Viani, Domenico Maria, Maler, geboren zu Bologna 1668, war Schüler seines Vaters Gio. Maria, und begab sich dann zur wei- teren Ausbildung nach Venedig . Er adoptirte da aber nur den Ge- schmack der Schule in der reichen Staffage, und in den Beiwerken, im Uebrigen lässt sich in seinen Werken der Nachahmer der Car- racci und des Guercino erkennen. Seine Färbung ist kräftig, und in den Umrissen gibt sich ein geübter, sicherer Zeichner kund. In der Servitenkirche zu Imola ist ein Gemälde mit 50 lebensgros- sen Figuren, die Bischöfe von Imola in Verehrung der heil. Jung- frau vorstellend. In S. Spirito zu Bergamo wird ihm gewöhnlich eine Wunderscene des heil. Anton beigelegt, und als treffliches Werk gepriesen. Sie stellt den Heiligen dar, wie er durch ein Wunder einen Ketzer bekehrt, es ist aber nicht von Domenico, sondern von seinem Vater Giovanni gemalt. Zu seinen Hauptwer- ken gehören zwei Bilder im Palaste Ratti zu Bologna, welche Ju- piter und Ceres darstellen. Schön ist auch die liegende Venus mit zwei Amoretten in der Gallerie zu Dresden , welche man irrig dem Ant. Maria Viani beigelegt findet. Dieses Bild hat C. G. Schmutz gestochen. Eine andere Composition dieses Meisters ist durch einen Holzschnitt bekannt. Sie stellt den heiligen Elias in der Grotte dar, wie ihn sein Gefährte auf die Ankunft des Raben mit dem Brode aufmerksam macht, Helldunkel von zwei Platten, im ersten Drucke ohne Namen, im zweiten mit der Schrift: Dom: Viani Inv. et Depinse. Antonio Dardani Fece., fol.
Dieser Künstler starb 1711 in Pistoja, wo er das Gewölbe der Benediktinerkirche in Fresko malen sollte. Er brachte aber nur zwei Figuren zu Stande, worauf ihn ein tödtliches Fieber befiel.
Giuseppe Guidalotti Franceschini gab 1716 seine Biographie in Druck.
Bartsch, P. gr. XIX, p. 432 beschreibt nur ein Blatt von Viani (Nr. 1.), weil er keines der von Gori noch weiter erwähnten Blät- ter gesehen hatte. Er führte in dem von Bartsch beschriebenen Blatte die Nadel sehr enge und gerade, und da sich die Linien sel- ten kreuzen, sind die Schatten fast von gleichem Tone, wie das Übrige.
- Der heil. Joseph mit dem Kinde sitzend, welches auf dem Fussgestelle einer Säule steht. Unten links: Dom. Viani
Die seltenen alten Abdrücke sind braunröthlich. Bei Wei- gel 1 Thl. 16 gr.
Der heil. Philippus Benizzi von Engeln zum Himmel getra- gen. Er streckt die Arme aus, und ruht auf der Schulter eines Engels, während ihn zwei andere Engel unterstützen; links oben musizieren zwei andere Engel, und rechts sieht man drei Cherubimköpfe. Unten in der Landschaft liegt die Mitra, der Stab und ein grosses Buch. Dieses sehr geist- reiche Blatt ist bezeichnet: Dom. Mar. Viani Bonon. inu. et inc. H. 18 Z. 6 L., Br. 9 Z. 3 L.
Der heil. Johannes de Deo von Engeln in den Himmel ge- tragen. Links unten: Dom. Ma. Viani Bonon. inu. et inc. Schön und geistreich radirt. H. 11 Z. 6 L., Br. 7 Z. 9 L.
Vgl. auch Gio. Maria Viani.
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