Verona, Stefano da. Maler, wird von Vasari, deutsche Ausg. 1855, unter die Schüler des Agnolo Gaddi gezählt, so dass der Künstler schon um gelebt haben musste, während del Pozzo, „Vite de' pittori Veronesi", behauptet, Stefano habe 1463 zu Man- tua gearbeitet. Persico, Descr. di Verona I, 236, gedenkt von ihm einer Tafel mit der Jahrzahl 1487, und somit müsste der Schüler Gaddis ein älterer Stefano da Verona gewesen seyn. Pan- vinus und del Pozzo nennen ihn Stefano aus Zevio bei Verona, und lassen seine Geschichte im Dunkeln. Wir müssen daher Vasari folgen, welcher ihn einen mehr als guten Maler seiner Zeit nennt, — dessen Fresken in Verona selbst Donatello angestaunt hatte. Er ühmt seine ausdrucksvollen Köpfe von Kindern, Frauen und Greisen. Stefano's Werke in Verona zeigen den Styl der Giotti- stilen bei grösserer Lebendigkeit der Farbe.
Seine ersten Malereien sind nach Vasari jene in St. Anto- nio zu Verona unter dem Bogen der Wölbung links in der Ecke der Wand. Man sah da die Madonna mit dem Kinde, und zu den Seiten St. Jakob und St. Anton. Jetzt ist nur noch ein Theil dieser Arbeiten vorhanden. In St. Nicolo daselbst malte er das Bild des Kirchenheiligen, welches mit der Kirche zu Grunde gegangen ist. An der Wand eines Hauses in der Via di mezzo zu Verona ist noch ein Bild der Madonna mit St. Christoph und mehreren Engeln, bezeichnet: Stephanus pinxit. Ueber der Sei- lenthuere von Sta. Eufemia malte er den heil. Augustin, welcher mit seinem Mantel Mönche und Nonnen schützt. Besonders schön findet Vasari zwei halbe Figuren von Propheten in Lebensgrösse, deren Köpfe von grosser Lebendigkeit sind. Diese Gemälde sind noch zu sehen, die Malereien im Innern der Kirche sind aber verschwunden. Am Tabernakel der Capelle des Sacraments malte er mehrere Engel, oben den Heiland, und zu den Seiten in gan- zen Figuren die Heiligen Augustin und Hieronymus. Die En- gel stellte er immer in langen bis zu den Füssen reichenden Ge- wändern dar, die fast als Wolken enden. Auf einem Pfeiler der Hauptcapelle sah man die heil. Eufemia in Fresco gemalt, eine anmuthige Gestalt. Unter dieselbe schrieb der Künstler seinen Namen in Goldbuchstaben, weil er dieses Bild für eines seiner besten hielt. Dabei war ein Pfau bei zwei Löwen. Auf einer Tafel derselben Kirche stellte er in halber Figur den hl. Nicolaus von Tolentino und andere Heilige dar, und an der Staffelei Scenen aus dem Leben des Tolentiners in kleinen Figuren. In S. Fermo der genannten Stadt malte er als Verzierung einer Kreuzabnahme Vierzehn Propheten, halbe Figuren in Lebensgrösse, welche noch vorhanden sind. Unten sind Adam und Eva sitzend dargestellt, und dabei ist ein Pfau, der fast als Merkzeichen der Bilder die- ses Meisters zu betrachten ist. Die Kanzel, um welche die Pro- pheten gemalt sind, ist von 1506. Mehrere andere Fresken von ihm sind im Kreuzgange unterhalb der Sakristei, und in der Nische über dem Sarkophage eines Fracastor an der Fassade zur Rechten
Auch in Mantua hinterliess Stefano Werke. In S. Domenico bei dem Thore von Martello, und in den Capellen rechts vom Ein- gange der Kirche S. Francesco sind Fresken von seiner Hand. In einer Wölbung sieht man die vier Evangelisten sitzend vor Rosen- spalieren und Bäumen mit Vögeln, besonders Pfauen. An einer Säule rechts in der Kirche ist ein lebensgrosses Bild der heil. Magdalena.
Im Leben des A. Gaddi sagt Vasari, dass der Miniaturmaler Pietro da Perugia in den Chorkirchen des Domes von Siena die Bilder Stefano's in anmuthigen Miniaturen wiedergegeben habe. Nach della Valle rühren aber diese Miniaturen von Benedetto da Matera und von Benedictus magistri Pauli Raynaldi her, die um 1481 arbeiteten. Dieser Angabe widerspricht Lanzi, indem er glaubt, dass Pietro die in den ersten Decennien von 1400 so be- rühmten Wandbilder des Stefano wirklich copiert habe. Allein die Zeit passt für Stefano nicht.
Jener Vincenzo di Stefano, der Meister des Liberale, könnte der Sohn unsers Künstlers seyn. Wenn letzterer auch Stefano da Zevio genannt wird, scheint man ihn mit Aldighieri da Zevio in Verbindung bringen zu wollen. Dieser Meister arbeitete eben- falls in Verona, aber in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Auch Altichiero da Zevio, d. h. da Zevio, macht Vasari irrigh
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