Vernet, Antoine Charles Horace, genannt Carle Vernet, wurde am den 14. August 1758 zu Bordeaux geboren, während sein Vater Claude Joseph an dem Bilde des Hafens dieser Stadt arbeitete. Er genoss die sorgfältigste Erziehung, sowie überhaupt Joseph alle; seine Kinder mit grösster Liebe behandelte. Der Vater hatte von jeher im Sinne ihn zum Künstler heranzubilden, aber nicht zu seinem Fache, sondern zur Historienmalerei, wesswegen er den elfjährigen Knaben dem Hr. Le Picie, Professor an der Akademie zu Paris , übergab. Carle zeichnete unter dessen Leitung nach historischen Vorbildern, allein er hatte schon in zarter Jugend eine Vorliebe für Darstellung der Pferde gelassen, und seine Schul- bücher mit Pferderennen und Thierkämpfen illustrirt. Er erhielt auch schon als Knabe Reitunterricht, und bald darauf ein eigenes
Werke notirt. Damals zeichnete er für einen Engländer zwei Jagd- stücke um 100 Fr. Im folgenden Jahre erhielt er für das Portrait des Mr. d'Etampes 300 Fr., und Mr. de la Borde bezahlte ihm für ein Jagdstück 3000 Fr. Auch das Gemälde mit dem Wagen- tennen vollendete er. Er erhielt 1000 Fr. als Abschlagszahlung, und dann weitere 3000 Fr. Mr. Laneuville erwarb ein Gemälde für 300 Fr., der Citoyen Hubert ein anderes für 400 Fr. Auch Compositionen aus Fenelon's Telemach führte er damals aus, so wie drei Zeichnungen zum Werke des Mr. de la Peyrouse, wofür ihm 1500 Fr. bezahlt wurden. Im Jahre 1703 starb seine Schwester Emilie auf dem Blutgerü- stet, und der Tod dieser seiner geliebten Jugendgefährtin wirkte so grausam auf ihn ein, dass er Paris verliess, und die Palette weglegte. Nur die Siege Napoleon's unter dem Direktorium und dem Consulat ergriffen wieder seinen Lebensnerv, und erweckten die Lust zur Kunst. Das erste Werk, welches auf diese Lethar- gie folgte, stellt den Tod des Hippolyt dar, welches auf dem Salon 1801 mit grossem Beifall betrachtet wurde. Die Pferde bäumen sich vor dem Drachen, und der Heros stürzt von dem zerschmet- terten Wagen. Besonders lebendig ist die Gruppe der Pferde, min- der gelungen die Bewegung des sterbenden. Als noch schönere Gegenstück zu diesem Bilde (1801) stellt die Rückkehr eines Sie- gers von den Olympischen Spielen dar, wie er seine Geliebte den Wagen führen lehrt, gefolgt von anderen Wagenlenkern. Ein Freund des Künstlers fand sich durch dieses Bild so prophetisch begeistert, indem er singt: „O Vernet, je le sens, à leur ardeur sublime, Si transportent leur peintre à l'immortalité!" Grossen Ruf erwarb ihm dann die Zeichnung, in welcher er die Revue des ersten Consuls im Hofe der Tuilerien schildert. Da- ran hat indessen auch Isabey Theil, welcher die Portraite der be- rühmten Krieger zeichnete. Lucien Bonaparte, damals Minister des Innern, bestellte 1804 auf Kosten des Gouvernement ein Schlacht- bild, welches das Talent des Meisters von einer glänzenden Seite zeigt. Der Gegenstand ist die Schlacht von Marengo. Vernet besuchte das Feld, und benahm sich mit den Generälen Kellermann, Dupont und Boudet, allein diese Herren konnten sich nicht verständigen über den ruhmvollen Antheil, welchen jeder am Siege hatte. Der Streit war von der Art, dass der Künstler momentan auf seine Aufgabe verzichtete, und später nach eigener Idee hand- elte. Auf dem Salon 1806 sah man die ausgeführte Skizze, wel- che den Moment festhielt, wie General Desaix an der Spitze der Division Boudet eine Colonne von Ungarischen Husaren von vorn, und Kellermann dieselbe mit der Cavallerie von hinten angreift. Im Pausanias français p. 340 ist dieses Bild ausserordentlich ge- rühmt, als das Werk, welches den Urheber allein berühmt machen würde. In einem Raume von 30 Fuss ausgeführt hat das Schlachtbild von Marengo die Julius-Revolution dem Speicher des Louvre ent- zogen, und jetzt wird es in der historischen Gallerie zu Versailles bewundert. Inzwischen malte Vernet auch kleinere Bilder, darunter zwei Mameluken-Märsche, einen Train leichter Artillerie, und die Schlacht gegen die Mameluken. Auf dem Salon sah man dann 1808 das 22 F. grosse Gemälde, welches Napoleon vorstellt, wie er am Morgen vor der Schlacht bei Austerlitz auf dem Hügel sei- nen Marschällen die Befehle ertheilt. Hier fand der Künstler Ge- legenheit, seine Kunst in Darstellung der Pferde in glänzender Weise zu zeigen. Meisthaft ist besonders die Gruppe der an- gebundenen Artilleriepferde, die beim Zerspringen einer unter sie
Vernet bewegte sich aber nicht allein auf dem Felde der Ge- schichte und der Schlachten, sondern malte auch eine Menge von Genrebildern, da er eine staunenswürdige Leichtigkeit in der Aus- führung besass. Seine kleinen Pferdestücke, seine Jagden, seine Vulkanscenen der verschiedensten Art werden stets ihre Verehrer finden. Mit eigenthümlichem Behagen bewegte er sich in der ko- mischen Malerei, und bewahrte dieses Talent bis in die letzten
Im Jahre 1810 wurde Vernet Mitglied des neuen französischen Instituts, und 1816 erhielt er den grossen Cordon des St. Michels-Ordens. Er war der erste Sohn, der mit seinem Vater zu gleicher Zeit auf den Bänken der alten Akademie sass, und jetzt war er der erste Vater, welcher zugleich mit dem Sohne Mitglied des Instituts war, beide decorirt und im Glücke des Ruhmes. Im Jahre 1828 begleitete er seinen Sohn Horace nach Rom, wo dieser die Leitung der französischen Akademie übernahm. Carlo wollte dort ein grosses Gemälde vollenden, dessen Ausführung ihm die Regierung übertragen hatte. Es sollte Ludwig XVIII. dargestellt werden, wie er nach seiner Rückkehr auf dem Platze von Notre-Dame ankommt. Dieses Bild liess aber der Künstler 1834 bei seiner Abreise unvollendet zurück. Nur die Königliche Staatskarosse mit den acht vorgespannten Pferden, und die Bildnisse des Königs und der Herzogin von Angouleme sind darauf vollendet. Das letzte Werk des Meisters ist eine Ansicht der Mauern von Rom, welche in den Besitz des Lord Pembroke kam. Er starb 1836 in den Armen seines Sohnes Horace, in dem Moment, als ihm die Rosette eines Officiers der Ehrenlegion überreicht wurde. Das Kreuz erhielt er bekanntlich bei der Ausstellung der Schlacht von Austerlitz. Mr. Garnier hielt bei der Beerdigung die Standrede, welche im Moniteur vom 1. December 1836 abgedruckt ist.
Stiche nach Werken dieses Meisters.
Napoléon Bonaparte zu Pferd, L. Darcis sc., Punktirfol. Derselbe. N. Schenker sc., Punktirt, fol.;
Reception de la Duchesse de Berry par le Roi à Fontainebleau, Debucourt sc., gr. qu. fol.
Die Schlacht von Marengo, nach dem Entwurfe von 1806 von Ponce und Berteaux gestochen, in kleinem Formate, dann von J. F. Pourvoyeur für die Gallerie hist. de Versailles.
»Die Einnahme von Pampluna, gest. von Perronnard für Ga- vard's Gall. hist. de Versailles, fol.
Mameluck ramassant sa lance avec son sabre, von Fanny Vernet in Kreidemanier gestochen, fol.
Campagne d'Egypte, Debucourt sc., gr. fol.
Tableaux historiques de campagnes et revolutions d'Italie, pen- dant les annees IV. — VII, de la Republique, gravés d'après les dessins de Carle Vernet par Duplessis-Berteaux, fol.
