Velde, Adrian van de, Maler, wurde nach der gewöhnlichen An- nahme 1630 zu Amsterdam geboren, scheint aber in Harlem das Licht der Welt erblickt zu haben, da die Familie v. d. Velde aus dieser Stadt stammt, und den berühmten Schreibmeister Jan v. d. Velde zum Ahnherrn hat. Er war vermuthlich Sohn des Zeichners Willem v. d. Velde, welcher ihn zu Wynants in die Lehre gab,
da sein unstätes Seeleben ihm nicht erlaubte, den Sohn zu unter- richten." Wynants leitete ihn gewissenhaft zur Kunst an, und ver- heimelte ihm keinen Vortheil, so dass Adrian schon in jungen Jah- ren ausgezeichnet wurde. Seine Neigung führte ihn zur Land- schafts- und Thiermalerei, doch wäre A. v. d. Velde auch als Hi- storienmaler gross geworden, und Wynants Frau hatte Recht, wenn sie befürchtete, der Schüler werde bald der Meister des Meistersseyn.
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A. v. d. Velde starb zu Amsterdam 1672, kaum 33 Jahre alt; Houbracken hat sein Bildniss gestochen, und selbes seinem Werke einverleibt. Auch bei Weyerman, Descamps und D. d'Argenville kommt es vor.
Stiche nach Werken dieses Meisters:
Mercure et Argus. Pelletier fec. qu. fol.
Promenade du Prince d'Orange sur la plage de Schevelingen, das Bild im Museum des Louvre. E. de Ghendt sc., qu. fol.
La plage de Schevelingen. 1.ere Vue. Lorieux sc. Musée Na- poleon, qu. fol.
La plage de Schevelingen. 2.eme Vue. Hulk sc. Mus., Napo- leon, qu. fol.
Le chariot de Flandre. Ein Wagen von Kühen und Pferden gezogen und von anderen Thieren umgeben. f. Basan excud., in qu. fol.
Reine Aetzdrücke finden sich:
La source utile aux voyageurs. Kühe und Esel mit ihren Füh- rern, ein Hirt trinkt an der Quelle am Felsen. F. Basan excud., in gr. qu. fol.
Eine Landschaft mit Reisenden. R. Daudet sc., qu. fol.
Les amusements de l'hyver. Männer und Kinder auf dem Eise. Das Bild im Louvre. F. Aliamet sc., gr. qu. fol.
Dieselbe Darstellung mit Veränderungen. A. van der Kaer fec. a l'eau forte, qu. 4.
La campagne, grosse Landschaft mit weiter Ferne, das Bild aus der Sammlung des Grafen von Brühl. Chenu sc., s., gr. qu. fol.
La moisson vue l'été, grosse Landschaft mit Kornfeld, das Bild aus der Gallerie Brühl. Chenu sc., s., gr. qu. fol.
Die lustigen Schnitter in der Ernte, radirt von Boissieu, gr. qu. fol.
Le point du jour. J. P. le Bas sc. 1773. Mit Dedication an die Herzogin von Cossé, qu. fol.
Le declin du jour. J. P. le Bas sc. 1773. Mit Dedication an den Herzog von Cossé, qu. fol.
Le Soleil levant. Varin sc. Musée Napoleon, qu. fol.
Landschaft mit einem gesattelten Schimmel im Vorgrunde. R. Daudet sc. Cab. le Brun, qu. 4.
Eine Viehheerde in und um Wasser, das Bild aus der Mannhei- mer Gallerie, jetzt in München. Rad. von W. v. Kobell 1792, in qu. fol.
Landschaft mit Kühen im Wasser, rechts hinter dem Zaune der Hirt. J. de Wit form. Wahrscheinlich von Gronsvelt, qu. fol.
Die Hirten bei der Schweinsheerde. Exform. J. de Wit. Wahr- scheinlich von A. Blooteling, qu. fol.
