Valencia, Juan de

Valencia, Juan de, Bildhauer, war in Malaga Schüler von Gero- nimo Gomez, und liess sich dann in Sevilla nieder. Hier fertigte er 1702 die Chorstühle der Carthause de las Cuevas, und verzierte

sie mit Statuen, die als Muster des schlechten Geschmackes gel- ten können, wie Bermudez sagt, Valencia, Matias de. Maler, geb. zu Valencia , war in Rom Schüler von D. Corrado Giaquinto, und wählte diesen zum Vor- bilde. Nach seiner Rückkehr fand er in Granada Beschäftigung, trat aber daselbst 1747 in den Capuzinerorden. Im Refectorium dieses Klosters ist ein Abendmahl des Herrn von ihm., Er starb 1749, Der weltliche Name des Künstlers ist Lorenzo Chacon. Valencia, Felipe de. Maler, geb. zu Granada 1634, war Schüler von Cieza, und ein Künstler von Ruf. Bei den Carmelitern zu St. Gil und St. Anton sind Bilder von ihm, welche nach Fiorillo den Künstler mit Recht berühmt machten. Er starb 1684. Valenciennes, Pierre Henry, Landschaftsmaler , geb. zu Tou- louse 1750, war Schüler von Doyen, und langte durch eifriges Studium der Natur in kurzer Zeit zu glücklichem Resultate. Seine Anschauung ist aber eine andere, als die der jüngeren französi- schen Künstler. Er suchte der Natur einen großartigen Charakter zu ertheilen und wendete sich jener Richtung zu, welche Poussin verfolgt hatte. Er ist der Schöpfer der heroischen Landschaftsma- lerei, welche in Frankreich durch ihn viele Verehrer fand, und eine Menge von Nachahmern erzeugte, worunter mehrere zu sei- nen Schülern gehören. Doch liegt dieses Feld seit mehreren Jah- ren brach, und nur hie und da taucht wieder eine Pflanze auf französischem Boden auf. Valenciennes Werke sind selbst schon der früheren Geschichte der Malerei in Frankreich verfallen , da eine andere Richtung sie verdrängte. Die Zeitgenossen ge- standen ihm aber den Ruhm des Wiedererstellers der Lando- schaftsmalerei zu, sie konnten den edlen Styl und die Originalität seiner Werke nicht genug rühmen. In Landon's Annalen, im Pau- sanias français, erhoben sich ehrende Stimmen für ihn, da seine Auffassungsweise neu war, und der Künstler häufig in seinen Ge- mälden die heroische Zeit Griechenlands und Italiens zur An- schauung brachte. Der Pausanias français p. 300 nennt ihn einen geborenen Denker, der die majestätischen, naiven und zauberischen Züge der Landschaft schilderte, und damit Scenen der Vorzeit in Verbindung brachte. Nur fanden andere seine Färbung etwas grau und kalt, so dass seine Bilder nicht von zauberischem Reize seyn dürften. Seine Gemälde sind überallhin zerstreut, und in bedeu- tender Anzahl vorhanden. Eines der gerühmtesten ist in der Gal- lerie des Louvre, Cicero vorstellend, wie er in Sicilien das Grab- mal des Archimedes entdeckt, Nicht minder belobt wurde Oedipus auf dem Cythäron, derselbe im Tempel der Eumeniden, Philoktet auf Lemnos, die Ansicht des alten Trözene und der Umgebung, . das Thal Tempe mit dem Tode des Hippolyt, der Tanz des The- seus, die Eruption des Vesuv unter Titus, Mithridates u. s. w. Alle diese Bilder, und die meisten anderen des Künstlers, sind ideale. Landschaften mit heroischer Staffage. Eigentliche Veduten, und Gemälde mit Scenen aus dem modernen Leben findet man nicht häufig. Doch bereiste der Künstler zum Zwecke landschaftlicher Studien Frankreich und Italien. Er fertigte bei dieser Gelegenheit viele Zeichnungen, die gewöhnlich mit der Feder und in Tusche ausgeführt sind. Schöne Bäume, Ruinen, Fontainen, Monumente und Gebäude verschiedener Art sind darin vorgeführt. Valen- ciennes soll sich mehrere Jahre in Italien aufgehalten haben. Nach