In diesem Werke sind 28 Blätter nach Zeichnungen von C.
Vernet. Les apprets d'une Course. Les Jockeys montés in Punktirmanier von Darcis La Course., gestochen, qu. fol.
L'Arrivée de la Course.
Retour des champs. Eine Bauernfamilie auf Eseln nach dem Dorfe zurückkehrend. Debucourt sc. Aquatinta und colorirt, qu. fol.
Famille Ecossaise; Militairs Ecossais.
Beide Blätter von Debucourt in Aquatinta gestochen, und co- lorirt, fol.
Remplisseur de chaise; Le chiffonier.
Beide Blätter mit Carikaturen, von Debucourt in Aquatinta, und colorirt, fol.
Le jour de barbe d'un charbonnier. Ein Kohlenbrenner lässt sich von einem Mädchen den Bart abnehmen, Carrikatur. Debu- court fecit. Aquatinta und colorirt, gr. fol.;
L'Anglomane; L'Inconvénient des perruques.
Beide Blätter mit Pferdestücken und carrikirten Reitern. Darcis sc., 8°. fol.
Cheval anglais partant pour la course. Jacques Marchand sc. Mezzotinto, gr. fol.;
La Chasse au Sanglier en Pologne. Polen zu Pferd und zu Fuss tödten einen Eber, Jazet sc., gr. roy. qu. fol.;
Chef de Mameluck; Mameluck au grand galop, gest. von Jazet, 8°. fol.
Mehrere Pferde- und Jagdstücke, von Jazet gestochen und im Artikel desselben verzeichnet.;
Preparatifs d'une poule entre six chevaux de course, Debu- court sc., gr. fol.
Le Chasseur à l'affût, Debucourt sc., fol.
Le Chasseur au tir. Debucourt sc., fol.
Une Course. Debucourt sc., qu. fol.
Fin de la course, Id. sc., qu. fol.
Intérieur d'écurie. P.C. Coguet sc. 1800. Aquatinta, gr. qu. fol.
Depart pour la chasse, Id. sc. Aquatinta, gr. roy. qu. fol.
Recueil de chevaux de tout genre, dessin, par Carle et Horace Vernet, et grave en 50 Planche par Levachez, gr. fol.
Diese Sammlung erschien in Heften,
Collection de chevaux, 12 Lieferungen in lithographirten Ab- bildungen, 1818, fol._
Eine Folge von 12 Blättern mit kleinen Pferden, lithographirt von Jeanlet, gr. 4.
Eine Folge von 4 Pferden, lithographirt von Adam, gr. fol.
Collection complete des uniformes des armées francaises de 1790 — 1814. Dessin, par Carle et Horace Vernet, et Eug. Lami, Paris 1822 — 23. 4.
Eigenhändige Blätter.
C. Vernet hat mehrere Blätter lithographirt, und ist einer derjenigen Künstler von Ruf, welche schon früh der jungen Kunst der Lithographie ihre Aufmerksamkeit gewidmet hatten. Für Samm- ler von Originallithographien aus der früheren Periode sind diese Blätter von Bedeutung, sie kommen aber selten vor.
i) Der Seesturm mit Schiffbruch, nach einer Zeichnung von Joseph Vernet. Im Rande: Carle Vernet d'après Joseph Vernet, qu fol.
Im neuen Drucke kommt dieses Blatt in Chabert's Vie
- des peintres vor.
Les incroyables. Carrikatur, qu. fol.
Les merveilleux. Carrikatur, qu. fol.
Les Cris de Paris. Folge von mehreren Blättern, mit den Ausrufern in Paris, in carikaturter Auffassung, kl. fol.
Fables choisies de la Fontaine, 30 Lieferungen, Paris 1823, 8. In diesem Werke sind Blätter von Carle und Horace Vernet. Sie gleichen leichten, aber geistreichen Zeichnungen in schwarzer Kreide.
Mirza, arabisches Pferd. Carle Vernet del., gr. qu. fol.
Recueil de douze chiens de differentes especes. Par C. Ver- net. Folge von 12 Blättern. H. 2 Z., £ 3 Z. 5 L.
Croquis de chevaux, 12 Blätter, qu. 8.
Les accidents de la chasse, eine Folge von 8 Compositionen '82, qu. fol.
Mehrere Blätter für die Albums von Delpech und Engel- mann.
Vernet Horace, der umfassendste Geist der neueren französischen
Schule, Schöpfer der romantischen und realistischen Richtung dersel- ben*), wurde den 30. Juni 1789 im Louvre geboren, in deren Gallerien sein Grossvater Joseph, und sein Vater Carle arbeiteten
*) Neben ihm repräsentiren Scheffer und Delacroix die roman- tische Schule, in wunderbarer Bravour der Malerei. Gegen- über stehen Ingres und Delaroche als Stützen einer neuen Richtung, ersterer auf klassischem Boden den Zweig alt- italienischen und Rafael'schen Geistes impfend, letzterer mit feinem Gefühle für die individuellste Auffassung der Natur, für das vollste, stets medizirte Eingehen in den Charakter des Gegenstandes,
Der einstige Biograph und Beurtheiler Vernet's findet eine schwierige Aufgabe, denn dieser Meister ist eine Erschei-
serer Schärfe ins Leben, und die Figuren, sowohl aus der Phanta- sie geschaffen, als dem lebenden Modellen entnommen, erschei- nen in ihrem individuellen Charakter. Auch das Costüm ist mit einer Gewissenhaftigkeit behandelt, wie bei keinem seiner Vor- gänger. Die Auffassung war aber von jeher mehr eine volksthüm- liche, als conventionell historische, und weil er alle Idylität ver- schmähte, bloss dem Charakteristischen und dem malerischen Ef- fekt huldigte, wollten ihn die Critiker nach dem alten Massstabe auch nicht mehr als Historienmaler gelten lassen, was aber der geniale, nach Leben und Wahrheit strebende Meister leicht er- tragen konnte, da selbst seine Gegner behaupteten, dass eminente Vorzüge alle Mängel decken. Vernet's romantische Richtung drang mit Riesenschritten durch, und die einst vergötterten Heroen der Kaiserzeit mussten die bitterste Critik erfahren, so dass Baron Gros, der berühmteste unter den jüngeren Trägern der alten Schule, sich aus verletztem Ehrgefühl sogar den Tod gab, und mit ihm ging die ganze Generation zu Grabe. Den älteren Meistern war die Form über Alles, diese dem Begriffe einer abstrakten Schön- heit nahe zu bringen, das Hauptziel; die Meister der neuen Rich- tung opferten das Einzelne dem Ganzen, und verwendeten Alles auf die Darstellung des prägnanten Moments, um das Gefühl zu ergreife und den Beschauer hinzureissen. Die stylistische Be- handlung, das Streben nach gesuchter Grazie, und das strenge Abzirkeln der früheren Schule konnte nicht mehr berücksichtigt werden, da in der Richtung des freien Naturwirkens die Zeich- nung kühner, individueller, charaktervoller, wenn auch nicht im- mer edler wurde; Mit der inneren Ansicht änderte sich auch die Technik. Die durchsichtige, verschmolzene, oft porzellanglatte Arbeit eines Guerin und Gérard machte bei Vernet und seinen Gleichgesinnten einer wahren, obgleich minder transparenten Färbung, einem pastosen, unvertriebenen Auftrage Platz. Genaue Zeichnungen und Cartons auszuführen fand man nicht mehr noth- wendig. Männer von solcher Bravour des Pinsels, wie Vernet und Delaroche malten nach blossen Farbenskizzen, ja sogar ohne sol- che, und häufig auch ohne Modelle, woraus sich die ausseror- dentliche Anzahl von Bildern erklärt, welche Vernet hingezaubert hatte. Dafür haben diejenigen, welche den originellsten französi- schen Meister nicht fassen konnten, und glaubten, dass man un- bekümmert um Schule und herrschenden Geschmack auf dem Wege der Natur kein Historienmaler werden könne, vor ihm als einem verführerischen Beispiele gewarnt, und gar über die leichtsinnige Verwendung eminenter Kräfte geseufzt.
