Uyl, auch Vil und Vgl, J. den, Maler und Radirer, ist zu-
nächst durch Bartsch, P.gr. IV. 185 ff., bekannt, welcher drei sel- tene Blätter von ihm beschreibt, wozu noch zwei andere kommen, welche Bartsch nicht kannte. Sie bestehen in Landschaften mit Thieren, welche ziemlich gut characterisirt, aber mit wenig Ge- schmack gezeichnet sind. In Führung der Nadel hatte der Künst- ler keine grosse Uebung. Die Blätter sind fein, aber unsicher be- handelt, und die Schatten durch kleine Punkte, kurze gekrümmte Striche und anderes Gekratze angedeutet. Im Ganzen ähneln diese Arbeiten jenen des Nic. Majaert, nur kommen sie diesen nicht an Verdienst gleich. Die Preise der Blätter sind aber sehr bedeutend." R. Weigel, Kunstkatalog Nr. 680, werthet alle fünf auf 35 Thl. Dieses Exemplar stammt aus der Sammlung des Herrn Leyden van Vlardingen, und ging in die Sammlung des Baron Verstolk van Soelen über, welche aber 1847 versteigert wurde, Preise von einzelnen Blättern geben wir unten an.
Dann finden sich auch schöne Handzeichnungen, welche Land- schaften mit Thieren vorstellen, theils mit der Feder und in Bi- ster, theils mit schwarzer Kreide ausgeführt und aquarellirt. Füssly erwähnt eine Ansicht von Utrecht, und nennt den Künstler Jan yan den Vil, welcher wahrscheinlich mit unserm Meister Eine Per- son ist, so dass dieser um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Utrecht gelebt haben könnte. R. Weigel werthet eine Strandansicht (Kreide und Aquarell, qu. 8.) auf 3 Thl.; eine Dorfansicht mit Figuren (Feder und Bister, qu. 4.) auf 2 Thl. 16 gr., und zwei holländi- sche Ansichten mit Windmühle und Figuren ( Kreide und leicht colorirt, qu. 8.) auf 5 Thl. 12 gr. In der Aehrenlese auf dem
; Felde der Kunst (von Weigel sen.) sind ebenfalls zwei schöne '
Zeichnungen von diesem Meister beschrieben. Auch auf Auktio- nen kommen hie und da Zeichnungen von J. van den Uyl vor. Der Meister nennt sich aber nach damaligem Sprachgebrauch auch Vil und Vyl;
- Der Ochs und das Schaf. Der erstere zeigt sich nach links vom Rücken, und neigt den Kopf nach dem Bache, der
vom Grunde herkommt. Am Ufer desselben im Vorgrunde ruht das Schaf, Ohne Namen. H. 32 ½ Z. 2 ½ L., Br. 4 ½ Z. 2 ½ L. Bei Weigel 5 Thlr.
Der Stier, Er steht links vom Rücken gesehen am Schlag- baum, zwischen einem Zaun von Stangen und einem Flusse, welcher rechts sich ausbreitet. Ohne Namen, H. 3 ½ Z. 3 ½ L., Br. 4 ½ Z. 5 ½ L. ;
Die zwei Ochsen. Der stehende wendet sich nach links und pisst, der andere sitzt nach rechts gewendet. Nach rechts oben: „den Vyl fec", H. 3 ½ Z. 5 ½ L., Br. 4 ½ Z. 6 ½ L.
Bartsch sagt, dass sich Abdrücke ohne Namen finden, welche demnach als die ersten zu betrachten wären.
Die zweiten sind dann die von Bartsch beschriebenen.
Die dritten Abdrücke haben in der Ecke links die Adresse: L. Lodewijcx excudit.
Zu diesen von Bartsch beschriebenen seltenen Blättern fügen wir zwei andere, welche noch weniger vorkommen. Sie werden nur im Cataloge der Sammlung des Herrn Leyden van Vlamingen, und dann in jenem des Baron Verstolk van Svelen erwähnt. Sie sind in der Arbeit von den obigen Blättern verschieden, und las- sen in Zeichnung und Charakter auf eine andere Hand schlie- ßen. R. Weigel, Supplements au Peintre graveur I. 182 sagt, dass sie mit wenigen anderen Blättern seiner Sammlung einige Ähnlichkeit haben.
4—5) Der Hund und der Fuchs, beide stehend, kl. qu. 8.
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