Verbeeck oder Verbeecq, P. C.

Verbeeck oder Verbeecq, P. C., Maler und Radierer, wird ge- wöhnlich von dem obigen Peter unterschieden, und Philipp ge- nannt. Basan lässt ihn geboren werden, Malpe setzt seine Geburt ins Jahr , und Rost behauptet, dass er um in Holland das Licht der Welt erblickt habe. Diese Angaben sind nicht sicher, es ist aber doch kaum anzunehmen, dass der Künst- ler mit dem obigen Peter Verbeeck eine Person sei. Dieser erin- nert in seinen Werken an Wouvermans, unser P. C. Verbeeck scheint ein Nachahmer Rembrandt's zu seyn, was aus seinen radir- ten Blättern erhellet. Nach den obigen Daten wäre er aber älter als Rembrandt. Seine Blätter, deren von Gersaint, St., Yver, Bartsch und Chev. Claussin im Anhang des Werkes von Rem- brandt aufgezählt werden, tragen nur den Namen P. C. Verbeecq, kein Monogramm, und daher kann das Zeichen VB. (verschl.) bei Brulliot I. 130 nur muthmässig auf ihn bezogen werden. Der genannte Schriftsteller fand es auf einem Gemälde im Ge- schmacke Rembrandt's, welches eine männliche Büste mit orienta- lischem Kopftuch vorstellt. R. von Eynden, Geschiedenis etc. I. 99, kennt diesen Künstler nur nach Basan, und scheint nicht recht an seine Existenz zu glauben, da er sagt, Peter Verbeeck habe auch einige seltene Radirungen hinterlassen. Darunter sind folgende Blätter zu verstehen, welche theilweise von den oben- genannten, und von anderen Schriftstellern ihm zugeschrieben werden. Mit Nr. 5 sind sie im Irrthum.

  1. Büste eines Mannes mit langen Haaren und Schnurbart in Ansicht, auf dem Turban eine lange Feder tragend. Der

  2. Büste einer Frau im Profil, mit Perlen und Federn in den Haarflechten. Wie oben bezeichnet und Gegenstück.

  3. Büste einer jungen Frau in 3 Ansicht, mit blossem Hals und mit Federn in den Haaren. P. C. Verbeecq f. 1630, Oval 12.

  4. Büste einer jungen Frau en face. Sie trägt eine Haube mit drei Federn, und der Grund ist weiss, bis auf zwei kleine Schlagschatten. Oben nach links: P. C. Verbeecq f. 1650. Oval. H. 3 Z. 2 L., Br. 2 Z. 2 L.

  5. Ein Greis in orientalischer Tracht im Lehnstuhl unter einem

Baldachin. Vor ihm kniet ein Mann, und links hält eine

Alte einen anderen jungen Mann an der Hand. Die Scene

geht in einem Zimmer vor. Gersaint schreibt dieses Blatt

im Cat. de l'oeuvre de Rembrandt No. 343 dem Verbeecq

zu, und sagt, es trage seinen Namen. Allein man sieht

links oben die Buchstaben R. M., was Rodermont bedeutet.

Dasselbe Verhältniss findet auch statt mit einem Blatte,

welches Jakob und Esau vorstellt, und das Gegenstück ist,

s. oben G. Verbeecq.

Der sitzende Schäfer am Fusse des Baumes, mit einer Fe-

der auf der Kappe. Er hält die Linke an die Hüfte, und

mit der anderen auf dem Zaune eine Pfeife. Links in

der Ferne sieht man eine Ziege, und im Grunde sind Rui-

nen. In der Mitte vorn auf dem Boden: P. Verbeecq 1619

(nach Gersaint irrig V. B.) H. 3 Z. 8 L., Br. 4 Z. 4 L.

Bei Weigel 23 Thl. In ganz vorzüglichem Drucke kostet

dieses sehr seltene Blatt 8 — 10 Gulden.

  1. Der auf dem Hügel sitzende Hirt, mit einer Art Turban

auf dem Kopfe, der mit einer kleinen Feder geziert ist. Er

trägt mit beiden Händen den Stock auf der Achsel. Der

Grund ist weiss, und in der Mitte unten ist das Zeichen

VB (verschl.). H. 1 Z. 10 L., Br. 1 Z. 4 L.

Ein stehender junger Mann von vorn gesehen, mit Schnur-

bart und langen Haaren, und einer Feder auf dem Turban,

wie die obige Büste. Die Hände bedeckt ein Mantel, wel-

cher nur den bordirten Rock schen lässt. Links nach oben:

P. C. Verbeecq f. 1639. Oval. H. 5 Z., Br. 3 Z.

  1. Ein stehender Mann mit Schnurbart und langen Haaren,

welcher eine mit einer Feder geschmückte Mütze trägt. Er

hält mit der Linken den Schäferstock, und die andere legt

er an die Hüfte. Zu seinen Füssen ist der Hund. Links

oben auf weissem Grund: PC. (verschl.) VB (verschl.) f. 1639.

H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 11 L.

10 c) Ein gesatteltes Pferd, nach links an den Baum gebunden,

im Grunde felsiger Abhang. Sehr leicht und geistreich ra-

dirt, und dem P. (Peter?) Verbeecq beigelegt. 2 Z. 10 L.,

Br. 3 Z. 11 L. In einem Münchner Auktions-Catalog 1a. A

auf 18 fl. gewerthet.

  1. Ein Mann und eine Frau, die unter einem Baume sitzend

essen und trinken. Eine solche Darstellung fand Füssly

als von einem P. Verbeeck geätzt angegeben, sowie

  1. Die Flucht nach Aegypten.

Näheres können wir über die Blätter Nro. 11 und 12

nicht geben.

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