Vadagnino, s. Vavassore,
der, Ludwig de, Maler von Brüssel , wurde um 1560 gebo- ren, und unter unbekannten Verhältnissen herangebildet. Die Werke dieses Meisters werden gerühmt, sie müssen aber sehr sel- ten seyn. Man findet selbst in holländischen Sammlungen nur wenige von ihm, und in ausländischen Gallerien sucht man ver- gebens nach de Vadder. Im Museum zu Brüssel ist eine Land- schaft mit Wald. Links sieht man eine Wasserpartie mit Bäu- men am Ufer. In der Lichtensteinischen Gallerie zu Wien ist ebenfalls eine kleine Landschaft von ihm. Descamps, und andere nach ihm sagen, der Künstler habe den Aufgang der Sonne ge- malt, wie sie die Nebel und Dünste zertheilt, und nach und nach die Fernen enthüllt, mit Meisterschaft dargestellt. Ebenso schön seyen seine Bäume, und der Widerschein derselben im Wasser. D. Teniers jun. soll ihm Figuren in seine Bilder gemalt haben, Der Künstler scheint sich auch in Italien aufgehalten zu haben. Wir fanden eine Zeichnung erwähnt, welche das Grabmal der Cecilia Metella bei Rom vorstellt, leicht in Farben angelegt, qu. fol. W. Hollar radirte eine hügelige Landschaft mit Bäumen und Hütten
Eigenhändige Radirungen,
Mit diesem Meister beginnt die Periode der landschaftlichen Radirungen, worin sich besonders die holländische Schule aus- zeichnete. Seine Blätter sind wenig bekannt, und wurden früher öfters für L. v. Uden's Arbeit genommen. Sie sind leicht radirt, verrathen aber übrigens nicht viel Geschmack. Bartsch, P. gr. V. O: f., beschreibt elf Blätter von ihm, und R. Weigel gibt in den Supplements au peintre graveur p. 233 einige Zusätze in Bezug auf die Abdrücke.
1—98) Eine Folge verschiedener Landschaften. H. 2 Z, 7—8 L., Br. 3 2. 7—8 L.;
I Fast nur Aetzdrücke, ohne die spätere Ueberarbeitung, und vor den Figuren, welche dann hineingesetzt wurden, II Mit den Figuren, und mit der kalten Nadel überarbeitet.
Der grosse Baum am Wege. Links sieht man drei Hütten unter Bäumen, und fast in Mitte des Blattes sitzt ein Mann auf einem der drei Hügel, die sich am Wege erheben. Am Fusse des Hügels bemerkt man eine Ziege. Diese Figuren fehlen im ersten Drucke.
Die zwei Hohlwege. Der eine zieht sich vom Vorgrunde aus zwischen den mit Bäumen besetzten Felsen nach rechts hin. Der andere öffnet sich nach links, und am Rande desselben stehen Bäume. Im Grunde links sieht man ein Haus, und rechts vor diesem erscheint ein Bauer, nur mit dem Oberleibe,
Das Haus im Gebüsche, nach welchem von links unten nach dem Mittelgrunde ein breiter Weg führt. Auf diesem, in Mitte des Vorgrundes, steht ein Bauer auf den Stuck gelehnt, Den Grund schliessen Berge.
Der Teich von Bäumen umgeben, im Vorgrunde des Blat- tes. Rechts ist eine Hütte unter Bäumen, und mitten im Wasser schwimmen zwei Enten, die schwach ausgedrückt sind.
In einem Auktionskataloge (München 1843) auf 12 Gulden gewerthet,
- Die Baumpflanzung, von drei Fusswegen durchschnitten, welche rechts vorn gegen die Hütte sich vereinigen. An diesem Wege sitzt ein Mann. Links auf der Höhe gehen zwei Wanderer.
Schätzung wie oben Nr. 4,
Von diesem Blatte kennt Bartsch dreierlei Abdrücke. In den ersten fehlt der Himmel, und mehrere Stellen des Vor- grundes sind weiss. In den zweiten sind diese Stellen über- arbeitet, und die Luft ist einradirt. Die dritten Abdrücke haben nach Bartsch den am Wege sitzenden Mann. Von den beiden anderen Figuren sagt er nichts.
- Der mit Bäumen besetzte Hügel. Rechts ist eine Hütte un- ter Bäumen, und auf dem Wege sitzt ein Bauernpaar, der Mann mit der Flöte und das Weib mit dem Tambourin.
Nagler's Künstler-Lex. Bd. XIX. 19
Im zweiten Drucke mit der Hirtin bei Weigel 2 Thl. 20 gr.
- Die grosse Bauernhütte, rechts im Mittelgrunde, auf einer Anhöhe mit zwei Baumgruppen, Von da aus geht ein Weg nach dem Grunde links. Oben steht: Luc. de Wadder fecit. Franciscus van den Wyngaerde excudit,
Im ersten Drucke fehlt die Schrift.
- Der Reiter mit dem Falken auf der Faust. Ein Jäger be- leitet ihn zu Fuss, auf dem Wege, welcher durch zwei mit kleinen Häusern besetzten Erderhöhungen führt. Unter dem Vordache des ersten Häuschens sieht man einen
Mann mit dem Stocke, und rechts am Hause läuft ein Hund. Links unten: L. D. Wadder fec. (Die drei ersten Buchstaben verschlungen.) Oben gegen die Mitte: franc. van den Wyn- gaerde excu. H. 3 Z. 7 L., Br. 5 Z. 10 L.
I. Ohne Falkner und Jäger, ohne die Figur unter dem
Dache und ohne Hund, aber mit dem Monogramme
des Künstlers. II. Wie oben mit der Schrift.
- Der sich schlängelnde Bach. Er verliert sich links im Grunde, und an seine Ufer stossen Hügel, die mit grossen Bäumen
besetzt sind. Links unten ist das Monogramm des Meisters,
und rechts am Himmel: franc. van den Wyngaerde excudit. Ant. H. 5 Z. 5 L., Br. 7 Z. 2 L. I. Aetzdruck vor der Adresse. II. Mit der kalten Nadel überarbeitet, und mit der Adresse. III. Mit dem Stichel retouchirt und rechts unten mit Nr. 5, versehen. Wyngaerde fügte dieses Blatt einer Folge bei.
- Weite Landschaft mit einem Hohlwege im Vorgrunde. In der Ferne links liegt ein Dorf am Fluss, über welches der Regen hinzieht. Links unten: L. de Vadder pinxit et Fecit. In der Mitte: Franciscus Van den Wyngaerde excudit. Rechts: Vorsterman, und Spuren vom Worte excudit. H. 8 Z. 1 L., mit 2 L. Rand, Br. 41 Z. 7 L. I. Vor der Adresse von Fr. v. d. Wyngaerde. Die erste Adresse ist jene von Vorsterman. II. Wie oben beschrieben. Bei Weigel 3 Thl.
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