Vermeyen, Jan Cornelisz.

Vermeyen, Jan Cornelisz., Maler, geboren zu Beverwyck bei Harlem , war der Sohn eines Malers, Namens Cornelis, und wurde desswegen Jan Cornelisz., d. h. Cornelis-zoon, genannt. Die Lebensverhältnisse des Vaters sind unbekannt, und auch von Jan Cornelisz. weiss man nur, dass er in seiner Jugend mit Eifer die Geometrie studirt, und die Malerei nur nebenbei betrieben habe. Die Feldmesskunst brachte ihn auf das Landschaftszeich- nen, die Arbeiten dieser Art sind aber selten. In der Sammlung des Baron von Rumohr war eine merkwürdige Zeichnung, welche einen sandigen Erdhügel vorstellt, umgeben von Wasser und Ge- büsch. Hinter diesem blicken Häuser hervor, und der Horizont ist vom Meer begränzt. Diese Zeichnung ist mit der Feder und Tusche ausgeführt. Eine Kreidezeichnung zeigt Hirten auf dem Hügel, und rechts Wiesen und Bäume. Vermeyen brachte aber auch grössere Staffagen an, zeichnete namentlich Schlachten und Festlichkeiten, und diese Arbeiten bewogen wohl den Kaiser Carl V., den Künstler in seine Dienste zu rufen, da diesem Fürsten auf

Kaiser Karl V. soll das Bildniss dieses Künstlers in Marmor bestellt haben, man weiss aber nicht, wo es sich befinde. J. Wierix stach sein Bildniss als Büste mit langem Barte. Ob nach dem Marmor, oder nach einem Gemälde ist uns unbekannt. Es gehört zu H. Cock's Sammlung von Malerporträiten mit Elogien von

Eigenhändige Radirungen,

Die Blätter dieses Meisters sind in einer eigenthümlichen Manier leicht und mit Geschmack behandelt, und gehören fast alle zu den seltenen Seltenheiten. Sie tragen ein mit C verschlungenes L, was Jan Cornelisz. bedeutet. Ein Verzeichniß seiner Blätter findet sich anderwärts nicht vor. Die Preise derselben sind hoch, nicht so sehr wegen der Schönheit der Form, als wegen der Curiosität.

  1. Philippus Rex Anglorum, Princeps Hispaniarum anno 1555. Halbfigur en face. Die Inschrift oben rechts. H. 5Z. 6L., Br. 4.

  2. Henricus Rex Gallorum, anno Domi MDLV. Die Inschrift links oben. H. 5 Z. 3L., Br. 3 Z. 10L.

  3. Ein Bildniß zu Pferd in einer Landschaft. Links unten auf der Erde: La figure de Philippes Roy d'Angleterre, Prince de Espaignes etc. comme il entra la ville de Bru- xelles, le VIII. de Septembre l'an MDLV. Jo Maius fecit

  4. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoosse im Sessel sitzend, welcher links steht. Rechts spielt ein reich bekleideter Engel die Zither, gleicht aber eher einer vene- tianischen Frau, welche ein Diadem trägt, und zufälliger Weise mit zwei grossen Flügeln versehen ist. Die Köpfe haben einen ungewöhnlichen Charakter. Am Sessel der Madonna ist das Monogramm IC, und 1545. H. 9 Z. Dieses äusserst seltene, auch von Brulliot erwähnte Blatt scheint nicht ganz vollendet zu seyn, oder es müßten spä- tere, mehr überarbeitete Abdrücke vorkommen.

  5. Ein Gastmahl von Männern und Weibern in halben Figu- ren, mit einem betrogenen Geliebten. Im unteren Rande: Sic hispana Veng loculos excavat amado, sic fucata fucata basia stultae amans. Links unten das Zeichen und die Jahr- zahl 1545. H. 11 Z. 3 L., Br. 15 Z. 7 L.

  6. Die liegende Venus mit dem links schlafenden Amor. Er- stere ist ohne Schönheit, und der Knabe häßlich. Ohne Zei- chen, qu. fol.

  7. Ein junges Mädchen mit der Katze, halbe Figur im Profil. Links oben das Zeichen und die Jahrzahl 1546. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z.

  8. Eine sitzende Frau, wie sie den Blick auf das Kissen rich- tet, welches auf ihren Knien liegt. Sie hat breite Säume am Kleide, und vom Kopfe fällt der Schleier auf die Ach- sel herab. Links sieht man durch die Oeffnung der Thüre Häuser, eine Stadt und zwei Katzen. Rechts steht ein Blu- mentopf im Fenster, und unten sieht man eine Zither und einen schlafenden Hund. Vorn auf dem Fussboden sind Blumen und Blätter zerstreut. In der einen der beiden Va- sen ist ein vom Pfeile durchbohrtes Herz. Hinter dem Vor- hange oben bemerkt man Arabesken, eine Theatermaske, ein Fratzenbild, eine Vase etc. Rechts unten das Zeichen zwischen der Jahrzahl 1545. Brulliot erwähnt kurz das

Dieses merkwürdige Blatt ist äusserst selten. Genau be- schrieben ist es in Delbecq's Catalog,

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