Verdizotti, Giovanni Mario

Verdizotti, Giovanni Mario, Maler und Gelehrter von Venedig , war Tizians Freund, unter dessen Leitung er grosse Uebung im Malen erlangte. Doch findet man nur höchst selten Bilder von ihm, welche in Landschaften bestehen, die mit Figuren im Style Tizians staffirt sind. Dieser bediente sich der Feder Verdi- zottis, wenn er an Fürsten und andere hohe Personen zu schrei- ben hatte. Zuletzt trat Mario in den geistlichen Stand, und starb 1600 im 75. Jahre.

Wir haben von diesem Manne literarische Werke, welche mit Holzschnitten geziert sind, die theilweise von ihm selbst her- rühren. Sicher zeichnet er den grössten Theil, wenn nicht alle, selbst gezeichnet, die Aehnlichkeit mit den Werken Tizians gab aber die Veranlassung, dass man die Zeichnungen diesem Meister beilegte.

Papillon legt ihm die Holzschnitte einer Bibel bei, welche 1574 zu Venedig gedruckt ist, und für welche auch Tizian und Palma

in der sehr seltenen Legende: Le Vite de' santi Padri in- sieme col prato spirituale. Nuovamente da M. G. M. Verdizotti del tutto riformate — —. Con le figure le quali rappresentano come in vivo ritratto tutta la historia, Venetia app. i Guerra 1507, 4, In einer neuen Ausgabe: Venetia app. S. Combi 1503; 4. "

Dann haben wir auch ein Fabelwerk mit schönen Holzschnit- ten, welche gewöhnlich dem Tizian zugeschrieben werden: Cento Favole morali — di G. M. Verdizotti. Venetia, G. Ziletti 1570, 4. Erste sehr seltene Ausgabe mit Holzschnitten, woran vielleicht Gior- dano Ziletti Theil hat. Dieselben schönen Holzschnitte hat auch die spätere Ausgabe: Venetia 1577, 1586; dann die von Verdizotti" vermehrte sehr seltene Auflage: Venetia app. Aless, all' Vecchi 1590. Auf einem Blatte (S. 148, Della Mosca) ist ein Wappen mit dem Zeichen J. Z., welches wohl Jordano Ziletti bedeutet. Eine vierte Ausgabe (novamente ampliate dall' autore) erschien 1607 bei A. Vezzani in Venedig, die fünfte 1661, und die sechste 1666 bei P. G. Brigonci. Diese haben noch die trefflichen Tizianesken Holz-

Verdizotti übersetzte auch Virgil's Aeneide, und Ovid's Meta- morphosen. Eines seiner Gedichte hat den Titel: Aspramonte. Sein Elogium auf Tizian ist in lateinischen Versen abgefasst.

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