seiner Rückkehr wurde er Professor der Perspektive an der Spe- zialschule zu Paris, und hielt noch wenige Jahre vor seinem Tode Vorlesungen. Schon um 1780 wurde er zum Mitglied der alten Akademie ernannt, das neue Institut nahm ihn unsers Wissens nicht auf, Dagegen war er Mitglied der Akademie in Toulouse, und Ritter der Ehrenlegion. Er starb zu Paris 1810. Wir verdanken diesem Künstler auch ein Werk über Perspek- tive und Landschaftsmalerei, unter dem Titel: Eléments de perspective pratique, à l'usage des artistes, suivis de réflexions et conseils à un élève sur la peinture et particu- lièrement sur le genre de paysages. Paris 1800. Mit 30 Kupf. in 4. Zweite Aufl. Paris 1820. J. H. Meynier hat dieses Werk ins Deutsche übersetzt: Anleitung zur Linear- und Luft-Per- spektive, nebst Betrachtungen über das Studium der Malerei, der Landschaftsmalerei insbesondere. Hof 1803. Mit 36 Kpf. 4. Landon gibt in seinen Paysages et Tableaux de genre III., IV. einige Umrisse nach Zeichnungen dieses Meisters. Pillement jun. stach das Bild des Oedipus auf dem Cythäron. Valente, Pietro, Architekt zu Neapel, ein jetzt lebender Künstler, dessen Werke mit Beifall genannt werden, Im Jahre 1835 baute er an der Chiaja einen neuen Palast. Valenti, Uberto, Maler, machte sich um 1780 — 90 durch Bild- nisse bekannt. J. F. Roth stach jenes des Abtes Beda von St. Gallen, Valentini, Giovanni, Maler, war um 1820 in Rom thätig. Er ko- pirte die Bilder Rafael's in den vatikanischen Stanzen, und meh- rere andere berühmte Malwerke in Wasserfarben. Diese Bilder fanden grossen Beifall. 3729 Valentia, Jacopo da, Maler, blühte 1450 — 1500, und gehört der venetianischen Schule an. Er ist wahrscheinlich jener Jakob Valentin von Serravalle, dessen Füßly nach Lanzi erwähnt. In Serravalle und zu Cenada sollen Bilder von ihm seyn, woher die folgenden stammen könnten. In der Gallerie des k. Museums zu Berlin sind zwei Temperagemälde von ihm, welche zwar hart und trocken sind, aber durch einen gemüthlichen Zug ansprechen. Das eine stellt die Madonna vor, wie sie in ihrem Gemache ihr liegendes Kind ehrt. Bezeichnet: Jacobus de Valentia. Das zweite, viel grössere Bild, stellt Maria und Joseph vor, welche das zwi- schen ihnen in einem Futtermass liegende Kind verehren. Dabei sind Ochs und Esel, und in der fernen Landschaft erscheint der Engel den Hirten. H. 8 F. 9 Z., Br. 5 F. 3 Z. Valentianus, V. s. Vittoria, Valentin, Architekt, war Schüler des Michel Angelo, und trat dann in Portugal als Künstler auf. A. Rebello da Costa (Descripgao 10- pográfica e hist, da eidade do Porto, 1789) hält ihn für den Bau- meister der Cathedrale in Porto, Valentin, Gottfried, Maler von Leipzig, war um 1680 — 1750 thätig. Er malte: Bildnisse, Jagdstücke, todtes Wild und Geflügel, Einige seiner Zeichnungen wurden gestochen. Digitized by Google

Valentin fand an dem Cardinal Francesco Barberini einen Gönner. Auf Veranlassung desselben erhielt er den Auftrag, für die St. Peterskirche ein Altarbild zu malen, welches in Mosaik ge- setzt wurde. Er stellte die Marter der Heiligen Prosessus und Martinianus in erschreckender Wahrheit dar. Sie liegen lang ge- reckt auf der Folterbank, umgeben von grässlichen Henkern. Das Oelbild befindet sich in der vatikanischen Sammlung. Auch in anderen Sammlungen waren ehedem viele Bilder von Valentin. Eine Verläugnung Petri wurde in der Gallerie Corsini bewundert. Dieses Bild kam später nach England. In der k. Eremitage in St. Petersburg ist ein ähnliches Bild mit halben Figuren, ehedem in der Brühl'schen Gallerie. Auch in einer Kirche zu Cluny ist eine Verläugnung Petri, wobei derbe Soldaten Karten spielen. Das Museum des Louvre zählt elf Gemälde von ihm, darunter das ge- rühmte Bild, welches Christus vorstellt, wie er den Pharisäern mit dem Zinsgroschen sagt: Gebt Gott was Gottes ist, und dem Kai- ser, was des Kaisers ist. Einer der Pharisäer hat die Brille auf der Nase, ein echtes Schachergesicht. Dann sieht man im Louvre das Urtheil Salomon's und ein Bild der Susanna, deren Unschuld erkannt wird. Die vier Evangelisten sind in eben so vielen ein- zelnen Kniestücken zu sehen, und besonders schön findet man zwei Concertstücke. Das eine zeigt ein junges Mädchen, welches den Gesang von Männern auf dem Claviere begleitet, das andere fünf musizierende Personen und einen Soldaten mit dem Wein- glase. Dann sind noch zwei Bilder im Louvre, wovon das eine ein Weib vorstellt, welches einem Soldaten wahrsagt, das andere zwei Soldaten mit zwei Mädchen bei Wein und Flötenspiel zeigt. Die Bilder der Gallerie Orleans kamen nach England. Die vier Lebensalter kaufte H. Angerstein um 80 Pf. St., und sind wahr- scheinlich die Bilder dieser Art in der Nationalgallerie zu London. Für die Bilder der fünf Sinne bezahlte Angerstein 33 Pf. St. In *) Mariette { Brulliot II. Nr. 2640) wollte wissen, dass der Künstler nicht Moise heisse, und dass dieser Name willkür- lich aus Monsü i. e. Monsieur entstanden sei. Mariette hält Valentin für den Taufnamen, Lanzi nennt den Künst- ler Peter.