van de Velde, Adrian. Die Ueberfahrt, in Aquatinta von A. Schlecht 1789, du. fol. Landschaft mit Vieh, ein Hauptbild des Meisters in der Gal- lerie zu Dresden, H. F. Laurin sc., qu. roy. fol. Evening, gest. von C. Prestel, gr. qu. fol. Petite marine. J. P. le Bas sc., qu. fol. Le Paysan qui se chausse; gest. von O. C. Sahler 1765, Br. &. Ebene Landschaft mit Schafheerde. C. Weisbrodt fec. 1776, qu. fol. Gebirgslandschaft mit einem Flusse und mit verschiedenen Thieren. Id. fec., qu. fol. Die Winterlandschaft mit der Eisbahn, das Bild in Dresden, lith. von Hanfstängel. Galleriewerk, gr. fol. The Hawking Party, das Bild in der k. Sammlung des Bu- ckingham-Palastes in London, gest. von J. B. Allen, für die Royal Gallery of Pictures etc. 1841, roy. 4. Zwei Kühe auf der Weide bei einem Zaun, rechts zurück vier Schafe. C. Kuntz fec. 1810. Zart radirt, kl. qu. fol. Ochs und Kühe in einer Landschaft, radirt von B. Schreuder für dessen Zeichnungswerk, Nr. 16, qu. 12. Ein im Grase liegendes Rind, Zwei Stiere mit zwei Schafen gruppirt. Diese beiden Blätter gehören zu einer Folge von 6 Blättern, welche A. Bartsch radirte: Suite von sechs Studien von Schafen, Ziegen und Rindvieh nach Originalzeichnungen 1807, kl. qu. fol. Zwei Blätter in Zeichnungsmanier für Herzinger's Zeichenstu- dien. 2. Heft, Dresden bei Ritter. Eigenhändige Radirungen. Bartsch, P. gr. I. 215 ff. beschreibt 21 Blätter von diesem Meister, bemerkt aber, dass die Zahl der Arbeiten desselben nicht genau bekannt sei. R. Weigel, Supplements au Peintre-graveur de A. Bartsch, Leipzig 1843, I. 26 ff. fügt vier Blätter hinzu, und macht mehrere Zusätze, welche in folgendem Verzeichnisse ent- halten sind. Die Blätter v. d. Velde's sind in drei verschiedenen Manieren gefertiget. Die Nr. 17, 18, 19, 20 und 21 sind Arbeiten eines Knaben von 14 Jahren (1653). Er führte die Nadel fein und tro- cken, und die Schraffirungen sehr enge. Das Pflanzenwerk ist gekritzelt, und die Blätter der Bäume sind nachlässig hingemacht, ohne Geschmack. Die Nr. 1 — 10 führte er zwischen 1657 — 59 aus, und sie beweisen, dass Van de Velde schon als Jüngling von 18 — 20 Jahren zur Meisterschaft gelangt war. Alles ist sicher und korrekt gezeichnet, vom geringsten Detail der Pflanzenwelt, bis zur charakteristischen Thierform. Auch die Nadel wusste er jetzt mit Freiheit zu führen, und die engen, ängstlichen Strich- zügen sind verschwunden. Die Nr. 11 — 16 sind Produkte seiner grössten Kraft (1670). Die Zeichnung dieser Blätter ist bewunde- rungswürdig, die Schraffirungen noch breiter, als in den Arbeiten der zweiten Manier, und jeder Zug verräth einen Meister, wel- cher den Charakter der Naturformen wie wenige erfasst hat. Die Vegetation ist kräftig gegeben, und alles mit ausnehmendem Ge- schmacke behandelt. 1 — 10) Verschiedene Thiere, Folge von zehn Blättern. H. 4Z. Br. 4 Z. 11 L. Bartsch sagt nichts über die Priorität der Abdrücke, Wei- gel macht aber darauf aufmerksam.
Mit der Adresse von Justus Danckerts auf dem ersten Blatte. Doch wurde diese Adresse in neuerer Zeit wieder aufgesto- chen. Alte Abdrücke galten in der Auktion der Sammlung Sternberg 31 Gulden. Bei Weigel 16 Thl. 16 gr.
Ohne Adresse und ohne Nummern. Diese wurden wegge- nommen. Abdrücke dieser Art auf altes Papier wertet Wei- gel auf 6 Thl.
Die Platten existieren noch. Früher besass sie Freidhof in Berlin, dann Frauenholz in Nürnberg, und zuletzt kamen sie in den Besitz des bibliographischen Instituts zu Hild- burghausen. Die modernen Abdrücke sind schwach, und zeigen Stellen, wo der Grünspan eingegriffen hat. In neue- ster Zeit wurden Abdrücke auf altes Papier gemacht, wel- che die Adresse von J. Danckerts haben. Diese wurde auf- gestochen, da sich noch Spuren zeigten. Beim Vergleiche mit den alten Abdrücken dieser Art entdeckt man das Falsum leicht. Die Platte ist bereits abgenützt, was sich auch in den dritten Abdrücken zeigt. Auch bemerkt man leichte Retouchen.
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