Es gibt indessen wenige Künstler, die nicht bloss in Frank- reich, sondern in ganz Europa so populär sind, als Horace Ver- net. Er hat seit dreissig Jahren den glänzendsten Platz inne, wel- chen er sich mit einer Leichtigkeit und mit einem Glücke geebnet hatte, wie kein anderer französischer Meister. Vergebens hat die Critik die schwachen Seiten dieses Mannes angegriffen, oder viel- mehr der hüpfenden, ächt französischen Leichtigkeit einer reich be- gabten Künstlernatur eine ernstere Richtung geben wollen; sie war nicht im Stande die Gunst des Publikums wankend zu machen, selbst die Klügsten fanden sich von diesen glänzenden Eigen- schaften unwiderstehlich angezogen, und sie mussten bekennen, dass das Meisterwerk von gestern das Meisterwerk von heute über- treffe. Seine Hervorbringungen bezeugen noch immer die uner- schöpfliche Jugendkraft seines Talentes, und er bleibt der belieb- teste und am allgemeinsten verstandene Künstler. Fern von kalter wissenschaftlichen Calculation ist ihm keine Seite des Lebens fremd,
Nagler's Künstler-Lex. Bd. XX, 10
und da er die Erscheinungen desselben mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Wahrheit erfasst, und ihnen die verständlichste Form verleiht, so wird ihn trotz der kunstrichterlichen Zurecht- weisung das Publicum stets mit Bewunderung tragen. Und er ist ja herabgestiegen zum Volke, um nicht allein die Großthaten Na- poleons, und die glänzenden Erfolge der Julius-Dynastie vorzu- zeichnen, sondern auch dessen eigenes Leben zu schildern, was
es liebt und begeistert, und was den Nationalgeist erhebt,
Von den ersten Jahren der Restauration an unternahm Vernet die Geschichte des Kaiserreichs zu beschreiben. Alle Geister waren da- mals noch von dem ungeheueren militärischen Schwindel ergriffen, und alle Volkssympathien erwachten beim geringsten Wiederschein des kaiserlichen Ruhms. Vernet hatte die seltene Einsicht des Au- genblicks, sich den Massen begreiflich zu machen, ihnen in der Sprache vorzutragen, welche sie gern hörten, und ihren innersten Bekümmernissen und heiligsten Erwunderungen Form zu verleihen. Während des ganzen Kaiserreichs, mitten unter dem krie- gerischen Leben und in dem Siegesrausche, fand sich kein Maler, welcher die vor seinen Blicken sich aufrollende Wahrheit copirt hätte. Weder Gérard, noch seine Schlacht von Austerlitz konn- ten einen klaren, richtigen Vorstellung von den Schlachten der da- maligen Zeit, und von jenen alten ergrauten Kriegern geben, wel- che als siegreiche Vagabunden alle Haupstädte Europas besuchten, und deren Typus Vernet aufbewahrt hat. Gros hatte in seinen Gemälden nicht sowohl die Geschichte des Kaiserreichs beschrie- ben, als einige erhabene Epopeen gedichtet. Diese Aufgabe war dem H. Vernet vorbehalten; er war es, dessen Gedanke alle ihre Erinnerungen erweckte, und ihnen ihr eigentliches, wahrhaftiges Leben wieder einhauchte. Frankreich war damals über und über mit jenen alten Soldaten bedeckt, welche die glorreichen Tradi- tionen mit religiöser Andacht bewahrten, auf die letzten Fetzen ihrer Uniformen stolz waren, und die Großthaten des Kaisers er- zählten. Jene alten Soldaten waren die Götzenbilder des Augen- blicks, und die Helden der Volksgunst; Jedermann hörte, liebte, bewunderte sie, Vernet malte sie, und wurde eines Theils durch sein Talent, andern Theils durch die Sache populär. Während andere die allgemeine Stimme des Publikums verachteten, stieg Vernet in die Herzkammer der Volkssympathien hinab, und seine Klarheit und helle Leichtigkeit des Talents hatte den vollsten Sieg errungen. Diesen wollte man ihm in der Folge streitig machen, und selbst die Besonnenen behaupten, dass er sich wirklich nicht selten leichtsinnige Blossen gab, seiner Kunst und seiner Macht gewiss. Er, der früher ein Napoleonisches Schlachtfeld hinzauberte, mit merkwür- diger militärischer Strategie verfuhr, und in überraschender Wahrheit des Vorfalls, malte später statt einer eigentlichen Schlacht öfter nur Episoden vor, während oder nach der Schlacht, und in Versailles gelten diese grossen Bilder als historische Schlachtgemälde, welche aber mit einem Feuer, mit einer Meisterschaft behandelt sind, wie sie nur einem Vernet eigen ist. Doch sind es ja diese Bilder nicht allein, welche dem Meister seinen unsterblichen Ruhm bereitet haben, es gibt ausserdem noch mehr als tausend Bilder von seiner Hand, deren viele als Perlen der französischen Malerei zu betrach- ten sind. Sein vielseitiges Talent hat sich in allen Arten der Me- lerei mit Glanz bewährt. Es findet sich eine Menge von kleinen, höchst geistreichen Bildern, deren viele dem Fache der sogenann- ten Anekdotenmalerei angehören, deren Erfinder Vernet ist, und woin er eine Unzahl von Nachahmern erweckte, welchen aber : das Talent des Erfinders fehlte. Vernet's Genrebilder erndteten
Vernet verdankt seinen Schlachten und Episoden aus der Kai- serzeit nicht nur seine unermessliche Popularität, sondern sie waren es auch, welche auf dem Gebiete seines raschen und begei- sterten Lebens sich ihm einen eigenen Stil bilden und immer mehr vom früheren Geschmacke entfernen liessen. Schon im Jahre 1817 erschien seine Schlacht von Tolosa *), und zwei Jahre später die Ermordung der Mameluken in Cairo, erstere im Luxembourg, Letztere im historischen Museum zu Versailles, wo jetzt eine be- deutende Anzahl von grossen Werken dieses Meisters aufbewahrt wird. Die Maurenschlacht darf zwar mit den späteren Bildern Vernet's nicht verglichen werden, sie ist aber als eine die glän- zendsten Hoffnungen gebende Arbeit des jungen Künstlers zu be- trachten. Sancho von Navarra, der Held des spanischen Heeres, erscheint im Mittelpunkt auf weissem Rosse, im Begriffe die Kette
zu zerbrechen, welche Mahomed-el-Nazir um den Hufel gezogen, auf welchem er den Säbel in der einen, den Koran in der an- dern Hand erhoben, der Schlacht zusieht. In Sancho's Nähe steht der Erzbischof Rodrigo von Toledo, die Streiter ermahnend, und vor ihm trägt ein Geistlicher das Kreuz. Mehrere Figuren sind meisterhaft; so die des Kreuzträgers. Die Pferde zeigen schon Feuer und Adel, nur das Ross Sancho's dürfte in stärkerer Bewe- gung seyn, und er selbst sitzt starr, ohne den Ausdruck kör- perlicher Anstrengung auf demselben. Auch Mohamed's Stellung ist steinern und ohne Würde. Das Costüm, wie der nationale Aus- druck der Mauren sind nicht studirt, das Licht und die Farbe endlich zerstreut und ohne Wirkung. Wir sehen in diesem Bilde das Ringen nach Höherem, aber ohne Freiheit und Klarheit, und es zeigt sich, dass selbst ein Künstler von eminentem Geiste seine Stellung nicht ohne Kampf erringt. Auch das Bild des Todes des Fürsten Poniatowski, welches Vernet nach der Maurenschlacht voll-
lendete, lässt ihn noch nicht siegreich erscheinen; es wurde aber der Liebling des Volkes, und der Stich desselben fand zu Hun- derten Absatz. Das Urbild befand sich in der Gallerie des General Rapp. Die Aufträge des damaligen Herzogs Louis Philipp von Or- leans führten den Künstler auf eine andere Bahn, und auf andere Behandlung. Dieser Fürst beschäftigte den Künstler etliche Jahre fast ausschliesslich und in mannigfachen Darstellungen, bis in die Zeit seiner Vertreibung vom französischen Throne. Wir nennen von 1830 an zuerst mehrere kleinere Bilder: Ismael und Maryam, die Guerillasbande in der Bergschlucht einen Convoi überrallend, das Vorpostengefecht zwischen Franzosen und Spaniern im Eng- pass, das Bild des Herzog von Orleans an der Spitze seiner Suite bei der Revue des ersten Husarenregiments, den französischen Grenadier auf dem Schlachtfelde, das Innere eines Kuhstalles, das Gefecht gegen Araber zur See, die Druidin zur Harfe singend, die
*) Im Moniteur vom 1. Dec. 1836 wird unter den Werken des Carle Vernet eine solche Darstellung erwähnt, in Gabet's Dict. des artistes, Paris 1831, und im Kunstblatt 1836 Nr. 46 wird aber ein Bild der Schlacht von Tolosa dem H. Vernet beigelegt. Carle könnte indessen denselben Gegen- stand bearbeitet haben. Der Artikel im Kunstblatt ist uns bei der Anzeige der früheren Werke des Künstlers mass- gebend, da er von einem kundigen Augenzeugen kommt.
