Varotari, Alessandro, genannt Padovanino, wurde 1518 in Pa- dua geboren, wo sich sein Vater Dario niedergelassen hatte, und 1518 starb. Der Knabe machte daher seine ersten Studien unter fremder Leitung, und nahm besonders die Fresken Tizian's zum Vorbild, welche er in seiner Vaterstadt vorfand. Im Jahre 1616 ging Alessandro nach Venedig , wo er wieder Bilder des genann- ten Meisters und des P. Veronese copirte, so dass zuletzt kein Maler der Venetianischen Schule des 17. Jahrhunderts in der Auf- fassungsweise, wie in der Färbung dem Tizian sich so anzunähern wusste als Varotari, wesswegen denn auch mehrere seiner Arbei- ten dem Tizian beigelegt wurden. In der Klarheit und Pracht der Gewänder, dem schönen Fleisch, und dem scharfen Aufgreifen aus der Natur kommt er wirklich dem Tizian so nahe, dass eine Ver- wechslung möglich ist. Er huldigte überdiess mehr den Grazien, als der genannte Meister, welcher sich selten zum Ideal erhob, während Varotari in der idealen Auffassung nicht selten sehr glück- lich ist. Man kennt ihn neben Titian im Impasto des Fleisches, im grandiosen und mannigfaltigen Faltenwurf, in den Mienen und in der süßen Harmonie, die über das Ganze verbreitet ist.
Varotari hinterliess seine ersten Werke in Padua und Venedig; an anderen Orten des venetianischen Staates ist wenig von ihm zu finden. In S. Andrea zu Bergamo sieht man aber drei schöne Bilder mit Darstellungen aus dem Leben des Kirchenheiligen in Öl gemalt. In der Scuola Carrara, der Gallerie daselbst, sind vier Bacchanale von ihm, wovon drei derselben nach Tizian copirt sind, und eines eigene Erfindung ist, ein Beweis seines Eingehens in die Kunstweise des genannten Meisters. Ueber Varotari's Werke in Padua handelt Brandolese in den Pitture di Padua, seit der Zeit aber, als Brandolese schrieb, gingen viele Veränderungen
Nagler's Künstler-Lex. Bd. XIX. 29
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