Mehrere Gemälde dieses Meisters sind in Kupfer gestochen. Moses mit den Gesetztafeln, im Belvedere, gest. von P. Lise- betius für das Brüsseler Galleriewerk, gr. 8.

Susanna von Daniel frei gesprochen, nach dem Bilde im Louvre gestochen von J. Boulanger, dann von C. G. Krüger für das Mus. Napoleon, gr. qu. fol.

Judith mit dem Haupte des Holofernes, im Umriss bei Lan- don. Annales XIV. 15.

Das Urtheil Salomon's, im Louvre, gest. von Bouillard für das Musée Napoleon, fol.

Christus unter den Schriftlehrern, gest. von J. Boulanger, fol.

Die Pharisäer mit dem Zinsgroschen, Kniestück, nach dem Bild im Louvre von Stephan Baudet für das Cabinet du Roy ge- stochen, gr. qu. fol. Massard sen. hat diese Darstellung für das Musée Napoleon gestochen, 4. Das Blatt von Nic. Sautif ist Copie nach Baudet. Auch B. Picart hat dieses Bild gestochen.

Die drei Hauptfiguren aus diesem Bilde, welches im Louvre 16 Figuren zeigt. Aug. Quesnel exc. rue Betizi au Chesne d'or 1640, qu. fol.

Die Verläugnung Petri in der Soldatenstube, vielleicht das Bild aus der Gallerie Corsini, gest. von J. Walker, Mezzotinto- blatt, gr. qu. fol.

Die Verläugnung Petri, aus der Gallerie des Grafen Brühl, jetzt in der Eremitage zu St. Petersburg. Basan exc., gr. qu. fol.

Die vier Evangelisten, die Bilder im Louvre, gest. von E. Rousselet, gr. fol.

St. Sebastian an den Baum gebunden, gest. von Coelemans, fol.

Die Marter der Heiligen Processus und Martinian, im Umriss bei Landon, Annales XI. 21.

Herminia bei den Schäfern, im Umriss bei Landon, An- nales XV. 47.

Le Revers de la Fortune, zankende Spieler, gest. von L. Ca- thelin, gr. qu. fol.

Das Clavier - Concert, im Louvre, gest. von Ortman für das Musée Filhol, gr. 8.

La bonne Aventure, gest. von Pelletier, fol.

Streit der Soldaten beim Würfelspiel, nach einem Bilde in England von Capt. Baillie radirt, und in Schwarzkunst, fol.

Dieselbe Darstellung, gest. von Ganieres, kl. fol. Die Zigeunerin von Soldaten umgeben, gest. von demselben, fol. Zwei spielende Soldaten, gest. von D. Jardinier, fol.

Die vier Menschenalter, ehedem in der Gallerie Orleans, jetzt in England, gest. von A. L. Romanet, fol. -

Eigenhändige Radirung.

Robert-Dumesnil, P., gr. fr. VIII. p. 163, schreibt diesem Mei- ster ein radirtes Blatt zu, welches aber seinen Namen nicht trug. Er glaubt, F. Langlois dit Chartres habe die Platte aus Italien mit- gebracht, und sie dann in Paris abgedruckt. Das Blatt ist sehr sorgfältig behandelt, kommt aber nicht oft vor.

Ein Soldat zwischen zwei Weibern, wie er sie auffordert, ihm wahrzusagen. Links steht ein Mann, der dem Soldaten zuwinkt, und dem nahestehenden Weibe in den Sack greift.

Halbe Figuren, Rechts im Rande: F. L. D. Chartres excudit. H. 200 millim. mit 5 m, Rand, Br. 276 millim.

I. Wie oben,

II. Links im Rande: A Paris rue J. Jacques chez Pierre Ma- riette le fils. }

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_Io3rAAAAMAAJ/