Verbruggen, Peter, Bildhauer von Antwerpen , machte seine Stu- dien in Rom , und erhielt da in der Schilderbent den Beinamen Ballon. In die Heimath zurückgekehrt, arbeitete er für Kirchen und Paläste. Sein Werk ist das schöne Grabmal des Cardinals Ambros Capello im Chore des Domes zu Antwerpen. Dieses Denk- mal führte er 1676 aus. Sandrart legt es ihm bei, anderwärts hält man es für Arbeit des Heinrich Verbruggen.
. Verbrugh oder Vanbrugh, auch Vanburgh, Jan, Architekt , stand unter der Regierung der Königin Anna von England im höchsten Ansehen, und führte die colossalsten Bauten. Ob in Eng- land geboren, oder ob er aus Holland dorthin gekommen, ist uns eben so unbekannt, wie seine Schule. So viel ist indessen gewiss, dass der Künstler keinem strengen Systeme huldigte, sondern nur seiner ausschweifenden Phantasie folgte, welche alle Stylarten mit
- einander vermischte, und Formen über Formen häufte. Den- noch fand er ungemessenes Lob, James Adam, The Works in Architecture —. London 1775, nennt seinen Chev. John Vanbrugh ein Genie erster Classe, dessen abwechselnden, reizenden, prunk- vollen Stil kein neuerer Meister übertroffen habe. Adam glaubt, nur das Vorurtheil habe den Stab über diesen grossen Mann ge- brochen, Diesen Vorwurf wirft der genannte Schriftsteller auf
- Pope, Swift und Evans, welche ihn Mangel an architektonischer Bildung vorwarfen, und durch ihre Critiken ihn zuletzt um die Aufträge der Krone brachten. Die Spötter seiner Zeit sagten, Ver- brugh müsse die Regeln der Baukunst in der Bastille studirt ha- ben, worin er einige Zeit gefangen sass, indem er diese Bur- stets zum Muster genommen habe. Auch Walpole und Fiorillo gehen dem Künstler scharf zu Leib, indem sie ihm jeden Begriff von Wissenschaft, Verhältniss und Eintheilung absprechen. Nach der Behauptung dieser Schriftsteller hätte Verbrugh keine andere Absicht gehabt, als Steinmassen aufzuthürmen, und grosse Plä- tze zu überbauen, wobei er regellos verfuhr, und eine Muster- karte aller Jahrhunderte aufstellte, Seine Architektur ist jetzt bei den Engländern verrufen. ;
Verbrugh ist der Erbauer von Blenheim und Howard Castle, welche Adam als grosse Vorbilder der Baukunst erklärt., Unge- heuer sind diese Bauten wohl, aber keine Muster des guten Styls, Der Palast in Blenheim, womit die Nation den grossen Marlbrough beschenkte, ist aus mehreren einzelnen, den Antiken nach- gebildeten Gebäuden zusammengesetzt, die nicht nur neben ein- ander, sondern auch auf einander gestellt erscheinen, und aller
klassartigen Einheit ermangeln. Die über den Gesimsen und Gie- beln sich erhebenden kastenartigen Aufsätze unterbrechen die Li- nien, und bilden störende kleinliche Massen. Blenheim erscheint aber nicht mehr in der ursprünglichen Gestalt, Es hat zu Anfang unsers Jahrhunderts, und schon früher, Veränderungen erlitten, so wie Howard Castle, welches eine 600 F. lange Facade hat, und in demselben überladenen Style errichtet ist, Dann hält man den Verbrugh auch für den Erbauer des grossen Queen's-Theatre in London, welches aber andere dem Ch. Wren zuschreiben. Dieses Theater erlitt seit 1790 mehrere Aenderungen, und das Aeussere erhielt 1818 nach dem Plane des Architekten Nash die jetzige Ge- stalt. Auch Claremont-House hatte Verbrugh gebaut. Diese gros- sen Gebäude liess ursprünglich der Graf von Cldre, der nachhe- rige Duke of Newcastle, welcher im Parke einen Berg aufthürmen liess, woher der Name Claremont kommt, Ein späterer Besitzer, Lord Clive, liess das Gebäude modernisieren, so dass es die ur- sprüngliche Ansicht verlor, Die Kirche in Eastbury (Dorset), und der Tempel der Venus in Stowe zeigen noch die alte Anlage, spre- chen aber nicht zu Gunsten ihres Architekten.
Lieg' schwer auf ihm, Erde, denn er Legte manche schwere Last auf dich!
Liege schwer auf ihm, Erde, denn er Legte manche schwere Last auf dich! Im Vitruvius Brittanicus I, 63 — 72, und dann in dem oben genannten Werke von Adam sind Abbildungen sei- ner Werke. Auch literarische Werke hinterließ er.
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