Varin oder Varin Jean, Medailleur und Bildhauer , geb. zu Lüttich 1604, widmete sich aus Neigung der Malerei und Plastik, und leistete in beiden Fächern Ungewöhnliches, obgleich er seinen Ruf als Stempelschneider gründete. Perrault II. 85. nennt von ihm eine Statue Ludwig XIV., und ein Brustbild des Cardinals Richelieu in Erz, welches in der Sorbonne aufbewahrt wurde. Als Maler zeigte er sich durch sein eigenes Portrait, welches Ramdohr (Studien etc., Hannover 1792) im Hause des Grafen Moltke zu Ko- penhagen sah. In der Stempelschneidekunst gab ihm Dupre Un- terricht. Varin richtete aber zugleich auch auf die Verbesserungen der Prägemaschinen ein Augenmerk. Durch ihn, und dann durch J. P. Droz, wurde das früher übliche Taschenwerk durch das Stoss- werk verdrängt, welches gegenwärtig allgemein im Gebrauch ist. Ludwig XII. berief ihn nach Paris , wo er als General-Münzmei- ster des Reiches eine Reihe von Münz- und Medaillenstempeln schnitt, welche den Antiken gleich geachtet wurden. Ein noch weiteres Feld eröffnete ihm die Ruhmeliebe Ludwig's XIV., welcher eine Academie des Inscriptions et des Medailles stiftete, zunächst zum Zwecke der Anfertigung von Medaillen zur Geschichte dieses Königs, welche mit passenden Inschriften versehen werden muss- ten. Unter der Regierung dieses Königs stand Varin in der Me- daillenkunst unerreicht da, indem er diesen Zweig der Plastik wie- der zu jener Höhe brachte, von welcher die Kunst bereits herab-
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