Veith, Johann Philipp

Veith, Johann Philipp, Zeichner, Maler und Kupferstecher , geb. zu Dresden 1760, war Schüler von Professor Zingg an der Aka- demie daselbst, und ging 1802 als Pensionär dieser Anstalt nach Italien . Er machte in diesem Lande viele Studien nach der Natur, welche fortan seine Führerin war, so dass Veith unter den Land- schaftern als derjenige zu bezeichnen ist, welcher der convent- ionellen Manier entsagte, und ihr Streben auf Naturwahrheit richtete. Seine Arbeiten sind daher sehr geschätzt, besonders die Zeichnungen in Kreide und Bister, welche sich durch Bestimm- theit der Darstellung und durch Weichheit der Behandlung aus- zeichnen. Besonders schön ist der Baumschlag, und auch in Be- obachtung der Luftperspektive kommen ihm wenige seiner Zeitge-

nossen gleich. Er basirte dabei auf dem, was der etwas monotone Zingg Gutes hat, und nahm übrigens den Claude Lorrain zum Vorbild.

Als Frucht seines ersten italienischen Aufenthaltes nennen wir besonders die zwei Ansichten von Terracina, welche Veith auch radirt und gestochen hat. Später radirte er einige Ansichten von Rom und den Umgebungen. Die Zeitverhältnisse waren aber da- mals dem Künstler nicht günstig, und er musste daher häufig nur kleine Arbeiten für den Buchhandel unternehmen. Diese Blät- ter sind aber über die gewöhnlichen Erzeugnisse dieser Art weit erhaben, da er die Nadel und den Stichel meisterhaft handhabte, und bei seiner großen Sicherheit in der Zeichnung Blätter lie- ferte, welche stets ihre Liebhaber finden werden. Veith war auch Lehrer der landschaftlichen Darstellung an der Akademie in Dres- den und Mitglied derselben. Er bildete tüchtige Schüler, worun- ter John, Pochmann, Bruder und Hammer besonders zu nennen sind. Sie sind als Kupferstecher bekannt, welche in der Richtung des Meisters schätzbare Arbeiten lieferten, wie denn überhaupt durch Veith die Kupferstecherkunst in Dresden einen lobenswer- then Umschwung gewann. Als Maler steht er neben Klengel, Kaatz und Mechau, welche vielleicht nur im technischen Theile einen Vorsprung hatten, im Uebrigen aber steht Veith über ihnen. Seine Landschaftsgemälde sind nicht häufig, da er als Zeichner und Ste- cher wenig auf die Oelmalerei verwenden konnte. Im Jahre 1813 begab sich der Künstler zum zweiten Male nach Italien, und verweilte 1814 in Rom. Aus dieser Zeit stammen einige seiner Gemälde. In Bezug auf die Ungleichheit der Arbeiten des Künstlers bemerken wir, dass er in späterer Zeit erblindete, aber glücklich operirt wurde. Die Blätter aus seiner späteren Zeit haben daher nicht mehr jene Zartheit und Klarheit, wodurch sich Veith früher auszeichnete. Die Meisterhand ist aber überall zu erkennen, und die kräftige Behandlung dürfte von anderer Seite nicht minder hervorgehoben werden. Er starb 1835. Das Bildniss dieses Künst- lers ist in der berühmten Portraitsammlung des Hofmalers Vogel von Vogelslein von diesem selbst 1812 gezeichnet, s. auch A. M. Veith.

Witzani stach nach ihm eine Ansicht von Dresden, und 12

Das eigenhändige Kupferstichwerk dieses Künstlers besteht aus 206 Blättern.- Sie enthalten Landschaften und Prospekte nach ei- genen Zeichnungen und Gemälden; so wie nach Bildern gleich- zeitiger Meister. Auch einige Copien nach Ruysdael, Berghem u. a. finden sich von ihm. Viele sind als selten zu nennen, da sie in Büchern und Prachtwerken vorkommen, die nicht zerschnit- ten werden. Auch die Abdrücke vor der Schrift sind selten, so wie die reinen Aetzdrücke.

Folgende, theils seltene Blätter dürften neben anderen be- sonders zu berücksichtigen seyn.

  1. Das Bildniss des Kaisers Alexander von Russland 1805, 4.

  2. Die Madonna mit dem Kinde, nach Giulio Romano. Phil. — Veith sc., 4. Das Figurenfach pflegte Veith wenig

  3. Der Becher, welchen der König von Sachsen den Fischern zu Wittenberg schenkte 1606, 4,

  4. Das vom Walde begränzte Kornfeld, Copie nach Ruysdael,

  5. Die Gruppe der drei Eichen, Copie nach Ruysdael.

Diese beiden schön radirten und seltenen Blätter sind nach Nr. 5. und 6. des Verzeichnisses der Werke Ruys- dael's gefertigt. Sie tragen Veith's Namen nicht, sondern sind den Abdrücken Nr. II. gleich. ı

  1. Der Dudelsackpfeifer vor dem Bauer auf dem Esel, in der Nähe der Hirt mit der Schafheerde, vor welcher Ochs und Kuh geht. Schön radirte und seltene Copie nach Berghem (B. Nr. 4.), nach dem späteren Abdruck mit Berghem's Namen (N., Berchgem fe.) ;

  2. Die Landschaft mit dem Wirthshaus, vor welchem das Weib auf dem Esel sitzt. In der Nähe ist ein Mann mit der Heerde, und im Grunde sieht man wieder ein Weib auf dem Esel. Schön radirte Copie nach Berghem, B. Nr. 11.

