Victor oder VICTOR, Jan, Maler, war vermutlich aus Amster- dam, und muss von einem Jakob Victor unterschieden werden, dessen Existenz von einigen bestritten wird, Ein Jan Victor wird unter die Schüler von Rubens gezählt. Man schreibt ihm das Bild der Heimsuchung Mariae zu, welches in einer Capelle der St. Jakobskirche zu Antwerpen sich befindet. Man erkennt darin die
Schule des Rubens, das Colorit soll aber kalt und in den Schat- ten schwarz seyn. Wenn dieses sich so verhält, so ist dieser Mei- ster von einem anderen Jan Victor, dem Schüler oder Nachahmer Rembrandt's zu unterscheiden, welcher zu den bedeutendsten Ma- lern seiner Zeit zu zählen ist, Er hinterliess Meisterwerke, wel- che eben so selten als kostbar sind. Sie beurkunden einen geist- reichen Künstler, welcher in seinen Bildern Ausdruck, malerischen Reiz und eine Farbenfrische brachte, wie Rembrandt und Jan van Steen. Es wurden daher einige seiner Gemälde dem Rembrandt beigelegt, Im Museum zu Amsterdam ist ein Bild, welches Joseph vorstellt, wie er im Gefängnisse den beiden Kämmerlingen den Traum auslegt, wahrscheinlich jenes, welches früher im Cabinet des J. L. van der Dussen in Amsterdam war. Der Ausdruck der Freude und des Schmerzes stehen hier in merkwürdigem Contraste. Auch die Zeichnung ist von grosser Correctheit, und die Färbung sehr lebendig und wahr. Eben so meisterhaft ist ein kleines Bil der Anbetung der Könige mit zwölf Figuren, welches 1843 aus der Gallerie Agada in Genua für 1750 Fr. wegging. Im Louvre dieselbst ist von Jan Victoor ein Gemälde, welches die Scene schil- dert, wie Isaac dem Jacob den Segen der Erstgeburt ertheilt. Diese
Doch kommen unter dem Namen Jan Victor oder Victors auch Genrebilder vor, worunter gewöhnlich der Nachfolger Rembrandt's verstanden wird. Balkema (Biographie des peintres flamands et hollandois) behauptet, diese Bilder seyen noch geschätzter. Dervilliers l'aing stach nach einem Jan Victoor, wohl nach unserm Meister, das Bild eines Mädchens am Fenster, kl. 4. Im Cabinet Spengler zu Copenhagen war bis 1830 eine grosse Bister-zeichnung von J. Victor, welche eine Hirtenfamilie, mit zwei Hunden vorstellt, ehedem in der Sammlung Veith zu Schaffhausen.
Die Thätigkeit dieses Meisters ist um 1650–70 zu setzen. Dillis (Catalog der Münchener Pinakothek) lässt ihn 1670 sterben.
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