gur für sich es uns sagen will, wo wir uns befinden. In der Ge- fangennehmung der Prinzen, welche vereinzelt die breite, täu- schend dargestellte Treppe herabsteigen, hat Vernet die schwierigste Auf- gabe der Composition glücklich gelöst. Die Figuren sind bestimmt charakterisirt, getreu und geschmackvoll costümirt. Auch in dem anderen Bilde hat er sich aus Puder und Perücken mit grösster Wahrheit und Leichtigkeit zu finden gewusst.
Es hatte indessen nicht allein der Herzog von Orleans den Künstler beschäftigt, auch König Karl X. liess ihm durch sein Ministerium Aufträge zukommen. Im Jahre 1822 malte er für die Galerie Luxembourg das Bildniss des Malers Joseph Vernet, 1824 das lebensgrosse Reiterbild des Herzogs von Angoulême von sei- nem Generalstabe umgeben, das Kniestück des Marschalls Gouvion de St. Cyr, 1827 eine Episode aus der Schlacht von Hastings, und Mme. de Vernon überreichte dem Könige das von Vernet ge- malte Bild, welches die letzte Jagd Ludwigs XVIII. in Fontaine- bleau darstellt. Im Museum Karl X. ist ein Plafondgemälde von ihm, welches Papst Julius II. zeigt, wie er dem Bramante, Mi- chael Angelo und Raphael die Arbeiten im Vatikan und den Bau der St. Peterskirche übergibt. Für den ersten Saal des Staatsrathes malte er damals das Bild, welches August Philippe vor der Schlacht bei Bouvines (1214) darstellt, jetzt im historischen Museum zu Ver- sailles. Uebrigens gehören in diese Periode auch mehrere Staffelei- bilder, wovon ein Theil in den Privathesitz übergegangen ist. Vor allen nennen wir zwei Bilder, welche grosses Interesse erregten,
Im Jahre 1827 wurde H. Vernet Offizier der Ehrenlegion und Mitglied des Instituts. Im folgenden Jahre wurde er an Guérin's Stelle zum Direktor der französischen Akademie in Rom ernannt, und mit dieser Berufung beginnt ein neuer Abschnitt seines Künstlerlebens, da er sich von der alten Ansicht völlig unabhängig gemacht, und jede Erinnerung an Gros verwischt hatte. Damit beginnt aber auch die Periode einer theilweisen masslosen Kritik. Seine Arbeiten fanden bei den Freunden der Kunst einen lauten, und beinahe ungetheilten Beifall, von den Künstlern aber wurde mit Heftigkeit über die darin herrschende Tendenz gestritten, welche einige, die sich auf die anerkannt grössten Meister neuerer Zeit beriefen, eben so sehr tadelten, als andere wiederum bemüht waren, das Geistreiche der Behandlung, und die frappante Wirkung hervorzuheben, welche unstreitig ein ausserordentliches Tu-
mit dem Kinde. Im Castel Madama zu Turin ist jetzt das grosse Bild des Königs Karl Albert zu Pferd bei einer Revue,
Im Jahre 1834 trat Ingres an seine Stelle als Direktor der Akademie in Rom, indem Vernet durch König Louis Philippe eine weite und glänzende Bahn sich vorgezeichnet sah, die ihn schon früher von seinem Bestimmungsort abgezogen hatte. Beim Ab- schiede von Rom bereiteten ihm die Künstler ein Fest, von wel- chem nur wenige fern blieben, da der grosse Künstler nur eine Differenz in der Ansicht hervorgerufen, aber durch sein liebens- würdiges und zuvorkommendes Wesgen jeden versöhnt hatte. Er begab sich jetzt nach Paris, und von da aus nach Afrika, um die Waffenthaten der französischen Armee in grossen Bildern der Ge- schichte zu überliefern. Sein erstes Ziel war Benoa, welches 1832 eingenommen wurde. Er nahm das Terrain auf, machte Studien nach den Bewohnern des Landes, und unternahm zu diesem Zwecke selbst gefahrvolle Reisen in das Innere. Das grosse Bild der Ein- nahme von Benoa führte Vernet in Versailles aus, wo von dieser Zeit an seine grossartigsten Schöpfungen entstanden. Das genannte Ge- mälde wurde 1855 in der historischen Gallerie aufgestellt, und es er- regte bei der Ausstellung in Paris einen wahren Beifallssturm der Menge, während die kalte Kritik den Zahn anlegte. Inzwischen malte Vernet auch kleinere Bilder, welche als Erinnerungen seiner afrikanischen Reisen zu betrachten sind, und theils als Perlen der neuen französischen Schule gelten dürften. Ein Glanzpunkt des Salons 1836 war seine Jagd in der Wüste Sahara am 28. Mai 1833. In einer schauerlichen Gegend hetzen Hunde den wüthenden Eber,
; und die Jäger erscheinen zu Pferd in gewagten Stellungen. Der ver- wegene Jäger und Liebesabentheurer Jussouf-Bey teuert eine Pi- stole auf das Thier ab in dem Momente, als das Pferd eines anderen Arabers sich zu überstürzen droht. Die Löwenjagd bildet das Ge- genstück, welches die Industrie des Stechers begehrte. Auch Volks- scenen malte er, worunter das Bild zu nennen ist, welches Araber vorstellt, die einem Märchenerzähler zuhören. Ein anderes Bild stellt ein beduinisches Weib mit dem Kinde am Grabe des Mannes dar, wie sie im schreienden Schmerze die Haare sich rauft, seit kur- zem ein Bestandteil der Gallerie des Baron von Lotzbeck in Weyern bei Augsburg. Dieses kleine Gemälde kostete 6000 Fr. Jetzt versuchte es der Künstler auch biblische Scenen in das ursprüngliche Gewand einzukleiden. Sein Knecht Abrahams bei Rebecca am Brunnen ist ganz der Sohn der Wüste, wie ihn das Studium des Orients gibt. Als Gegenstück malte er dann 1843 die Begegnung Judas und der Thamar, ganz genügsam aufgefasst, doch in so unbefangenem Sinne, und so anmutigen Linien componirt, und in einer hühnenden heiteren Färbung so geistreich behandelt, dass das Bild den unge- theiltesten Beifall fand, obgleich die Art und Weise der Auffassung gegen alle hergebrachten Stylregeln und Traditionen der biblischen Historien-malerei sündigte. Vernet's Bilder dieser Art sind nur Sce- nen des gesunden frischen Lebens der unmittelbaren Natur aus je- nem Lande, welches sich aber so individuell ausspricht, dass diese Erzeugnisse ungleich erfreulicher sind, als die Unnatur, oder die süssliche Frömmelei von so vielen Kirchen- und Heiligenbildern.
