Vanloo, das Wesen der wahren Schönheit fremd geblieben sei, und dass er Personen vorgeführt habe, mit welchen man nicht verkeh- ren wolle, weil sie ohne Charakter und Ausdruck sind. Dem Van- loo gebrach es an wissenschaftlicher Bildung, und am Ernste, die Mängel durch fleissiges Studium der Natur zu decken. Er hatte aber einen hinreichenden Vorrath von Flinten, durch welchen er die Augen der Menge täuschte.
Vanloo malte in Paris vieles für den Hof, für Kirchen und Private. Im Museum des Louvre sind gegenwärtig zwei Bilder von ihm, die Vermählung der heil. Jungfrau unter Einwirkung des heil. Geistes, und Aeneas mit seinem Vater Anchises, beide durch den Stich bekannt. Ein anderes kleines Bild der Vermäh- lung Maria's war im Cabinet Boisset, und wurde bei der Auktion mit 6000 Liv. bezahlt. Das Bild des Aeneas ging bei der Auktion der Sammlung des Lud. Michel Vanloo um 4020 Liv. weg, und das Museum kaufte es aus der Gallerie des Prinzen Conti um 7225 Liv. Für das Schloss in Versailles malte er die Bildnisse des Königs und der Königin in ganzer Figur, sie wurden aber in die historische Gallerie daselbst nicht aufgenommen. In der sogenann- ten Gallerie des petits Appartements des Schlosses war eine Bären- und eine Straussenjagd, von ihm 1730 gemalt, beide im Stiche be- kannt. Auf dem Rathhause in Paris ist ein grosses Bild von ihm, welches den Friedensschluss von 1740 vorstellt. Im Chore der Kirche der Petits-Peres in Paris malte er von 1748 — 53 sechs Darstellungen aus dem Leben des heil. Augustin, in der Marien- kapelle bei St. Sulpice 1746 vier Bilder aus dem Leben der heil. Jungfrau, und in Notre-Dame ist das Altarbild von ihm, welches St. Carolus Boromäus vorstellt, wie er den Pestkranken die Com- munion ertheilt. Für eine Capelle der Invalidenkirche sollte er sieben Bilder aus dem Leben des heil. Augustin malen, es blieb aber bei den Skizzen in Oel, welche sich jetzt in St. Petersburg befinden, und durch den Stich bekannt sind. In der Capelle de Grand-Communion zu Choisy ist sein Bild der heil. Clotilde von Frankreich, 1733 gemalt. Die Skizze besass Louis Michel Vanloo, und wurde nach seinem Tod um 720 Liv. verkauft. Später war sie in den Sammlungen des Prinzen Conti, des Abbe de Juvigny und Boileau's, und galt immer weniger. In der Cathedrale zu Besancon ist eines seiner Hauptwerke, die Auferstehung Christi.
Auch in das Ausland kamen Bilder von Vanloo. Für den König von Preussen malte er 1755 das Opfer der Iphigenia, ein grosses Bild, welches angestaunt wurde. Es fand im Marmorsaale zu Sanssouci eine Stelle. Oesterreich gibt eine weitläufige Be- schreibung, und Marquis d'Argens kann das Gemälde nicht genug rühmen. Ein anderes Gemälde (1737), welches der König von Preussen erhielt, stellt ein türkisches Concert vor, und ist durch den Stich bekannt. Die Kaiserin Katharina II. bot der Madame Geoffrin für zwei Bilder dieses Meisters die Summe von 36000 Liv., wie Füssly sen. sagt, ohne die Bilder zu benennen. Diese Mad. Geoffrin besass die spanische Conversation, welche durch den Stich Beauvarlet's bekannt ist. Vielleicht ist das zweite die von dem- selben Künstler gestochene Lecture espagnole. Im k. bayerischen Schlosse Lustheim bei Schleissheim sind vier kleine Bilder, welche die Malerei, Plastik, Architektur und Musik vorstellen. Solche Bilder, Kindergruppen enthaltend, sind von Fessard gestochen. Auch im Privatbesitz sind viele Bilder von Vanloo. Eine kleine Anbetung der Hirten ging in der Versteigerung der Sammlung l'Empereur für 4800 Liv. weg. In jener von Boisset wurde das
Vanloo wurde 1748 Direktor der Ecole Royale des Éleves pro- teges par le Roi. Im Jahre 1751 ertheilte ihm der König den Or- den des heil. Michael, und bald darauf wurde er Rector der Aka- demie der Künste. Mittlerweile wollte ihn Friedrich II. an seinen Hof ziehen. Es wurden ihm 3000 Thl. zugesichert, und jede sei- ner Arbeiten sollte noch besonders bezahlt werden. Allein Vanloo folgte dem Rufe: nicht, und bemerkte in einem Schreiben an Mar- quis d'Argenis, welcher ihn dem Könige empfahl, man müsse es sein Lebelaug überlegen, ehe man das Vaterland verlasse. Ob der Künstler den Brief selbst geschrieben habe, lassen wir dahin- gestellt seyn. Diderot behauptet, Vanloo habe weder lesen noch schreiben können, was nicht der einzige Fall dieser Art wäre. Ei- gentlicher Hofmaler des Königs von Frankreich wurde Vanloo erst 1762, oder nach anderen 1765. In diesem Jahre starb der Künst- ler. Kurz vorher hatte er das auch im Stiche bekannte Bild der Grazien ausgestellt, welche ihm schon schmollten und den Blut- sturz herbeizogen. Sein letztes Werk stellt Augustus vor, welcher den Janustempel schliesst. Man glaubte damals bereits, Vanloo's Ruhm sei ebenfalls mit eingeschlossen, und ein neuer Blutsturz machte seinem Leben ein Ende. Sein akademischer Freund, Mr. d'André-Rardon, welcher nach Diderot für ihn lesen und schrei- ben musste, hat sein Leben beschrieben: Vie de Carle Vanloo, mise dans V'Academie royale etc. dans ]'Assemblee du 7. Sept., 1765 Paris 1765.
