Verdiere, Francois, Maler von Paris , war Schüler von C oinot und der Günstling dieses Meisters. Er arbeitete lange Zeiten in der Werkstatt desselben, und an den Werken Le Brun's, lieferte aber selbst eine grosse Anzahl von Zeichnungen, die einen Künst lerischen Talent verrathen, welches aber in der manieristischen Art jener Zeit befangen war. Er malte auch zahlreiche Bild nisse nach der Manier seines Meisters, welche viele Vorzüge besitze n.
Kirchen zu Paris sieht man deren; jene, welche zu seiner Zeit in königlichen Schlössern aufgestellt wurden, mussten später weichen. Le Brun gab diesem Künstler seine Nichte zur Ehe, und öffnete ihm 1684 die Thore der Akademie. Nach der Menge der Arbeiten welche er hinterliess, sollte man glauben, der Künstler habe ein sorgenfreies Leben genossen, allein er kam in die misslich- ste Lage, und musste zuletzt auf öffentlicher Strasse seine Zeich- nungen anbieten. Starb 1730 im 70. Jahre, E. Desrochers stach sein Bildniss nach einem Gemälde von Ranc, Receptionsblatt 1723, gr. fol. Auch C. le Brun malte sein Bildniss, welches G. Audran gestochen hat, fol.
Es findet sich eine grosse Anzahl von Stichen nach seinen Zeichnungen und Gemälden, theilweise von den besten Meistern. Zu den vorzüglichsten gehören:
Bildniss des Bischofs Ferdinand von Münster, Medaillon vom Glauben und der Weisheit gehalten. Gest. von G. Edelink ; fol. M.- Faydeau, Dr, de la Sorbone, gest. von N. Habert, fol.
Johanna, Königin von Frankreich , Gemahlin Ludwig XII. fol.
Pharao's Heer von den Wellen des Meeres verschlungen, ra- dirt von G. Audran, nach einer Zeichnung des Meisters 1670, 2 Blätter, s. gr. qu. fol.
Esther und Ahasverus, gest. von J. Haussard, fol.
Die Geschichte von Jakob und Jephta, gest. von B. und J Audran, fol.
Die Geschichte des Simson: L'histoire des actions extraordi- naires de Simson, tires de l'ecriture sainte, 40 Blätter von Audran, C. Simonneau, J. B. de Poilly, J. Audran, G. du Change und von Verdier selbst gestochen. Mit Dedication an den Minister Colbert 1608, qu. fol.;
Joh. Sibylla Kraussin hat diese Blätter copirt: Vita Samsonis . etc., qu. fol.
Die Flucht in Aegypten, gest. von G. Audran, roy. fol.
Die Copie hat die Adresse: A Paris chez Raoulx etc.
Die Ehebrecherin vor Christus, in Zeichnungsmanier von J. F. Oeser, qu. fol.
Das Scherflein der Wittwe aus dem Evangelium, gest. von J, F. L. Oeser, gr. qu. fol.
Die Heilung des blutflüssigen Weibes durch Christus, gest. von Barbery, qu. fol.;
Die Versuchung des Heilandes, gest. von Houet, fol.
Das Leben des Heilandes, in reichen Darstellungen, 8 Blätter von J. Haussard, das letzte die Himmelfahrt darstellend, gr. qu. fol,
Das Leben der heil. Jungfrau, 8 Blätter von Tardieu, gr. qu. fol.
Octavian's Besuch bei Eleopatra, gest. von J. C. Vasseur, fol.
Alexanders Freundschaft, gest. von Horthemels, fol.
Roxane, welcher die Macedonier huldigen, gest. von demsel- ben, fol.
Chiron, der den Achilles unterrichtet, gest. von L. Chatillon, fol.
Atlas mit dem Himmelsglobus, gest. von J. B. Poilly, fol.
Diana auf dem Wagen zur Jagd gerüstet, von einem Unge- nannten gestochen, qu. fol.
Allegorie auf die Vermählung des Königs Ludwig XV., vom einem Ungenannten, vielleicht von Verdier selbst.
Das Titelblatt zu P. Daniel's Histovire de France. B. Picart se. 1720, 4.
Dieselbe Composition in grösserem Format, ohne Namen des Stechers, fol.
Eigenhändige Blätter.
Verdier soll mehrere Blätter radirt und gestochen haben. Si- cher hat er an der oben erwähnten Folge aus dem Leben des Simson Theil. Uebrigens finden wir ihm noch folgende Blätter zugeschrieben:
- Jesus in der Wüste betend,
- Maria zu den Füßen des Heiland es.
- Jesus und die Jünger in Emmaus, kleines Blatt ohne Namen des Stechers,
- Apollo und die Musen.
- Die Entführung der Europa.
- Diana und Endymion.
- Herkules im Garten der Hesperiden,
- Die Verwandlung des Narcissus.
- Jason mit dem goldenen Vließ.
- Die Erziehung des Achilles. Verdier, Henry, Maler und Kupferstecher, war um 1670 zu Lyon thätig, und ist als einer der Lehrmeister des H. Rigaud bekannt. Er malte Bildnisse. Jene des Malers A. Coypel, und des Kauf- manns Cäsar Pestalozzi hat H. Cossin gestochen. Von ihm selbst gestochen sind die Bildnisse der französischen Könige von Pharamond bis Ludwig XIV.;
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