Vicentino, Andrea de Michelis, Maler, wurde 1530 in Vicenza , nach anderen in Venedig geboren, und nach der gewöhnlichen Annahme von Palma jun. unterrichtet. Andere machen ihn zum Schüler des älteren Palma, welcher aber 1548 starb, wo Vicentini neun Jahre alt war. Doch auch Palma jun. kann sein Meister nicht gewesen seyn, indem dieser erst 1574 nach Venedig kam. Andrea scheint mehr unter dem Einflusse des Paolo Veronese zu stehen, besonders in den breiten Massen. Bei anderer Gelegenheit ahmte er den Tizian nach, wie im Chore der Kirche ai Frari zu Venedig . In einigen Gemälden ist er Nebenbuhler des jüngeren Palma, wie im Saale del Maggior Consiglio in der genannten Stadt. Vicentino ist nur ein flüchtiger Nachahmer anderer Meister, ein mit Ruhm gekrönter kühner Mannierist. Lanzı nennt
In der letzten Zeit seines Lebens begab sich Vicentini nach München, wo der von Maximilian I. unternommene Residenzbau zu Ende ging. Er malte im Kaisersaale mehrere Darstellungen aus der Bibel und der Geschichte des alten Roms an die Wände. Im Audienzzimmer war das grosse Gemälde, welches sich jetzt in der Pinakothek zu München befindet. Es stellt die Belehnung Maximilians I. mit der Würde dar. Der römische und der deutsche Kaiser sitzen auf erhabenen Thronen, umgeben von den sieben Kurfürsten. Auch die Könige von Frankreich und Spanien , der Doge von Venedig, der Herzog von Savoyen und der Großherzog von Toscana sind zum Feste geladen. Oben schweben allegorische Figuren. Sieben andere Bilder des Künst- lers, jene der sieben Planeten, und eine Gesellschaft bei Musik und Tanz, sind seit Jahren in Schleissheim zurückgestellt.
Vicentini starb 1614 (1616). In Zanotto's Pinacotheca della Accademia Veneta findet man das Bildniß des Meisters.
Stiche nach Vicentini.
Christus auf der Hochzeit in Cana, Composition von 39 Fi- guren. Andrea Vicentino Inventor. MP. F. 1504. Cum privilegio S. Mariae Veneti per annos 25. Im Rande auf drei Täfelchen: Al- lill.mo Sig. Aluise Mich., fü del Ch.mo Sig. Pietro Antonio Da An- drea Vesentino etc. La presente opera è in Venetia nella chiesa di ogni Santi Dipinta per mano di Andrea Vicentino. Heinecke er- klärt die Buchstaben MP. F. auf Martin Plegink. H. 28 Z. 3L., Br. 23 Z. 7 Z.
Die zweiten Abdrücke haben die Adresse: Stefano Scolari for- mis in Venetia.
Dieselbe Composition, von Nat. Cochin für das Werk des Cath. Patin gestochen, aber mit Abweichungen, qu. fol.
Die Kreuzabnehmung, das Bild in der Gallerie zu Venedig gest. von A. Viviani, für Zanotto's Pinacotheca Veneta, fol.
Die Marter des heil. Lorenz, 1580, von einem unbekannten Monogrammisten AC S. stark radirt, gr. fol.
Der heil. Franz Xaverius, welcher die Heiden bekehrt, ohne Namen des Stechers. Aus Louisa's Il grande Teatro della pittura etc. di Venezia, s. gr. fol.
Der Doge von Venedig empfängt vom Papst den Ring, f. qu. O.
Der Doge, wie er den Sohn des Kaisers Friedrich dem Papst vorstellt, gr. qu. fol.
Der Empfang Heinrich II. von Frankreich in Venedig 1574 r. u. O.
Diese Blätter sind aus dem Grande Teatro di Venezia.
Die Bilder in der oben erwähnten Residenz zu München, gemalt in Culmbach's triumphirendem Wundergebäude der kurfürstlichen Residenz, fol.;
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