Im Jahre 1836 wurde die historische Gallerie in Versailles wie- der mit drei grossen Schlachtbildern bereichert, die sich an die Schlachten von Bouvines (1214), Fontenoy, Valmy, Jemappes und Esslingen anschlossen. Das eine dieser Gemälde ist aber nur eine Episode aus der Schlacht bei Jena am 14. Oktober 1806. Es stellt den Kaiser dar, wie er einem jungen Grenadier den Text liest,
Im Jahre 1826 übernahm Vernet für den Kaiser von Russland vier grosse Bilder, welche dem russisch-türkischen Kriege von 1828 entlehnt sind. Es wurden ihm für jedes 50,000 Fr. zugesichert. Der Künstler reiste selbst nach Russland, um seine Instruktionen zu empfangen, und um Studien zu machen. Das erste dieser Ge- mälde stellt die Erstürmung von Varna dar, und wurde noch in dem genannten Jahre in Zarskoje-Selo aufgestellt. Im Jahre 1838 brachte er das letzte der bestellten Bilder nach St. Petersburg, er erscheint aber später wieder im Reiche des russischen Selbstherr- schers, um neue Triumphe zu feiern.
Nach seiner Rückkehr schloss Vernet mit dem Verleger des bekannten, und auch in deutscher Ausgabe vorhandenen Lebens Napoleons einen Contract. Dieses Werk erschien mit Illustratio- nen im Holzschnitte, nach Zeichnungen von unserm Künstler. Dieser erhielt für 500 Zeichnungen 40,000 Fr. Vernet hatte von jeher in Nebenstunden auch Zeichnungen in Aquarell und Bister ausgeführt, die zuweilen den Besitzer wechselten und bei dieser Gelegenheit theuer bezahlt wurden. So wurde 1843 auf einer Auk- tion in Paris für ein Aquarell mit einem Trupp ruhender Cuiras- siere 4000 Fr. bezahlt. Baron Lotzbeck in Augsburg bezahlte für eine kleine Bisterzeichnung 4000 Fr. Sie ist uns unter dem Namen des letzten der Mohikaner bekannt, und stellt einen nack- ten Indianer vor, der im Schilfe auf dem Bauche liegend nach Enten schiesst. Sehr zahlreich dürften aber derlei Zeichnungen im Privatbesitz nicht seyn, da Vernet's Pinsel stets in Anspruch genommen war.
Im Jahre 1837 erhöhten die afrikanischen Siege den Stolz der Julius-Dynastie, und wie Vernet früher die Kaiserthaten
Deshalb machte sich die Kritik über das Werk her, und er- klärte es den strengen Anforderungen der höheren Malerei nicht entsprechend. Man wollte die genaue Bestimmtheit der Handlung, die vollkommene Abrundung und Einheit vermissen. Das klein- liche Zirkeln ist freilich die Sache eines Vernet nicht, dafür aber brachte er in diese Gemälde ein solches Leben, ein Gewimmel und Getümmel des Heldenmuths und der Kampfesgluth, dass sich der Beschauer mitten in den Schlachtlärm versetzt glaubt. Mit diesem Leben und Feuer der Composition, mit dieser Fülle und Leben- digkeit der Darstellung von Charakteren und Leidenschaften ver- bindet sich eine Kühnheit der Zeichnung, und eine magische Wir- kung der Lokalfarben, wie sie selten angetroffen wird. Jedes Gebäude, jedes Fels- und Mauerstück ist treu und wahr wieder- gegeben, und die herrliche Luft scheint entgegenzuströmen. Vielleicht kein anderer Maler kann die Erscheinung des Tages in solcher originellen Weise fassen und wiedergeben. Die Wir- kung des Ganzen ist ungeheuer; und man sollte doch glauben, dass die rothwogenden Reihen nichts weniger als ein märchen- ches Bild geben könnten. Vernet malte sie aber um kein Jota anders, als sie sind. Diese drei Bilder sind in einen gemeinschaftlichen Rahmen gefasst, und bedecken eine Wand des Constantine-Saales im historischen Museum zu Versailles.
Im Oktober des Jahres 1830 reiste Vernet nach Aegypten, da Mohammed Ali die Schlacht von Nezib (Nisib) dargestellt wissen wollte. Vernet begab sich zu diesem Zwecke nach Syrien, um die nöthigen Studien zu machen. Er hatte auf seinen Reisen ein bewegliches Atelier bei sich, welches augenblicklich aufgeschlagen werden konnte. In zwei großen Koffern waren Tische, Stühle, das Bett und ein Zelt gepackt, und die Wände zum Atelier be- stärkten die häusähnlichen Koffer. Auch ein Daguerreotyp führte er mit sich. Durch dieses nahm er in Alexandrien den Palast des
Hierauf weihte Vernet seine Thätigkeit wieder dem Könige Louis Philipp, welcher fortfuhr die afrikanischen Siege in Gemäl- den der Nachwelt zu überliefern. Dieser Fürst hat aus Versailles ein grosses Buch gemacht, und die Geschichte der Neugier eines Jahrhunderts aufgeschlagen. Vernet betrachtete die Gemälde als die Blätter, um die Gedanken aufzuschreiben. Genau in den Co- stümen, voll Feinheit in den Physiognomien, voll Geist in der Auf- fassung oder Erfindung der Episoden, begeistert für die Natio- nalglorie erreichte er in diesen Illustrationen einer Regierung mehr als der beredteste Geschichtschreiber. Selbst die Einweihung des historischen Museums zu Versailles musste Vernet 1838 zum Ge- genstande einer reichen Darstellung machen. An die obgenann- ten Bilder der Einnahme von Constantine reihen sich noch an- dere grosse Gemälde, welche seit 1842 im Constantine-Saal auf- gestellt sind: der Uebergang über den Téniah-Pass, der Durch- gang unter den eisernen Pforten, und verschiedene Treffen in Al-
ger, woran die Söhne des Louis Philipp Theil nahmen. Ein anderes in Versailles befindliches grosses Bild aus jener Zeit stellt die Be- schiessung und Einnahme des Fort S. Juan d'Ulloa durch die fran- zösischen Seemacht im November 1838 dar, und ein zweites die Belagerung und Uebergabe von Antwerpen den 5. November 1853. In kleineren Gemälden schilderte der Künstler für das Mu- seum in Versailles die Einnahme von Bugia 1833, die Besetzung von Ancona 1831, die Einfahrt der französischen Flotte in den Tajo 1831, den Einzug in Belgien 1831, das Treffen bei Af- froun 1840, jenes bei Jomah auf dem ersten Zug nach Constan- tine 1836, und jenes bei Sickack in der Provinz Oran 1836. In- zwischen diesen theils ausgedehnten Arbeiten malte Vernet auch Staffeleibilder, worunter wir jenes nennen, welches sich auf die Transferirung der irdischen Ueberreste Napoleon's bezieht. Es stellt den Kaiser dar, wie er in Uniform mit der Lorbeerkrone auf dem Haupte den Stein vom Grabe hebt, um aus demselben zu steigen. Jazet hat dieses Bild sogleich gestochen, und ein Fabri- kant in Rouen liess diese Darstellung zum Drucke auf ein Hals- tuch copiren. Dagegen trat der Verleger Vuibert klagbar auf, Vernet selbst gab 1841 in Folge dieses Nachdruckes eine Brochure über die Rechte der Maler und Bildhauer heraus, welche den Ge- setzentwurf über das literarische und artistische Eigenthum her- vorrief. Ferner nennen wir das allerliebste Bild des Sklavenhänd- lers, welches 1838 in den Handel kam. Wir fügen hier auch ein meist gelassenes Bildniss an, jenes des Staatskanzlers Pasquier im Ornat mit der Hand auf der Urne, und zu seinen Füssen die Se- kretäre der Pairskammer. Dieses Bildniss war für Versailles be- stimmt, wo sich auch ein grosses Kniestück des Grafen Molitor von ihm befindet. Später kam noch das Portrait des Justizmini- sters Grafen Mole im Costume eines Grand-juge (1813) hinzu. Im Jahre 1845 war der Künstler in St. Petersburg, um dem Kaiser eines der schon früher bestellten Werke zu überbringen. Die Anerkennung seines Talentes war glänzend. Er begleitete den Kaiser zwei Monate auf Reisen, und bei allen Musterungen. Bei dieser Gelegenheit ward es dem Künstler auch vergönnt, den Kaukasus und dessen wilde, großartige Natur zu schauen. Zu St. Petersburg wurde ihm in der Residenz eine Wohnung einge-
stande hatten. Für das Bild der Einnahme von Warschau wurden ihm 200.000 Fr. zugesichert. Die Ausführung dieser großen Ge-
mälde beschäftigten aber den Künstler in den letztverflossenen
sechs Jahren nicht ausschliesslich; er führte nebenbei auch für den König Louis-Philipp noch so viele Werke aus, dass ein anderer zu kurz halten möchte. Nach dem Sturze des Königs ging Vernet rasch an die Vollendung der Prachtgemälde für den Kaiser von Russland, welche 1849 ein Schüler des Meisters nach Petersburg
Künstler zur Vollbringung der Arbeiten seine ganze Lebenszeit
überbrachte. Der Selbstherrscher war so befriedigt, dass er dem St.-Anna-Orden noch den Alexander-Newski-Orden höherer Classe in Diamanten beifügte. Nach der Rückkehr aus Russland malte Vernet (1844) in Paris
