Uytewael, Joachim, nach der alten Orthographie Vytenwael und Wte-Wael, wurde 1560 zu Utrecht geboren, wo sein Vater Glasmaler war, welcher aber nach seinen Werken unbekannt ist. Joachim malte Anfangs ebenfalls auf Glas, wurde aber nach C. van Mander schon als Jüngling von 18 Jahren dieser Kunst über- drüssig, und widmete sich unter Joost de Beer der Malerei in Oel. Nach zwei Jahren besuchte er Italien , und fand in Padua an dem Bischof St. Malo einen Gönner, mit welchem er zwei Jahre in Italien reiste. Hierauf begleitete er diesen nach Frankfurt, wo er wieder zwei Jahre verblieb, und für St. Malo einige Werke aus- führte, deren Besitzer jetzt unbekannt ist. Hierauf ließ sich der Künstler in Utrecht nieder, wo er nach van Mander's Bericht viele große und kleine Bilder malte, welche der genannte Schriftsteller sehr schön und geistreich findet. Uytewael ist indessen manieriert, da er das Studium der Natur vernachlässigte und nur seiner Phantasie folgte. Diese ist aber nicht reich, was namentlich in seinen leeren und fast immer gleichen Köpfen sich zeigt. Das Costume schuf er sich selbst, und daher sind seine historischen und mytho- logischen Helden öfter sonderbar aufgeputzt. In der Behand- lung sind seine Werke nicht gleich, so dass v. Mander sagt, man könne in seinen Werken zwei verschiedene Meister herausfinden. Zu jener Zeit besass ein in Utrecht lebender Italiener ein grosses Gemälde von Uytewael, welches Loth mit seinen Töchtern vor- stellt. Die Figuren sind lebensgross, mit gut gemalten nackten Theilen, und von besserem Geschmacke in Composition und Zeich- nung als gewöhnlich. Die landschaftliche Umgebung und der ferne Brand tragen ebenfalls zur Wirkung des Ganzen bei. Dann nennt van Mander auch ein gut gezeichnetes, und schön gemaltes Bild der Verkündigung der Engel an die Hirten, welches damals der Maler Lukas in Utrecht besass, der Neffe unsers Meisters. Unter den vielen kleinen, zart gemalten Bildern auf Kupfer nennt er besonders ein Göttermahl, welches Sr. Joan Yker in Amsterdam besass, vielleicht das Bild in der Pinakothek zu München. Dann rühmt van Mander auch ein höchst zierliches und fleissig voll- endetes kleines Bild auf Kupfer, welches Mars und Venus mit vie- len in der Luft schwebenden Liebesgöttern vorstellt. Dieses Ge- mälde besass zu v. Mander's Zeit Sr. van Weeley, welcher 1610 ermordet wurde. Ein anderes Gemälde mit Venus und Mars be- sass damals Melchior Wijngens in Middelburg. C. van Mander sagt, dass der jetzt seltene Uytewael viele Bilder hinterlassen habe, meistens historischen und mythologischen Inhalts, und dann auch schöne Küchenstücke. Die oben genannten Werke weisen ihm nach der Ansicht unsers Schriftstellers einen Rang unter den ersten niederländischen Malern an. Dann lieferte er auch einige Cartons zu Glasgemälden in der Johanneskirche zu Gouda, welche Adriaan de Vrye zwischen 1590–1690 ausführte. Mehrere seiner Zeichnungen sind durch den Stich bekannt.
C. van Mander läßt den Künstler 1604 im 38. Jahre sterben. Diese Angabe ist nicht richtig, da die Bilder im Belvedere mit der Jahrzahl 1607 bezeichnet sind. Balkema dehnt die Lebenszeit des Meisters bis 1624 aus. Bei van Mander findet man sein Bildniss.
Stiche nach diesem Meister,
Thronus Justitiae. Hoc est de optimo judice tractatus excellent- issimus quibusque exemplis judiciariis aere incisis illustratus. 14 Blät- ter von W. J. Swanenburg 1605 — 1606 gestochen, gr. qu. fol.
Diese reiche Folge enthält drei Darstellungen aus dem alten und zehn solche aus dem neuen Testament bis zum jüngsten Gerichte. Das 14. Blatt, mit obigem Titel, stellt einen auf dem Throne sitzenden König dar, welcher sich einen Vortrag machen läßt. Bezeichnet: J. Uytenwael invent. G. Swanenb, sculp. 1600. C. v. Sichem editor et excud.
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