Venturini, Giovanni Francesco, Zeichner und Kupferstecher , wurde um 1650 zu Rom geboren, und von G. B. Galestruzzi un- terrichtet. Es finden sich viele Blätter von ihm, theils mit der Nadel, theils mit dem Stichel ausgeführt, in der Weise seines Mei- sters. Auch in St. della Bella's Manier radirte er Mehreres. Starb um .
Folgende Blätter gehören zu seinen Hauptwerken:
- Das Fest der Diana und ihrer Nymphen, nach Dominichino, mit der Dedication an den Cardinal G. Rospigliosi, 4t- qu. fol.
Im zweiten Drucke ist die Dedication geändert. R. Morghen hat diese Darstellung meisterhaft gestochen.
Pharao's Untergang im rothen Meere. J. F. Venturini fec.
Joseph auf dem Sinai. Id fec. qu. 8. Diese beiden Blätter gehören zu einer Folge von Dar- stellungen aus dem alten Testamente in reichen Compositionen,
Allegorie auf das Haus Medici. Der Mond beleuchtet das Wappen, und damit den ganzen Erdkreis. Nach Nasini, fol.
Eine Folge von Blättern mit Darstellungen aus der römi- schen Kaisergeschichte, Trophäen, Gelässen u. A., Copien nach Galestruzzi. B. No. 41 etc. 8. und 4,
Die Cathedra des heil. Petrus, in S. Pietro zu Rom von Bernini errichtet, fol.
Imagini dei giardini e suoi fontane di Roma, 28 Blätter nach eigener Zeichnung. Dieses interessante Werk bildet die beiden letzten Theile der Sammlung von G. B. Falda: Le fontane di Roma nelle Piazze e Luoghi publici dell citta etc. Diseg. et intagl. da G. B. Falda e da G. F. Ven- turini. Roma , qu. fol.
La citta di Tivoli e la villa Adriana oggi d'Este etc. 29 Blätter mit Titel: Interessantes Werk, qu. fol.
Insignium Romae templorum prospectus., Romae 1694. app. Rossi, fol.
Die Blätter in Franc. Guernieri's Beschreibung des Win- terkastens bei Cassel, d. h. der Grotten- und Wasserwerke auf dem Carlsberge. Rom, 1705. 4. Venturini, Giuseppe, Maler, wahrscheinlich ein Nachkömmling des obigen Künstlers, hielt sich lange in Norddeutschland auf. Er malte historische Darstellungen, meistens religiösen Inhalts. Starb um 1705. Venusti, Marcello, Maler von Mantua, heisst in der bei den Giunti erschienenen Ausgabe des Vasari irrig Raffaelo, und auch Orlandi schreibt es nach, bis Bottari auf diesen Fehler aufmerk- sam machte. Nach Vasari's Angabe war Marcello eine Reihe von Jahren Geselle des Perino del Vaga, und somit konnte man sagen, er habe seine Bildung in Raffael's Schule erlangt. Endlich aber nahm sich Michel Angelo des fähigen, aber schüchternen Künst- lers an, welcher wie wenig andere in den Geist und Charakter jenes Meisters einzugehen wusste. Eine Copie des jüngsten Ge- richtes soll ihn zuerst auf Marcello aufmerksam gemacht haben. Die Figuren sind nicht über einen Palm hoch, aber ganz im Cha- rakter des Originals, so dass dieses Nachbild um so schätzbarer ist, da das grosse Werk in der Sixtina dem Verderben entgegen geht. Buonarotti schenkte die Copie dem Cardinal Alessandro Farnese, und später kam sie mit anderen Werken aus der Gallerie des Herzogs von Parma nach Neapel, wo man sie jetzt im k. Mu- seum bewundert. Füssly will auch von einer zweiten Copie des jüngsten Gerichtes wissen, welche sich in der Gallerie Colonna verfunden soll. Diese Sammlung enthält aber kein Werk dieser Art. Dagegen findet man in Rom mehrere Gemälde Venusti's, welche nach Zeichnungen von Michel Angelo ausgeführt sind. Eines der früheren Werke dieser Art scheint die Verkündigung an die zu seyn, welche Messer Tommaso de' Cavalieri für die Kirche S. Giovanni in Laterano malen liess. Die Zeichnung kam nach Vasari in die Sammlung des Herzogs Cosimo. Als überaus schön rühmt der genannte Schriftsteller eine Tafel in S. Spirito, wo er auch die Capelle des Evangelisten Johannes ausmalte, und das Bildniss des Commenthurs von S. Spirito anbrachte. Ueber der Thüre der Kirche della Pace nach dem Kloster zu malte Mar- cello Christus unter den Schriftgelehrten in Fresco, und in der Kirche eine Verkündigung. Ueberdiess sagt Vasari, dass der Künst- ler eine Menge von Bildnissen und kleinen Staffeleibildern gen habe, die mit höchster, ja unglaublicher Geduld ausgeführt seyen. Einige Male stellte er den Papst Paul III. dar. In der Gallerie Colonna zu Rom ist ein Bild des Heilandes in der Vorhölle, und in der Gallerie Borghese daselbst eine Kreuzigung Christi ganz der Art des Michel Angelo. Die Zahl der Bilder dieses Kunstlers
ist in Italien doch immer bedeutend, und auch im Auslande findet man deren, wie in den Gallerien zu St. Petersburg, Wien, Berlin, Gotha, Pommersfelden, meistens nach Zeichnungen von Michel Angelo. Der Künstler starb um 1580. Sein Sohn Michel Angelo war ebenfalls Maler, und stand unter Buonarrotis Einfluss. Er brachte es nicht weit, weil er sich der Magie ergab. Das heilige Gericht legte ihm desswegen eine schwere Busse auf. Nach Bas- sanzia befliss er sich auch der Kriegskunst; Stiche nach Marcello. Das jüngste Gericht, die oben erwähnte Copie im Museum zu Neapel, im Umriss von Nic. J. Volpe gestochen 1834, fol.
Die Steinigung des hl. Stephan; grossartige Composition von 3 Figuren, Corn. Cort. sc. 1575. Hauptblatt, gr. roy. fol.
Im zweiten Drucke steht die Adresse: Romae apud P. Palum- bium — 1577; und die dritten Abdrücke haben die Adresse: Gas- par Albertus successor Palumbi;
Bart. Mazza hat dieses Blatt copirt, gr. fol. Zwei Handzeichnungen mit Darstellungen der Steinigung des Heiligen waren bis 1810 im Cabinet Paignon Dijonval zu Paris. Sie sind mit Indigo ausgetuscht.
Christus und die Ehebrecherin, Christus im Gebete auf dem Oelberge, und die Grablegung.
Die drei Blätter haben folgende Bezeichnung: MA (zusammen- hängend) V. I. Einige wollen Marcello Venusti Inventor sein, Brulliot II. 513. arco Veronese Inventor, worunter M. d'Angeli (Tobio del Moro) zu verstehen ist. Von dem letzteren Künstler sind sie wenigstens nicht radirt. Die Composition könnte dem Marcello beigelegt werden.
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