  3. Die Landschaft mit dem flötenden Hirten neben dem sitzen- den Mädchen. Rechts ist ein liegender Ochs, ein Esel und eine Ziege. Schön radirte Copie nach Berghem, B. Nr. 6. Ohne Namen.

  4. Landschaft mit Bäumen und einem Häuse innerhalb der Umfangsmauer. Nach rechts auf dem Hügel Vieh, vorn Was- ser. Radirt, und ohne Namen, 4

  5. Landschaft mit einem Bauer, der mit Pferden den Karren durch das Wasser fährt. Nach rechts kommen vom Hügel herab drei Kühe. Radirt, ohne Namen, 4.. .

  6. Landschaft mit Bäumen und Felsen, und zwei Mädchen, welche Schafe über die Brücke treiben. Radirt, ohne Na- men, 4. /

  7. Partie von den Kaiserpalästen in Rom, rechts Leute in der Laube. Veith's letzte Arbeit, 4 T

  8. Landschaft mit einem Hause zwischen Bäumen am Abhange. Der Hirt treibt die Heerde über die Brücke, kl. 4,

  9. Mondscheinlandschaft mit einem von Bäumen umgebenen Hause, Vorn Grasplatz, links Wasser, rechts: die grasende Magd. Ohne Namen, kl. 4. ;

  10. Landschaft mit einem Hause, an welchem zwei kleinere Häuser unter Bäumen von einem Zaune umgeben. Rechts

  11. Zwei Ansichten aus der Umgebung von Eutin, nach L. Strack, qu. 12.;

  12. Landschaft mit einer Baumpartie, nach eigener Zeichnung gestochen, 1808, kl. 4fol. /

  13. Landschaft mit Wasserfall, nach Ruysdael, qu. fol.

Wir kennen nur einen Abdruck vor der Schrift.

  1. Landschaft mit großen Bäumen, Hirten und Vieh, qu., fol. Wir kennen nur einen Abdruck vor der Schrift. — 20) Vue d'une partie de la ville de Terracina, anciennement Auxur, prise du coté de l'Est, nach eigener Zeichnung, qu., fol. /
  2. Vue d'une partie de la ville de Terracina, avec une partie de la Mediterranee, qu., fol.

Diese beiden geätzten und mit dem Stichel vollendeten Blätter gehören zu den Hauptwerken des Meisters. Im er- sten Drucke ohne Schrift, /

  1. Ansicht von Dresden, nach eigener Zeichnung gestochen, 1808, qu. fol.

  2. Ansicht von Ardea, nach der Zeichnung von Reinhart 1811, 4.

  3. Ansichten von Ruinen und Villen um Rom, nach Zeich- nungen des Professors C. F. Schäffer, 6 Blätter, 4.

  4. Ideen aus den Skizzen eines Architekten zum Gebrauche für Künstler und Freunde der Kunst, 6 Blätter nach Zeich- nungen von C. F. Schäffer 1806, kl. qu. fol.

  5. Ansicht der Burg von Hohenstaufen, für Raumer's Geschichte der Hohenstaufen, 4.

  6. Die Elbebrücke, historisch und malerisch dargestellt. Dres- den bei Arnold 1813, qu. fol.

  7. Die Schiffahrt auf dem Rio Doge, für die Reise des Prinzen Maximilian von Neuwied 1813, qu. fol.

  8. Aussicht nach dem Chiemsee, nach H. Crola, für die Bilder- chronik des Dresdner Kunstvereines, qu. fol.

  9. Gebirgspass bei Nerudalen in Norwegen, nach J. C. Dahl, für die Bilderchronik des Kunstvereines in Dresden, qu. fol.

  10. Abend an der Elbe, nach C. G. D. Friedrich, für die Bilder- chronik, qu. fol.

  11. Partie bei der Friedrichsbrücke in Friedrichsstadt, nach F. Oehme, für die Bilderchronik, qu. fol.

  12. Ansichten von Frankfurt a. M. und der Umgegend, Folge von 4 Blättern 1816. In einem topographischen Werke die- ser Stadt, qu. 4.

  13. Eine Sammlung von Ansichten nach der Natur, 2 Hefte, jedes zu 6 Blättern, 1822, 24. 4°

  14. Ansichten des Riesengebirges, der Schneckuppe, des Elbe- falles, u. s. w., Folge von 12 Blättern nach Gruber, aus der früheren Zeit des Künstlers, 12. und 4.

  15. Malerische Wanderungen durch Sachsen, von Engelhard und Veith. Leipzig 1704/05. Dieses Werk enthält 9 Blätter (darunter zwei Vignetten) von Veith, qu. 4.

  16. Arbeiten der Muse. 2 Hefte, mit 18 Blättern, sächsische und italienische Ansichten mit Staffage enthaltend, Dres- den 1814, 4.

  17. Folge von 6 Blättern. mit Staffage, verschieden von den obi- gen Blättern, qu. 8., qu. 4., und kl. qu. fol.

Es gibt Abdrücke auf chinesisches Papier,

Meisters Zingg gestochen, gr. 8.

  1. Die Blätter zu dem Werke: Dresden mit seinen Prachtge- bäuden und schönsten Umgebungen, herausgegeben von H. Rittner; Im Ganzen 26 Blätter nach Zeichnungen von Ham- mer und Thormayer, kl. 4°. fol.

  2. Mehrere Ansichten von Städten und anderen Orten, für den sächsischen Kinderfreund, aus der früheren Zeit des Künst- lers, 12. und gr. 8.

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