das berühmte Bild, welches unter dem Namen des »russischen« Schlitten« bekannt ist. Ein einsamer Reisender, in den grauen
Mantel gehüllt, den Kopf mit der rothen Mütze auf die Brust gesenkt, fährt in der weiten Steppe auf einem mit drei Pferden gespannten Schlitten, den ein bärtiger Moskowite lenkt, unbe- kümmert um den Kampf der Natur durch die weite Schneewüste
dahin. Nichts Lebendiges ist rings umher, als ein Schwarm krach- zender Raben, der den Schlitten umflattert; man glaubt aber die
Kälte zu fühlen, den Sturm sausen zu hören, welcher die Schnee-
körner in solchen Massen aufwirbelt, dass sie die Aussicht in die
Ferne verhüllen. Eine solche Wahrheit der Natur des eisigen Ent- setzens, welchem der Pferdebändiger Trotz bietet, während er pfeil- schnell seine Thiere leitet, kann nur ein Vernet erreichen. Es ist unbeschreiblich, mit welcher technischen Virtuosität, mit welcher
kühnen Sicherheit des Vortrags das Bild gemalt ist. Bei Vernet verschwindet das Handwerk des Machens als materielle Basis; wird es zum schmiegsamsten, widerstandlosen Material des geistigen Wollens; die Idee hat sich zu einem durch und durch beseelten Leib verkörpert. Der Reisende im Schlitten ist H. Vernet selbst, wie er in Folge einer Einladung des Kaisers nach Zarskoe-Selo fährt. Der Künstler fertigte die Skizze zu diesem Bilde im Winter an, und 1844 zog es bei der Ausstellung in Paris die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Der gegenwärtige Besitzer des Gemäldes ist der Reichsfreiherr C. von Welczeck auf Czouchow in Oberschlesien, welcher dem Kunsthändler A. Giroux 400 Friedrichs gold dafür bezahlte. Das Bild ist nur in der Grösse des Stiches von Rollet und etwas kleiner als die Lithographie von W. Meyerheim, welche, auf Kosten des Hrn. von Welczeck ausgeführt, das Original treuer wiedergibt als der Aquatintastich von Rollet, obgleich die wunderbare Wirkung desselben in keiner dieser Nachbildungen erreicht werden konnte. Der Prinz Albert von Preussen wollte bei der Ausstellung in Berlin diese Kunstperle um jeden Preis er- werben, allein der glückliche Besitzer konnte sich nicht davon trennen. W. Meyerheim hat das Bild für den Prinzen sehr schön copirt. In eigenthümlichem Contrast mit dem russischen Schlitten steht ein fast gleichzeitiges, nicht grösseres Gemälde von Vernet, welches uns aus den starren Eistfeldern Russlands nach den bren-
Vernet war zu der Zeit, als er die beiden oben genannten Bilder ausgeführt hatte, schon wieder von einer Reise aus dem Orient zurückgekommen. Der Künstler begann nach seiner Rück- kunft von Petersburg die Deckenbilder im Palaste der Deputirten zu Paris, musste aber die Arbeit einstellen, da ihm Louis Philipp den Auftrag ertheilte, die am 16. Mai 1843 unter dem Commando des Herzogs von Aumale erfolgte Wegnahme der Smahla des Abd- el-Kader in einem 75 F. langen Gemälde darzustellen. Vernet be- sichtigte das Terrain zu Ras-el-Ain Mita-Taguin in der kleinen Wüste, 80 Lieues von Algier, und machte überdiess eine grosse Anzahl von Studien, da dieses Bild an Reichthum und Mannig- faltigkeit der Darstellung nicht seines Gleichen hat. Der Duc d'Aumale hatte an der Spitze von 600 Chasseurs, Gensdarmen und Spahis in der brennenden Wüste bereits einen Weg von zwanzig Stunden zurückgelegt, als der Aga Ahmar-ben-Ferrath plötzlich die Nähe der Smahla verkündete. Sie lagerte an der Quelle Ta- guin, und dünkte sich vollkommen sicher. Die Männer weideten die Heerden, die Weiber bereiteten die Lebensmittel, und unab- schüßbare Reihen von Zelten zogen sich hin, da die Smahla eine Bevölkerung von ungefähr 20.000 Seelen zählte, darunter 5000 streit- fähige Männer. Abd-el-Kader beobachtete mit seiner Reiterei den General Lamoricière, welcher in der kleinen Wüste operirte. Seine Familie, seine Schätze, seine Sklaven, seine Heerden waren am Taguin, und viele andere Familien von arabischen Stämmen hatten sich mit ihrer Habe angeschlossen, da die Smahla des Emir einen sicheren Hort zu bieten schien. Plötzlich aber wurde sie von dem Häuflein Franzosen überrumpelt, und der Schrei „Wer Roumi !« (der Christ) erfüllte das ganze Lager. Vernet wählte den Moment des Ueberfalls, der unermesslichen Verwirrung und der Flucht, schon aber sammelt der Herzog die siegreichen Escadro- nen seiner Chasseurs um den Douar (Complex von 18 — 20 Zelten) des Abd-el-Kader, während die übrigen Führer den Kampf fort- setzen und beenden, so dass für die beiden nachkommenden Re- gimenter nichts mehr zu thun war. Die Verwandten und Sklaven des Emir, die Khasna (Schatz) desselben, und alle Effekten sind in der Gewalt des Siegers. Gruppen von Weibern und Sklaven umgeben ihn, da auch die Familien des Khalifa Ben Aallal und des Sekretairs Kharoubi gefangen wurden. Der Marabout Sid-el- Aradi, und andere Notabilitäten vermehren die bunte Schaar. Die- ses Bild ist von wunderbarer Wirkung, und die grossartigste Lei-
— Louis Philipp war durch die Lösung jener unermesslichen Aufgabe, welche die Schlacht bot, so befriediget, dass er sogleich drei andere colossale Bilder bestellte, um dem historischen Mu- seum in Versailles neue Siegesnachrichten einzuzeichnen. Die Schlacht von Issly, die Beschießung von Tanger und die Besetzung von Mogador sind die Gegenstände. Vernet reiste im April 1845 mit dem Herzog von Issly nach Afrika, um die Wahlstatt von Issly in Au- genschein zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit berührte er auch Tan- ger und Mogador, um die nöthigen Studien zu machen, und schon 1846 ging das Schlachtbild von Issly unter seinen zaubernden Händen hervor. Dieses ist das Gegenstück zur Schlacht, und abwechseind arbeitete er zugleich an dem Bilde der Besetzung Mogador's mit solchem Eifer, dass der Born seines Geistes und seiner Kraft un- erschöpflich schienen, als ein harter Schlag des Schicksals seine Energie vorläufig lähmte. Seine einzige Tochter, die schöne und geistreiche Gattin des Malers Paul Delaroche, wurde ihm durch einen frühen Tod entrissen. An diesem Familienereignisse nahm ganz Paris Theil, der Vater fühlte aber die ganze Herbe des Ver- lustes einer geliebten Tochter. Er konnte längere Zeit den An- blick seines Schwiegersohnes nicht mehr ertragen. Nur die beiden kleinen Enkel nahm er die Woche einmal in seinem Hause auf,
Ein rastloses Genie wie Vernet konnte aber nicht lange unthätig bleiben, und der Schmerz musste seine Beute lassen. Er vollendete jetzt die Deckenbilder des Palastes der Deputirtenkammer, welche er schon 1843 begonnen hatte. Das grosse Mittelbild des Saales stellt den Frieden dar, umgeben von den Wissenschaften, den schönen Künsten und dem Ackerbaue. Papst Julius II. sitzt auf dem Throne von Cardinälen umgeben. Bramante überreicht ihm den Plan der St. Peterskirche, Rafael die Skizzen zu den Stanzen- bildern, und Michel Angelo steht trotzig mit Kappe und Hand- schuhen daneben. An diese Hauptgruppe schliesst sich alles Übrige.,
zum letztenmale, zu Pferd von seinen Söhnen umgeben. Dieses
Bild ist von mässiger Grösse, und wahrscheinlich im Schlosse von Eu aufbewahrt. Bald darauf trat für Louis Philipp jene unglück- liche Wendung der Dinge ein, welche ihn dem Privatleben zu- rückgab. In dem genannten Jahre wurde Vernet Präsident der Ecole des arts in Paris. Auf der Ausstellung im Musee national zu Paris 1848 sah man von diesem Künstler nur ein Bild des barm-
herzigen Samariters. In jenen Tagen hatte die Kunst leider kei-
ne solchen Samariter. Vernet vollendete jetzt die Werke für den Kaiser Nicolaus von Russland, welche, wie oben bemerkt, 1849 nach St. Petersburg kamen, und in Zarskoe-Selo bewundert wur- den. Endlich gedachte auch die Republik der Kunst des Meisters, und er erhielt den Auftrag, die Belagerung Roms durch die fran- zösischen Truppen zu malen. Vernet reiste 1840 dahin ab, um die
nöthigen Studien zu machen. Gegenwärtig arbeitet er an dem gros-
sen Gemälde, welches ebenfalls für Versailles bestimmt ist. Stich nach H. Vernet.
