Velde, Willem van de, Zeichner und Maler, wurde 1610 zu Ley- den geboren, und war vermuthlich der Sohn des Esaias. Er ver- jegte sich in seiner Jugend auf die Schiffsbaukunst, und auf alles, was zum Seewesen gehörte. Nebenbei übte er sich mit Eifer im Zeichnen, wählte aber wieder nur die mächtigen Schiffstürmen, welche er mit einer Wahrheit und Genauigkeit darstellte, wie man früher sie nicht gesehen hatte. Er theilte alle Gefahren des See- lebens, und hatte selbst während des Gefechtes der holländischen gegen die feindliche Flotte nur die Bewegungen der Schiffe und die Erscheinungen des Meeres im Auge, ohne zu bedenken, dass er der Kunst sein Leben opferte. Doch finden sich gewöhnlich nur Zeichnungen von ihm, die mit der Feder auf weisses Papier, und auf weiss grundirte Leinwand ausgeführt sind. Auch seine Zeichnungen auf Papier findet man öfter auf Leinwand gezogen. Lescamps sagt, dass der Künstler es erst gegen Ende seines Le- bens versucht habe, in Oel zu malen, und dass es ihm nicht mehr gelungen sey; allein im Museum zu Amsterdam sind Gemälde von ihm, welche in jeder Hinsicht bewunderungswürdig befunden wer- den. Das eine stellt die Schlacht der holländischen und englischen Flotte am 13. Juni 1660, und ein Convoi von vier Schiffen vom Feinde genommen dar. Auch eine Ansicht von Amsterdam vom
Einige seiner Zeichnungen wurden gestochen, die Blätter dürften aber mit denjenigen nach dem jüngeren W. v. d. Velde vermischt seyn.
Eine Folge von 4 Blättern, jedes ein holländisches Admiral- schiff darstellend. C. Dankers, F. de Witt et S. Savery exc., gr. fol. Diese Blätter sind wahrlich nach dem älteren V. de Velde gestochen. Folge von 8 Blättern mit Schiffen. C. J. Visscher exc. Mit holländischen Unterschriften und Versen, schöne Blätter, welche auch dem Jan Percelles zugeignet werden. Oval fol.
Seestück mit vier Schiffen und bedecktem Himmel, radirt von Baillie, qu. fol.
Die ruhige und die stürmische See, 2 Blätter von C. Baillie, qu. fol.
Seestück, gestochen von Pond, qu. fol.
Die letzteren Blätter erschienen in Boydell's Verlag, und sind nach Zeichnungen ausgeführt.
Willem van de Velde, Seemaler, der Sohn des Obigen, wurde 1633 zu Amsterdam geboren, und von S. de Vlieger unterrichtet, weil sein Vater fern war, und gleichsam das Meer zu seinem Aufenthalte gewählt hatte. Der junge W. v. d. Velde wählte aber ebenfalls das Fach des Vaters, nur war er länger im Hause be- schäftigt, da er in Gemälden gab, was jener nur in meisterhaften Zeichnungen festhielt. Van de Velde sen. lebte damals in Eng- land, und zeigte Jakob II. einige Seestücke vor, welche der Sohn gemalt hatte, und die dem Könige so wohl gefielen, dass er ihn mit Gehalt in seine Dienste rief. Von dieser Zeit an lebte der jüngere W. v. d. Velde die meiste Zeit in Greenwich, wo er Ge- legenheit zu mannigfaltigen Studien fand. Er benützte auch öfters Zeichnungen seines Vaters, wie wir im Artikel desselben gesagt haben, und schuf darnach Gemälde, welche wenige ihres Gleichen finden. W. van de Velde jun. hat den Ruf eines der grössten See- maler, welche je gelebt haben. Keiner konnte die ruhige See besser darstellen, und die reine, durchsichtige Himmelsdecke so schön behandeln, als er. Doch malte er auch Orkane, Stürme
A Sea-Storm. Watson fec., gr. qu. fol.
Hazy Weather. J. Boydell sc. 1755, qu. fol.
Eine Marine mit drei Schiffen im Vorgrunde. E. Kirkall fec. Mezzotinto, gr. qu. fol., u.
Eine andere mit Schiffen im Hafen. Id. sc., s. gr. qu. fol.
Drei Blätter in Tuschmanier, in Ploos van Amstel's Werk: Prospekt am Zuidersee, qu. fol.; holländische Flotte, qu. fol.; Kriegsschiffe, qu. fol.
Gemälde. in Bistermanier von B. Schreuder gestochen. Fac- simile c. der Zeichnung, qu. 4.
Landschaft in Aquatinta von C. Apostool: The beauties of the dutch School —, London 1703, qu. fol.
Eine Marine, radirt von Ant. von der Bosch, qu. fol.
Eine Marine, Federzeichnungs-Imitation von J. Prestel, qu. 4.
Eine Marine, Facsimile einer Zeichnung in Chirmanier von Chev. J. Hazard, qu. fol.
Eine Marine, qDelvaux sc., kl. qu. fol.
Holländische Handelsbarken, M. Rousselet sc., qu. fol.
Marine mit Schiffen im Hafen. V.M. Ficot sc, Oval gr. qu. fol.
Marine mit Schiffen auf bewegter See. B. Godfrey sc., qu. fol.
Zwei Marinen mit Schiffen, von M. Cath. Prestel in Zeich- nungsmanier gestochen, und in Tusch lavirt, qu. fol.
Eine Marine, gest. von Cardano, kl. 4. Eine Marine, gest. von Dequevauviller, 4.
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