Valckert oder Valkaert, Wernaert van

Valckert oder Valkaert, Wernaert van, Maler und Radirer,

wurde 1575 in Amsterdam geboren, und von H. Goltzius unter- richtet. Es finden sich historische Darstellungen von ihm, welche in der Weise des Meisters behandelt sind. Descamps nennt ein Gemälde mit lebensgrossen Figuren, welches den Prediger Johan- nes in der Wüste vorstellt. Die Figuren im Vorgrunde sind mei- stens Porträts, und darunter ist auch jenes des Malers. Gegen das Ende seines Lebens kam er nach Kopenhagen , wo damals die Kirche von Friedrichsborg mit Bildern verziert wurde. Auf der Universitäts-Bibliothek zu Kopenhagen ist von ihm ein Bild der Verspottung Christi von 1620. Dann war Valkaert auch einer der ner Künstler, welche sich zur Aufgabe gemacht hatten, die Köpfe der zwölf ersten römischen Kaiser zu malen, vielleicht nach dem Vorgange Tizians, welcher ebenfalls für eine solche Folge gemalt hatte. Rubens, C. van Harlem, G. Seghers, H. Bruggen, A. Jan- sen, Moreelsen, G. Honthorst, M. Mirevelt u. a. hatten sich zum Wettstreite verbunden. Valkaert malte den Kaiser Caligula. In der von J. T. Leonard in schwarzer Manier gestochenen Folge dieser Kaiserporträts bildet jenes von Valkaert Nr. IV. S. Bal- kema nennt 1625 als das Todesjahr des Künstlers. Nach der ge- wöhnlichen Angabe starb er 1620. Radirungen des Meisters.

Diese Blätter sind kräftig behandelt und gut gezeichnet. Bartsch nahm ihn in seinen Peintre graveur nicht auf, obwohl er eine würdige Stelle verdient hätte. 1)

  1. Büste eines Mannes mit Bart, in 3 Ansicht nach links. Er trägt eine Krone. In einem mit zwei phantastischen Kö- pfen gezierten Oval, mit dem Monogramme des Künstlers, und der Jahrzahl 1612. Sehr schönes und seltenes Blatt, wahrscheinlich das Portrait des Meisters. 12.

II. Wie oben, mit dem Monogramm. Auf einer Auktion in

München 1845 auf 8 fl. 6 kr. gewerthet.

III. Mit dem Namen: W. V. Valkaert Pictor. 2) Susanna von den beiden Alten überrascht. Rechts bemerkt

  1. Eine heil. Familie., Maria hält das Jesuskind in den Armen, welchem Joseph Trauben reicht. Halbe Figuren. Links un- ter dem Mantel der heil. Jungfrau: W. v. Valckert in. et fe., rechts 1612. Seltenes und schönes Blatt, 4.

  2. Der barmherzige Samariter, welcher dem verwundeten Juden Balsam in die Wunde giesst. W. v. Valckert inv. et fec. Franciscus Holmanis excud. Gut radirt, und selten, qu. fol.

  1. Vor der Adresse. Auf einer Auktion in München 5 fl. 54 kr. . Wie oben beschrieben.
  1. Das Abendmahl des Herrn, halbe Figuren. In der Mitte

am Tische: W. v. Valckert in, et fe. Seltenes Blatt, qu. 8. Bei Weigel 3 Thlr.

  1. Der Evangelist Lucas bei der Staffelei sitzend, vor welcher ein Engel die Tafel hält. Links auf dem Tische stehen zwei Leuchter. Oben ist die Platte abgerundet, und zeigt in der Mitte einen Stierkopf, in welchem ein Wappen mit drei Schilden sich befindet. Im Feston sind Paletten, Schürze, Meißel und Winkel angebracht. Unten links: W. Valckert fec. 1618. H. 4 Z. 8 L., Br. 7 Z. 6 L.

Dieses seltene Blatt beschreibt Frenzel im Sternberg'schen Cataloge II. Nr. 1784, und glaubt, es diene als emblematischer Titel zu einem Buche. Brulliot III. Nr. 1229 spricht von einem Titelblatt zur Ausgabe des Werkes von C. v. Mander. Amsterdam 1618. Für dieses Werk passt der Titel. Nach Brulliot scheint aber das Blatt wie folgt bezeichnet zu seyn: W. Val. Inve., oder W. V. Val.

  1. Venus und Amor unter einem Zelte schlafend, auch Jupiter und Antiope genannt. Im Grunde bemerkt man zwei Satyrn, wovon der eine die Venus entblösst. Links unten: W., van Valckert in et fec. 1612. Seltenes Blatt, qu. fol.

  2. Eine geizige Alte, welche bei ihren Reichthümern vom Tode überrascht wird. Ein Krieger stösst nach ihr mit dem Dol- che. Halbe Figuren. Diens leven liepdelijk — doodelijk, W. v. Valckert in. et fe., P. de Reygers excud. Kräftig ra- dirtes und seltenes Blatt, gr. qu. 8.

In einem Auktionsverzeichnisse von Montmorillon, Mün- chen 1843, finden wir einen ersten Abdruck vor der Adresse auf 9 fl. gewerthet.

  1. Eine eitle Alte im Atelier eines Malers. Sie hält eine Rose, und wird von alten Gecken corrigirt, während um den bar- ocken Maler mit grossem Hute einige Critiker stehen. Oh- ne Namen, im Cataloge der Sternberg'schen Sammlung V. Nr. 1801 dem Valckert muthmasslich zugeschrieben. Das Blatt ist frei und breit radirt, kl. qu. fol.

Holzschnitte. 10) Plato. Kopf in 3 Ansicht nach links. In der Mitte unten: Plato, links W. V. V. inv., rechts: 1620, fol.

  1. Charon. Männlicher, aufgeregter Kopf, Mit dem Zeichen, eben so geistreich als selten, fol.

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