Vanloo, Jean Baptiste

Vanloo, Jean Baptiste, Maler, war der Sohn des älteren Lud- wig Vanloo, und wurde 1684 zu Aix in der Provence geboren. Er soll sich schon als Knabe von acht Jahren solchen Ruf erworben haben, dass man ihm bald hernach mehrere Altarblätter für die Kirchen in Toulon , Aix u. s. w. zu malen übertragen hatte. Die Theilnahme, welche diese Bilder erregten, verschaffte ihm einen Ruf nach Turin , wo er die herzogliche Familie malte, und zuletzt auch den Herzog, doch nur aus dem Gedächtnisse, weil dieser nicht sitzen wollte. Der Prinz von Carignan bewilligte ihm hier- auf einen Gehalt, um zu Rom unter B. Luti seine weiteren Stu- dien zu machen, der Meister soll aber öfters geäußert haben, dass der Schüler mehr verstehe, als er selbst. Das erste Werk, welches er in Rom ausführte, ist eine Geißlung Christi in St. Maria della Scala mit sechs lebensgrossen Figuren. Nach seiner Rückkehr malte er im Schlosse zu Rivoli zwei Deckenbilder in Fresco, und dann begleitete er den Prinzen von Carignan nach Paris . Hier malte Vanloo für seinen Gönner mehrere Darstellungen aus Ovid's Verwandlungen. Im Auftrage des Prinzen Regenten copirte er die Fusswaschung Christi von Muziano, welche damals aus dem Dom in Rheims nach Paris gebracht wurde. Dann musste er die fünf Cartons von Giulio Romano restauriren, welche Liebschaften der Götter vorstellen. Das Bildniss des Königs malte er später aus dem Gedächtnisse, aber zu solcher Zufriedenheit, dass ihm der- selbe noch eine Sitzung bewilligte. Hierauf restaurirte er die Bil- der Primaticcio's in Fontainebleau, wobei ihm neben anderen auch sein Sohn Louis Michel behülflich war. Für den Chor der gros- sen Augustinerkirche in Paris malte er das Bild des Königs, wie er dem Grafen von Clermont die Insignien des heil. Geistordens überreicht. Dieses Gemälde ist jetzt in der historischen Gallerie zu Versailles. Im Jahre 1737 begab sich der Künstler nach Eng- land, wo er im Verlaufe von vier Jahren zahlreiche Bildnisse malte. Fiorillo V. 578 meint, Vanloo habe in England der Portraitmalerei einen Umschwung gegeben, indem er die täuschende Wahrheit der Kunst, welche ganz etwas anderes sei, als knechtische Treue, zu ho- her Vollkommenheit gebracht und sich durch nicht wenige Werke wirklich den klassischen Meistern genähert habe. Was würden A. van Dyck und Holbein zu diesem klassischen Urtheil Fiorillo's sagen? J. B. Vanloo steht auf derselben Stufe, wie Carle Vanloo, beson- ders in historischen Darstellungen. Seine Porträite sollen zwar sehr ähnlich seyn, im Uebrigen aber sind sie geschmacklos. Im

Blätter nach diesem Meister.

Marie, Königin von Frankreich, gest. von L. Cars, fol. Charles Fitzroy, Duke of Grafton, geschabt von J. Faber, fol. Frederick Lewis, Prince of Wales (Father to King George III.) Baron sc., gr. fol. Augusta Princess Dowager of Wales (Mother of George II.) f. fol.

Nicolas Henry Tardieu, Graveur du Roy. Tardieu, fils sc. 1743. Für die Sammlung von Oeuvre. Neuerlich für die Gall. hist. de Versailles von Blanchard gestochen.

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