Vernet ist derjenige von den französischen Künstlern, dessen Werke man am meisten gestochen hat. In Tausenden von Exem- plaren, in allen Formen und Gestalten, für alle Zweige der Indu-
strie hat man ihn ausgebeutet. Es gibt vielleicht kein Haus in
Frankreich, wo sein Name sich nicht eingeschlichen hat. Man fin- det ganze Länderstrecken, wo das Pferd des Trompeters und der Tod des Fürsten Poniatowski uns bis hinter die Vorhänge der un- gastfreundlichen Wirthshausbetten verfolgen. Jazet ist Vernet's
gewöhnlicher und treuer Dolmetscher, dessen leichte und frucht-
bare Aquatintamanier zur Übersetzung H. Vernet's am geeignet- sten ist. Dieser Kupferstecher kann in seiner exemplarischen Schnel-
ligkeit die Fruchtbarkeit mehr als eines Malers, selbst mehr als eines H. Vernet, ermüden, und dennoch prägt sich in seinen
Platten Wahrheit aus, obgleich es zu wünschen wäre, dass einige seiner Werke auf eine ernstere Weise gestochen würden, und der
Künstler nicht vor den Augen Europas im Noigée erschiene.
Der Engländer S. W. Reynolds hatte Vernet's Bilder mit mehr
Geist und Kunst übertragen, als Jazet. Er hat zwei kleine Jagd-
stücke aus der früheren Zeit des Meisters gestochen, und daraus zwei wahre Edelsteine gemacht. Alles ist in diesen Blättern har- monisch, und das zarteste Detail beobachtet. Eine solche Wahrheit und Helle erreicht der spekulative Jazet nicht. Die Pendants, welche er in den Kunsthandel gab, sind auch nicht immer ge- eignet, die geniale Kraft des Meisters zu spannen. Vernet sah sich öfter gezwungen, zu einem Bilde einen Pendant zu liefern, zu sei-
ner ersten Idee eine Nebenidee zu erfinden, welche, wie jedes 'Erzwungene, zuweilen weniger gut ausfiel. So musste er der In-
Vernet, Horaces -
industrie zu seiner Ehre und eine Löwenjagd schaffen, welche weni- ger gelungen ist, als die erstere. In der Anlage haben beide Bil- der grosse Aehnlichkeit, was gerade kein Vorzug ist, und dieser kaufmännische Zwang könnte dem Künstler den Vorwurf der Wie- derholung seiner Ideen zuziehen. Auch die Lithographie hat sich der Blätter Jazet's bemächtiget, und eine Copie von der Copie geliefert, wodurch das Original nicht gewonnen hat. Sehr zahl- reich sind auch die Copien im Stiche, Portraits.
Napoleon en 1815, zu Pferd in einer Landschaft, Lith. von Marin Lavigne. H. 3 F., Br. 2 F., fol.
Dieses Blatt erschien in Engelmann's Verlag, und würde durch Lange in Darmstadt, und in Stuttgart copirt.
Daselbe Portrait, lith. von N. Lavigne. H. 22 Z., Br. 17 Z.
Dann ohne Einfassung, kl. fol.
Napoleon zu Pferd, Lith. von Bodmer, die oben genannte Copie, gr. roy. fol.
Carlo Alberto Re di Sardegna etc. Der König zu Pferd, gest. von P. Toschi, gr. roy. fol.
Napoleon et ses Generaux sur le Champ de Bataille, In Schab- kunst; lith. von V. G. Kininger 1830. Nebst Erklärungsblatt, qu.
Der General Clary, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Der Colonel Moncey, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Papst Pius VIII. Gestochen von Prudhomme, Gallerie hist. de Versailles, fol.
Graf Molitor, gest. von Leclete, Gall. hist. de Versailles, fol.
Vittoria d'Albano (The roman girl), Gest. von H. Cousins 1835, gr. fol.
Biblische Darstellungen.
Thamar et Juda, nach dem Bilde des Grafen Pourtales - Got- tiert von Jazet gestochen, imp., fol.
Rebecca am Brunnen, gest. von Jazet, s. gr. fol.
Rebecca am Brunnen, kl. Vernet lith., Zöllner und Grune- Dieselbe Darstellung, lith. von F. Heer, gr. fol.
Judith im Begriffe dem Holofernes das Haupt vom Rumpfe zu trennen, gest. von Jazet, s. gr. fol.
Judith va trouver l'Holoferne. Sie nimmt mit ihrer Begleite- rin den Weg nach dem Lager, gest. von Jazet, s. gr. fol.
Abraham renvoie Agar, gest. von Jazet, fol.
Momente aus dem Leben Napoleons, Schlachten und andere Ereignisse der neueren Zeit, und kleinere mili- tärische Darstellungen.
Napoleon auf der Brücke von Arcole, gest. von Jazet, gr. qu. fol. Napoleon zu Charleroy, lith. von M. Lavigne, gr. qu. fol. Napoleon zu Charleroy, gest. von Jazet, gr. fol. Napoleon eine Stunde in Madrid 1808. Gest. von Blanchard, für Gavard's Gall. hist. de Versailles, fol. Adieux de Fontainebleau. Napoleon's Abschied von seiner Garde in Fontainebleau, gest. von Jazet, imp. fol. Dieselbe Darstellung, lith. in Velten's Verlag, imp. fol. Napoleon auf St. Helena, gest. von S. W. Reynolds, gr. fol. Die Apotheose Napoleons, lith. von Völlinger, imp. fol. Napoleon sortant du tombeau, Je desire que mes cendres re- posent sur les bords de la Seine etc. 1840. Gest. von Jazet, imp. fol.
Vernet, Horace. 181
La Bataille de Fontenoy, gest. von Ch. Colin, qu. fol.
„Die selbe Darstellung, gest. von Burdet. Gallerie hist. de Ver- sailles, fol.
La Bataille de Hanau. Gest. von Chollet. Gall. hist. de Ver- sailles, fol.
La barricade de Clichy, gest. von Jazet, s. gr. qu. fol.
La Bataille d'Isly, nach dem großen Schlachtbilde in Ver- sailles, gest. von P. Girardet, gr. qu. fol.
La Bataille de Wagram, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
La Bataille de Jena, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Die selbe Darstellung, gest. von Frilley. Gall. hist. de Ver- sailles, fol.
La Bataille de Friedland, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
La Bataille de Bouvines, gest. von Masson, Gall. hist. de Ver- sailles, fol.
La Bataille de Valmy, gest. von Aubert, Gall. hist. de Ver- sailles, fol.
