Verrio, Antonio, Maler von Lecce in der neapolitanischen Pro- vinz Otranto, äusserte schon in früher Jugend entschiedene Vor- liebe zur Malerei, und fand später Gelegenheit, in Venedig sich in derselben auszubilden. Nach seiner Rückkehr malte er im Je- suiten-Collegium zu Lecce über dem Tabernakel eine grosse thea- tralische Decoration, und dann ( ) das Deckenbild der Apo- theke des Collegium Giesu vecchio zu Neapel , wo er den Heiland darstellte, wie er die Kranken heilt, worunter der Künstler selbst als Blinder vom Hunde geleitet erscheint. Domenici rühmt diese weitläufige Composition, findet darin ausdrucksvolle Köpfe, und eine lebhafte, vielleicht zu blühende Färbung. Verrio unternahm auch eine Reise nach Frankreich . In Toulouse malte er das Haupt- Altarblatt der Carmeliterkirche, starb aber nicht in jenem Lande als Hugenotte, wie Domenici wissen will, und diejenigen, die ihm nachschrieben. Sein Glück gründete er in England , indem ihn Karl II. in Dienste nahm. Anfangs Aufseher der Tapetenmanu- faktur in Mortlack, erhielt er später den Auftrag, den Palast in Windsor mit Malereien zu verzieren. Zuerst malte er den Triumph des Königs zur See, welcher zu Anfang unsers Jahrhunderts im Speisesaale zu sehen war, und jetzt wahrscheinlich den Speicher ziert. Auch einige Plafonds füllte er mit geschmacklosen Allego- rien. An einem derselben sah man den Grafen Anton Shaftes- bury unter der Gestalt des Aufruhrs, wie er Libelle zerstreut. Seine Haushälterin musste in einem anderen Saale als Furie er- scheinen. Andere Bilder sah man in der Schlosskapelle, darunter
"die Heilung der Kranken durch Christus, wo er sich selbst, den Maler G. Kneller und den Hausinspektor B. May mit Allongeper- ücken unter die Zuschauer stellte. Auf dieses Gemälde scheint Verrio grossen Werth gelegt zu haben, da er es mit einer prak- tischen Inschrift verzier: "Antomus Verrio Napolitanus, non igno- bili stirpe natus, ad honorem Dei, Augustissimi . Regis Caroli II. et St. Georgii molem hanc felicissima manu decoravit. Der Kö- nig fand sich mit den Arbeiten in Windsor ebenfalls befriediget, und liess dem Künstler in kurzen Zeiträumen 40,000 Thl. ausbe- zahlen. Dennoch machte Verrio unbescheidene Forderungen, und bediente sich allerlei Mittel, um Geld zu erhaschen, da er einen übertriebenen Aufwand machte. Walpole und Weyerman erzählen einige interessante Anekdoten, mit der Bemerkung, dass der Kö- nig den Künstler fortwährend in Gnaden hielt. Auch Jakob II. beschäftigte ihn. Diesen König malte er von seinen Hofleuten um- geben für das Hospital von Christ-Church in London. Dagegen wollte er von Wilhelm III. keine Aufträge annehmen, und legte sogar seine Aemter nieder, darunter jenes eines Gartenmeisters. Jetzt verzierte er die Landhäuser des Lord Exeter in Bourleigh- house und Chatsworth. Der Lord beschäftigte ihn 12 Jahre, und setzte ihm einen Gehalt von 1500 Pf. Sterl. aus. In Bourleig- house sieht man neben Anderen die Geschichte des Mars und der Venus, und Bacchus auf der Tonne, zu dessen Gesicht ein Geist- licher das Modell gab. In der Capelle zu Chatsworth ist der un- gläubige Thomas. Auf Bitten des Lord Exeter entschloss er sich endlich auch für Wilhelm III. zu malen, was hätte unterbleiben können, denn die Bilder in Hamptoncourt, wo der Künstler gnä- digst seinen Pinsel in Bewegung setzte, sind nicht des Lobes werth. Da sieht man in der Bed-chambre zwei allegorische Dar- stellungen der Nacht und des Morgens, und im Kings Dressing-
Der Seetriumph Carl II. von England, in drei Blättern von P. von der Banc, zusammen 3 F. breit, und 2 F. hoch. Merkur mit dem Bildnisse Carl II. in Wolken, wie er es den vier Erzähltheilen zeigt. Gestochen von demselben in zwei Blättern, 8, gr. 10;
Die Gemälde sind in Windsor, und die Blätter kommen sel- ten vor.
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