Vicentini oder Visentini, Antonio, Maler und Kupferstecher von Venedig , war Schüler von A. Pellegrini, und widmete sich Anfangs mit Erfolg der Baukunst . Dann malte er unter A. Ca- nale's Leitung architektonische Ansichten, welche Tiepolo und Zuccharelli mit Figuren staffirten. In der Gallerie zu Venedig sieht man ein Bild, welches das Innere eines Hofes mit Figuren vor- stellt. Er malte viele venetianische Ansichten, die wahrscheinlich in den Palästen und Häusern der Stadt sich finden, und teilweise für Canale gelten. Vivares stach nach ihm sechs Ansichten von Säulengängen und Gartenpalästen, fol. Auch J. Woagner stach sechs architektonische Ansichten nach ihm. Im Jahre 1769 besorg- te er eine Ausgabe der vier Bücher des Palladio, fol. Dieser allge-
mein geachtete und vorzügliche Künstler zu Venedig 1782, im 14. Jahre, In der Gallerie zu Leopoldskron ist sein Bildniss in Oel. . . . .
Wir haben von Visentini eine bedeutende Anzahl von radir- ten Blättern, die meistens geistreich behandelt sind, -
- Das Bildniss des Künstlers, jenem des A. Canale gegenüber, mit Verzierungen, Nach eigener Zeichnung geistreich ra- dirt, qu. fol.
- Alois Pisani, Doge von Venedig. P. Uberti pinx. In einer Einfassung von A. Crivellari, fol.
- Raccolta di vari schizzi, ornati etc. 24 Blätter mit Titel,
- Prospectus magni canalisi Venetiani, 46 Blätter nach Canale. Venetia 1735, fol.
- Ansichten von Venedig, wie der St. Markuskirche, des Do- genpalastes, verschiedener Kirchen, Canäle etc.; 40 Blätter, nach A. Canale, gr. qu. fol.
- Verschiedene Ansichten und Vignetten für das Werk von Guicciardini, 53 Blätter, q.
Vismaro: Males aus Florenz, wird von Vasari im Leben des Mariotto Albertinelli unter die Schüler dieses Meisters gezählt, scheint sich aber nach dem Tode desselben zu Francia Bigio gesellt zu haben; weil ihn Vasari im Leben dieses Meisters zu dessen Schülern zählt. Der genannte Schriftsteller setzt ihn in Zeichnung, Colorit, Fleiß und Methode über alle Schüler Albertinelli's, und somit auch über Francia Bigio, welcher in derselben Schule sich gebil- det hatte. In Florenz fand Vasari nur wenige Bilder von ihm, diese wenigen aber reichen nach seiner Ansicht hin, um Zeugniss, von ihm zu geben. Im Hause des Giovanbattista di Agnolo deli sah er ein rundes Bild, miniaturartig in Oel gemalt, Adam und Eva vorstellend, wie sie den Apfel essen. An demselben Orte war auch eine Kreuzabnehmung, wunderbar in der Stellung der Figu- ren, und von grosser Manierlichkeit. Dieses Bild kam aus' der Casa Doni in den Besitz des Marchese Manfredini zu Rovigo, wo es für Andrea del Sarto galt. Später wurde die Gallerie Eigen- thum des Patriarchal-Seminars in Venedig. Vismaro ging auf Ver- anlassung einiger florentinischer Kaufleute nach Ungarn, wo er vieles arbeitete und in Ehren gehalten wurde. Zuletzt aber konnte er nach Vasari die Prahlereien der Leute nicht mehr ertragen; und als er bei einer Gelegenheit gesagt hatte, eine Flasche Trebbianer und ein Berlingozzokuchen seien mehr werth, wie alle Könige und Königinnen, die je in Ungarn gelebt hatten, wollte ihn der Pöbel kreuzigen. Ein Bischof rettete ihn aus der Gefahr, und zog die Sache beim Könige ins Scherzhafte. Jetzt fand der Künstler wieder volle Anerkennung, genoss aber sein Glück nicht mehr lange, indem sein Körper dem Clima erlag. Vasari sagt, seine Arbeiten fallen in das Jahr 1512, Lanzi, nach einer handschriftli- chen Notiz, dass der Künstler in demselben Jahre in Ungarn ge- storben sei.
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