toscana ernannte ihn zum Hofmaler , und trug ihm auf, das eigenhändige Bildniss für die Portraitsammlung der Tribune in Florenz einzusenden. Diesem Herzog widmete Vicente die Radirung, welche Rafael's Madonna di Fuligno vorstellt. In Rom zum Priester geweiht, ertheilte ihm der Papst Clemens XI. ein Canonicat der Collegiatkirche S. Felipe in Xativa, worauf der Künstler Rom verliess, um seine Installirung zu erlangen. Doch lebte er die meiste Zeit auf seinem Landhause bei Valencia, wo seine Bibliothek und seine Kunstsammlung zu den Merkwürdig- keiten gehörten. Mit Don Horacio Albani, dem Bruder des Pap- stes, stand er in fortwährendem Briefwechsel, da Victoria in Rom

‚ Victoria, Fürstin v. Anhalt-Bernburg. — Vidal, D. 225

mit diesem gelehrten Dilettanten innige Freundschaft geschlossen hatte. Später dedicirte er ihm seine »Osservazioni sopra il libro de la Fiamma Pittrice «, welche 1703 in Rom gedruckt wurden. Er — vertheidigte in sieben Briefen, welche vom 15. März bis 3. Oktober 1670 geschrieben sind, Rafael und die Carracci'sche Schule gegen Malvasia, fand aber an J. P. Zanotti einen Gegner. Victoria lebte damals wieder in Rom, da er zu Anfang des 18. Jahrhunderts Spa- nien verlassen hatte. Der Papst ernannte ihn zu seinem Antiquar. In dieser Eigenschaft befasste er sich auch mit einer Kunstgeschichte, welche nicht im Drucke erschien, da der Künstler vor der Voll- lendung starb. Auch das Leben des Carlo Maratti schrieb er, wel- ches ebenfalls in Handschrift blieb. In den römischen Palästen war auch Gemälde von ihm, die meisten seiner Werke sind aber in — Spanien. Die Capilla del Sagrario in der Cathedrale zu Valencia zierte er in Fresco aus. In der Capelle des Professhauses der Je- suiten daselbst sind die Bilder der Capelle von ihm in Fresco ge- ' malt, und in S. Francesco zu Valencia findet man Oelbilder von ' seiner Hand. Mehrere andere Werke sind in den Klöstern zu Mo- ‚ rella und Forcal, welche C. Bermudez aufzählt. Victoria starb zu Rom 1712. / Eigenhändige Radirungen, Die Blätter dieses Meisters zeugen von übungter Hand, sind er selten. Sie stehen in einem Werthe von circa 2 Thl.

  1. Die Madonna di Foligno, nach Rafael's berühmtem Bilde im Vatikan von der Gegenseite radirt. Vincentius Victoria Hi- span. Cano. — Il. P. Cosmo II. Mag. Etrur. Duc. fol.

  2. Die büssende Magdalena, unter dem Baume rechts am Felsen in himmlischer Entzückung. Sie stützt den linken Arm auf den Todtenkopf, welcher halb mit ihrem Gewande bedeckt ist. Links in der Ferne Landschaft mit Bäumen und Bergen. Unten steht: Vins, Victa. Valens. In. et fe. Rom, H; 6 Z.IL., Br.4 Z. 2 L. ; ' 3) Die Marter des heil. Sebastian. Er ist in einer Landschaft ' an den Baum gebunden, und von Pfeilen durchbohrt. Wie oben bezeichnet, 4 . Die früheren Abdrücke kommen von der geätzten und pünktirten Platte. Diese wurde später mit dem Stichel über- gangen.

ttoria, Fürstin von Anhalt-Bernburg, ist aurch etliche Radi- rungen bekannt. In Frenzels Catalog der Sternberg'schen Samm- lang werden ihr folgende zugeschrieben:

  1. Ein Bär auf der Zinne einer Burg, qu. 12.
  2. Landschaft mit Ruinen, qu. 12

ktorin, A, Buisson pinx., steht auf dem Bildnisse eines Staats- Mannes mit grosser Perücke in einem Kranze von Eicheln, wel- ches P. v. Saluppen gestochen hat, s. gr. roy. fol. ‚_ Dieser Künstler ist wahrscheinlich Alexander du Buisson, Geist- liche der Abtei St. Victor in Paris, welcher schöne Bildnisse malte.

‘Ctors, J., s. J. Victor,

‘d3l, Diego (el Viejo), Maler, geb. zu Valmaseda 1583, wid- mete sich in seiner Jugend den Wissenschaften, und begab sich nach Rom, wo er die Malerei erlernte. In der Cathedrale

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