Venne, Adrian

Venne, Adrian, van der, Maler, geb. zu Delft 1589 (nicht 1586), stammte aus einer ansehnlichen Familie, und widmete sich in Ley- den den klassischen Studien. Allein der Student fand auch Lust, Scenen aus lateinischen Classikern bildlich darzustellen, und nahm zu diesem Zwecke bei Simon de Valk und Hieronymus van Diest Unterricht im Zeichnen. Bald darauf fing er auch zu malen an, und von dieser Zeit an hielt Adrian seinen Beruf zum Künstler für entschieden. Er malte Bildnisse, historische und allegorische Darstellungen sowie Genrebilder , an welche sich Schlachtscenen und Landschaften reihen. Seine meisten Bilder sind grau im Grau ausgeführt, wofür der König von Dänemark, der Prinz von Ora- nien, und andere Fürsten Erwarben. Besonders gerühmt wurde ein 48 Fuß langes Schlachtbild, welches ein polnischer Graf erhielt. Ob dieses Gemälde ebenfalls in Helldunkel behandelt war, wissen wir nicht, bekannt ist aber, dass A. van Venne auch als Colorist Bedeutendes leistete. Im Museum des Louvre ist ein Gemälde, welches das Fest vorstellt, das Erzherzog Albert 1607 bei Gelegen- heit des Waffenstillstandes gab. Dieses Bild enthält viele leben- dige und in einem warmen Ton ausgemalte Porträts. Das Mu- seum zu Amsterdam bewahrt von ihm das Reiterbild des Prinzen Moriz mit seinen Brüdern und Neffen, welches für die Zeit des Künstlers als Werk von Bedeutung zu nennen ist. Seine Ge- mälde sind jetzt zerstreut, vielleicht auch teilweise vergessen, der Künstler ist daher mehr durch seine Illustrationen, und durch Stiche nach Zeichnungen und Gemälden bekannt. Auch Dicht- er war er, als welcher er einen Hang zum Seltsamen ausspricht. Seine gelehrt scheinenden musikalischen Allegorien und die Anspielung auf Zeitverhältnisse sind Ausflüsse seiner poetischen Anschauung. Seine gedruckten Gedichte tragen auffallende Titel. Darunter ist ein Gemälde der lächerlichen Welt, welches 1635 in 4. gedruckt wurde. Der Traum von der neuen Weisheit, die Narrheit des alten welschen Marschals, der Funke auf den holländischen Torf sind andere Schriften betitelt. Er starb im Haag 1662. W. Hol- lar stach das eigenhändige Bildniss dieses Meisters. Ein anderes Portrait desselben ist von D. van Bremden.

Stiche nach diesem Meister.

Guillelmus D. G. Princeps Aurijacae. — Halbe Figur sitzend mit Schwert und Stab. W. Belff sc. V. Venne exc. 1623. Titl- blätter Hauptblatt. gr. fol.

Prinz Moriz von Oranien, Kniestück in reichem Costüm. W. Delff sc. gr. fol.

Prinz Heinrich Friedrich von Oranien, Kniestück in reichem Costüm. W. Delff sc. gr. fol.

Peter Valkenier, Advokat. Gest. von M. Merian. Anderwärts wird dieses Blatt einem Abraham van Venne beigelegt.

Die sechs Prinzen von Nassau mit ihrem Gefolge auf die Jagd ziehend, wahrscheinlich das oben erwähnte Bild in Amsterdam. C. van Queborn sc. 1650. gr. qu. fol.

Dieselbe Darstellung. W. Delff sc. 1624. gr. qu. fol.

Die Ankunft Carl II. in Delft, das Festin, welches die Genera-. lstaten ihm gaben; dessen Abreise nach England. Alle diese Blätter hat Philippe gestochen; und sie bilden mit obigem eine Folge.

Der Tod des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien. Dodelycke vytgang van syn Hoogheyt etc., 1647. C. v. Dalen sc. Die Com- position wird dem A. v. Venne beigelegt, allein die beiden ver- schlungenen ersten Buchstaben scheinen J. V. zu seyn. Die Dar- stellungsweise hat mit anderen Blättern nach Adrian wenig Ähn- lichkeit, qu. fol. —.

Der Tod unter den verschiedenen Ständen, komische Compo- sition. Dits de vrees van alleman — —. C. v. D. (Dalen) sc. Romb. van de Hoye exc. Seltenes Blatt, roy. qu. fol.

Die Büsten der Galathea und Phyllis, in Ovalen mit zarter allegorischer Einfassung. Th. Matham et C. de Passe sc. Geist- reiche Blätter, kl. fol. —.

Die Belagerung von Herzogenbusch 1620, gezeichnet von Th. Niels (?) und V. Venne, gest. von S. Savry und B. F. a Bercke- roode, roy. qu. fol. Dieses Blatt nennt Füssly.

Der zerlumpte Leyerspieler mit dem Stelzfuss, und das alte singende Weib, häßliche Gestalten. Dit Cromme vel, met here 11 — —. A. Matham sc. C. Visscher exc. fol.

Ein singender Bettler mit seinem singenden Weibe, beide mit der Leyer. Wrys ters hoort. — — A. Matham sc. fol.

Eine Alte mit der Brille auf der Nase lesend. D. v. Brem- den sc. fol. —.

Der Leyermann, der Bettler, halbe Figuren von anderen um- geben. Ohne Namen des Stechers, aus einer Folge. No. 2. und 3.

Maskerade. Ein Mann als Rattenfänger von einem Weibe begleitet. Besiet on selven — —. Visscher exc. kl. qu. fol.

Ein junger Mann und ein Mädchen im Zimmer mit der Al- ten in Unterredung, P. Serwouter f. gr. 8. —.

Der Streit: von grotesken Figuren mit Kücheninstrumenten, gest. von A. Matham, fol. —.

Der Streit der Weiber um die Hose, A. v. d. Venne inv.? C. Isaac sc. gr. qu. fol.

Spielende Kinder im Winter, qu. fol. —.

Die Bettlerfamilie, Facsimile einer Originalzeichnung von M. C. Prestel 1780, gr. 8. —

Die emblematischen Darstellungen zu Cats Gedichten, gesto- chen von W. Hondius, A. Matham, C. v. Queborn und A. Stock, kl. 4. —.

Nach anderer Angabe soll A. v. Venne zu Cäts Proteus ofte Minnebeelden (Rotterdam 1627, und zu dessen Emblemata mora- lia et oeconomica selbst geätzt haben, Ferner zu Maighden — Pflicht ofte Ampt der Jongvrouwen — door Sinnebeelden. 12.

Pampiere Wereld — — door J. H. Krul. Amsterdam 1644, fol. Die vielen Stiche sind wahrscheinlich nach A. v. Venne in Savry's Manier gestochen. In der Quartausgabe sind Radirungen von W. Basse. —.

Woudt van wonderlicke Sinne- Fabulen der Dieren — — te samen ghesteld door Steven Perret — verbetert en vermeerdert door A. van de Venne, Schilder. Rutterdam 1633, fol.

A. v. Venne hat aller Wahrscheinlichkeit nach die Blätter die- ses seltenen Buches selbst radirt, und die älteren gestochenen Blätter retouchirt. Auf einem Blatte steht V. Es sind zum Theil

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