La Bataille de Jemappes, gest. von Aubert. Gall. hist. de Ver- sailles, fol.
Le bivouac du colonel Moncey, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Die Revue des Herzogs von Orleans, gest. von Jazet, das Ge- giestück zu obigem Blatte.
Der 31. Juli 1830, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
A tous les coeurs bien nés, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Les enfans de Paris devant Wilna, Episode de la campagne en Russie, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Der Einzug Karl X. in Paris, gest. von Jazet, imp. qu. fol.
Der Papst in feierlicher Prozession, gest. von Jazet, s. gr. roy. fol.
Der Tod des General Poniatowsky, gest. von Jazet, gr. fol.
Die selbe Darstellung, lith. von Weber, gr. fol.
Die Belagerung und Einnahme von Constantine, die drei gro- ßen Bilder in Versailles, gest. von Burdet, für die Gallerie hist.
de Versailles, fol.
Première campagne de Constantine, gest. von Jazet, gr. roy. qu. fol.
La prise d'Anvers, gest. von Ch. Colin, Gall. hist. de Ver- sailles, fol.
La prise de Bona, gest. von Lerouge, für dasselbe Werk, fol.
Le chien du Regiment, ein junger Tambour, im Begriffe den verwundeten Hund zu verbinden. Nach dem berühmten Bilde aus der Gallerie des Herzogs von Berry von Le Comte meisterhaft gestochen, s. gr. imp. qu. fol.
Le cheval du trompette, der Hund leckt die Wunde des getöde- teten Husarentrompeters. Nach dem berühmten Bilde aus der Gal- lerie Berry von Ch. Johannot trefflich gestochen, s. gr. imp. qu. fol. Le soldat de Waterloo, sitzend in Betrachtung auf dem Schlacht- felde, gest. von Jazet, gr. fol. Le soldat laboureur. Der Soldat beim Pfluge, gest. von dem- selben, als Gegenstück. Achtung! Der mit dem Kinde spielende Soldat, gestochen von Jazet, fol. Der Grenadier, welcher seine Kameraden begräbt, gest. von Jazet, gr. fol.
Der Grenadier auf dem Grabmale seiner Cameraden sitzend, das Gegenstück zu obigem Blatte.
Der Grenadier der Insel Elba, gest. von Jazet, roy. fol.
La derniere cartouche, gest. von Chollet, qu. fol.
Nagler's Künstler-Lex. Bd. XX, 11
Volksscenen.,
Combat entre les dragons du Pape et des brigands. Peint à Rome par H. Vernet, Tiré de Cabinet de M. Sickler, Gest. von J. P. M. Jazet, qu. imp. fol. La confession d'un brigand italien. Peint à Rome par H. Ver- net. Tire de la Galerie du Palais-Royal. Das Gegenstück zu obigem Blatt. Der russische Schlitten, das berühmte Bild bei Baron von Welczeck auf Czouchow in Schlesien, gest. von Rollet, roy. qu. fol. Dieselbe Darstellung, lith. von W. Meyerheim, gr. qu. fol. Das Pferderennen in Rom, gest. von Jazet, s. gr. qu. fol. Dieselbe Darstellung, lith. von Küstner, für Velten's Verlag, gr. qu. fol. Il Cavalcatore. Ein Bauer aus der Campagna di Roma den Stier verfolgend, gest. von Jazet, gr. qu. fol. Dieselbe Darstellung, lith. von Schuhmann für Velten's Ver- lag, gr. qu. fol. La jeune mere Napolitaine, C. Conquy sc., 1838, fol. La jeune mere Francaise, nach Steuben, bildet das Gegenstück, Sitzende Römerin mit dem Kinde, gest. von Crequi, kl. fol. La douleur d'une mere, afrikanische Scene (Gallerie Lotzbeck), gest. von J. B. A. Cornilliet in schwarzer Manier, fol. Die Araber im Feldlager, gest. von Jazet, gr. qu. fol. Araber, welche einem Märchenerzähler zuhören, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Romantische Darstellungen, Jagden, Pferdestücke,
Mazeppa auf dem wilden Pferde, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Mazeppa unter dem sterbenden Pferde, gest. von S. W. Rey- nolds, gr. qu. fol.
Der Giaour, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Leonore. Eine der letzten Scenen aus Bürger's Ballade, gest. von Jazet, gr. fol.
Evasion de Mme. de la Valette, gest. von S. W. Reynolds, fol.
L'Atelier d'un peintre (jenes des H. Vernet), gest. von Jazet, roy. qu. fol.
L'école de Rafael, gest. von Jazet, gr. qu. fol.
Die afrikanische Löwenjagd, gest. von Jazet, s. gr. qu. fol.
Die Eberjagd, gest. von Jazet, s. gr. qu. fol.
La Chasse au chevreuil, gest. von S. W. Reynolds, kl. qu. fol.
La Chasse au marais, gest. von demselben, kl. qu. fol.
Châtelaine partant pour la chasse, gest. von Jazet, s. gr. qu. fol.
Algérienne allant à la chasse, gest. von Jazet, s. gr. qu. fol.
Ruinender Araber bei seinem Pferde, Sebastian de Borbon y de Braganza lit., gr. qu. fol.
Zwei Blätter mit grossen Pferdeköpfen. Demarteau sc., gr. fol.
Vignetten,
Histoire de Napoléon, depuis sa naissance jusqu'à sa mort, par P. Laurent, avec 500 dessins par H. Vernet, grav. sur bois. Paris 1838, roy. 8.
Dasselbe Werk in deutscher Uebersetzung, mit Holzschnitten (mit Abklatschen). Leipzig 1830, roy. 8.
Histoire de Louis Philippe I, Roi des Francais, par A. Boudin et F. Mouttet. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen von H. Ver- net, H. Bellange etc. Paris 1845 — 46, roy. 8.
Corinne, ou l'Italie, par M. la Baronne de Staël-Holstein, 2 tom. avec 300 gravures sur bois, d'apres Gerard, Gudin, H. Ver- net etc. Paris 1841, gr. 8.
Collection de Vignettes pour les chansons de Béranger, grav. sur acier d'après les dessins de Bellange, A. Scheffer, et Vernet etc. 12 Lieferungen, Paris, 8. Salon de H. Vernet, analyse hist. et pittoresque de 45 tableaux exposés chez lui en 1822, par Jouy et Jay, Paris 1822, 8.
Die drei Lieferungen mit den Abbildungen der Gemälde sind in grössern Formate.
Ein ähnliches Werk haben wir auch mit deutschem Text. Die Abbildungen sind lithographirt in Form von Vignetten.
Eigenhändige Blätter.
H. Vernet hat auch eine Anzahl von Blättern lithographirt, welche gleichsam als Handzeichnungen zu betrachten, und von großem Interesse sind. Auf einige haben wir schon im Verzeich- nisse der Blätter des Carle Vernet aufmerksam gemacht.
- Mehemed Ali-Pacha, Vice-Roi d'Egypte, zu Pferd darge- stellt, gr. fol.
- Eine Folge von Kriegs-, Räuber-, Jagd- und anderen Sce- nen, gegen 50 Blätter, qu. fol. und gr. qu. fol. Es gibt Abdrücke auf braunes Papier und mit Weiss erhöht.
- Croquis lithographiques, par H. Vernet. 2 Folgen, zu 12 Blättern mit Titel, qu. fol. Auf einigen dieser Lithographien stehen die Buchsta- ben H. V.
Im Jahre 1844 erschien seine Voyage en Orient, redigé par Gougé Fesquel, 2 tom. Bruxelles 1844, Kkl. 8.
rüger in Berlin hat 1851 sein Bildniss gemalt, und Jentzen dasselbe lithographirt. Im Jahre 1842 hat es Suhrlandt für die Portraitsammlung des Hofmalers Vogel von Vogelstein in Dresden gezeichnet.
Im Jahre 1838 erschien zu Berlin eine Medaille mit dem Bild- nisse des Künstlers, welche Professor Brandt fertigte. Sie zeigt im Revers die Villa Medici, das Gebäude der französischen Akademie in Rom, mit der Unterschrift: Hor. Vernet Direct. de l'Academie royale a Rome en 1828. Fête par ses amis de Berlin le 31. Mai 1838.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QbZVVTX7ctMC/