Stiche nach Bildern dieses Meisters,
Carle Vanloo, Peintre du Roy etc. Halbe Figur am Tische, nach dem eigenen Gemälde, Demarteau Vaine sc. Mit Dedication an Mme. Vanloo. In Kreidemanier, gr. fol.
Carle Vanloo, Chevalier, zeichnend im Kniestück, Peint par Pierre le Sueur pour sa reception & l'Academie royale 1747, gravé par Jacques Klauber pour son agrément & à l'Academie Royale en 1747. fol. E M
Carle Vanloo. L. M. Vanloo pinx. S. C. Miège sc., fol.
Carle Vanloo, nach Cochin's Zeichnung. von J. Daullé gesto- chen 1754, fol.
Carle Vanloo, décédé en 1765. F. Basan exc. In ovaler Ein- fassung, fol.
Mme. Vanloo, die Gattin des Künstlers, Basan sc. Oval fol.
Mlle. Vanloo, gest. von L. Bonnet in Crayonmanier, fol.
Louis XV. zu Pferd; s. Thumassin sc., fol.
Mile. Hippolyte de la Tude Clairon, berühmte Schauspielerin in der Rolle der Medea. Carle Vanloo pinx. Cars et S. Beau- varlet sc., s. gr. fol, fol.
Mme. Favard, dans le rôle de Bastienne. J. Daullé sc., gr. fol.
Henry Cardinal Arnould de Pompone, Abb. Medardisius. Gravé
Der Cardinal de Mailly, in ovaler Einfassung mit dem Wap- pen. Drevet sc., fol.
Derselbe in einem Medaillon mit Attributen, dazu das Wap-
pen des Cardinals, Zwei kleine Blätter von P. und C. Drevet,
P. de Gondrin d'Antin, Archevêque. P. Drevet sc. fol.
Michel Mancssier, religieux. Wille sc. 1748. fol.
Mme. de Pompadour als Gärtnerin. J. C. Anselin sc., fol.
Gaspard Duchange, graveur du Roi. Dupuis sc., fol.
Hagar stellt dem Abraham die Hagar vor; Desplaces sc., gr.
u. fol. David vor Saul mit der Haifte. C.N. Cochin jun. sc., gr. qu. fol.
Die keusche Susanna, gest. von Scorodomoff, fol.
Bathscheba im Bade, F. Hortemels et N. Tardieu sc., 4 fol.
Johannes der Täufer. Beauvais sc., s.
Die Vermählung von Josephe und Maria, schöne Composition, Nach dem Bilde im Louvre gestochen von C. Dupuis, gr. fol.
Dieselbe Darstellung. J. E. Ridinger exc. Mezzotinto, s. gr. fol. .
Die Anbetung der Hirten, L. Cars sc. Oben rund, gr. fol.
Die Anbetung der Hirten, C. L. Wüst sc. Gutes Effektblatt, fol. Die Flucht nach Ägypten; L. Cars sc., gr. fol.
Christus am Kreuze; Semetipsum obtulit, J. Beauvais sc.; gr. fol. Die Kreuzabnehmung. Charpentier sc. In Lavirniart, 8. Die Auferstehung Christi. Salv. Carmona sc. 1754; Oben rund, fol.
Die Auferstehung Christi, C. Kohl sc., s.
Christus als Gärtner erscheint der Magdalena; Salv. Carmona sc. 1755, fol.
Die heil. Genovefa lesend im Buche; in der Luft zwei Che- rubim. J. Balchou d'Arles sc. Mit Dedication an den König. Das Bild war im Cabinet des Siffredy Muras in Avignon, gr., fol.
J. J. Avril hat dieses Blatt genau copirt, s. gl. fols
Finlayson hat es ebenfalls gestochen, so wie S. Paul,
Das Leben des heils Gregor, die eben erwähnten Skizzen in der k. Gallerie zu St. Petersburg, in 7 Blättern gestochen von Romanet, Moles, St. Voyex, Miger, Martinet femme, und J. B. Lorraine 1776, s. gr. fol.
Er vertheilt als Jüngling seine Habe an die Armen,
Es werden ihm äussere Ehren angeboten,
Er hält öffentliche Gebete.,
Die Cardinäle verehren ihn als Papst.
Er diktirt sein Werk über Kirchenverbesserung.
Das Wunder der Messe,
Seine Verklärung,
Clorinde et Tancrede, aus Tasso's befreitem Jerusalem. C. Vanloo ginx. (Turini) C. A. Pourporati sc., gr. fol.
Ermine et le Berger, aus Tasso. Id. pinx. Id. sc., gr. fol.
Grosse allegorische Thesen auf Georg I. von England, und auf den Grafen Cadogan, 2 Blätter. Nic. Dorigny sc. 1736 und 37, 8. gt. roy. fol.
Aeneas mit seinem Vater Anchises auf den Schultern, das Bild im Louvre. N. G. Dupuis sc., gr. fol.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_Io3rAAAAMAAJ/