Vargas, Andres de

Vargas, Andres de, Maler, geb. zu Cuenca 1615, war in Ma- drid Schüler von F. Camilo, und machte in kurzer Zeit solche Fortschritte, dass ihn der Meister wie einen Freund behandelte. Vargas hat für die Zeit des Verfalls der Kunst erhebliche Verdien- ste. Doch nur seine früheren Bilder sind in Zeichnung und Fär- bung zu loben; später verfiel er aus Gewinnsucht in eine hand- werksmässige Manier. Zu seinen Hauptwerken gehören die Fres- ken und Ölbilder in der Frauencapelle der Sakristei des Domes zu Cuenca. Andere Gemälde von seiner Hand sieht man in der Capelle der Apostel im Dome daselbst, sowie in Carmen Descalzo, in S. Miguel, in S. Paolo und in S. Francisco. Schön ist auch das Bild des guten Hirten in Carmen Calzado zu Madrid .

Vargas starb zu Cuenca 1674. Palomino und C. Bermudez geben Nachrichten über diesen Meister. Letzterer zählt seine Werke namentlich auf.

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Wann er nach Italien gegangen, ist nicht bekannt, Palomino sagt, der Künstler habe sieben Jahre in Rom verweilt, wo er nach der gewöhnlichen Annahme Schüler von Perino del Vaga gewesen seyn soll, Nach der Angabe des genannten Schriftstellers könnte Vargas von 1520 — 1527 in Italien gewesen seyn, allein wir möch- ten ihm nicht unbedingt glauben, da zu jener Zeit Perino del Vaga selbst noch Rafael's Schüler war, und unter dessen Aufsicht malte. Nach der Einnahme von Rom (1527) ging er nach Pisa , und erst nach hergestellter Ordnung wieder nach Rom zurück, um seine Arbei- ten zu vollenden. Wahrscheinlich traf Vargas erst jetzt den Pe- rino in Rom, und nicht 1520, da er als Tapetenmaler bereits eine

rosse technische Fertigkeit erlangt haben soll, welche ihm in Italien Vorschub gab. Er dürfte eher den Pacheco als Gewährs- mann eintreten lassen, welcher als Zeitgenosse behauptet, Vargas habe 28 Jahre in Italien zugebracht, was um so glaublicher wird, da das älteste Werk des Künstlers in Sevilla von 1555 ist, somit 28 Jahre nach 1527 ausgeführt wurde. Der Beweis, dass Vargas unter unmittelbarer Leitung des P. del Vaga gestanden, ist aber noch immer nicht geliefert. Er könnte zwar in Rom einige Zeit den Unterricht jenes Meisters genossen haben, und dann in Ge- nua, wo Perino lange Zeit thätig war, Niemand weiss aber, dass der Künstler daselbst gearbeitet habe. Sicher ist es indessen, dass Vargas im Allgemeinen auf del Vaga's Stufe steht, und mit die- sem zu den talentvollsten und geistreichsten Nachfolgern Rafael's gehört. Im Einzelnen erreichte er sogar die Anmuth und Grazie seines grossen Urbiners. Er verdient daher den Beinamen Pintor Excellente, welchen ihm die Landsleute gaben; denn Vargas steht unter ihnen als Maler mit Auszeichnung und vor allen da. Lei- der sind die meisten seiner Werke zu Grunde gegangen, oder in einem so schlechten Zustande, dass sie Ruinen gleichen. Heut zu Tage sind nur mehr acht bis zehn ächte Gemälde dieses Mei- sters vorhanden.

Als das älteste Werk des L. de Vargas in Sevilla nimmt man ge- wöhnlich die Geburt Christi auf einem Altar in der Cathedrale, welcher 1555 auf Rechnung des Francisco de Baena gesetzt wurde, wie Cean Bermudez aus einem Akte des Capitels der Kirche er- sah. Dieses Gemälde hat folgende Aufschrift: Tunc discebam Lui- sius de Vargas, aber keine Jahrzahl, und somit kann man nicht behaupten, dass Vargas das Bild 1553 gemalt habe, wo er als Mann von 53 Jahren nicht mehr Schüler seyn konnte, Dieses Gemälde stammt daher aller Wahrscheinlichkeit nach aus einer früheren Periode des Meisters, und es ist insoferne das älteste undatirte Bild desselben. Sein frühestes bekanntes Werk in Se- villa war aber dennoch von 1555, nämlich die Virgen del Rosario, welche Vargas in S. Pablo in Fresco gemalt, wovon sich aber keine Spur erhalten hat. Nicht ohne Rühmen sind die berühmten Fresken an der Nordseite der Cathedrale in einem Retablo. Hier ist ein kreuztragender Christus, welcher schon 1590 so sehr ver-

Vargas war ein sehr gebildeter und geleisticher Künstler. Streng in seinem moralischen Leben, und den Körper geisselnd mit scharfen Instrumenten, war er in Gesellschaften angenehm und witzig. Als ihm einmal ein schlechter Künstler ein Crucifix zur Beurtheilung vorgeigte, sagte er zu ihm, dass der Heiland wirklich zu sprechen scheine: Pardon! Seior, que no saben lo que hacen (vergeb ihnen, Herr, sie wissen nicht, was sie thun.) Vargas starb zu Sevilla 1568, nicht 1500, wie Palomino angibt.

P. Baillu soll nach ihm die Schenkung Constantins an St. Peter gestochen haben. Dieses Blatt ist mit dem Monogramme VL. bezeichnet, was aber Peter van Lint bedeutet. Man findet es in folgendem Werke: Vitae et res gestae pontificum Roma- norum etc. Romae 1677, fol.

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