Versteeg, Michel, Maler , geb. zu Dordrecht 1758 , war der Sohn des Uhrmachers und Schiffers Jan Versteeg, welcher Marinen zeich- nete und malte, und als Autodidakt grosses Lob verdient. Er liess es auch geschehen, dass der Sohn sich der Kunst widmete, und gab ihn dem Seemaler A. van Wanum in die Lehre. Hierauf bildete er sich unter Leitung des Malers Joris Pyns weiter aus, welcher ihn aber nur in der Oelmalerei förderte, da dieser Mei- ster Blumen und Früchte malte, wofür Versteeg wenig Neigung hatte. In jener Zeit machte er sich durch Landschaften bekannt, ?7 schlug aber auf Anrathen des Jan van Leen eine andere Richtung ein, da ihm dieser Genrebilder vorzüglicher holländischer Meister
zum Copiren gab. Von dieser Zeit an malte er Gegenstände, wie sie G. Dow, G. Schalken und R. de Hooghe liebten, meistens mit Kerzen und Lampenbeleuchtung. Diese Effektbilder sind sehr zart behandelt, und machten dem Künstler in weitem Kreise einen rühmlichen Namen. Keines seiner früheren Werke wurde für das Museum des Louvre um 6000 fl. angekauft, Linden van Slingh- land, der Gönner unsers Künstlers, besass ebenfalls einige Bilder von ihm, wovon eines bei der Auktion mit 1215 fl. bezahlt wurde.
Eines seiner schönsten Bilder ist die Spinnerin bei Lampenschein
in Schalken's Manier, welche sich in der reichen Sammlung des
H. Vrancken zu Lokeren befindet, und in de Barts Annales du
Salon de Gand, p. 06. abgebildet ist. Auch in den Sammlun-
gen Brantano zu Amsterdam , Onderwater van Puttershoeck, Zuy-
len van Nieuvelt, van Tets, van Suchtelen zu Dordrecht sind
Werke von ihm, mit dem Fleiss eines Meisters behandelt. Sehr
schön ist van Suchtelen's Bild, welches den nächtlichen Besuch
des Heilandes bei Nicodemus vorstellt. Dann finden sich auch
treffliche Zeichnungen in Tusche und Aquarell. J. Breme A. Z.
stach nach seiner Zeichnung das Bild eines lesenden Gelehrten
bei Lichtschein, qu. fol.
Versteeg war Mitglied des niederländischen Instituts, und jenes
der Akademie in Antwerpen. Starb zu Dordrecht 1843 im 85. Jahre.
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